Zitat
Inititiert durch Sportc(k)lub-Fan Chris Peterka gründeten die Dornbacher eine Frauensektion. Peterka, im Frauenfußball kein unbekannter Name (wurde mit Wr. Viktoria Meister der Wiener Landesliga), hatte mit Thomas Rauch gleich den passenden Trainer parat. Auch Rauch kann man zum Thema Frauenfußball nicht mehr viel vormachen. Bei ASK Erlaa mutierte er zum Meistermacher, holte sich zahlreiche Titel. Nach Erlaa versuchte er sich bei Guntramsdorf, ehe er nun beim Wiener Sportklub eine neue Herausforderung sucht. ostliga.at hat den Trainer zu einem kurzen Interview geben:
Thomas, das erste Spiel der Frauenmannschaft des WSK ist Geschichte. Und das im wahrsten Sinn des Wortes.
Auf jeden Fall. Alle die heute dabei waren haben Geschichte geschrieben. Alle Spielerinnen, Vereinsverantwortlichen und Fans.
Überrascht über die rund 100 Zuschauer?
Danke für die Unterstützung von den Fans der Friedhofstribüne. Es hat mich auch gefreut das einige Spielerinnen von anderen Vereinen zugeschaut haben. Kurios: Wir haben heute mehr Zuschauer gehabt als ein Bundesligaverein in einem Meisterschaftsspiel.
Den 8:1-Sieg im ersten Spiel sollte nicht überbewertet werden…
Nein, durch die numerische Unterzahl von Neusiedl ist der Sieg vermutlich viel zu hoch ausgefallen. Aber für das erste Spiel war das schon schwer in Ordnung. Das Zusammenspiel hat mir schon ganz gut gefallen. Nicht schlecht für eine zusammengewürfelte Mannschaft. Aber natürlich ist noch viel zu tun bis Meisterschaftsbeginn.
16 Spielerinnen sind zum Einsatz gekommen – wie groß ist der Kader?
Wenn ich alle Spielerinnen zur Verfügung habe, haben wir einen Kader von 28. Damit es da keine unzfriedenen Spielerinnen gibt werde ich das Rotationsprinzip anwenden.
Für viele ist der Durchmarsch von der 1. Klasse A in die Wiener Liga eine klare Sache. Auch für das Trainerteam?
Der sofortige Aufstieg ist das Ziel, ein Spaziergang wird es aber nicht. Jeder Gegner muss respektvoll gegenübergestanden werden. Wenn wir ernst und konsequent bleiben, kann uns dann unser großes Ziel gelingen.
Wo siehst du den Wiener Sportklub langfristig?
Unser Ziel ist es, in 5-6 Jahren in der Bundesliga zu spielen.
In den letzten Jahren hat es kein Wiener Verein länger in der 2. Divison Ost überlebt, es gab sogar viele Vereinsauflösungen. Wie möchte der Wiener Sportklub diesem Schicksal entkommen?
Da ich früher in Niederösterreich beschäftigt war weiß ich, wie dort gearbeitet wird. Leider weiß ich auch wie in Wien gearbeitet wurde. Wir sind nun dazu da diese Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.
Zu deiner Person: Wie bist du zum Wiener Sportklub gekommen?
Sektionsleiter Chris Peterka hat mich gefragt ob ich zum Sportklub kommen will. Früher war ich sein Chef (bei ASK Erlaa), heute ist er meiner. Die Zusammenarbeit war damals schon gut, heute noch besser. Und ganz ehrlich: Der Name Wiener Sportklub hat natürlich auch sehr gereizt. Das wird eine schöne Aufgabe.
Zum Abschluss bitte noch ein paar Worte an die Sportklub-Fans…
Danke für die Unterstützung im ersten Spiel und auch die bisherigen Spenden. Die Frauensektion kann jeden Cent gut gebrauchen, durch zahlreiche Aktionen (wie z.B. Versteigerung von Ehrenankicks) versuchen wir genug zusammenzubekommen. Die Stimmung gegen Neusiedl war toll.
Danke für das Gespräch.
Spielbericht Wiener Sportklub – Neusiedl
Schon vor Anpfiff ist klar, dass ein vermutlich hoher Sieg nicht allzuviel Aussagekraft haben wird. SC Neusiedl erscheint mit gerade einmal neun Spielerinnen und wird somit von Anfang an in die Defensive gedrängt. Sportklub braucht nur zwei Minuten um den ersten Treffer der Vereinsgeschichte zu erzielen. Tünde Takacs hat die Ehre damit in die Annalen der Dornbacherinnen einzugehen.
In Folge fallen die Treffer nach Belieben. Bis zur Pause erhöhen Erika Zillinger (8., 38., 45.) und Claudia Zemsauer (40.) auf 5:0. Trainer Thomas Rauch beginnt früh mit dem Tauschen, sodass er sich ein Bild von allen anwesenden Kaderspielerinnen machen kann.
Nach Seitenwechsel scheint die Luft etwas draußen zu sein. Trotz numerischer Unterlegenheit kommt auch Neusiedl zu einigen Möglichkeiten. Zeit für Torfrau Jennifer Bauer sich einige Male auszuzeichnen. Lisa Teifl (46.), Sevgi Sahin (77.) und Andrea Zemsauer (83.) erhöhen dennoch auf bereits 8:0, ehe Barbara Frank den Ehrentreffer für die Burgenländerinnen erzielt (88.).
Fazit: Das erste Spiel der Frauensektion des Wiener Sportklubs kann als positiv bezeichnet werden. Die zusammengewürfelte Mannschaft hat erstmals den Ernstfall simuliert und schon einige Male ihre Klasse aufblitzen lassen. Sehr sympathisch und begrüßenswert: Eine kleine Delegation der Friedhofstribüne war ebenfalls anwesend und hießen die Frauen herzlich im Kreis des Vereins willkommen.



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