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Im ASB-Olymp

Ich bin nun auch voll an Board des Sindarov-Hype-Trains. Heute hat er Caruana ziemlich überrollt, fast schockierender noch, dass er im angenommenen Damengambit Caruana auf dem falschen Fuß erwischt hat. Giri mit Schwarz mit einer verrückten Variante im Najdorf Sizilianer (Giri selbst hat gemeint, dass er davon ausging, dass niemand ernsthaft erwartet, dass Schwarz so absichtlich spielt weil - auch wenn es laut Computer spielbar ist - für einen Menschen fürchterlich ausschaut. Esipenko konnte sich nicht mehr an seine Vorbereitung erinnern und griff daneben, d.h. Giri gewann mit Schwarz. Nakamura hatte mit Schwarz gegen Wei Yi im Endspiel Gewinnchancen, die er aber ausließ. Blübaum mit einem ereignislosen Remis gegen Pragg.

Damit Sindarov mit +3 vorne, Caruana mit +1, Blübaum, Pragg und Giri mit +/-0, Wei Yi und Nakamura mit -1, Esipenko mit -2.

Bei den Damen ging Lagnos Glückssträhne zu Ende, gegen Muzychuk ließ sie (nach einem Figurenopfer von Muzychuk) die Chance aus in ein wohl haltbares Endspiel abzuwickeln und ging stattdessen Matt. Zhu nutzte gegen Divya endlich mal ihre Chancen. Assaubayeva und Goryachkina hatten beide zeitweise leichte Vorteile, die sie aber nicht nutzten.

Damit Assaubayeva und Muzychuk mit +1, Vaishali, Goryachkina, Lagnu und Zhu mit +/-0, Tan und Divya mit -1.

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clock is ticking
Robert S schrieb vor 11 Stunden:

Ich bin nun auch voll an Board des Sindarov-Hype-Trains.

Hätte eigentlich Abdusattorov deutlich stärker eingeschätzt aber Sindarov zeigt auch schon beeindruckendes Schach. Wer weiß, vielleicht spielen sich bald zwei Usbeken den nächsten WM Titel aus.

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Im ASB-Olymp

Sindarov ist in den letzten zwei Jahren ziemlich explodiert. Die Frage ist halt ob er das Niveau langfristig halten kann oder ob da der fast unvermeidbare Gegenpendler kommt (Gukesh ist das extremste Beispiel, aber so ziemlich jeden der jungen die in den letzten Jahren in die Weltklasse vorgestoßen sind hat es erwischt) und vor allem wie er darauf reagieren wird.

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Im ASB-Olymp
Geschrieben (bearbeitet)

In Runde 5 ging Nakamura gegen Sindarov all-in. Nakamura hatte die Partie schon vor der Runde offen als "must-win" deklariert, Sindarov wählte vielleicht auch deswegen mit Schwarz das "Dreieckssystem" gegen den Damengambit Aufbau (1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 c6) worauf Nakamura mit dem Marshall Gambit (4. e4 de: 5. Se4: Lb4+ 6. Ld2) reagierte. Die Varianten in diesem System sind extrem komplex und undurchsichtig, jeder einzelne Zug kann die Partie komplett zum Kippen bringen. Die kritische Stellung war im 13. Zug, als Nakamura auf Sindarovs 12. Zug 0-0 nicht wusste, was der korrekte Zug war. Nakamura war direkt nach der Partie sehr angefressen auf sein Sekundantenteam da dieser Zug (laut Nakamura) nicht in der Analyse der Sekundanten aufgeführt war. Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich das glauben soll, denn selbst Jan Gustafsson (der inzwischen unter 2600 Elo gefallen ist und auch nicht sehr aktiv ist) konnte (nach etwas überlegen) die korrekte Spielführung auf 0-0 rezitieren. Jan ist zwar als guter Theoretiker bekannt (und war z.B. auch schon als Sekundant im Einsatz), trotzdem. Eine "normale" Engine hat übrigens das 0-0 nur als drittbesten Zug auf dem Schirm, Cloud-Engines (und ich gehe davon aus, dass die Weltklasse mit Cloudcomputern arbeitet) gibt ihn aber als Top Zug an. Wie dem auch sei, Nakamura überlegte über eine Stunde für seine Antwort auf 0-0, griff daneben und ab da ging es für Nakamura steil bergab.

Caruana wählte gegen Blübaum eine ungewöhnliche Aufstellung gegen Blübaums russische Verteidigung. Blübaum stellte sich mit Schwarz etwas riskant auf und wurde (auch wenn die Stellung aus der Eröffnung heraus gleiche Chance bot) ziemlich zusammengeschoben.

Wei Yi spielte gegen Giris katalanische Eröffnung mit Schwarz in einer SEHR häufig gespielten Stellung im 9. Zug eine Neuerung. Interessanterweise gab es einen Spieler mit GM Elozahl der auf lichess mit einem Burneraccount diesen Zug ein paar Mal gespielt hat - sehr nahe liegend, dass das Wei Yi war, der die Variante online ausprobiert hat. Wei Yi glich jedenfalls mit dieser Neuerung problemlos mit Schwarz aus und die Partie war ein gradliniges Remis.

Pragg hatte gegen Esipenko aus der Eröffnung heraus vielleicht minimalen Vorteil, riskierte aber nichts und ging nach 30 Zügen eine Zugwiederholung ein.

Sindarov (+4) und Caruana (+2) sind wohl die einzigen, die das Kandidatenturnier gewinnen können (außer Sindarov bricht völlig ein), Pragg und Giri bleiben bei +/-0, Blübaum und Wei Yi liegen bei -1, Nakamura u. Esipenko bei -2.

Bei den Damen gewann Lagno überzeugend gegen Assaubayeva und Zhu Jiner hatte mit Vaishali wenig Mühe. Goryachkina zog schon nach 13 Zügen gegen Muzychuk die Remisnotbremse, Tan hatte gegen Divya bestenfalls symbolische Vorteile bevor die Partie mit Remis endete.

Muzychuk, Lagnu u. Zhu mit +1, Assaubayeva und Goryachkina mit +/-0, Tan, Vaishali u. Divya mit -1. 

bearbeitet von Robert S

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Im ASB-Olymp

Runde 6:

In der offenen Klasse gewinnt Sindarov einmal mehr. Wei Yi verbratet viel Zeit und stellt in schwieriger Stellung die Partie komplett ein. Die anderen drei Partien gehen ziemlich unaufgeregt Remis aus. Für etwas ungewollte Komik sorgte die Partie Giri-Blübaum, bei dem die beiden Spieler von 16. bis zum 84. Zug in fast identischer Stellung ihre Figuren im Kreis herumbewegten. Alle 20 Züge kam im Studio von Svidler und Gustafsson die Frage auf, ob der zu dem Zeitpunkt auf a4 befindliche Springer nun der von b1 oder der von g1 wäre. Die Auflösung sorgte jeweils für Erheiterung.

Bei den Frauen profitiert Muzychuk von einem strategischen Patzer Zhus und gewinnt ihre zweite Partie. Vaishali - Lagno ist von beidseitigen Fehlern in Zeitnot geprägt, die Inderin war die lachende Siegerin. In der Zeitnot wurde auch Assaubayeva - Divya entschieden, auch hier schwang das Pendel in Richtung einer Inderin aus. Goryachkina hatte mit Schwarz gegen Tan Dame und Freibauer auf der 2. gegen Turm und Läufer, gab ihrer Gegnerin aber die Chance eine Festung aufzubauen.

Runde 7:

In der offenen Klasse ist Wei Yi der einzige Sieger des Tages, er profitiert von einem groben Fehler Esipenkos in der Eröffnung, der nur durch eine falsch erinnerte Vorbereitung erklärbar ist. Giri muss gegen Sindarov zäh verteidigen, findet aber das rettende Qualitätsopfer. Nakamura gerät mit Schwarz gegen Blübaum direkt in dessen Vorbereitung. Nakamura verbratet viel Zeit, findet aber die richtigen Züge, Remis die logische Folge. Das bemerkenswerteste an der Partie Pragg-Caruana ist, dass sich Caruana einer Spezialvariante Blübaums bedient. Caruana steht vielleicht sogar symbolisch leicht besser, als eben nur symbolisch.

Zur Halbzeit hat Sindarov mit 6/7 1.5 Punkte Vorsprung auf Caruana mit 4.5/7, Giri u. Pragg sind mit 3.5/7 auf 50%, Blübaum u. Wei Yi haben 3/7, Nakamura 2.5/7, Esipenko 2/7. Caruana ist der einzige, der noch realistische Chance hat Sindarov einzuholen.

Bei den Damen ist Vaishai die einzige Siegerin des Tages, Tan stellt ohne Zeitnot auf brutale Art und Weise eine Figur ein. Tan hatte dabei stellenweise schon großen Vorteil. Lagno-Divya haben mit 135 Zügen die wohl längste Partie dieser Veranstaltung. Lagno stand lange am Rande des Verlusts, Divya wickelt jedoch in ein Remisendspiel ab. Die Partie hatte auch die für mich am wenigsten nachvollziehbare Zugkombination in Zypern: Lagno bietet ohne Not eine Verschlechterung ihrer Bauernstruktur im Endspiel an und Divya lehnt ab. Lagno sorgt später noch für einen Lacher als sie drei Mal gleiche Stellung reklamierte - in einer Stellung die in dieser Partie noch nicht am Brett vorkam. Die Kommentatoren vermuteten, dass Lagno die Überprüfung der Reklamation zu einer kurzen WC Pause ausnutzte. In den anderen beiden Partien ist nicht viel los.

Muzychuk führt das Feld mit 4.5/7 an, gefolgt von Vaishali mit 4/7, Zhu, Goryachkina, Divya und Lagno mit 3.5/7, Assaubayeva mit 3/7 und Tan mit 2.5/7. Hier ist praktisch noch alles offen.

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clock is ticking
Robert S schrieb vor 21 Stunden:

Muzychuk führt das Feld mit 4.5/7 an

Was besonderes witzig ist, weil sie erst eine Woche vor dem Turnier erfahren hat, dass sie antritt, wäre witzig wenn sie es gewinnt 😁

btw. 

Vielen Dank für deine Zusammenfassung ☺️

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clock is ticking

Caruana ganz schwach gegen Giri und somit wohl raus aus dem Rennen.

Sindarov hätte gute Chancen auf den Sieg gehabt, vielleicht etwas zu sehr auf Sicherheit gespielt.

Jetzt wird's ein Zweikampf mit Giri, wobei Giri noch mit Weiß gegen Sindarov spielt :popcorn:

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Im ASB-Olymp

Bei den Herren ist denke ich alles entschieden, noch vier Runden zu spielen und Sindarov (nach einem weiteren Sieg gegen Pragg) zwei volle Punkte vor Giri. Giri hat zwar noch eine Weißpartie gegen Sindarov, aber selbst damit müsste er einen weitere Punkt aufholen, was unrealistisch erscheint. Der Rest des Feldes hat mehr oder weniger abgestellt.

Bei den Damen können noch 7 der 8 Frauen das Turnier gewinnen. Aktuell führt Vaishali mit +2, Muzychuk und Zhu haben +1, Assaubayeva, Goryachkina und Lagno +/-0, Divya -1 und Tan -3. Muzychuk hat dabei eine Gewinnstellung gegen Vaishali verloren. Allgemein passieren bei den Damen doch teils grobe Böcke. Ich weiß, dass alle Teilnehmerinnen 400-450 Elo mehr als ich haben, aber den einen oder anderen Patzer finde ich schon extrem. Zeigt dass auch auf GM Niveau richtig grobe Fehler passieren, wenn die Spieler(innen in dem Fall) unter Druck stehen.

Über Ostern fand übrigens in Karlsruhe das größte Schachopen der Welt statt (Grenke Chess Open). Der Österreicher Dominik Horvath wurde mit 8/9 (Eloperformance von über 2700) dabei Zweiter (bei 998 Teilnehmern).

Ach ja, Netflix hat diese Woche eine Dokumentation über die Carlsen-Niemann Saga veröffentlicht. Das meiste Interviewmaterial dürfte schon 2-3 Jahr alt sein. Ich hatte das Gefühl, dass (zumindest über weite Strecken der Doku) Carlsen und chess.com viel zu gut weggekommen sind. Kritische Punkte in deren Richtung werden praktisch nur von Niemann geäußert, keine unabhängige Stimme kommt hier zu Wort (z.B. zum Thema Übernahme von chess24/PlayMagnus durch chess.com zum Zeitpunkt des Skandals oder dass die Partie Carlsen-Niemann von beiden Seiten mehrere Fehler beinhaltet, mehrmals kippt, absolut null nach Betrug ausschaut). Carlsens Vater Henrik kommt wie ein sehr einfach gestrickter, naiver Mensch rüber.

Witzig war, als Carlsen am Schluss die ganze Schuld auf chess.com abgewälzt hat. Zitat: "Can you [Danny Rensch] say fewer words, because I don't want all the bullshit? They didn't have the smoking gun. I felt pretty bad. I felt that I had been gaslit a bit by Danny and chess.com into thinking they had evidence, which they really didn't. It just didn't happen. So that left me in a bit of a strange situation as what to do now."

Teils hat er sicher Recht, aber auch nicht untypisch für Carlsen die Schuld überall nur nicht bei sich selbst zu suchen.

bearbeitet von Robert S

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Im ASB-Olymp

Sindarov mit zwei weiteren Remis (wobei das Remis gegen Caruana mit Bauchweh war), Giri lässt eine Gewinnstellung gegen Wei Yi und eine sehr gute Stellung gegen Esipenko aus. Sindarov braucht nun nur noch ein Remis (gegen Giri oder Wei Yi), Giri muss beide Partien gewinnen (gegen Sindarov mit Weiß in Runde 13 und gegen Blübaum mit Schwarz in der Schlussrunde). Da ist alles entschieden.

Bei den Damen verliert Vaishali heute mit Weiß gegen Zhu (gestern hat sie noch gegen Goryachkina gewonnen), beide nun mit +2 an der Spitze. Muzychuk lässt heute gegen Goryachkina ein gewonnenes Endspiel noch ins Remis aus. Sie und Assaubayeva nun bei +1. Der Rest hat -1 und weniger, ist wohl weg.

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