Fandemo in Berlin
#3 OFFLINE
Geschrieben 20. September 2010 - 00:45
In der Vorwoche trafen wir eine sicherlich schwerwiegende Entscheidung, welche vielen von uns nicht leicht fiel. Anstatt zu unserem Sachsenpokal-Auswärtsspiel bei Merkur Oelsnitz zu fahren, reisen wir geschlossen zur Fandemo nach Berlin. Im Folgenden wollen wir diesbezüglich unsere Gründe offen legen, Aufklärungsarbeit leisten und natürlich auch für unsere Position werben.
Es liegt nicht an der etwaigen Minderwertigkeit des Spieles gegen Oelsnitz, nein wir hätten diesen Entschluss ebenso bei einem wichtigeren großen Spiel gefasst. Es ist nicht eine Entscheidung, die die Unterstützung unseres Vereines unseren Idealen unterordnet, es ist eine Entscheidung, welche gerade darauf zielt, die Unterstützung unseres FSV und unseren Lebensinhalt auch in Zukunft zu wahren. Eine letzte vergleichbare überregionale Demonstration für Fanrechte fand im Juni 2005 in Frankfurt statt. Damals ohne unsere Beteiligung. Vor 5 Jahren wähnte man sich noch im problemlosen normalen Fußballalltag und eine Unterstützung von gruppenübergreifenden Aktionsbündnissen schien ohne größeren Nutzen und Sinn. In der Zwischenzeit hat sich viel getan. Wir mussten wie fast alle Szenen in Deutschland und Europa Selbstverständlichkeiten aufgeben. Ohne größere Gegenwehr haben sich fatale Bedingungen eingeschlichen. Choreographien und Spruchbänder müssen Tage vor dem Spiel angemeldet werden, große Schwenkfahnen werden nach Lust und Laune von den Behörden verboten, Eintrittspreise erreichen ein abstruses Niveau, erste Auswärtsfahrten werden sanktioniert. Die Liste ließe sich ins Unendliche fortführen. Jeder, der aktiv seinem Verein die Treue hält und diesem hinterherfährt kennt die Schikanen. Wir, damit meinen wir die gesamte Bewegung, haben uns diesen Schikanen kampflos ausgeliefert, wir haben uns damit arrangiert. Wir haben es versäumt, in den letzten Jahren eine ernstzunehmende Stimme aufzubauen. Eine Stimme, die hätte erreichen können, dass wir Ultras in die Offensive gehen und wir nicht mehr als "einige wenige Vereinsschädlinge" marginalisiert werden könnten und die Verantwortungsträger wirklich gezwungen hätte, sich mit uns auseinander zu setzen. Sicherlich gibt es aller Orten erhebliche Fortschritte was die vereinsinterne Arbeit anbelangt. So gibt es sicherlich auch in Zwickau einige Erfolge zu verzeichnen, was unsere Rechte anbelangt. Aber ebenso müssen wir erkennen, dass regionale Erfolge nur temporär sind, von der Gunst bestimmter Verantwortungsträger abhängen und auch schnell von höheren Institutionen wie den Verbänden, auf die wir noch keinerlei Einfluss haben, konterkariert werden können. Ein Schritt vorwärts, später wieder zwei zurück. Kleine Einzelerfolge sollten daher nicht zu der Annahme führen, ausschließlich intern im eigenen Verein zu kämpfen. Trotz dieser kleinen Fortschritte ist die Gesamtrichtung der Entwicklung unserer Freiräume klar und wird vom bisher Erreichten eben nur leicht beeinflusst aber niemals gestoppt oder gar umgekehrt.
Wo sehen wir uns, wenn wir die Entwicklung der letzten Jahre nehmen, in der Zukunft? Wo sehen wir uns, wenn wir wagen über den Tellerrand zu schauen? Nach Italien beispielsweise, wo die Einführung der Fankarte scheinbar das Ende der Ultras in den Stadien einleitet. Wann kommen wir an dem Punkt an, trotz aller Vereinsliebe, einen Stadionbesuch abzulehnen? Aber ebenso können wir nach Österreich schauen, wo die Ultrabewegung geschlossen und vereint einen großen Disput mit Verbänden und Politik zu ihren Gunsten entscheiden konnte. Natürlich kann man nicht das Niveau und die Mentalität der österreichischen oder gar italienischen Gruppen mit denen der Hiesigen vergleichen. Aber viele Gruppen scheinen reif genug um sich diesen Herausforderungen zu stellen und zumindest die Thematik unserer Freiräume endlich wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Ob diese Demonstration wirklich das derzeit geeignete Mittel ist, um für unsere Rechte zu kämpfen, wollen und können wir nicht beantworten. Wir können es aus dem Grunde nicht, da wir in dieser Hinsicht selbst nicht aktiv waren, uns daher kein voreiliges Urteil erlauben dürfen und den Initiatoren, welche selber nicht einmal unserer Jugendbewegung angehören, einen gewissen Respekt zollen. Ohne Zweifel gibt es bereits einen riesigen Erfolg der Demonstration zu verzeichnen: Wir sehen uns gezwungen diese Thematik endlich wieder in das Zentrum unserer Aktivitäten zu rücken, alte Scheuklappen abzulegen, über unsere Möglichkeiten nachzudenken und zu agieren! Aus diesen Gründen speist sich unsere Überzeugung, auch mit unserer Beteiligung an der Demonstration ein Startsignal ernsthaften gruppenübergreifender Arbeit setzten zu können.
RED KAOS 1997
#5 ONLINE
Geschrieben 29. September 2010 - 07:55
SimonBolivar sagte am 20. September 2010 - 19:21:
Vermutlich gabs keine Genehmigung für die "Demo" ?
bzw. die erste Fandemo Rechte, 200x ( ich weiß nimma genau) war ja auch in Berlin..
( Glaube mich erinnern zu können, das damals HB98 sowie PS99 die Führungsköpfe dessen waren?)
Für mich ist aber leider gottes nicht klar, warum man immer nen neuen Namen wählt..
Ich denke, hätte man damals vor 5 Jahren zur Eröffnung des Confed Cups ( 15.6.2005 )in FFM
alle Gruppen ( egal ob die super gscheiten Wessis oder die Schlauberger ausm Osten) hätte man
mehr ausrichten können, aber damals waren sich ja viele zu gut, welche heute überraschender weise
dabei sind...*kopfschüttel*.
Nun 5 Jahre später macht ma wieder eine Demo? und kurze Zeit später, schlaft wieder alles ein und Jahre
später wirds wiederbelebt unter neuem Namen...
#6 OFFLINE
Geschrieben 29. September 2010 - 08:14
-Austria Salzburg-
1933
Jekyll/Hyde sagte am 09. April 2005 - 09:15:
humankapital sagte am 17. November 2011 - 10:52:
Mark Aber sagte am 17. November 2011 - 11:14:
#7 OFFLINE
Geschrieben 29. September 2010 - 09:08
madenbaron sagte am 29. September 2010 - 08:14:
ich finde, was die ultra-orientierten fans machen bemerkenswert, v.a., was die UR in hütteldorf geschaffen haben. was mich aber aufregt, is dieses dämliche "nur wir sind der verein"-denken. mit gängelungen von vereinsseiten weiß ich aus sbg ein langes, traurigges liedchen zu trällern. trotzdem denke ich, dass sich viele ultras doch ein bisschen gar wichtig nehmen...
#8 ONLINE
Geschrieben 29. September 2010 - 10:08
antisymmetric sagte am 29. September 2010 - 09:08:
Bei uns ist das ganze zum Glück noch nicht so schlimm, wenn man nach Deutschland schaut, wo alle Ultras auf hauptsache gegen den Verein machen und von wegen man ist kein Ultrà wenn man kompromissbereit mit dem Verein ist. Das nervt mich ziemlich, da es ja eigentlich gegen die Grundwerte dieser Kultur ist, nämlich alles für den Verein zu geben!
-Austria Salzburg-
1933
Jekyll/Hyde sagte am 09. April 2005 - 09:15:
humankapital sagte am 17. November 2011 - 10:52:
Mark Aber sagte am 17. November 2011 - 11:14:
#9 OFFLINE
Geschrieben 29. September 2010 - 10:14
madenbaron sagte am 29. September 2010 - 10:08:
THIS!!!
in Ö ist es wohl noch am ehesten der manisch-depressiv agierende BW, der so auftritt
#10 ONLINE
#13 OFFLINE
Geschrieben 05. October 2010 - 12:24
buxl02 sagte am 04. October 2010 - 11:45:
#15 OFFLINE
Geschrieben 07. October 2010 - 13:51
madenbaron sagte am 29. September 2010 - 08:14:
deutsche ultras ? gibts die überhaupt ?
@zweistein: nach essen wären die ossis nicht gekommen...
Sim1984 sagte am 05. October 2010 - 12:24:
80% der sachen, die auf der demo formuliert werden haben sich die sogenannten "ultras" aber selber zuzuschreiben. wenn jedes wochenende randale und chaos herrscht, unbeteiligte umgehauen und abgezockt werden, einbrüche in "gegnerische" stadien/wohnungen/autos stattfinden, züge im stundentakt zerlegt oder mit steinen beschossen werden, flaschen bei den risikospielen herumfliegen wie hagelkörner muss man sich nicht wundern, wenn der otto normalbürger dem nicht zusieht und den staatsapparat dagegen einsetzt.
rude27 sagte am 07. October 2010 - 09:53:
guter trailer aber provokativ gefragt: haben die deutschen "ultras" überhaupt eine (fan)kultur ?
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