Recommended Posts

Fuck Heraldry!
I hald schrieb am 5.11.2025 um 21:58 :

Also die Gruppe war sicher nicht mehr so groß wie vor 20 Jahren, aber dass die jetzt bei uns mitmischen

Das ist keine Geschichte von jetzt. Sondern aus grauer Vorzeit. :D

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tribünenzierde
I hald schrieb am 5.11.2025 um 21:58 :

Die Dankbarkeit ggü SW Bregenz war bei Teilen eurer Szene dann wohl doch nicht so groß. 

Man sollte übrigens den Verein SW Bregenz und die Stadt nicht mit deren Fanszene gleichsetzen. Wie man an der Petition der Fans gesehen hat, hätten diese uns niemals dort spielen lassen. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

  • 2 weeks later...
Bunter Hund im ASB

 

image.jpeg

Simon Sohm, Verena Kögler, Bernd Bösch sowie Mike Urschitz in der vollbesetzten Taverne. Klaus Hartinger

Austria Lustenau vor Veränderungen

[email protected]

Bei den Grün-Weißen in Lustenau stehen neue Rollenverteilungen im Vorstand an. Neben drei neuen Gesichtern gibt es einen prominenten Rückzug aus dem Austria-Vorstand.

[email protected]

Kommenden Mittwoch findet im Glashaus der Sun-Minimeal-Arena die Jahreshauptversammlung von Austria Lustenau statt. Die Grün-Weißen werden sich dann mit einem veränderten Vorstand zur Wahl stellen: Verena Kögler, einstmals beim deutschen Bundesligisten VfL Wolfsburg für das Marketing verantwortlich, soll das Marketing übernehmen, Mike Urschitz den Nachwuchs und Simon Sohm den Bereich Organisation/Prozesse. Diese angedachten Veränderungen präsentierten die Lustenauer am Mittwochabend beim Austria-Klubabend in einer voll besetzten Taverne 1914 im Austria-Dorf. Die Mannschaft war durch Urgestein Pius Grabher vertreten.

Neue Rollenverteilung

Der bisherige Vorstandssprecher Bernd Bösch scheidet aus dem Vorstand aus, bleibt der Austria aber erhalten und wird vor allem die Stadionbelange verantworten. Patrick Grabher fungiert im Bereich Politik/Infrastruktur und Digitalisierung. Patrick ­Schuchter, bislang im Marketing tätig, übernimmt den Finanzbereich von Christoph Wirnsperger und Wirnsperger tritt die Nachfolge von Bernd Bösch als Vorstandssprecher an. Valentin Drexel und Stephan Muxel bleiben weiterhin die Sportvorstände des Grün-Weißen.

In einer Fragerunde waren dann die Fans am Wort. Ein Hauptanliegen dabei war, dass die Privatsphäre der Spieler und Spielerinnen gewährleistet werden müsse, die Altacher Videocausa dürfe sich bei Austria Lustenau nicht wiederholen. Bösch und der designierte Vorstand für den Bereich Nachwuchs Urschitz gingen nicht auf den Fall in Altach ein, da man aus der Ferne keine Kommentierung abgeben wolle, betonten aber, den Schutz der Privatsphäre der Spielerinnen und Spieler mit größter Sorgfalt zu behandeln.

bearbeitet von SCA 1914

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Bunter Hund im ASB
DerFremde schrieb vor 5 Stunden:

Mit dem in den letzten zwei Jahren immer wieder kommunizierten Ziel, "wie St. Pauli sein zu wollen", wird es mit dem Personal aber eher schwierig. :D

 

Zum Glück, war aber eh nur ein theoretische Aussage welche in der Realität nie sein kann.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Tribünenzierde

Das Bregenz Gastspiel hat ein Minus von 152.000 eingbracht. Das war für mich in der zweiten Liga erwartbar. Die Stadionnutzung hat 359.000€ gekostet was ich doch sehr viel für 15 Heimspiele finde. Das sind 24.000 pro Spiel. 

Die WSG zahlt für das Tivoli laut Medienberichten ca, 250.000 pro Saison.

Bernd Bösch hat in den letzten 4 Jahren 3 Stadien (RHS alt/Bregenz/RHS neu) Bundesligatauglich gemacht. Ich schätze das ist Weltrekord.... :D

3.4Mio. hat die Austria in den letzten 3 Jahren Eigenmittel in den Stadionneubau investiert. 

bearbeitet von Die uralte Morla

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Bunter Hund im ASB

Wehmut, Emotionen und große Aufgaben

Neuer Vorstand der Austria Lustenau nun auch offiziell im Amt.

LUSTENAU Zum Ende seiner Amtszeit zeigte sich Vorstandssprecher Bernd Bösch sehr persönlich und emotional. „Ihr“, so seine Worte an die Anwesenden der Hauptversammlung, „ihr habt die Austria zu dem gemacht, was sie ist: Ein absolut liebenswerter Verein.“ Begleitet von ein paar Tränen und tosendem Applaus legte er seine Agenden in die Hände von Christoph Wirnsperger, dessen achtköpfiger Vorstand mit Verena Kögler, Valentin Drexel, Stephan Muxel, Patrick Schuchter, Patrick Grabher, Mike Urschitz und Simon Sohm einstimmig gewählt wurde. Er ging mit dem Bewusstsein, dass der Club in den vergangenen Jahren rund 3,4 Millionen Euro dafür gestemmt hat, um erst das Reichshofstadion bundesligatauglich zu machen, dann in Bregenz tatkräftig mitzufinanzieren und rund um die neue Sun Minimeal Arena investiert zu haben.

FUSSBALL

SC Austria Lustenau
Gewinn- und Verlustrechnung des Wirtschaftsjahr 2024/25 (Juli 2024 bis Juni 2025), die konsolidierten Zahlen für den Verein inklusive der Spielbetriebs-GmbH.

Einnahmen (in Euro)
Gesamt: 4.288.113,19

Wichtigsten Positionen
Eintrittsgelder: 289.887,64
Sponsoring/Werbung: 1.260.554,20
TV-Übertragungsrechte: 334.179,34

Aufwendungen (in Euro)
Gesamt: 4.437.769,09

Wichtigsten Positionen
Material- und bez. Leistungen: 525.038,91
Personalaufwand: 1.924.233,93
Aufwand Spielbetrieb: 686.114,23
Stadionnutzung: 349.000,00

Jahresfehlbetrag nach Steuern: -152.588,35

Apropos Finanzen: der neue Vorstandssprecher unterstrich, die Unterschiede zwischen Bundesliga und 2. Liga. Gut 2,5 Millionen Euro verlor, so Wirnsperger, die Austria durch den Abstieg, zudem wurden um 1,9 Millionen Euro weniger an Investitionen tätigt. „Wir bewegen uns auf einem schmalen Grat“, sagte er. Schloss man doch das Wirtschaftsjahr mit einem Minus von gut 152.000 Euro, wodurch das Eigenkapital auf 13.500 Euro schmolz. Dennoch habe man sich intern für Wachstum entschieden. Dazu zählt das nächste Infrastrukturprojekt, die Realisierung eines neuen Trainingszentrums, in dessen Planungen Patrick Grabher voll eingebunden ist. Wachstum wird auch dank des neuen Stadions, „das uns viele Chancen bietet. Aber es ist auch so, wir brauchen mehr Austria, mehr Sponsoren, mehr Zuschauer.“

Stolz ist man bei der Austria auf den Nachwuchs mit 387 Kindern, darunter 35 Mädchen, und den insgesamt 49 Trainer:innen. VN-CH

FUSSBALL

 

SC Austria Lustenau
Ehrungen
Ehrenmitglied: Kurt Fischer
Vereinsnadel in Gold: Stefan Baldauf, Jochen Bösch
Vereinsnadel in Silber: Stefan Bargetz, Monika Fröwis, Waltraud Sperger

bearbeitet von SCA 1914

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

  • 1 month later...
Bunter Hund im ASB
Zitat

 

Bericht: „Nagel: ‚Von vorne bis hinten war alles falsch‘“

Vor einer Woche würdigte die NEUE die Leistungen von Bernd Bösch während seiner knapp sieben Jahre als Vorstandssprecher bei Austria Lustenau mit dem NEUE-Ehrenpreis. Der ehemalige langjährige Austria-Präsident Hubert Nagel ließ daraufhin die NEUE wissen, dass der Artikel über Böschs Leistungen von vorne bis hinten falsch sei und verlangte eine Richtigstellung. Ansonsten werde er Klage einreichen.

Von Hannes Mayer
[email protected]

Vergangene Woche war an dieser Stelle ein würdiger Austria-Nachruf zu lesen, der Bernd Bösch den NEUE-Ehrenpreis des Jahres 2025 verlieh. Dem langjährigen Ex-Austria-Präsidenten Hubert Nagel gefiel der Artikel überhaupt nicht und beanstandete in einem teils sehr intensiven Telefongespräch vehement die Darstellung, wonach Bernd Bösch mit seiner Reformgruppe im Februar 2019 einen verschuldeten Verein übernehmen habe. Die Verbindlichkeiten hätten 200.000 Euro betragen, von denen zwar die Bundesliga noch jedoch eine Zahlung von 300.000 Euro offen gewesen sei, die im Laufe des Frühjahrs entstand. Also habe man den Verein mit einem Plus von 100.000 Euro übergeben. „Der Verein war pumperlgsund“, so Nagel.

Umbruch. Um Bernd Bösch hat sich 2018 eine Reformgruppe gebildet, die Veränderungen bei der Austria als nötig betrachtete und in Absprache mit Nagel nach der Saison 2018/19 die Verantwortung bei der Austria übernehmen wollte. Alain Baugens vom damaligen Austria-Hauptsponsor Planet Pure ließ wissen, dass einst bei der Unterzeichnung des Sponsorenvertrags nie Veränderung an der Klubspitze vereinbart worden sei. Nagel selbst betonte bei der Vorstellung des Hauptsponsors am 1. Dezember 2017: „Sie haben mir versprochen, einen Nachfolger für mich zu finden, weil ich mittlerweile ziemlich müde bin und froh bin, wenn das Ganze in geordnete Bahnen übergeben werden kann. Da werde ich mich nicht verschließen, sondern ganz im Gegenteil, ganz aktiv daran mitarbeiten.“ Nagel jedenfalls stellte sich bei der Jahreshauptversammlung am 18. Jänner 2019 dann letztlich trotzdem zur Wahl, und das ohne Reformgruppe und das ohne Gegenkandidaten, die Reformgruppe wollte unbedingt einen Kampf um die Abstimmung vermeiden. Nagel betonte bei seiner Wahlrede: „Wenn es andere machen sollen, werde ich das akzeptieren. Die müssen allerdings den gesamten Verein übernehmen und auch Papiere unterschreiben, die schmerzhaft sind.“ Bei der abschließenden erstmals geheim durchgeführten Wahl wurde Nagel mit 119 Stimmen und 107 Gegenstimmen nur ganz knapp wiedergewählt. Nagel nannte die Wahl ab, mit ihm traten auch die Vizepräsidenten Reinhard Bösch und Christian Orter zurück. Damit war die Austria führungslos, die Reformgruppe musste den Verein sofort übernehmen, wichtige finanzielle Aspekte waren aber noch ungeklärt. In einer Stellungnahme vom 30. Jänner 2019 schrieb die Reformgruppe: „Wir sehen uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht in der Lage, den Schuldenrucksack aus dem laufenden Saisonbetrieb zu übernehmen und gleichzeitig die Voraussetzungen für die anstehende Lizenzierung zu schaffen.“ Demnach hatte ein Wirtschaftsprüfer prognostiziert, dass die Austria die Saison mit einem Verlust von 350.000 bis 400.000 Euro abschließen würde. 400.000 Euro abschließen würde. Bernd Bösch kommentierte damals diese Prognose und die Möglichkeiten, den Fehlbetrag zu übernehmen. Die Lizenzanträge mussten bis 5. März abgegeben werden, die Zeit drängte also.

Grenzen schuldenfrei. In der Öffentlichkeit befürchteten viele, dass sich die Grün-Weißen in den Amateurfußball zurückziehen müssten. Bei Radio Vorarlberg sagte Hubert Nagel am 30. Jänner 2019 in der Sendung „Neues bei Neusiedl“ zur finanziellen Lage der Austria: „Ich wäre bereit gewesen, alleine noch einmal da hinzustehen. Jetzt wären sie doch zu fünft, oder sie haben ja noch mehr Sympathisanten, die das zusammenbringen können, ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein großes Problem ist.“ Am Ende bleibt: Wir als NEUE ziehen die in der Vorwoche veröffentlichte Darstellung zurück, wonach Bernd Bösch und seine Reformgruppe im Februar 2019 bei der außerordentlichen Jahreshauptversammlung eine verschuldete Austria übernommen haben. Eine Wirtschaftsprognose, auf die sich Bösch bezog, ist aktuell nicht belegbar. Inwieweit die Austria letztlich schuldenfrei übergeben wurde, ist anhand der vorliegenden Unterlagen nicht abschließend zu klären.

Kritik. Hubert Nagel hatte aber noch viel mehr am NEUE-Artikel über Bösch und dessen Ehrung mit dem Titel „Ihm gelang, was unmöglich schien“ zu kritisieren. Der Artikel sei voller Fehler, von hinten bis vorne falsch. Er verlange eine Richtigstellung, sonst werde er klagen. So hätte Bösch 2019 ja die Möglichkeit gehabt, Rönnvaldo für viel Geld zu verkaufen, dann wäre finanziell alles kein Problem gewesen. Aber die neue Führung sei sich laut Nagel dafür zu fein gewesen. „Lieber hat man Rönnvaldo ein Jahr später verschenkt. War das etwa schlau?“

Rückblick: Nach Austrias ÖFB-Cup-Finale 2019 scheiterten mehrere Dinge im Umfeld; Nagel kritisierte die Darstellung und verwies auf frühere Personal- und Transferentscheidungen. ÖFB-Cup-Finale. Nagel ließ im Telefongespräch mit der NEUE auch nicht gelten, dass Lustenau aus dem Finaleinzug 2020 ein Verdienst und eine Begründung für die Ehrung von Bernd Bösch sei.

Stadion. Auch überhaupt nicht einverstanden zeigte sich Nagel im Gespräch mit der NEUE damit, wonach es Bösch und dessen Vorstandsteam gewesen seien, die den Stadionbau in Lustenau verwirklicht hätten. „So ein Blödsinn. Der Bau wurde 2017 von der Gemeinde beschlossen, es wurde auch ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben und im Frühjahr 2018 das Siegerprojekt vorgestellt.“ Die Klage wurde letztinstanzlich im Oktober 2019 abgewiesen. Später reichte die Anrainerin einen weiteren Einspruch ein, den sie erst im November 2022 nach intensiven Gesprächen zurückzog. Eine Mehrheit im 27. Juni 2019 beschließt die Gemeindevertretung der Marktgemeinde Lustenau den Generalplanungsvertrag und die Freigabe des Siegerprojekts des Architektenwettbewerbs unter Voraussetzung der Finanzierungsbeteiligung des Landes Vorarlberg von 50 Prozent. Herbst 2020: Landeshauptmann Markus Wallner und die Sportlandesrätin Martina Rüscher zeigen weithin Bereitschaft zur Förderung des Lustenauer Stadionneubaus, doch ohne konkrete finanzielle Zusage. Die Förderung wird schließlich erst über ein Jahr später, am 14. Dezember 2021, in einer Regierungssitzung der Vorarlberger Landesregierung beschlossen. Februar 2022: Die Bauverhandlung für all den Stadionneubau findet im Reichshofstadion statt. Am 30. Juni 2022 beschließen die Lustenauer Gemeindepläne die Vergabe der Planungsleistungen mit einem Auftragsvolumen von 1,4 Millionen Euro. Ende November 2022 stellt das Landesverwaltungsgericht Vorarlberg den rechtskräftigen Baubescheid aus. Am 15. Juni 2023 stimmt die Bregenzer Stadtvertretung der Adaptierung des Immo-Agentur-Stadions für 1,7 Millionen Euro zu, die nötig war, damit das Stadion Bundesliga tauglichkeit erlangt und die Austria während des Lustenauer Stadionbaus nach Bregenz ausweichen kann. Am 13. November 2023 beginnt die Abbrucharbeiten beim alten Reichshofstadion, die Spatenstich zum Neubau erfolgt am 4. Dezember 2023. Am 8. April 2025 findet der Spatenstich für den Bau des neuen Austria-Centers statt. Die nunmehrige Sun-Minial-Arena wird am 19. Juli 2025 eröffnet. Ehrung bleibt. Die NEUE lebt stets so dabei: Bernd Bösch hat sich als Erneuerer bei Austria Lustenau den NEUE-Ehrenpreis verdient.


Kommentar: „Hubert Nagel wollte es leider so“

von Hannes Mayer

Hubert Nagel hat so viel für Austria Lustenau geleistet. Er führte die Grün-Weißen in den Profifußball und schließlich in die Bundesliga, die Austria war österreichweit eine Marke. Doch so geweift Nagels Ideen waren, nach dem verpassten Aufstieg 2013 und Altachs Bundesliga-Aufstieg 2014 schlich sich nach und nach Stillstand bei den Grün-Weißen ein. Es folgte triste Spielzeiten. Nagel verlor nach fast 30 Jahren das Gespür für die Veränderungen im Fußball, was normal ist: Alles und jeder hat seine Zeit, neue Generationen haben neue Ideen. Lustenau strukturierte und verjüngte sich am Ende entschied immer wieder Hubert Nagel. Nagel vergab es in jeder Phase, den Verein in neue Hände zu geben.

Er verlor auch das Gespür für die Stimmung im Verein. Über Jahre hinweg nahm er die Vorwürfe mit den Worten an: „Das ist eine Zeiterscheinung, das ist die neue Generation.“ Doch er übersah, dass es sich um mehr als nur um Generationen handelt. Als Austria-Boss verkannte er dabei, dass sich immer weniger über sein Bleiben freuten.

Nun stimmt es schon, es traten zahlreiche Kandidaten an, Nagels Nachfolge anzutreten. Doch es kam im Winter 2018/19 so weit, dass Bernd Bösch mit seiner Reformgruppe in Absprache mit Nagel eine neue Austria aufbauen wollten, tatsächlich der damals 67-Jährige stellte sich erneut zur Wahl – und unterschätzte ein letztes Mal den Erneuerungswillen der Basis. Wahrscheinlich, weil er sich zu sehr in einer Echokammer mit vielen alten Wegbegleitern bewegte, und in dieser Blase die Meinung vorherrschte, dass es ohne ihn nicht ginge bei der Austria. Wobei es vielleicht auch unangenehm war, Nagel wurde nur knapp wiedergewählt, dass er tief gekränkt abtrat. Diesen unwürdigen Abschied hatte er sich selbst eingebrockt. Der Langzeitpräsident hatte sich verdient, mit minutenlangem, stehendem Applaus aus dem Amt verabschiedet zu werden und sogleich als Ehrenpräsident ernannt zu werden. Dafür hätte er aber loslassen müssen. Das hat er offensichtlich bis heute nicht gelernt.

Sein jetzige Beschwerde über den Artikel zur Vergabe des NEUE-Ehrenpreises an Bernd Bösch samt Klagenandrohung lässt kaum einen anderen Schluss zu: Hätte Nagel bestanden, dass nur eine Wirtschaftsprognose, nicht aber der Kontostand zum Zeitpunkt seines Abschieds negativ war, wäre das ja noch nachvollziehbar gewesen; obwohl er nach seinem Abgang selbst davon sprach, die Austria nur unter Bedingungen schuldenfrei zu übergeben. Aber Bösch und dessen Vorstandsteam praktisch alle Leistungen abzusprechen ist kein nobler Zug. Nagel hat sich damit keinen Gefallen getan, seiner einstmals so geliebten Austria sowieso nicht. Schulen-Thematik hin oder her, das alles ist so lange her, eine Korrektur hätte man schon viel eleganter mit einem launigen Interview lösen können.

So bleibt der Eindruck, dass der späte Hubert Nagel eigene Befindlichkeiten teils über das Wohl seiner Austria stellte und sich selbst viel mehr als es eine objektive Formulierung könnte: Er macht es sich immer schwerer, sich an die guten Zeiten mit ihm zu erinnern. Mich macht das alles betroffen, diese Berichterstattung hat Hubert Nagel eigentlich nicht verdient. Aber es ist nicht anders.

 

Finanzen:
Man sollte zudem erwähnen, dass die Kosten für das laufende Jahr bereits im Dezember nicht vollständig gedeckt waren. Die noch ausstehenden Einnahmen können daher nur bedingt helfen, da Gelder aus Sponsoring und Saisonkarten bereits im Vorfeld ausgegeben wurden. Allein die Gehaltszahlungen für ein Frühjahr beliefen sich auf rund 600.000 bis 700.000 Euro.

Die Aussage, der Verein sei schuldenfrei übergeben worden, ist daher entweder ein schlechter Witz oder eine völlig falsche Wahrnehmung der damaligen Situation. Genau diese Verkennung der finanziellen Realität hat den Verein letztlich dorthin geführt, wo er stand: ohne Perspektive und nahe am Bankrott.

Damit beschädigt er sein eigenes Lebenswerk immer mehr. Hubert hat den Verein dorthin geführt, wo er heute steht – dafür gebührt ihm Anerkennung. Gleichzeitig trägt er aber auch eine wesentliche Mitverantwortung dafür, dass wir heute nicht dort stehen, wo Altach steht. Am Anfang haben wir durch ihn sehr viel gewonnen, doch wir haben auch viele Jahre verloren, die wir jetzt mühsam aufholen müssen.

Hubert kann diesen Preis an sich vielleicht kritisieren, aber sicher nicht Bernd Bösch, der stets versucht hat, auf Hubert zuzugehen. Wer heute noch versucht, persönliche Abrechnungen öffentlich auszutragen, schadet nicht den Betroffenen, sondern letztlich sich selbst und dem Verein. 

bearbeitet von SCA 1914

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

  • 4 weeks later...
Postet viiiel zu viel
SCA 1914 schrieb vor 2 Stunden:

Muss sagen, der Hersteller sagt mir nicht wirklich etwas. Aber in Europa produziert ist schon mal viel Wert, da gibt es nicht mehr allzuviele. Und die Dressen Designs die ich auf die Schnelle gefunden habe, schauen auch ganz ansprechend aus.

bearbeitet von nAUTilus

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Bunter Hund im ASB
nAUTilus schrieb am 9.2.2026 um 15:37 :

Muss sagen, der Hersteller sagt mir nicht wirklich etwas. Aber in Europa produziert ist schon mal viel Wert, da gibt es nicht mehr allzuviele. Und die Dressen Designs die ich auf die Schnelle gefunden habe, schauen auch ganz ansprechend aus.

Auf viele Produkte trifft sogar „Made in Italy“ zu – das hoffe ich natürlich auch für unsere. Die Designlinie der Standardprodukte ist schon richtig cool. Ich gehe aber davon aus, dass wir – wie bei Uhlsport – ein Trikot bekommen, das nach unseren eigenen Vorstellungen gestaltet wird. Schließlich möchte man sich stetig verbessern und nicht verschlechtern. 😄

bearbeitet von SCA 1914

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

  • 3 weeks later...
Bunter Hund im ASB

Mader: „Mentalitätssiege sind Gold wert fürs Team“

28.02.2026 • 23:08 

Interview. Austria Lustenau ist voll im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga. Im Interview spricht Austria-Trainer Markus Mader (57) über Lustenaus Aufstiegschancen, späte Siegtore und die Rolle von Pius Grabher.

Inwieweit überrascht es Sie, dass die Austria tatsächlich im Aufstiegsrennen ist?
Markus Mader:
 Lassen Sie es mich so sagen, es war nicht zwangsläufig zu erwarten, dass wir so eine gute Rolle spielen – wir haben ja in der letzten Saison bis zum Schluss gegen den Abstieg gekämpft. Aber unser Tabellenplatz ist erklärbar. Es gibt dafür Gründe auf dem Rasen und abseits Rasens, über die abseits des Rasens sollen andere sprechen, das gebührt nicht mir, die liegen nicht in meiner Verantwortung.

Kurzer Einschub: Sie meinen damit unter anderem das neue Stadion?
Mader:
 So ist es, das Stadion hat natürlich eine große Euphorie in und um den Verein entfacht. Diese Euphorie hat mit Sicherheit ihren Teil dazu beigetragen, dass wir recht gut in die Saison gestartet sind. Im Laufe der Herbstrunde wurde es dann immer offensichtlicher, dass wir mit den Top-Mannschaften mithalten können. Wir haben gute Performances abgeliefert und in manchen Partien auch das nötige Spielglück gehabt, das darf man nicht unterschlagen, aber das gehört dazu. In wahrscheinlich jeder Liga gewinnen die Top-Teams auch mal Spiele, in denen sie nicht unbedingt besser waren. Solche Siege brauchst du in der österreichischen zweiten Liga genauso wie in Deutschland, England, Italien oder Spanien, um vorne dabei zu sein. Ein weiterer Knackpunkt sind die Standards: Wir haben bei den ruhenden Bällen eine beachtliche Stärke entwickelt und einige Partien durch Standards entschieden. Auch das ist ein Merkmal von Spitzenmannschaften einer jeden Liga, denn aus dem Spiel heraus wird es immer schwieriger, Tore zu erzielen. Mit den Siegen haben wir immer mehr Selbstvertrauen entwickelt, dann kam die Niederlagenserie von St. Pölten dazu, die ja schon zwölf Punkte weg waren. Und auch der Ligaausstieg von Stripfing hat uns in die Karten gespielt. So bitter es für die Liga war, uns hat der Ausstieg von Stripfing zwei Punkte näher an die Tabellenspitze herangebracht: Weil wir im Gegensatz zu St. Pölten, Admira Wacker oder Amstetten nur Unentschieden gegen Stripfing gespielt haben. Es ist also schon sehr viel für uns gelaufen im Herbst, das ist allen bei uns klar. Aber nichtsdes­totrotz haben wir uns die Ausgangsposition hart erarbeitet, dass im Frühjahr alles möglich ist für uns.

Den 2:1-Heimsieg zum Frühjahrsauftakt gegen Kapfenberg kann man aus zwei Perspektiven betrachten: Wer solche Spiele gewinnt, steigt auf, es gibt auch den Blickwinkel: Wer so spielt, wird am Ende nichts mit dem Aufstieg zu tun haben. Welche Warte nehmen Sie ein?
Mader:
 Beide Meinungen haben ihre Berechtigung. Wir sind schon ehrlich zu uns und wissen, dass das kein perfektes Spiel von uns war. Aber ich verrate Ihnen was: Bei der großen Besprechung vor Saisonbeginn habe ich zu meiner Mannschaft gesagt: Von uns erwartet niemand Perfektion, zumindest nicht vereinsintern. Aber es werden Siege von uns erwartet, wir müssen erfolgreich sein. Ob bei den Siegen auch mal eine schlechtere Leistung dabei war oder nicht, interessiert zwei Tage später nur noch die wenigsten. Wer kritisieren will, findet immer was – und das soll auch so sein, wir verschließen uns dem nicht. Es ist nur für die Entwicklung einer Mannschaft wahrscheinlich wertvoller, den ein oder anderen dreckigen Sieg einzufahren, als an einem Sahnetag, an dem wirklich alles aufgeht, den Gegner vom Platz zu schießen. Klar tut sowas gut, den Spielern wie den Fans. Aber eine Mannschaft nimmt aus dreckigen Siegen etwas sehr Essentielles mit: Nämlich, dass man die Qualität und die Mentalität hat, auch die Spiele zu gewinnen, in denen man nicht die bes­te Leistung abruft. Späte Siege wie der gegen Kapfenberg sind Gold wert für das Selbstvertrauen einer Mannschaft. Sie geben den Spielern eine Ruhe. Hat man dagegen die Erfahrung gemacht, dass man nur gewinnt, wenn alle Rädchen ineinandergreifen, dann greift in einer Mannschaft eine gewisse Nervosität um sich, wenn mal nicht alles wie am Schnürchen läuft. Und meine Erfahrung ist: Selbst in einer Top-Saison lassen sich Galaauftritte nicht auf Knopfdruck wiederholen. Aber klar hat die Sichtweise eine Berechtigung, dass solche Mentalitätssiege wie gegen Kapfenberg nicht endlos reproduzierbar sind und sowas auf Dauer nicht gutgehen kann. Nur, es ist ja nicht so, als ob wir uns vor einem Spiel sagen: Heute lassen wir es draufankommen, die guten Aktionen heben wir uns für das nächste Spiel auf. Es steht einfach auch noch ein Gegner auf dem Platz, der einem das Leben schwer macht.

Was die perfekte Überleitung zu meiner nächsten Frage ist: Kann man in dieser harten, ausgeglichen 2. Liga überhaupt schönen Fußball spielen – und würde dieser schöne Fußball überhaupt zum Ziel führen?
Mader:
 Endlich spricht das mal wer an. Die 2. Liga ist knüppelhart. Alle Mannschaften sind körperlich auf einem hohen Niveau, dementsprechend geht es in jedem Spiel zur Sache. Es arbeiten mittlerweile viele sehr gute Trainer in der 2. Liga, die taktisch enorm gut geschult sind. Ein Spieler hat mal beim Camp der arbeitslosen Spieler zu mir gesagt: Wer in der 2. Liga das Spiel machen will, der verliert. So pauschal gefällt mir diese Aussage nicht. Wir möchten das Gegenbeispiel erbringen, wir wollen natürlich am liebsten attraktiven Fußball zeigen. Aber unterm Strich zählt das Ergebnis. Wenn du Hurrafußball spielst und am Ende ausgekontert wirst, dann hat das Spiel zwar den Zuschauern Spaß gemacht, aber die Punkte nimmt wahrscheinlich der Gegner mit. Wem hilft das? Niemanden bei uns. Denn das lassen viele immer wieder außer Acht: Der Gegner steht oft sehr kompakt und sehr tief, hat vorne schnelle Spieler, die sie mit geradlinigem Umschaltfußball steil schicken wollen. Gegen solche Gegner kannst du natürlich alles nach vorne werfen, aber das ist dann Harakiri. Außerdem muss man schon auch wissen, was machbar ist und was nicht. Wir wissen, dass wir solche Gegner nicht jedes Wochenende an die Wand spielen können, es sind ja immer noch viele Spieler bei uns dabei, die in der Vorsaison bei uns in den Abstiegskampf involviert waren. Man kann nicht erwarten, dass diese Spieler ein halbes Jahr später die Liga mit Kombinationsfußball dominieren. Nein, wir wissen, wo wir herkommen: Wir müssen um jedes Tor, um jeden Punkt fighten. Diesen Kampf nehmen wir an – und darauf bin ich stolz.

Beim nicht gegebenen Ausgleichstor von Kapfenberg in der 94. Minute hatte die Austria Glück.
Mader:
 Wir haben uns die Szene natürlich mehrfach angeschaut, die Kameraperspektive verzerrt etwas, aber das war wahrscheinlich kein Abseits, da hatten wir wirklich das Glück auf unserer Seite. Davor hatten wir aber Pech. Ob das vor unserem nicht gegebenen Tor zum 2:0 wirklich ein Foul war, wenn unser kleinster Spieler gegen einen großen Innenverteidiger Kapfenbergs seinen Körper dagegen stellt, kann man so oder so sehen. Schluss­endlich gleicht sich im Laufe der Saison eigentlich immer alles aus.

Dass Pius Grabher in seinem 300. Spiel für die Austria das Spiel mit einem Traumtor entscheidet, gibt dem Spiel natürlich auch eine besondere Note.
Mader:
 Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.

Trotzdem steht Grabher eigentlich permanent in der Fan-Kritik. Welche Rolle nimmt Pius Grabher in Ihrem System ein?
Mader:
 Pius ist das Herzstück unserer Mannschaft, er ist, gerade auch was das Ingame-Coaching anbelangt, extrem wichtig: Er ist nämlich der verlängerte Arm von mir und unserem Trainerteam. Pius hat so viele Aufgaben auf dem Spielfeld, das kommt bei der Betrachtung viel zu kurz. Ich kenne die Stimmen natürlich, die sagen, dass Pius unser Spiel verschleppt. Und klar, man wird wie bei jedem Spieler auch mal eine Szene finden, in der er sich anders verhalten hätte können. Aber eine der Aufgaben von Pius ist es, Kontrolle in unser Spiel zu bringen. Er ist der Taktgeber, er kann nicht jeden Ball tief spielen, dann wird es nämlich irgendwann vogelwild, ganz abgesehen davon, dass du nicht 90 Minuten immer nur die Tiefe suchen darfst. Es gibt auch Phasen in einem Spiel, da muss eine Mannschaft Luft holen – und Pius hat mein Vertrauen, dass er weiß, wann wir welches Tempo im Spiel anschlagen können. Du kannst die Offensivspieler nicht in einen Sprint nach dem anderen schicken, du musst das in den richtigen Situationen versuchen. Außerdem, und da bin ich dann wieder dabei, dass auch ein Gegner auf dem Platz steht, hat Pius auch die Gabe, zu spüren, in welcher Verfassung sich gerade die Gegenspieler befinden. Ist der Gegner gerade im Aufwind, kann ein missglückter Tiefenball in einer gefährlichen Situation für uns enden. Pius gibt uns viel Balance, meiner Meinung nach wird das viel zu wenig geschätzt. Manchmal habe ich das Gefühl, der ein oder andere Fan glaubt, wir seien trotz Pius im Aufstiegskampf. Das Gegenteil ist der Fall: Er ist einer der Gründe, warum wir ganz vorne mitspielen.

Das Verwunderliche ist ja, dass sich diese teils fast schon unversöhnliche Kritik an einen echten Lustenauer richtet: Ist das so ein bisschen die alte Story des Propheten im eigenen Land, der nichts gilt?
Mader:
 Vielleicht, das ist auf jeden Fall schon auch so ein Aspekt, den ich sehr schade finde an der Wahrnehmung mancher Fans. Eigentlich sollten alle stolz darauf sein, dass ein Lustenauer so eine Karriere hingelegt hat wie Pius, der Mann kommt auf über 300 Profispiele, er war ja auch in Ried. Pius war ein Schlüsselspieler bei unserem Aufstieg 2022 und das ist er jetzt wieder. Außenstehende wissen einfach nicht, was für einen Auftrag er hat, und dieser Auftrag ist natürlich auch nicht in jedem Spiel der gleiche. Kommendes Wochenende ist Pius gegen die Vienna gesperrt. Ich bin schon sehr gespannt, was das für Auswirkungen hat, vor allem, wie sich die Mannschaft auf dem Platz selbst coacht. Dieses Eigencoaching ist wichtig. Du kannst einfach von außen als Trainer nicht alles erkennen, du brauchst auch darum Führungsspieler, die auf dem Platz die Verantwortung für das Spiel der gesamten Mannschaft übernehmen. Solche Spieler sind rar in einer Mannschaft. Das bedeutet, wir werden da gegen die Vienna Lösungen finden müssen.

Wie zufrieden sind Sie bislang mit Winter-Neuzugang Asumah Abubakar?
Mader:
 Ich bin sehr zufrieden. Er hat sich sehr gut eingefügt und passt sowohl als Mensch als auch als Spielertyp ideal zur Mannschaft. Nach dem Kapfenberg-Spiel ist er auf mich zugekommen und meinte, er hätte die Körperlichkeit der Liga unterschätzt. Aber jetzt weiß er, was auf ihn zukommt. An ihm werden wir noch viel Freude haben.

Sie haben bei seiner Vorstellung während des Kurztrainingslagers im Bregenzerwald gesagt, dass Sie im Frühjahr das System umstellen. Aber da geht es bei einigen Spielern um ein paar Meter.
Mader:
 So ist es. Realtaktisch unterscheidet sich die Formation auf dem Feld immer von dem, was du auf dem Reißbrett aufzeichnest: Ein 4-2-3-1 wird mal zum 4-4-2 oder zum 4-2-4, das hängt immer von der Spielsituation ab. Ich bin sowieso keiner, der sich an einem System aufhängt. Wir haben einen klaren Plan, wie unser Fußball aussehen soll, aber der hängt nicht von einer Systemfrage ab. Unsere Grundformation hat sich durch die Verpflichtung von Abubakar verändert, da geht es jedoch um Nuancen, so, wie Sie es richtig gesagt haben: Bei einigen Spielern verändert sich die Grundpositionierung um ein paar Meter.

Gibt es aktuell eine internationale Mannschaft, deren Fußball Sie begeistert, und versuchen Sie, gewisse Elemente zu übernehmen?
Mader:
 Mich beeindruckt, mit welchem Tempo gewisse Mannschaften umschalten. Die stehen hinten kompakt, arbeiten diszipliniert gegen den Ball und bringen dann mit dem Ball eine enorme Dynamik ins Spiel. Solche Beispiele gibt es aber nicht nur im Großen in der Champions League, sondern auch bei uns in der Liga: Unser nächster Gegner, die Vienna, hat diesen Spielstil sehr gut verinnerlicht und praktiziert das auf diesem Niveau fast schon perfekt. So will ich das auch sehen: Alle müssen gegen den Ball arbeiten und nach einem Ballverlust wieder mit nach hinten.

Hilft es einem als Trainer, dass ein Spieler wie Harry Kane genau das macht: In offenen Spielszenen am eigenen Strafraum zu verteidigen und zu grätschten – und überall auf dem Platz zu arbeiten?
Mader:
 Natürlich hilft das. Wenn sich ein Kaliber wie Harry Kane nicht zu schade ist, leidenschaftlich gegen den Ball zu arbeiten, dann muss ich das natürlich auch von jedem Spieler bei uns einfordern können. Wobei ich da gar nicht mal einzelne Spieler als Vorbild hernehme, sondern das Kollektivverhalten gewisser Teams: Wie Atletico Madrid oder zuletzt ManUtd beim Auswärtssieg gegen Arsenal.

Kommt die Spielpause an diesem Wochenende zur rechten Zeit oder doch eher ungelegen: In dieser Runde hätte die Austria gegen Stripfing gespielt.
Mader:
 Tabellarisch hat es uns nicht geholfen, aber im Verlauf des Frühjahrs werden auch die anderen Topteams ein spielfreies Wochenende haben und dann zuschauen müssen, wie die Konkurrenz punktet. So ein spielfreies Wochenende hat ein Dafür und Dawider. Du kannst einen Zwei-Wochen-Trainingsplan umsetzen, allerdings fehlt dir der Spielrhythmus. Darum war das Testspiel vom Donnerstag gegen Hohenems so wichtig. Wir sind dem VfB Hohenems sehr dankbar, dass sie unsere Testspielanfrage angenommen haben, es war ein guter Test gegen ein gutes Team. Grundsätzlich bin ich ganz froh, dass wir unser spielfreies Wochenende damit hinter uns haben, in der heißen Saisonphase könnte das echt ein Nachteil sein, wenn man aus dem Spielrhythmus gerät. Dadurch, dass unser spielfreies Wochenende so dicht an der Winterpause lag, konnten wir das auch bei unseren Vorbereitungsplänen auf das Frühjahr mitberücksichtigen.

Kann das neue Stadion zum Faktor werden im so engen Aufstiegskampf?
Mader:
 Davon bin ich überzeugt. Die Stimmung in den Heimspielen trägt uns, wobei man nicht unterschätzen darf, dass die tolle Stadionatmosphäre auch die Gegner anstachelt. Kapfenberg bestreitet in der Saison vermutlich genau ein Mal ein Spiel bei so einem fesselnden Ambiente: in Lustenau. Das pusht natürlich auch den Gegner. Aber wir ziehen natürlich schon sehr viel Kraft daraus, dass wir uns so sehr auf die Unterstützung unserer Fans verlassen können, dass wir von der 1. bis zur 97. Minute angepeitscht werden. Es kommt nicht von ungefähr, dass wir so viele späte Tore machen. Die Unterstützung der Fans gibt uns die zweite und dritte Luft und ist auch ein Grund dafür, warum wir immer an uns glauben.

Sind Sie ein Trainer, der den Spielplan in Abschnitte unterteilt und sagt: Aus den nächsten fünf Spielen müssen wir zehn Punkte holen?
Mader:
 Nein, die Liga ist so eng, dass du nur von Spiel zu Spiel schauen kannst. Ich sagte vor dem Frühjahrsauftakt, dass zwölf Endspiele auf uns warten, jetzt sind es noch elf. Kein Spiel ist weniger wichtig. Es reicht nicht, die Spiele gegen die direkten Konkurrenten zu gewinnen, wenn du in den anderen Partien zu viel liegen lässt. So platt es klingt: Das nächste Spiel ist immer das Wichtigste. Jetzt zählt nur die Partie gegen die Vienna.

Bleibt zum Ende des Gesprächs noch die zugegeben schwierig zu beantwortende Frage: Wie gut sind die Chancen der Austria auf den Aufstieg?
Mader:
 Wenn ich sagen würde, die Chancen stehen gut, wäre ich ein Sprücheklopfer, sage ich, dass der Weg weit ist, wäre das manchen zu defensiv. Der Aufstieg ist möglich – und davon sind wir alle bei der Austria überzeugt. Mich freut es, dass wir allen bei der Austria, angefangen von den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle, den Verantwortlichen, den Fans und den vielen Helfern, die Hoffnung geben können, dass wir tatsächlich innerhalb von vier Jahren ein zweites Mal aufsteigen. Alle im Verein stehen hinter uns, alle tun ihr Bestmögliches, dass wir in die Bundesliga zurückkehren. Mehr geht nicht. Natürlich wäre es sportlich ein Traum, wenn wir aufsteigen, aber mich würde dabei auch was ganz anderes glücklich machen: Dass wir mit einem Aufstieg den vielen Menschen etwas zurückgeben könnten, die so viel Zeit und Leidenschaft für den Verein investieren. Wenn ich sehe, wie viele Menschen Tag für Tag oder Heimspiel-Wochenende für Heimspiel-Wochenende ehrenamtlich dabei helfen, dass wir den Spielbetrieb stemmen können – dann macht mich das stolz, bei Austria Lustenau zu sein und ist auch eine Verpflichtung, im Rahmen natürlich des Erlaubten alles Menschenmögliche für den Erfolg zu tun. Wir können bei der Austria auf unsere ehrenamtlichen Helfer bauen, da wird so viel Manpower und Frauenpower investiert, mich macht das sprachlos. Und wie ich es zu Beginn des Gesprächs schon angedeutet habe: Unsere Chancen im Aufstiegsrennen beruhen natürlich auch auf den vielen richtigen Entscheidungen, die auf der Geschäftsstelle von den Verantwortlichen getroffen wurden, sei es vom Sportdirektor oder vom Vorstand.

Eine letzte Nachfrage dazu noch: Was hat sich mit dem Rücktritt von Bernd Bösch als Vorstandssprecher verändert?
Mader:
 Gar nichts. Bernd ist seit Samstag offiziell Pensionist, aber er ist nach wie vor täglich am Stadiongelände und packt an, wo er gebraucht wird. Bernd ist durch und durch Austrianer, seine Einsatzbereitschaft macht er nicht von einem Amt abhängig, er liebt und lebt für diesen Verein. Er hat ein großes Austria-Herz und ist damit ein Vorbild für alle.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Your previous content has been restored.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.



  • Jetzt 100€ Wett-Credits sichern

  • Partnerlinks

  • Unsere Sponsoren und Partnerseiten

  • Wer ist Online