Befindensbarometer / Leidenschaf(f)t Sturm Graz


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wama

Derzeit als Fan nicht ziemlich gefrustet zu sein ob der seit Wochen wachsenden und dahinschwelenden Krise wäre völlig abnormal, selbst wenn man wie ich schon gefühlt unendlich lange Sturmfan ist, vieles erlebt hat.

Es gibt für mich keine unerträglichere Zeit als die, leider zum xten Mal in der Sturmhistorie, in der sich Hauptverantwortliche des Vereins(Vorstände, Aufsichtsräte, Sportdirektor, Trainerteam, Spieler...) nicht mehr grün sind, vertrauen, beginnen gegeneinander zu arbeiten.

Exakt das passiert gerade mal wieder bei Sturm, natürlich einer seit Wochen eigentlich konstant schlechter werdenden Performance auf dem Platz geschuldet.

Spätestens nach der Heimpleite gegen die WSG weiss nun auch der letzte Sturmfan, dass es so wie zuletzt nicht mehr funktionieren kann, eine Neuausrichtung hergehört um eine Saison noch halbwegs zu retten, die ergebnistechnisch eigentlich gar nicht mal übel, sogar recht erfreulich begann, obwohl viele "Experten" dies unserem heuriger Kader niemals zugetraut hätten.

Wie man heute, ein paar Wochen nach diesem anfänglichen Ergebniserfolgsrun, erkennen muss, rächt sich spätestens jetzt, dass nur ein abgespeckter "Sparkader", ergänzt mit einigen durchaus vielversprechenden Talenten, zusammengestellt wurde, der gegenüber dem Großteil der Konkurrenz wegen einer Mehrbelastung von 8 internationalen Spielen alleine im Herbst einfach seine Nachteile hat, weil natürlich immer wieder Verletzungen, Sperren, Länderspielabstellungen, Überspieltsein, Unform,...passieren, dazu durch diese Mehrbelastung auch praktisch kaum mal vernünftig miteinander tariniert werden kann um seine Spielideen zu verfeinern, Neue schneller, besser zu integrieren. 

Wennst dann auch noch ein Trainerteam hast, das natürlich auch seine eigenen Spielideen zu mehr Variabilität implementieren will, was ja grundsätlich lobenswert ist, die selbstredend aber auch ihre Zeit benötigen um verinnerlicht zu sein, diese Trainingszeit aber eigentlich kaum hast im Herbst, machst dir wahrscheinlich das Leben noch eine Spur schwerer.

Auch wenn ich Schicker, Ilzer trotz ihrer enormen Erfolge für keine Götter halte, auch die ihre Schwächen hatten, zuletzt auch längst nicht alle Transferentscheidungen saßen, die im Nachhinein nun vom jetztigen Sportdirektor zu korrigieren waren, unter noch ihnen würde man derzeit wohl nicht so in der Klemme stecken, einfach weil sie jahrelang bestens miteinander harmonierten, sich im Verein, Vorstand,...ein tolles Standing erarbeitet hatten, so in kriselnden Phasen schneller, kompetenter reagiren konnten - leider ist auch das mehr nur ein schwacher Trost.

Aber das ist dennoch ein Trost, der uns vieles aufzeigt:

Parensen, Schunk, Säumel und sein Trainerteam sind Stand jetzt allesamt weit davon entfernt, sich auch nur annähernd so ein Standing in der Führungsebene des Vereins, natürlich aber auch bei den Spielern, erarbeitet zu haben, sie schaffen es offensichtlich nicht einmal miteinander halbwegs, vorallem fruchtbringend für den Verein, zu kooperieren, was spätestens in den letzten Wochen leider auch auf dem Spielfeld zu sehen ist, auf dem sich immer mehr unzufriedene Spieler wiederfinden.

Jetzt, unmittelbar vor dem Derby in Runde 16, implodiert der sturminterne Kessel schon beinahe, sollte spätestens jedem klar sein, dass es so nicht weitergehen wird in diesem Verein, an deren Spitze unser Präsident Jauk wieder einmal zu einem Zeitpunkt medial abgetaucht ist, zu dem es seine ganz klaren Statements brauchen würde, auch wenn es ihm selbstverständlich schwer fallen wird.

Klar, auch er ist alles andere als "unschuldig" an der momentanen Situation, hat er doch die derzeitigen sportlichen Entscheidungsträger durchgewunken, auf sie gebaut, gleichzeitig aber eben auch den Sparstift gezückt um einige Millionen in eben Steine zu investieren, was ja durchaus auch nachvollziehbar und löblich ist.

Wenn man aber den sportlichen Erfolg, das nationale und auch internationale Standing mit seinen positiven Begleitserscheinungen, die das man sich in den letzten Jahren bravourös erarbeitet hat, nicht gefährden will, sollte man nicht wieder Elfer verschießen, wie leider schon einige davor vor der Schicker/Ilzer Ära.

Genau das scheint aber leider wieder passiert zu sein, wie sich nun zeigt.

Sturm muss also auf sportllicher Ebene unmittelbar reagieren, will man auch aus dieser Saison abermals eine internationale Gruppenphase Teilnahme mitnehmen, die, wie wir alle wissen, wirtschaftlich, natürlich auch sportlich enorm wichtig für diesen Verein wäre, weil ohne eine solche Teilnahme wohl kaum noch ein verdienstvoller bestehender Kicker, noch weniger irgendwelche hochgelobten Talente für unseren Verein auflaufen würde, einfach weil die sportlichen und finanziellen Anreize dafür zu gering wären. Dazu haben die Fans bereits begonnen wegzubrechen, die auch so einiges an Geld in den Verein pumpen.

Ein Festhalten an der gesamten sportlichen Führung, diese nicht im Gesamten zu wechseln, auch wenn das für den Moment einiges an Geld verbrennt, wäre somit gleichzusetzen mit einer Art Selbstaufgabe, dem Bekenntnis zu sehr, sehr wahrscheinlich wieder Mittelmäßigkeit, auch wenn man natürlich nie zu 100% wissen kann, ob deren Nachfolger auch bald und erfolgreich zünden, den Verein rasch wieder in die Erfolgsspur bringen.

Ich selbst würde die gesamte sportliche Führungsebene(Sportdirektorteam, Trainerteam) sofort nach dem Derby freistellen, egal, wie auch immer dieses Derby ausgeht, einfach weil die sich zuwenig grün sind, nicht ausreichend gut miteinander harmonieren, kein Erfolg mehr erwartbar ist. Jauk sollte dabei aber auch so fair sein, seine eigenen Einschätzungsfehler bezüglich der Bestellungen zu kommunizieren, wenn er es schafft ein Ehrenmann zu sein.

Gibt man den Kickern diese Botschaft schon vor dem Derby mit auf den Weg, was ich stark hoffe, könnte das sogar für einen echten Boost bei Ihnen sorgen, nochmal alles am Feld zu lassen, wissend, dass baldige Veränderungen im sportlichen Staff, geplante Neuerwerbunegn im Wintertransferfenster,... bevorstehen. Damit würde wohl wieder soetwas wie größere Zuversicht bei ihnen einkehren, dass es nicht falsch war bei diesem Verein unterschrieben zu haben, der sportliche Erfolg so selbst in dieser nun verkorksten Saison wieder wahrscheinlicher wird. Sie müssten ja nichtmal die Vorgaben des Trainerteams für dieses Spiel umsetzen, sie könnten sich auch selbst stark machen, mit einer geschlossenen, selbsterarbeiteten Teamperformance ein Statement für sich selbst und den verein setzen. 

Der nächste Sportdirektor muss dann einfach sitzen, sollte für mich erfahrenerer sein als Parensen, Schunk. Schopp zB. sehe ich persönlich noch nicht als erfahren genug dafür an, auch wenn er bei Hartberg, Lask Erfahrungen sammeln durfte.

Als nächsten Trainer würde ich den 42 - jährigen Vorauer Phillip Semlic bervorzugen, den man aus seinem bis Sommer 26 laufenden Vertrag bei der WSG herauskaufen müsste. Der hat bekanntlich ohnehin bereits Sturmvergangenheit und vor allem in den letzten Jahren, zwar bei kleineren Vereinen, klar gezeigt, dass er gewachsen, ein hervorragender Trainer geworden ist -  er würde vermutlich wohl auch sofort sein Standing bei den Spielern haben, spätestens nach seinem souveränen Triumpf gegen uns letzten Mittwoch.

All das wird Jauk und Co einiges an Geld kosten diese Veränderungen auf sportlicher Gesamtebene zu finanzieren, sollte aber unabdingbar sein, wie auch der eine oder andere Wintertransfer, will man heuer nicht komplett durchgereicht werden in Spähren, die wir dachten seit 5 Jahren entgültig hinter uns gelassen zu haben.

Lasst also bitte die notwendig gewordenen Veränderungen so unmittelbar wie möglich beginnen, wenn das nicht eh schon im Laufen ist, was ich vermute - es warat für den Verein und abertausende Fans, die meist ein großer und zahlender Mitbestandteil unseres Herzensvereins sind!!!

Gemmas also an, Herr Jauk und Schwoaze, bitte, danke!!!    

 

 

 

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Postinho

Ich bin wieder happy, wenn JS Geschichte ist / MP sich durchsetzen kann / CJ keinen Elfer verschießt. Dann würde ich mich sogar auf die Winterpause / Gerüchteküche Wintertransferfenster freuen. Spannend würde auch die Suche nach einem neuen Trainer werden.

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  • 4 weeks later...
wama

Nach einer mir selbst verordneten nahezu fast Auszeit im ASB, die ich mir vor allem aufgrund der immer tiefer, unreflektierter werdenden Postings einiger User gegönnt habe, was kein persönlicher Vorwurf sein soll, versuche ich mal meine derzeitigen Eindrücke loszuwerden.

Sturm Graz hat sich also nach gefühlt ewigen "Überlegens" für einen Trainerwechsel von Jürgen Säumel zu Fabio Ingolitsch entschieden, Michael Parensen hingegen blieb Sportdirektor. 

FI hat sich offensichtlich beim Trainerbestellungsprozedere gegen gleich mehrere Mitbewerber durchgesetzt, weil er einerseits ohnehin mit auf der sturminternen Favoritenliste stand, andererseits selbst überzeugende Argumente, Ideen präsentierte unser Spiel wieder erfolgreicher machen zu können, andererseits wohl auch deutlich  kostengünstiger als so mancher Mitbewerber zu haben war, ein Mitargument, das in leider wieder Postchampionsleaguezeiten wirtschaftlich verständlich ist, zumal man ja nach den gezeigten Herbstleistungen am Saisonende nicht wieder zwangsläufig vom Erreichen einer fixen europäischen Ligaphase ausgehen konnte.    

Unser Sportdirektor MP hat nun also erstmals einen Trainer geholt, den er auch selbst wollte und an dem er selbstredend ab sofort auch gemessen wird.

Gleichzeitig, nein eigentlich schon kurz vor der Trainerrochade, gab MP auch die von vielen ASB Usern erhoffte Leihrückkehr von Jusuf Gazibegovic(25J) bekannt, dazu den ablösefreien Wintertransfer unseres neuen Georgiers Gizo Mamageishvili(22J), der unsere Offensive, genauer gesagt unser offensives Mittelfeld verstärken soll und wohl durch Landsmann Kite bestens und raschestmöglich im Team integriert sein sollte.

Abgangseitig gab es bislang noch keine News, ausser des Leihendes von Goalie Christensen, eventuell stößt aber zugangseitig noch ein weiterer Offensivspieler, wohl ein Stürmer dazu.

Die beiden Wintertransfers machen für mich absolut Sinn, werden uns im Frühjahr national stärker machen, auch wenn beide leider für die letzten beiden internationalen Spiele Ende Jänner nicht spielberechtigt sind.

FI als neuer Trainer gibt bislang zumindest kommunikativ eine sehr gute Figur ab, scheint in seinen ersten Tagen auch bei unseren Kickern sehr gut angekommen zu sein, einzelne kannten ihn ja bereits.

Mit seinen 33 Jahren scheint FI zwar auf den ersten Blick noch sehr jung und unerfahren für einen Trainer zu sein, doch in Kombination mit dem neuen, ebenfalls noch jungen, 38 - jährigen Cotrainer Christoph Witamwas, zuletzt ja auch erfolgreicher Cotrainer der ÖFB U 17, vor allem aber auch der Rückholung des 54 - jährigen Routiniers und Sturm - Insiders Günther Neukirchners ins Einsertrainerteam, scheint doch ein Trainerteam zusammengestellt worden zu sein, dem man einiges zutrauen darf.

FI und sein teilweise neues Trainerteam, dem aber unverändert auch weiterhin Tormanntrainer Loch, Cotrainer Duran, usw....,angehören, stehen im Frühjahr natürlich vor einer Herausforderung, die es in sich hat, will man doch am Ende wieder in eine europ. Ligaphase einziehen.

JS musste aus ohnehin bekannten und tausendfach diskutierten Gründen gehen, vor allem weil eine vernünftige Zusammenarbeit mit MP nicht mehr möglich schien, seine medialen "erst Hilferufe, dann Anschwärzungen" nicht mehr tragbar waren. Er geht letztlich als verdienter Sturm Graz Meistertrainer und hoffentlich erhobenen Hauptes, denn so etwas erreicht man nicht, wenn man eine Losermentalität hat. Dafür gebührt ihm ewiger Dank. Sein letztlich dann doch auch Scheitern bei Sturm in diesem so schwierigen, letzten Herbst wird er selbst hoffentlich gut aufarbeiten und erkennen, dass er natürlich auch selbst einige entscheidende Fehler begangen hat, nicht nur an seinem Sportdirektor zerschellte.

Noch besteht ja für Sturm eine doppelte Titelchance, im Cup und der Meisterschaft, intenational wird man für diese Saison Ende Jänner wohl entgültig draussen sein. 

Ziel ist sturmintern sicher das Erreichen einer europ. Ligaphase, alles andere wäre zum jetzigen Zeitpunkt auch völlig falsch und unargumentierbar. Auch für mich gibt der Kader das einfach her.

Noch vor Meisterschaftbeginn geht es ja im CUP 1/4 Finale Ende Jänner bei Altach, der letzten Trainerstation von FI, los. Mit einem Aufstieg dort ins Cup HF würde man seine Titelambitionen wahren, stünde in diesem Bewerb nur noch 2 Spiele vor einem Titel.

Die Meisterschaft startet Anfang Feber mit einem Heimspiel gegen Ried, das ebenfalls unbedingt gewonnen werden sollte um einerseits seine desaströse Heimbilanz etwas zu verbessern und andererseits mit danach bereits 31 Punkten und noch 4 restlichen Spielen im Grundduchgang der alles entscheidenden Meisterrunde schon ganz, ganz nahe zu sein. 

Das Sturm - Frühjahr wird es also von Beginn an so richtig in sich haben, Spannung ohne Ende wird garantiert sein, denn sportlich so knapp beinander war diese Liga in seiner fast Gesamtheit vermutlich noch nie, wie man spätestens nach den vielen Überraschungen aus dem Herbst weiß.

Die Daumen sind also fest gedrückt, überrascht uns Fans bitte wieder aufs Neue, ordnet ab sofort wieder nahezu alles dem Endzweck Teamerfolg unter, holt euch/uns einen weiteren Titel nach Graz, alles ist (wieder) möglich.

Forza Sturm Graz!!!

 

 

    

 

 

 

bearbeitet von wama

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  • 4 weeks later...
Postaholic

Als Kind der 90er, geprägt von Osim, bin ich seit 1994 Sturm-Fan. Und gerade deshalb waren die letzten fünf Jahre als Anhänger dieses Vereins emotional wohl das Intensivste, was man erleben kann.

Vier Titel in dieser Zeit – alle gesehen. Drei davon live im Stadion, sogar gemeinsam mit meiner Tochter. Das ist unbezahlbar. Diese Jahre waren ein Geschenk: große Momente, echte Typen, endsgute Kicker. Dafür ein ehrliches Danke an das Schilzer-Duo, auch wenn man am Ende festhalten muss, dass die letzten Transfers – Karic, Aiwu, Malic, Jatta, Wloda – schlicht nicht gepasst haben. Und selbst Ilzer, der große Motivator, hätte gemeinsam mit dem Messias irgendwann sichtbar seine Probleme gehabt. Das schmälert nichts vom Erreichten, zeigt aber: Auch Erfolg hat ein Ablaufdatum.

Der Europacup war für mich persönlich das absolute Highlight. 22 Spiele – fast so viele Niederlagen wie Siege und kaum Unentschieden. Große Namen, große Abende. Italien ganz besonders – ausgerechnet die neben Inter meistverachteten Römer. Dazu noch Magister Arnautović am Ende seiner Klubkarriere gesehen. Solche Momente bleiben. Leider nur drei Auswärtstrips: Mittelerde, Bratislava und Glasgow. Dortmund hätte die Krone sein sollen, war schon gebucht – und dann haut dir das Leben rein. Krankheit, ein Tag Krankenstand statt Gelbe Wand. Bitter, aber so ist es halt manchmal.

Unvergessen bleibt das endsgeile 2:2 gegen den späteren Europacupsieger Bergamo. Hierländer fliegt patschert vom Platz, wir sind in Unterzahl – und gleichen trotzdem noch aus. Ein Spiel, das alles hatte.
Legendär auch der erste CL-Sieg live gegen Girona: derselbe alte Mann läuft allein aufs leere Tor, der Goalie holt ihn trotz drei Metern Rückstand noch ein, Hierli zieht erneut das Foul. Alles längst verziehen – für jemanden, der 17/18 mit dem Dropkick in der Nachspielzeit die Salzburger Europacuphelden im Cupfinale ausknockt, sowieso.

Und dann Otar. Unser Messi. Ihn spielen und siegen zu sehen – gegen Rotterdam, Glasgow oder zuletzt Bergen – war jedes Mal etwas Besonderes. Rotterdam daheim war pure Emotion: Otar vorne, Wille pur, und dann dieser Moment, als Wüthrich zurücksprintet und mit einem perfekten Tackling von hinten den allein aufs Tor laufenden Holländer fair vom Ball trennt. Magisch. Otar, du bist für mich auf einer Stufe mit Ivo. Punkt.

Das schönste Spiel von allen bleibt aber das 4:1 gegen Klagenfurt, direkt nach dem Cupsieg – weil es das erste Mal war, dass ich mit meiner Tochter gemeinsam in Liebenau war. Lille war zum Glück am frühen Abend und damit ihr erstes Europacupspiel dort. Schule geht vor, und als in Wien wohnende Kamptalerin ist das logistisch jedes Mal eine Herausforderung. Umso dankbarer war ich für Bodø in Klagenfurt. Endsgeiles Stadion. So eines hätten wir gern in Graz. Ob es das je geben wird? Egal. Seit zwei Saisonen hat meine Tochter nun selbst ein Abo.

Jetzt? Vielleicht kommen wieder die grauslichen UI-Cup-Zeiten wie in der Post-Osim-Ära. Wahrscheinlich sogar. Aber es muss nicht der Erfolg vergangener Tage sein. Ob Weinhandl oder Hödl, ob JGS oder Gizzo – wer auch immer neben König Otar bleibt oder neu entsteht. Es braucht einen kapitalen Umbruch. Und ich würde dem FI Zeit geben. Auch dem Mischa, unserem vielleicht doch gescheiterten Sportdirektor, noch ein bissl. Was für Säumel galt – moderieren können, aber nichts entwickeln – gilt wohl auch für Parensen. Der Unterschied zu früher: andere Vorzeichen als unter dem Messias. Der ging all in, gewann und verließ den Tisch rechtzeitig – hielt aber den Schein einer intakten Mannschaft aufrecht, die es so nur bedingt war.

Unterm Strich bleibt vor allem Dankbarkeit. Für Titel, für Nächte, für Tränen – und dafür, diese Zeit mit meiner Tochter teilen zu dürfen. Denn Sturm zählt: In Liebenau bist du daheim – da wirst du nie alleine sein.

Die Stimmung schwankt mir derzeit zu sehr auf zu Tode betrübt. Aber vielleicht geht es euch ja wie mir: Jetzt kommen halt einmal dürre Jahre, mit wenig Ernte. So ist das Leben. Kopf hoch, ruhig bleiben und positiv nach vorne schauen. Abstand tut uns allen gut, vielleicht auch mal wie mir für länger vom ASB ;) 

 

 

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welcome to the shit show!
markymushroom schrieb vor 30 Minuten:

Als Kind der 90er, geprägt von Osim, bin ich seit 1994 Sturm-Fan. Und gerade deshalb waren die letzten fünf Jahre als Anhänger dieses Vereins emotional wohl das Intensivste, was man erleben kann.

Vier Titel in dieser Zeit – alle gesehen. Drei davon live im Stadion, sogar gemeinsam mit meiner Tochter. Das ist unbezahlbar. Diese Jahre waren ein Geschenk: große Momente, echte Typen, endsgute Kicker. Dafür ein ehrliches Danke an das Schilzer-Duo, auch wenn man am Ende festhalten muss, dass die letzten Transfers – Karic, Aiwu, Malic, Jatta, Wloda – schlicht nicht gepasst haben. Und selbst Ilzer, der große Motivator, hätte gemeinsam mit dem Messias irgendwann sichtbar seine Probleme gehabt. Das schmälert nichts vom Erreichten, zeigt aber: Auch Erfolg hat ein Ablaufdatum.

Der Europacup war für mich persönlich das absolute Highlight. 22 Spiele – fast so viele Niederlagen wie Siege und kaum Unentschieden. Große Namen, große Abende. Italien ganz besonders – ausgerechnet die neben Inter meistverachteten Römer. Dazu noch Magister Arnautović am Ende seiner Klubkarriere gesehen. Solche Momente bleiben. Leider nur drei Auswärtstrips: Mittelerde, Bratislava und Glasgow. Dortmund hätte die Krone sein sollen, war schon gebucht – und dann haut dir das Leben rein. Krankheit, ein Tag Krankenstand statt Gelbe Wand. Bitter, aber so ist es halt manchmal.

Unvergessen bleibt das endsgeile 2:2 gegen den späteren Europacupsieger Bergamo. Hierländer fliegt patschert vom Platz, wir sind in Unterzahl – und gleichen trotzdem noch aus. Ein Spiel, das alles hatte.
Legendär auch der erste CL-Sieg live gegen Girona: derselbe alte Mann läuft allein aufs leere Tor, der Goalie holt ihn trotz drei Metern Rückstand noch ein, Hierli zieht erneut das Foul. Alles längst verziehen – für jemanden, der 17/18 mit dem Dropkick in der Nachspielzeit die Salzburger Europacuphelden im Cupfinale ausknockt, sowieso.

Und dann Otar. Unser Messi. Ihn spielen und siegen zu sehen – gegen Rotterdam, Glasgow oder zuletzt Bergen – war jedes Mal etwas Besonderes. Rotterdam daheim war pure Emotion: Otar vorne, Wille pur, und dann dieser Moment, als Wüthrich zurücksprintet und mit einem perfekten Tackling von hinten den allein aufs Tor laufenden Holländer fair vom Ball trennt. Magisch. Otar, du bist für mich auf einer Stufe mit Ivo. Punkt.

Das schönste Spiel von allen bleibt aber das 4:1 gegen Klagenfurt, direkt nach dem Cupsieg – weil es das erste Mal war, dass ich mit meiner Tochter gemeinsam in Liebenau war. Lille war zum Glück am frühen Abend und damit ihr erstes Europacupspiel dort. Schule geht vor, und als in Wien wohnende Kamptalerin ist das logistisch jedes Mal eine Herausforderung. Umso dankbarer war ich für Bodø in Klagenfurt. Endsgeiles Stadion. So eines hätten wir gern in Graz. Ob es das je geben wird? Egal. Seit zwei Saisonen hat meine Tochter nun selbst ein Abo.

Jetzt? Vielleicht kommen wieder die grauslichen UI-Cup-Zeiten wie in der Post-Osim-Ära. Wahrscheinlich sogar. Aber es muss nicht der Erfolg vergangener Tage sein. Ob Weinhandl oder Hödl, ob JGS oder Gizzo – wer auch immer neben König Otar bleibt oder neu entsteht. Es braucht einen kapitalen Umbruch. Und ich würde dem FI Zeit geben. Auch dem Mischa, unserem vielleicht doch gescheiterten Sportdirektor, noch ein bissl. Was für Säumel galt – moderieren können, aber nichts entwickeln – gilt wohl auch für Parensen. Der Unterschied zu früher: andere Vorzeichen als unter dem Messias. Der ging all in, gewann und verließ den Tisch rechtzeitig – hielt aber den Schein einer intakten Mannschaft aufrecht, die es so nur bedingt war.

Unterm Strich bleibt vor allem Dankbarkeit. Für Titel, für Nächte, für Tränen – und dafür, diese Zeit mit meiner Tochter teilen zu dürfen. Denn Sturm zählt: In Liebenau bist du daheim – da wirst du nie alleine sein.

Die Stimmung schwankt mir derzeit zu sehr auf zu Tode betrübt. Aber vielleicht geht es euch ja wie mir: Jetzt kommen halt einmal dürre Jahre, mit wenig Ernte. So ist das Leben. Kopf hoch, ruhig bleiben und positiv nach vorne schauen. Abstand tut uns allen gut, vielleicht auch mal wie mir für länger vom ASB ;) 

 

 

Sehr schön geschrieben.
Man merkt schon auch, dass die Qualität in der Mannschaft fehlt leider. 

Scherpen, Wüthrich, Prass, Yalcouyé, Böving, Biereth und Co. Dazu ein Trainer, der sich finden muss bei einem großen Verein. Wird noch mühsamer werden, aber kein Grund die Nerven wegzuschmeißen. Vor allem mit Hintergrund wie von dir geschrieben.

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Postinho

Es war zu befürchten, und es ist dann auch so gekommen. Teils inferiore Leistung, dann noch ein Weinberger in "Höchstform"... Und der krönenden Abschluss war dann noch Gazi im Tor.......

Ich weiß nicht was schlimmer ist: Das gestern Gezeigte am Rasen, oder dass ein Ausscheiden im Cup bei mir kaum Emotionen auslöst. Und wenn wir ehrlich sind hätten wir das "Aus" schon gegen die Admira verdient gehabt. 

Klar, man kann jetzt über den neuen Trainer herfallen (und ein paar fordern ja ohnehin schon dessen Kopf), oder man sieht sich diese "Mannschaft" eben genauer an und wird erkennen, dass es dieselbe "Trümmertruppe" wie Jene aus dem Herbst ist.

Die Abwehr war von Anfang an ein Sauhaufen. Der Sturm mittlerweile nur noch Bemitleidenswert... Die Ergebnisse, die man dank Einzelleistungen von Kite und Co anfangs noch eingefahren hat haben darüber stark hinweggetäuscht... Aber mit den englischen Wochen ging Nix mehr zu kaschieren.

Und wie wurde darauf reagiert? .........Stelle euch jetzt das Zirpen von Grillen vor.

Diese Saison gehts nur noch darum zu retten, was noch zu retten ist bzw. kann man jetzt schon die Planungen für den Neuaufbau vornehmen und anfangen auszusortieren. Tochi schon weg, Horvat wird wohl noch diese Woche folgen (wenn Bristol wirklich will). Kite muss, wenn er noch einmal höher spielen will und mehr noch mehr verdienen, im Sommer gehen. Bei Hierli wirds im Sommer vorbei sein. Bei Lavalee läuft der Vertrag aus bzw. hat man hier eher das Gefühl als würde er gerne heim gehen... Dann wäre vom Stamm nur noch JGS (und wer weiß, ob sich der das noch antun wird)......

Die goldenen Zeiten sind vorbei bzw. musste es mal wieder enden. Waren geile Jahre mit unglaublichen Erfolgen. Jetzt wird man wieder kleine Brötchen backen müssen. Absolut ok. 

Fragt sich nur, ob das noch mit dem aktuellen Geschäftsführer Sport von Statten gehen sollte.

Die einzige Angst die ich habe ist, dass wir wieder in die Prä-Schicker/Ilzer-Zeiten zurückfallen..... Vielleicht braucht es deswegen auch ganz oben eine Veränderung (so sehr ich Jauk für Alles danke)......

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wama

Markymushroom, großes Kompliment für deine emotionalen Zeilen!

Taten echt gut nach so vielen Sturm - Frustmomenten in den letzten Monaten.

Ich sehe es recht ähnlich wie du: wir Sturmfans dürfen uns nun wohl entgültig darauf einstellen, dass wieder ein paar magere Jahre auf uns zukommen, Mittelmaß folgen wird, sehr, sehr dankbar dafür sein, was wir die letzten 5 Jahre erleben durften.

Der gerade stattfindende und leider sehr stotternde Umbruch zeigt sich auch darin, wer vom letztjährigen Cupaus im 1/4 F Heimspiel gegen die Austria noch beim gestrigen Altach Cupaus dabei war: Kite, Jatta, Geyrhofer und Malic, dazu auf der Bank Horvat, Aiwu, Karic und Khudyakov. 

Wenn man sich ansieht, welche Sturm lange prägenden Persönlichkeiten, Menatlitätsmonster uns seit 2024 verließen, kaum ersetzt wurden, verletzt wurden/sind,...darf man sich nicht wundern, dass man derzeit sportlich genau da steht, wo man sich gestern im Cup verabschiedete: momentan leider im absoluten Durchschnittsland.

Lange bestens in unserem Pressingsystem funktionierende Kicker wie ua. Prass, Affengruber, Schnegg, Dante, Sarkaria, Biereth, Böving, Wüthrich, Gazi, Chukwuani, nun wohl auch Horvat, alles andere als fussballerische Nasenbohrer, verließen uns gegen teilweise auch richtig gutes Geld seit dem Sommer 24, dazu auch noch noch unser sehr erfolgreiches Sportdirektor und Trainergespann Ilzer/Schicker u Co.

Trainer wie Eigengewächs Säumel, nun Ingolitsch, kamen, die vor Sturm Graz wenig bis keine Erfahrung mit einem Verein dieser Größenordnung hatten, dazu viele Spieler, die (noch) nicht annähernd die Qualität nachweisen können, die notwendig wäre um weiter optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Ausgehend vom Vorstand, verantwortlich natürlich für die Finanzen, muss, wird seit Sommer ein Sparkurs gefahren, weil man einiges an Rücklagen für einerseits das Stadionprojekt bildet und andererseits deshalb einspart um die durch die vielen Erfolge zu teuer gewordenen Kaderkosten wieder auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren.

Alles mittlerweile bekannt, auch, dass die Konkurrenz nach 2,3 Jahren österreichischer Sturmdominanz viel besser auf unser Spiel eingestellt ist, bessere Lösungen gegen uns hat, an denen nun wir zu knabbern haben.

Wir haben also derzeit einen Moment erreicht, der richtig schmerzt, mühsam zu ertragen ist, auch weil man im Nachhinein sportlich/witschaftlich gesehen sicher einiges geschickter hätte lösen können - aber so ist das nunmal im Leben: im Nachhinein sind wir alle gescheiter, Fehler passieren eben!

Jetzt heisst es sportlich wenigstens irgendwie die Meisterrunde zu erreichen, damit man wenigstens nicht gegen den Abstieg spielen muss, ein Szenario, das unsere erfolgsverwöhnten Kicker nicht gewohnt wären, sie womöglich in sehr ernste Troubles bringen könnte.

Im Meister Play Off sehe ich uns heuer eher chancenlos, da sollte es, ausser es gelingt ein Traumstart hinein, den ich nicht erwarte, vorrangig darum gehen sich schon für die kommende Saison zu formieren, zusammen zu spielen, wieder eine echte Einheit mit Zukunftspotential zu werden, jenen Kicker vermehrt Spielzeit zu geben, die unsere unmittelbare sportliche und finanzielle Zukunft sind.

Fakt ist auch: Parensen, Ingolitsch und Co stehen vor extrem herausfordenden Wochen und Monaten, die man nicht mehr einfach nur verbal wegmoderieren kann.

Unsere Spieler sollten sich nach dem gestern großteils unfassbar eierlosen Auftritt mal in den Spiegel sehen, sich der Ehre bewusst sein, hier spielen zu dürfen, sich nicht dahinter vestecken, dass sie den Anweisungen des Trainers noch zuwenig folgen können, sie sollten ganz einfach Charakter zeigen. 

Vom Trainer erwarte ich mir, dass er nicht nur wie bislang schöne Sätze formulieren kann, sondern auch Tacheles mit seinen Spielern redet, ihnen klar macht, dass nur mehr die am Feld zu sehen sein werden, die auch zu 100% mitziehen wollen.

Gelingt Ingolitsch das nicht ganz rasch, verliert er also jetzt schon die Kabine, bleibt Jauk u Co, falls es bald wirklich um den Abstieg geht, nur eine NotOP, heisst ein neuerlicher Trainerwechsel noch vor dem UPO - wohl mit einem Troubleshooter.

Mal sehen wie alle mit der gestrigen Ernüchterung umgehen, man darf gespannt sein. 

Ich hoffe und baue darauf, dass alle Beteilgten ihre Lehren daraus gezogen haben, sehr rasch wieder das bringen, wozu sie fähig wären, wenn sie sich wieder voll und ganz, ohne unangebrachte Überheblichkeit, auf ihre Hausaufgaben konzentrieren. 

Forza Sturm Graz!!! 

   

 

 

 

   

 

bearbeitet von wama

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Postinho
wama schrieb vor 14 Minuten:

Gelingt Ingolitsch das nicht ganz rasch, verliert er also jetzt schon die Kabine, bleibt Jauk u Co, falls es bald wirklich um den Abstieg geht, nur eine NotOP, heisst ein neuerlicher Trainerwechsel noch vor dem UPO  - hin zu einem Troubleshooter.

Gesamten Beitrag meine Zustimmung.

Ich erlaube mir den obigen Punkt nochmal separat herauszunehmen:
Wenn es wirklich zu dieser Katastrophe kommt und Ingolitsch, wie auch Säumel von den Spielern "gekillt" wird, dann MUSS im Zuge dessen auch Parensen die Koffer packen. 

Dann reden wir nicht von einem Troubleshooter auf der Bank, sondern dann knallt es auch eine Etage höher. Und dann darf man sich auch getrost fragen, was für einen Charakter da auf Seiten der Spieler Einzug gehalten hat.....

Und dann steht Jauk alleine vor einer richtungsweisenden Entscheidung, die er vor einem Jahr mit Parensen schon einmal in den Sand gesetzt hätte..... Da wird mir echt Angst und Bang ob so eines Szenarios...... Da gehts dann um weit mehr als das Sportliche am Feld....

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Beruf: ASB-Poster
Jaisinho schrieb vor 7 Minuten:

Gesamten Beitrag meine Zustimmung.

Ich erlaube mir den obigen Punkt nochmal separat herauszunehmen:
Wenn es wirklich zu dieser Katastrophe kommt und Ingolitsch, wie auch Säumel von den Spielern "gekillt" wird, dann MUSS im Zuge dessen auch Parensen die Koffer packen. 

Dann reden wir nicht von einem Troubleshooter auf der Bank, sondern dann knallt es auch eine Etage höher. Und dann darf man sich auch getrost fragen, was für einen Charakter da auf Seiten der Spieler Einzug gehalten hat.....

Und dann steht Jauk alleine vor einer richtungsweisenden Entscheidung, die er vor einem Jahr mit Parensen schon einmal in den Sand gesetzt hätte..... Da wird mir echt Angst und Bang ob so eines Szenarios...... Da gehts dann um weit mehr als das Sportliche am Feld....

Dann kannst gleich mal mindestens den halben Kader austauschen. Es kann nicht sein, dass eine Mannschaft nur unter einem spezifischen Trainer Leistung bringt

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