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Perez zurückgetreten!

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Martin folgt Perez

Florentino Perez ist am Montagabend als Präsident von Real Madrid zurückgetreten.

"Ich habe mich entschieden, ein dringendes Meeting einzuberufen, weil ich glaube, dass der Klub einen Wechsel in der Führung braucht. Daher habe ich mich entschlossen, als Präsident von Real Madrid zurückzutreten", erklärte Perez, dessen Ansuchen vom Klub akzeptiert wurde.

Der 58-jährige Baulöwe war im Jahr 2000 zum Klubpräsident gewählt worden und erhielt bei seiner Wiederwahl im Juli 2004 erneut eine große Mehrheit der Stimmen.

Die Amtsgeschäfte bei dem Traditionsverein übernimmt Fernando Martin, der sechs Jahre unter Perez Vizepräsident war. Er wurde einstimmig gewählt.

"Dicke Luft" unter den Spielern

Schon vor dem Rücktritt des Präsidenten waren beim spanischen Rekordmeister wieder einmal persönliche Differenzen zum Vorschein gekommen.

Ronaldo und Raul sind weiterhin nicht gut aufeinander zu sprechen, und Verteidiger Sergio Ramos kritisierte nach dem 1:2 am Sonntag auf Mallorca das mangelnde Zusammengehörigkeitsgefühl im Lager der "Königlichen".

Kein Torjubel bei den Teamkollegen

Ramos hatte Real gegen den Abstiegskandidaten 1:0 in Führung gebracht, was bei seinen Kollegen aber keine allzu große Freude auslöste.

"Ich habe ein Tor geschossen, und es hat so ausgeschaut, als ob es Mallorca geschossen hätte. Wenn Barcelona oder Atletico ein Tor schießen, jubeln sie alle zusammen. Sie treten mannschaftlich geschlossener auf, und das macht ein Team stärker", sagte der 19-Jährige, dessen Mannschaft als Tabellendritter bereits zehn Punkte hinter Spitzenreiter Barcelona liegt.

Unterdessen reagierte Ronaldo schroff auf die Kritik von Raul an seinen unmittelbar vor dem Champions-League-Match gegen Arsenal (0:1) geäußerten Abwanderungsgelüsten. "Was er gesagt hat, macht die Situation noch schlimmer", ärgerte sich der brasilianische Weltmeister.

sport.orf.at

Wirklich eine Hammermeldung, anders kann man es nicht beschreiben. Hätte eher mit einem erneuten Trainerwechsel gerchnet, als mit einem Rücktritt von Perez. :eek:

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Ein Stöpsel zieht sich selbst

Präsident Florentino Perez verlässt Real Madrid - und erklärt sein Projekt für grandios gescheitert.

Die Ära des ehrgeizigsten aller Fußballpräsidenten endete an einem feuchten, kalten Abend auf der Insel Mallorca, aber das wusste in diesem Moment nur er selbst.

Florentino Perez saß am Sonntag im Stadion San Moix, über der Ehrentribüne fiel Schneeregen, und auf dem Rasen erlebte Real Madrid einen weiteren Reinfall. 1:2 verlor die teuerste Mannschaft des Planeten in Spaniens Liga bei Abstiegskandidat Real Mallorca, der sich dafür nicht einmal außergewöhnlich anzustrengen brauchte.

Beckham, Zidane, Ronaldo, Robinho, Roberto Carlos, all die hoch bezahlten Berühmtheiten, hatten mal wieder einen schlechten Tag erwischt, selbst der sonst so zuverlässige Torwart Iker Casillas griff daneben.

Mit unbewegter Miene

Perez sah sich dieses Trauerspiel mit wie üblich unbewegter Mine an, dahinter reifte ein revolutionärer Entschluss. 24 Stunden später gab er ihn bekannt. Sein eigentümliches Projekt ist vorbei.

Im dunklen Anzug erschien der Patron am Montagabend zur außerordentlichen Präsidiumssitzung im Stadion Santiago Bernabeu.

Normalerweise wird bei solchen eilig einberufenen Krisenversammlungen der Trainer gefeuert – viermal ist das in Perez’ fast sechs Jahren beim königlichsten Klub passiert, einer flüchtete freiwillig. Nun ging der Chef selbst.

„Nachdem die Trainer gewechselt wurden, ist die einzige Möglichkeit, den Präsidenten zu wechseln“, verkündete der bedeutendste Baulöwe des Landes bei der folgenden Pressekonferenz live im Staatsfernsehen – die verblüffende Nachricht hatte das übrige Weltgeschehen schnell verdrängt.

Wahnwitzige Ausgaben

Nachfolger bis zu den Wahlen 2008 wird der bisherige Stellvertreter Fernando Martin, 59-jähriger Immobilienhai. Man brauche einen sportlichen Impuls, sprach Perez, noch 58, „ich bin ein Stöpsel, der herausgezogen werden musste“, und so öffnet sich jetzt ein Ventil, das unter Hochdruck stand.

Zum einen gärt in dem Kessel ein erstaunliches Geschäft. Der Unternehmer übernahm Real Madrid von seinem Vorgänger Lorenzo Sanz im Sommer 2000 mit 250 Millionen Euro Schulden und hinterlässt den angeblich reichsten Verein der Erde, sofern man das angesichts seiner wahnwitzigen Ausgaben glauben darf.

Perez veräußerte das Trainingsgelände in einem politischen Deal für eine halbe Milliarde an Stadt und Region und baute ein neues. Der Gewinn aus der vergangenen Saison betrug offiziell 276 Millionen Euro, der Etat für diese 320 Millionen Euro, Manchester United fiel in dieser Rangliste auf Platz zwei zurück.

45 Prozent der Einnahmen stammen dem Vernehmen nach aus dem Marketing – das weiße Heiligtum wurde zum modernen Konzern und bunten Showbetrieb, die Werbetourneen im Urlaub führten noch nach Peking und Bangkok, während andere schon trainierten.

Jedes Jahr holte Perez für viel Geld einen Star der Branche, erst Luis Figo, dann Zinedine Zidane, Ronaldo, David Beckham, Michael Owen, Robinho, während der anfangs so geförderte Nachwuchs verblasste.

422 Millionen Euro - für sechs Spieler

Zusammen kosteten die Herrschaften 422 Millionen Euro und verdienen jeweils sechs Millionen Euro netto Grundgehalt.

Doch einen Titel, und das ist das andere, hat der einst erfolgreichste Klub seit drei Jahren nicht mehr erbeutet, das Modell ist grandios gescheitert.

Der Bruch kam mit dem Rauswurf des treuen Trainers Vicente del Bosque, mit dem zweimal die Meisterschaft gewonnen worden war und 2002 die Champions League.

Die Übungsleiter Carlos Queiroz, Jose Antonio Camacho, Mariano Garcia Remon und Wanderley Luxemburgo gewannen seit 2003 nichts mehr, und auch beim aktuellen Nothelfer Juan Ramon Lopez Caro sieht es schlecht aus.

Verzogene Kinder

Ausgeschieden im Pokal, 0:1 im Europacup-Hinspiel gegen Arsenal London, zehn Punkte Rückstand auf den FC Barcelona in der Meisterschaft – Barça ist Madrid enteilt, zu Beginn von Perez’ Kapriolen war es umgekehrt.

Die Wende nach unten kam auch mit der Verpflichtung des englischen Dressman Beckham. Der Brite kickt immer noch konstanter als die meisten seiner launischen Kollegen, obwohl er sich intensiv seinen PR-Terminen, Klamotten und Frisuren widmet. Aber er geriet zum Symbol eines Wanderzirkus.

„Galaktische“ wurden die Ikonen getauft, Perez sprach ständig von den „Besten der Welt“. Seine Profis glaubten es offenbar.

Seit Del Bosque konnte sie niemand mehr kontrollieren, ohnehin ließ Perez weder die Trainer bestimmen noch die ebenfalls wechselnden Sportdirektoren Jorge Valdano, Arrigo Sacchi, Benito Floro. Das Ensemble ist eine Ansammlung von Egos und Mimosen.

Öffentliche Streitereien

Zuletzt stritten sich öffentlich der malade Teamkapitän Raúl Gonzalez und der brasilianische Torjäger Ronaldo, der sich just vor dem richtungsweisenden Duell mit Arsenal beschwert hatte, die Fans würden ihn nicht richtig mögen.

Nach seinem Führungstor auf Mallorca kam es Manndecker Sergio Ramos vor, „als ob Mallorca getroffen hätte“, kaum jemand gratulierte ihm. „Ich habe die Spieler verzogen wie ein Vater, der seinen Kindern das Beste gibt und sie durcheinander bringt“, erläuterte Perez bei seinem Schlusswort. Er sei schuld, weil er ihnen Werte und Sitten nicht habe übertragen können.

So sah das mancher, viele betrachten den überstürzten Abschied dennoch als Flucht. Wie soll mit einem neuen Präsidenten bei dem Chaos doch noch eine Trophäe herausspringen?

Wieso wartet er nicht?

Wieso wartet Perez nicht wenigstens bis zum letzten Spieltag? Ist ihm seine Baufirma ACS wieder wichtiger als das Durcheinander Real? Verdutzt war auch sein anderer Vize und Bewunderer Emilio Butragueno, der Perez für „ein höheres Wesen“ hielt.

Er kehre nicht zurück, versicherte der scheidende Chef. Am Samstag gegen Atletico Madrid gebietet erstmals Fernando Martin über die Loge, Florentino Perez hinterlässt ihm sagenhafte Finanzen und verzogene Kinder.

sueddeutsche.de

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Neuer Real-Präsident kündigt harten Kurs an

Mit geschwungener Peitsche will Real Madrids neuer Präsident Fernando Martín den spanischen Fußball-Rekordmeister aus der Krise führen.

Auf der ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt vor drei Tagen kündigte der 58-jährige Immobilienunternehmer eine harte Linie an und verlangte von den Superstars, auf dem Platz „ihr Leben für den Club zu geben“.

Die Zeit der „Galaktischen“ sei vorbei. Für die Stars werde es keine Privilegien mehr geben. Martín legte einen Zehn-Punkte-Plan vor, der die Einsetzung einer Kommission vorsieht, die über die Disziplin der Profis Spieler wachen soll. „Real darf nicht ein Club von Millionären sein, sondern von herausragenden Fußballern.“ Diese müssten ihr Leben 24 Stunden am Tag in den Dienst des Vereins stellen. „Ich werde unerbittlich sein mit Spielern, die nicht alles für Real geben. Ich werde nicht mit der Wimper zucken, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen.“

Martín war die Nachfolge von Florentino Pérez angetreten, der auf Grund der sportlichen Krise der „Königlichen“ nach fast sechsjähriger Amtszeit überraschend seinen Rücktritt erklärt hatte. Die Madrilenen sind seit fast drei Jahren ohne Titelgewinn und rangieren in der Primera Division auf dem dritten Platz, zehn Punkte hinter dem Titelverteidiger FC Barcelona.

Der neue Clubchef kündigte den Aufbau einer neuen Mannschaft an. „Wir können jeden Spieler der Welt verpflichten. An Geld herrscht kein Mangel.“ Zuerst müsse aber die Frage des künftigen Trainers entschieden werden. Spekulationen über eine Rückkehr des - von Pérez dereinst entlassenen - Erfolgstrainers Vicente del Bosque wies Martín nicht grundsätzlich zurück. „In der kommenden Saison werden wir mit Sicherheit etwas gewinnen“, versprach er. „Wir werden ein Team aufbauen, wie alle Real-Fans es sich wünschen.“

handelsblatt.com

Wenn da nicht dieses eine Zitat im letzten Absatz wäre, dann könnte man glatt glauben, dass bei Real revolutionäre Veränderungen bevorstehen.

Edited by chinomoreno

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