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Dannyo

[Spielerinfo] Sebastian Martinez

9 Beiträge in diesem Thema

Wie immer: Diese Spielerinfo ist © by austriansoccerboard.com

Wenn euch diese Spielerinfo gefällt, verlinkt hierher, aber kopiert sie nicht einfach woanders hin, THX ! :)

martinez_sebastian.jpg

Foto: http://www.rapidarchiv.at

DATEN

Name: Sebastian Martinez

Nationalität: Österreicher

Geburtsdatum: 4.Dezember 1977

Alter: 27

Hauptposition: Linkes Mittelfeld

Nebenpositionen: Offensives Mittelfeld, Zentrales Mittelfeld, Rechtes Mittelfeld

Größe: 176cm

Gewicht: 72kg

Momentaner Verein: SK Rapid Wien

Bisherige Vereine: SV Wörgl, Club Nacional de Futbol, Jufentud FC, Punte del Este CCD, National FC de Rocha

WER IST BASTI MARTINEZ ?

Ich möchte euch heute aufgrund eines Userwunsches, der mir schon vor einiger Zeit zu Ohren kam, etwas über einen sehr entschlossenen Fussballer berichten, der seinen Durchbruch erst im Alter von 26 Jahren schaffte, jetzt jedoch als einer der bemerkenswertesten Senkrechtstarter der österreichischen Bundesliga zu bezeichnen ist.

Sebastian Martinez wurde im Winter 1977 in Wien geboren - in einer Phase wo sein Vater Alberto Martinez für den FK Austria Wien wirbelte. Später kickte der "Martinez-Vater" auch für den Wiener Sportklub und Martinez wuchs bis in Kindesjahre zweisprachig auf, ging sogar zwei Jahre in Schwechat in die Volksschule. Doch als der Vater seine erfolgreiche Österreichkarriere beendete (Alberto kam mit der Austria sogar bis ins Europacup-Finale 1978), ging die Familie inklusive Sebastian wieder zurück in ihr eigentliches Heimatland Uruguay.

Dort lernte der junge Martinez das Fussballspielen und spielte in jungen Jahren für den National FC de Rocha. Später wechselte Martinez zu Punte del Este. Erstmals in einer Kampfmannschaft spielte Martinez jedoch bei Jufentud, die ihrem Namen gerecht wurden und auf Jugend setzten. Der Klub spielte damals in der 2.uruguayanischen Liga und sollte Martinez' erstes Sprungbrett sein, denn von dort wechselte Martinez zum Serienmeister Club National, der damals sogar den großen Verein Penarol regelmäßig hinter sich ließ und mit einigen Stars aufwarten konnte.

VON MONTEVIDEO NACH WÖRGL

Bei Nacional hatte der damals 22jährige keinen Stammplatz, wurde sogar nur sporadisch eingewechselt. Gelernt hat der talentierte Mittelfeldspieler in Montevideo jedoch mit Sicherheit einiges. Und um auch einmal in einer Stammmannschaft zu zeigen, was er drauf hat, nutzte er seine guten Kontakte nach Österreich um zum SV Wörgl, in die 2.österreichische Liga zu wechseln.

Die Kalenderjahrsaison 2000 spielte Martinez noch in Uruguay fertig, danach wechselte er rechtzeitig zur Frühjahrssaison der Spielzeit 2000/01 nach Wörgl. Die erste Saison war für Martinez nicht einfach, da er kaum eine Pause bekam und sofort in eine neue Saisonvorbereitung einstieg. Dennoch lieferte er im Frühjahr 2001 erstmals gute Leistungen in Wörgl, erzielte 7 Tore in 12 Partien, davon zwei per Freistoss.

Schon in dieser ersten Saison zeigten sich die Stärken und Schwächen des Sebastian Martinez, die sich später, als er das Abenteuer Bundesliga anging, jedoch noch relativieren sollten.

Martinez war in seinen 2 1/2 Jahren in Wörgl wohl als bester Techniker der gesamten Liga zu bezeichnen und das ist auch kein Wunder: Martinez ist ein technisch hochkarätiger Spieler, blieb dies auch bis heute, denn auch in der Bundesliga ist Martinez technisch überdurchschnittlich. Zudem fiel auf, dass Martinez sehr sichere Elfmeter und gefährliche Freistösse aus den klassischen Distanzen von 16 bis 25 Metern aufs Tor des Gegners trat.

Schon damals machte ihm hie und da sein Zweikampfverhalten zu schaffen, da er sich in der harten österreichischen Liga nicht sofort einfach zu Recht fand. Trotzdem war Martinez immer für Tore gut und kompensierte sein eher mäßiges Zweikampfverhalten und Kopfballspiel mit ausgezeichneter Technik. Und so lief seine Karriere in Wörgl auch weiterhin wie geschmiert.

In der Saison 2001/02 brachte es Martinez auf 34 Spiele und 15 Tore. Er erzielte unter anderem einen Hattrick, drei Doppelpacks und erzielte auch sein erstes Elfmetertor in der 2.österreichischen Liga. Eine Saison später (2002/03) erzielte Martinez weitere 13 Treffer in 33 Spielen. In dieser Saison avancierte Martinez zum Elfmeterkönig, denn der sichere Penaltykicker erzielte 7 seiner 13 Saisontore per Elfmeter.

DER SCHWIERIGE LIGENSPRUNG

In Wörgl war Martinez längst ein Star und das Um und Auf des stets abstiegsgefährdeten Teams. Es ist als als ziemlich paradox zu bezeichnen, dass er ausgerechnet vom Angebot des Nemesis seines Vaters begeistert war und zum "falschen" Martinez-Klub Wiens wechselte. Im Sommer 2003 unterschrieb Martinez nämlich einen Vertrag beim SK Rapid Wien, woraufhin sich die Fans des SK Rapid sehr freuten, da Martinez Visitenkarte einiges versprach. Martinez beteuerte jedoch schon immer, dass er dem violetten Vertreter Wiens kaum etwas abgewinnen konnte und schon längere Zeit für Grün-Weiß drückte.

Der Wechsel nach Wien war für Martinez wie ein Traum, doch das Leben in der Bundesliga wurde ihm nicht leicht gemacht.

Martinez merkte nun, dass es mit so manchem Schupferl und Scheisserl, die ihm den Ruf eines "Badkickers" verschafften nicht mehr weitergehen kann - kein Wunder, bei dem Wind, der in Österreichs höchster Spielklasse weht.

Drei Mankos mussten von Martinez ausgemerzt werden um zu einem Stammplatzanwärter beim SK Rapid zu werden: Schnelligkeit, Zweikampfstärke und die Eigenschaft den "einfachen Pass" zu machen, da sich Sebastian auch sehr oft ein wenig überschätzte und mit dem Kopf durch die Wand laufen wollte.

Schnell kristallisierte sich heraus, dass Martinez ein Trainingsweltmeister ist. Im Training ist er stets einer der engagiertesten und bemühtesten Kicker des Teams. Der gebürtige Wiener arbeitet gerade seit er bei Rapid spielt sehr intensiv an sich und machte auch nach weniger Zeit bei Rapid, als er den Fans spielerisch eher als Mitläufer und auf negativem Weg auffiel, kein Hehl daraus, dass er über den SK Rapid den Sprung in die österreichische Nationalmannschaft schaffen will.

In seiner ersten Saison beim SK Rapid war Martinez jedoch noch sehr weit von diesem Traum entfernt. Der kleine Mittelfeldspieler spielte 33 Partien, war jedoch noch nicht als Stammspieler, sondern eher als Ergänzungsspieler zu bezeichnen. Netto spielte er ca. 20 1/2 Matches. Dabei gelangen ihm auch seine ersten beiden Bundesligatreffer, so zum Beispiel ein wunderschönes Kopfballtor gegen Salzburg und ein 23-Meter-Kracher, der präzise Weg ins Eck fand, gegen den GAK. Gerade die Schwäche Kopfballspiel konnte Martinez bereits in seiner ersten Saison sehr gut abstellen. Sein Timing wurde besser, sein Gemüt mutiger - er ging schon nach wenigen Monaten deutlich verändert in Luftkämpfe und konnte diese auch des öfteren als Sieger verlassen.

RAPID 2004 - SYSTEMATISCHES ABARBEITEN SIGNIFIKANTER SCHWÄCHEN

Die größe Offensivflexibilität des Mittelfeldspielers war gegen Ende der Saison 2003/04, wie auch von Beginn der neuen Saison 2004/05 an, ein großes Plus. Seine starke Technik implizierte auch Beidbeinigkeit und so kann man Martinez getrost auf beiden Seiten einsetzen. Dass Martinez von seinen Zielen noch immer recht weit entfernt war, wusste er auch selbst. Und so begann er sich seine Schwächen systematisch abzugewöhnen.

Die vielen Spiele, die er für den SK Rapid bestreiten durfte, trugen sicher auch ihren Teil dazu bei, da man ihm nach etwa 1 1/2 Jahren Bundesliga kaum mehr die Hilflosigkeit anmerkt, die in seinen Anfängen beim SK Rapid leider oft unverkennbar war. Nun hatte die leichte Abänderung seines zumeist komplizierten Spielstils und der gezieltere Einsatz seines Körpers Priorität. Doch genau diese Fehler stellte Martinez im Laufe der Herbstsaison ausgezeichnet ab.

Martinez kam in der Herbstsaison in allen 21 Ligaspielen und zudem in allen vier Europacupspielen zum Einsatz. Dabei erzielte Martinez drei Treffer - einer mit links, einer mit rechts und einer - in der letzten Runde der Herbstmeisterschaft beim 2:2 gegen Wacker Innsbruck - per Kopf in der 91.Minute. Beim GAK traf Martinez wieder mit einem präzisen Weitschuss. Die Schussstärke ist mittlerweile eine Martinez-Tugend, die den 176cm großen Mittelfeldspieler auszeichnet.

Aber speziell in den letzten Runden der Herbstmeisterschaft machten sich einige Verbesserungen im Spiel des Sebastian Martinez bemerkbar:

  • Martinez eignete sich eine neue Methode an, seine Gegenspieler zu umspielen. Früher versuchte er sie, vorallem, wenn der Ball nicht am Boden war, zu überheben und ihn dann zu umlaufen. Aufgrund seines Mangels an Schnelligkeit nicht das beste Mittel und auch als etwas naiv zu bezeichnen. Das Spiel des Offensivmannes wurde einfacher und dennoch geordneter. Oft sieht man gute Lochpässe mit anschließender, sehr guter Bewegung ohne Ball von Sebastian Martinez.
  • Martinez Zweikampfverhalten von heute und der gleiche Aspekt vor einem Jahr sind wie Tag und Nacht. Martinez wurde ausgefuchster, weiß im Bereich des Fairen seine Hände einzusetzen, übertritt nur selten die Schwelle zur Unfairneß. Konnte man Martinez früher leicht von seinem Weg zum Tor abdrängen, so weiß dieser heute wie er seine Gegenspieler richtig und auf seinen eigenen Vorteil bedacht in Zweikämpfe verwickeln muss.
  • Das Spiel ohne Ball, welches bei Martinez anfänglich auch eher mäßig war, wurde deutlich besser. Martinez bewegt sich, speziell wenn er am Flügel spielt, nach einem eigens abgespielten Pass wieder sehr gut in den freien Raum bzw. sichert nach hinten gut ab.
  • Bastis Aktionsradius wurde wesentlich größer. Spielt er zum Beispiel im zentralen Mittelfeld, so war seine Positionstreue früher immer so hoch, dass die Spielverlagerung auf die Flügel nur sehr schleppend vonstatten ging und die außen angeordneten Mittelfeldspieler wenig Unterstützung hatten. Martinez Fitness lässt mittlerweile aber ausdauernde Leistungen zu und es ist sehr gut zu beobachten wie oft Martinez roschiert.

Nun ist es noch wichtig, dass Martinez sein letztes großes Manko weiter eindämmt - die Schnelligkeit. Schnelligkeit kombiniert mit Präzision und der Technik, die Sebastian Martinez schon immer ausmachte, wäre eine unverzichtbare Waffe für den SK Rapid (sofern er das nicht ohnehin schon ist). Vor etwa einem Jahr wurde oft seitens des Trainerstabs aber auch von Fans gesagt, dass man Martinez Zeit geben müsse, damit dieser in Ruhe arbeiten und sich eingewöhnen kann. Diese Zeit ist noch nicht abgelaufen und Martinez ist weiterhin kein "kompletter" Fussballer - aber er ist auf dem besten Weg dazu, sozusagen vom "Badkicker" zum "Killer".

AB INS NATIONALTEAM

Im Februar 2005 erreichte Martinez vorläufig ein erstes großes Ziel. Der 27jährige Mittelfeldspieler wurde von Teamchef Hans Krankl ins österreichische Nationalteam einberufen um an einem Vierländerturnier auf Zypern teilzunehmen. Österreichs Abschneiden bei diesem Turnier war... hmmm... nicht so gut, doch immerhin kam Martinez zu seinen ersten beiden Einsätzen im Team und bewies sich bereits zweimal als sehr guter Elfmeterschütze. Sowohl gegen Zypern als auch gegen Lettland verwandelte Martinez je einen Penalty im Elfmeterschiessen. Momentan hält der Wahlösterreicher also bei zwei Länderspielen - eine Statistik, die sich sicher noch erweitern wird.

In seiner Freizeit liest Martinez gerne. Sein Lieblingsgetränk ist Apfelsaft und seine Lieblingsspeise ist ein Gericht namens Parillada. Dabei handelt es sich um ein sehr empfehlenswertes Grillgericht aus Latein- bzw. Südamerika, das auch ich hiermit empfehlen will. Es handelt sich dabei um eine Art Grillplatte, die entweder mit Fleisch oder Fisch gespickt und reichlich garniert ist. Ich habe eine Parillada con carne, also mit Fleisch, in Nicaragua gegessen und kann Basti bei der Wahl seiner Lieblingsspeise sehr gut verstehen. :D

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