el.pibe.de.oro Sehr bekannt im ASB Geschrieben Dienstag um 16:03 RogueRouge schrieb vor einer Stunde: Im von dir erwähnten Immobilienbereich wird ganz besonders deutlich, dass der Preis nun mal ein Indikator von Knappheit ist. Was glaubst du, warum in den 60ern, 70ern, 80ern selbst urbane Toplagen zu (preisbereinigten) Spottpreisen zu bekommen waren und warum in den letzten 10-15 Jahren die Quadratmeterpreise auch im Umland explodiert sind? Das hat nur zum kleinen Teil mit Kaufkraft und Steuerregimen zu tun. Man sieht es ja auch in den hochsensiblen Bereichen Gesundsheitsversorgung, Bildung und Verkehr, dass die Infra der Nachfrage um mindestens ein Jahrzehnt nachhinkt. Speziell auf Graz bezogen: Wenn die Prognose mit den 360k EW in 2040 eintreten sollte und adäquate flankierende Investitionen budgetbedingt unterbleiben müssen, steuern wir auf ein Versorgungschaos zu. Sich an kosmetischen Maßnahmen wie der parallelen Straßenbahnführung oder an zumindest bis dato partiell fehlgeleiteten Prestigeprojekten wie Reininghaus nachhaltige Lösungen zu erwarten, ist zwar von den aktuell Entscheidenden blauäugig, die Wurzeln des Dilemmas gehen aber zeitlich deutlich tiefer. 4 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
RogueRouge Posting-Maschine Geschrieben Dienstag um 20:19 (bearbeitet) Ich versuche es nochmals zu spezifizieren was ich gemeint habe, und dann lasse ich es, weil ich es 3x versucht habe: Es ist schwer eine wählbare Partie zu finden, weil sie alle ins Extreme abgedriftet sind und sich in ideologischer Schaumschlägerei übertreffen. Was ist das (einzige wahre) Ziel einer Partei? Dass sie an der Macht bleibt. Vor allem anderen dies und nicht, dass es den Leuten langfristiger besser geht. Man könnte meinen für das eine wäre das andere nötig, aber nein. So dumm wie die meisten sind wird (a) alles vergessen und (b) alles schön geredet und (c) die falschen Schlüsse gezogen. So fällt es den Parteien gar nicht auf den Kopf, dass sie uns größtenteils verarschen und wir durch die Bank ausgenommen werden. Natürlich ist es eine Demokratie die funktioniert, weil die Leute das bekommen was sie gewählt haben und glauben zu wollen. Aber andererseits ist es auch eine Demokratie die am Ende eben doch nicht funktioniert, weil es leider seit mindestens 2 Jahrzehnten im internationalen Vergleich bergab geht, es wollen nur viele nicht sehen. --> Es liegt jetzt an jedem einzelnen für sich zu entscheiden, was er/sie als "funktionierendes System" einstuft: Weil man bekommt was man gewählt hat oder weil das funktioniert was man bekommt. Eine Partei der Vernunft, der gemäßigten Mitte, der nüchternen Ratio statt der Emotionen, die gibt es leider nicht, die ginge unter in dem Trubel aus Schaumschlägerei und Eventpolitik. Das ist schade. Die würde ich nämlich gerne wählen. Zum Singapur Vergleich: Dort hast ein Land mit keinerlei Ressourcen außer seiner Lage, und vielleicht nur eine einzige Führungsoption, aber die hat früh erkannt, das man aus der Lage etwas machen muss, dass dies die einzige Chance ist, aus dem Land etwas zu machen. Die den modernsten und effizientesten Hafen der Welt hat bauen lassen, die Generationen von den Kindesbeinen an in eine moderne und fordernde Ausbildung gesteckt hat, die erkannt hat, dass man mit einer Laissez-Faire Gesellschaft genauso einen Bauchfleck macht wie mit einer Laissez-Faire Kindererziehung. Bei uns hätte man aus dem Vollen schöpfen können, eine Kultur aus Jahrhunderten Kaiserreich, eine Landschaft die andere Kulturen als Paradies-Ideal beschreiben, Bodenschätze wie Salz und Wasser, Tourismus im Sommer, Schi- und anderer Tourismus im Winter, Wien & Salzburg als Besuchermagneten, und sogar in Technologie und Wissenschaft waren wir mal groß, reden wir gar nicht von der Kunst ... und was machen die Eumel in Jahrzehnten daraus? Das ineffizienteste Schulsystem immer weiter zu Tode reformieren, eine alles erstickende Verwaltung immer wieder aufblähen, die Infrastruktur verfallen zu lassen, das Gesundheitssystem kollabieren lassen und auch zu Tode reformieren ... Sicher, dort darf ich nicht Kaugummi kauen und keinen Ofen rauchen, dafür kann meine Tochter dort alleine um 2h durch den Park gehen ohne Angst haben zu müssen, bei uns im Stadtpark wurden ihr als 12-Jährige schon zu Mittag schon Drogen angeboten. Dort kann ich vielleicht nur eine Partei wählen, aber die stellt eine Führung, die im Land was weiter bringt, bei uns kann ich dafür reichlich zwischen Dampfplauderern und Dilettanten wählen. Was ist da besser? Wenn man Idealist ist, sicher die "Demokratie funktioniert schlecht aber ist das beste ..." Argumentation, wenn man Realist und Pragmatiker ist: Dann würde ich das System wählen in dem es mir in Zukunft am besten geht. Ich bin ja nicht dumm. Und würden das im Kant'schen Sinne alle machen, ja dann müsste die Politik endlich etwas leisten, zumindest für die Mehrheit. Aber so? So tun es hohle und platte Worte ja auch. Sogar besser. Das ist nämlich die wirkliche Basis einer funktionierenden Demokratie: Zuerst muss ich wissen was ich eigentlich will (da krankt es schon bei vielen), dann müsste ich eine Ahnung haben auf welchem Wege ich das höchstwahrscheinlich bekomme (Achtung, Einfach-Schlüsse versagen hier oft, die Welt is komplex), dann müsste ich richtig wählen (ok, das schaffen die meisten), dann müssten die Gewählten das Gesagte auch ehrlich gemeint haben (Ojemine), und dann müssten sie auch noch so fähig sein, um es umsetzen zu können (haha, aber die Hoffnung stirbt zuletzt). Nur dann funktioniert die Demokratie wie sie sollte. Ich habe so meine Zweifel, dass es praktisch hier viel Chancen gibt, in der endgültigen Effizienz einen Affen, der einfach bei jeder Entscheidung eine Münze wirft, in der Performance zu schlagen. Der wäre deutlich billiger, aber das Tierschutzgesetz und die Glücksspielverordnung ... Also um noch einige andere Kommentare zu beantworten: Wir bekommen die Parteien, die wir verdient haben. Das ist leider so, weil mit der breitgestreuten Dummheit, die bei uns grassiert, haben wir nicht viel verdient. Verfluchen wir nur weiter die Schere zwischen arm und reich und vergraulen mit höchsten Steuern die letzte Innovation und die letzten Arbeitgeber, subventionieren wir ruhig weiter das flächendeckende Nichtstun breiter Bevölkerungsschichten mit den hohen Steuern derer, die noch arbeiten gehen. Wenn's nicht reicht, dann einfach noch mehr Abgaben und Steuern und dafür auch noch Bürokratie, schließlich simma ja allen irgendetwas zu neidig. Das sind alles ganz tolle Ideen, die werden uns weit bringen. Dazu machen wir ein paar bunte Events, klopfen uns wegen unserer tollen Menschlichkeit hier und da selbst auf die Schulter, rauchen einen Joint und warten bis wir auf der Titanic nasse Füße bekommen. Derweil in Asien ... So, jetzt bin ich fertig, jetzt können wir wieder darüber diskutieren ob Meierhofer eine ausreichend gute Nummer 2 wäre und ob es noch Fußballösterreicher gibt und ob der Italiano jetzt Linksfuß oder Rechtsfuß ist. bearbeitet Dienstag um 20:31 von RogueRouge 2 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
8010.Geidorf Knows how to post... Geschrieben vor 7 Stunden Ich muss sagen; danke @Liberation und @RogueRouge mir gefallen eure Beiträge. Ich philosophiere auch sehr gerne über diese Themen. Spannend wie sich die eigenen Sichtweisen im Laufe der Jahre verändern können und wie man irgendwann draufkommt, dass die anderen/ die Gegenseite, auch richtige und wertvolle und wählbare Standpunkte vertreten. Geht mir zumindest so. Von dem her schätze ich den österreichischen Weg der Kompromisse auf einen gemeinsamen Nenner, auch wenn er noch so klein ist, immer mehr. 2 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
Liberation Ergänzungsspieler Geschrieben vor 6 Stunden RogueRouge schrieb am 30.6.2026 um 22:19 : Danke für deine Antwort! Nur ganz kurz: Ich glaube nicht, dass das grundlegende Problem an Parteien ist, dass sie gewählt werden wollen. Der Besitzer des Supermarkts will mich auch nicht glücklich machen, er will nur Geld verdienen. Und um das zu tun, muss er Sachen verkaufen, die ich haben will. So ist das am Ende des Tages bei Parteien in einer Demokratie auch. Extrem vereinfacht dargestellt: Um gewählt zu werden, müssen die Parteien ein Programm anbieten, das genügend Menschen anspricht. Ein Diktator muss sich darum nur sehr begrenzt kümmern, weshalb er eben nicht nur ein moralisches Problem ist, wie du andeutest. Vielleicht hast du zufällig einen Diktator vor der Nase, der in der Sache X deine Meinung (oder sogar die Meinung der Mehrheit) vertritt, aber wenn nicht - Pech gehabt! Jetzt wo ich mehr über deine politischen Präferenzen erfahren habe, denke ich aber, dass ich einen besseren Eindruck davon habe, was dein Problem mit unserem politischen System ist^^ Viele deiner Positionen werden für sich genommen von Parteien vertreten, aber leider von unterschiedlichen (weshalb die Wahl wohl für dich auch schwer ist, nehme ich an). Möglichst positiv formuliert möchtest du, dass sich Menschen durch Arbeit wieder etwas aufbauen können (wie die SPÖ), Bürokratie abgebaut wird und es keine hohen Steuern für Reiche gibt (wie die NEOS). Ich weiß nicht ganz, ob du mit ideologisierten Events den Burschenschafterball oder die Pride meinst. Aber falls Letzteres, bist du für traditionelle Familien- und Rollenbilder (wie ÖVP/FPÖ). Trifft das so ungefähr zu? Ich will jetzt nicht sagen, dass diese Positionen völlig unvereinbar miteinander sind, aber in Westeuropa ist mir keine Partei bekannt, die mit so einem Programm erfolgreich wäre. 1 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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