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Die neue Ruhe oder Unruhe

Die Admira will mit Österreichern Zugkraft aufbauen - Unklarheit im Trainerteam

Südstadt - Wenn am Montag, um neun Uhr, der Kader von Nordea Admira seine Vorbereitung auf die Saison 2005/2006 aufnimmt, könnte ein Kotrainer zu viel anwesend sein. Der geschäftsführende Obmann Hans-Werner Weiss hat Ernst Baumeister (48) als Assistenten von Cheftrainer Dominik Thalhammer engagiert. Die Vertrauensleute von Admiras Sponsor und Präsidenten Majid Pishyar, Sportdirektor Heshmat Mohajerani und Manager Khashayar Mosheni, sind anderer Meinung. Mosheni: "Mohajerani und ich sind der Meinung, dass Alfred Tatar im Trainerteam bleiben muss." Mohajerani ist derzeit daheim im Iran, wo er, der das Team 1978 zur ersten WM-Teilnahme coachte, als Trainer des Jahrhunderts geehrt wurde. Wahrscheinlich erhält er wieder die Aufsicht über das für die WM 2006 qualifizierte Nationalteam des Iran.

Weiss meint auch, dass der Verein Tatars Kündigung angenommen habe. Weiss: "Tatar hat eine Ausstiegsklausel gezogen, er wollte doppelt so viel Geld wie bisher, mehr als der Cheftrainer. Unser Manager Manfred Polster hat das als nicht machbar abgelehnt." Tatar widerspricht dieser Darstellung. Er habe einen besseren Vertrag verlangt, den habe ihm Manager Polster auch - in Anwesenheit von Mosheni - vorgelegt. Tatar: "Den Vertrag habe ich angenommen, ich empfinde mich in einem aufrechten Vertragsverhältnis mit der Admira stehend."

Weiss baut den Kader um, von 23 auslaufenden Verträgen wird eventuell die Zusammenarbeit mit Tomas Iwan verlängert. Den Kern der Truppe stellen österreichische Spieler wie Schurli Wimmer, Jürgen Panis, Thomas Mandl oder Roman Wallner. Spieler mit Zugkraft, so Weiss, die in der Südstadt eine Art Zuschauerkulisse aufbauen sollen. "Dann werden wir sehen, dass Übersiedlungsgerüchte nach Krems oder St. Pölten auch nur Notfallsszenarien darstellen. Im Umkreis von 20 Kilometern von der Südstadt leben eineinhalb Millionen Menschen, vielleicht geht mit einer attraktiven Mannschaft doch etwas?"

Die Pläne des Obmanns könnten durch einen Zwist mit dem Industriellen Pishyar (32 Group) und dessen Statthaltern empfindlich behindert werden. Immerhin gilt es ein laut Weiss 5,5 Millionen Euro dickes Budget auszufinanzieren. Weiss bestreitet tiefere Unstimmigkeiten. "Es gibt Irritationen in der Familie, aber ich bin mit Pishyar ständig in Kontakt, wir liegen auf einer Linie." Sportdirektor Mohajerani habe "in gewissen Punkten" andere Ansichten. Aber man könne über alles reden. Weiss: "Ich muss an das Ganze denken. Wenn ich einen Österreicher haben kann, der gleich viel oder wenig mehr als ein Ausländer kostet, nehme ich ihn. Denn über den Österreichertopf kann ich ihn teilweise refinanzieren." Und ausgerechnet Pishyar habe ihn in seinem Vorhaben bestärkt. Weiss: "Unser Weg ist nicht, mit viel Geld auf kurzem Weg eine titelverdächtige Mannschaft zusammenzukaufen. Wir schwimmen nicht im Geld, wir agieren immer noch hart am Limit, wie in den vergangenen Jahren. Die Unterstützung vom Land ist leider auch nicht so da."

Das Budget wurde im Vergleich zum Vorjahr um eine Million Euro erhöht, auch die Altlasten halten sich nach Weiss' Aussage in Grenzen. "Wir sind ziemlich drauf, für die Lizenz haben wir bloß einen Bonitätsnachweis der 32 Group nachbringen müssen." Sollte also auch ein Kotrainer mehr oder weniger kein Problem sein. Geldmäßig. (Johann Skocek - DER STANDARD PRINTAUSGABE 13.6. 2005)

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13.6.2005

Print-Ausgabe

Eine Spitze fehlt noch

FUSSBALL / T-MOBILE BUNDESLIGA / Mit Gabor Egressy und Marcin Adamski gibt es zwei neue Admiraner. Der Sturm ist fast komplett.

VON MARTIN ZIMMERMANN

Man mag es kaum glauben, aber es ist so: Trainingsbeginn in der Südstadt, und alle Transfers sind mehr oder weniger unter Dach und Fach. Im Angriff sind Roman Wallner (zentral) und Gabor Egressy (links, 20 Länderspiele für Ungarn) fix. „Jetzt brauchen wir nur noch eine rechte Spitze, und der Angriff ist perfekt“, so Obmann Hans-Werner Weiss. Wunschkandidat für diese Position ist Nino Bule. Erwin Hoffer soll aus der zweiten Reihe Druck ausüben.

Warten auf Michi Wagner …

Im Mittelfeld hofft Trainer Dominik Thalhammer weiterhin auf die Dienste von Austrias Michael Wagner: „Unabhängig davon, ob Nenad Bjelica bleibt oder nicht.“ Hinter Bjelica steht deswegen noch ein Fragezeichen, weil mit dem Privatsponsor noch einige Fragen geklärt werden müssen. Im Tor soll nun doch Gustav Kral die Nummer zwei hinter Thomas Mandl sein. Marco Knaller ist vorerst als dritter Goalie eingeplant.

Noch nicht alle an Bord

Wenn Thalhammer also am Montag mit seinem neuen Co-Trainer Ernst Baumeister zum Training bittet, werden die Neuzugänge allerdings nicht vollzählig in der Südstadt sein. Eric Akoto spielt mit Togo in der WM-Qualifikation gegen Senegal. Akos Füzi kommt wegen einer Prüfung erst am Mittwoch. Nach Ausdauer-, Kraft- und Schnelligkeitstest steht am Freitag (19 Uhr, in Kapfenberg) das erste Vorbereitungsspiel auf dem Programm.

Quelle: NÖN

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„Wir ziehen alle an einem Strang“

FUSSBALL / T-MOBILE BUNDESLIGA / Nordea Admira Obmann Hans-Werner Weiss über den Neuaufbau, Kompetenzverteilung und Eitelkeiten.

VON ROUVEN ERTLSCHWEIGER

NÖN: Bei der Admira stehen 23 Abgänge zu Buche. Wie fühlt man sich als Obmann, wenn man eine komplett neue Mannschaft aufbauen muss?

Hans-Werner Weiss: Zuerst war ich natürlich skeptisch und habe mich im Verein auch dagegen ausgesprochen. Mittlerweile bin ich aber froh darüber, da wir auf einem irrsinnig guten Weg sind. Warum? Weil wir das Budget auf Null gebracht haben und jetzt neu einlagern können. Weil unser Kader aufgeblasen war – drei Trainer in 18 Monaten hinterlassen eben ihre Spuren – und wir jetzt auf Qualität setzen können. Das Credo lautet: Aus zwei, mach eins. Das heißt, zehn oder zwölf arrivierte Fußballer und dahinter schon die jungen Akademie-Spieler. Das ist eine wunderbare Chance für uns, denn wir können das Haus neu aufbauen.

NÖN: In der 1. Runde wartet die Austria, danach kommen Sturm (A), GAK (H) und Wacker Tirol (A). Was passiert mit Coach Dominik Thalhammer, wenn er die ersten Partien verliert? Stürzt das Haus dann ein?

Weiss: Natürlich werden wir in den ersten Runden die einen oder anderen Probleme haben. Dessen bin ich mir auch bewusst. Aber gerade in dieser Phase wird es wichtig sein, dass alle zum Trainer stehen. Dominik Thalhammer ist derart stark, akzeptiert und gestärkt, dass er auch einige Runden mit Niederlagen durchstehen wird. Seine Aufgabe ist zwar irrsinnig schwer, aber auch irrsinnig schön. Amateure-Coach Robert Pflug ist für die Kampfmannschaft kein Thema.

NÖN: Co-Trainer Alfred Tatar anscheinend auch nicht mehr?

Weiss: Er wollte das Doppelte verdienen, und da haben wir nicht mitgemacht. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch als eine Geringschätzung dem Cheftrainer gegenüber empfunden. Jetzt haben wir mit Ernst Baumeister einen Mann, der die Admira sehr gut kennt. Ich erwarte mir von ihm eine tausendprozentige Loyalität zu Thalhammer und Einsatz rund um die Uhr für den Klub.

NÖN: Szenenwechsel. Wie schaut jetzt eigentlich die Kompetenzverteilung innerhalb des Vereins aus?

Weiss: Im Moment ist es so, dass wir alle Schulter an Schulter stehen und gemeinsam und freundschaftlich arbeiten. Sonst wäre diese Aufgabe, einen neuen Kader zu schaffen, nicht zu bewältigen. Dass sich dabei nun die eine oder andere Kompetenzüberschreitung ergibt, ist auch nachvollziehbar. Bis September werden wir aber die einzelnen Arbeitsgebiete genau abgesteckt haben.

NÖN: Trotzdem muss schon jetzt einer das letzte Wort haben. Wer ist das?

Weiss: Das bin ich. Aber ich verantworte alles unserem Präsidenten Majid Pishyar. Wobei ich in diesem Zusammenhang auch einmal erwähnen möchte, dass Majid ein wunderbarer Partner ist. Er hat hundertprozentige Handschlagqualität und steht zu unserem Weg „Wir Niederösterreicher“. Er hat sein Wort gehalten, und das ist mir ganz wichtig. Er will, genauso wie ich, möglichst viele Österreicher und Akademie-Spieler in unseren Reihen. Heuer wird das Fundament gebaut, in den nächsten Jahren stocken wir auf.

NÖN: Sportdirektor Heshmat Mohajerani will nicht mehr aus dem Iran zurückkommen, weil er von einigen Transfers erst aus den Medien erfahren hat. Werten Sie das als persönliche Eitelkeit?

Weiss: Ja, er fühlt sich wahrscheinlich in seiner Ehre gekränkt. Ich hoffe aber, dass er sich bald wieder beruhigt. Wir möchten einen Mann wie Mohajerani in der Südstadt nicht missen. Er hat exzellente Kontakte und kann uns immens helfen. Trotzdem muss er auch lernen – genau wie unser Sportmanager Khashayar Mosheni – zu unterscheiden, was der Verein wirklich braucht. Pishyar und ich gehen unseren Weg, und da kann es einmal vorkommen, dass man over-ruled wird.

NÖN: Stichwort Land. Ist Ihr Bekenntnis zum Land NÖ immer noch unbestritten?

Weiss: Ja. Mir ist aber auch klar, dass man im Land nun einmal abwartet, was mit dem Verein passiert. Aber ich kann alle beruhigen. Es gibt bei uns weder Perser noch Iraner, sondern nur Admiraner. Wir ziehen alle an einem Strang. Wir haben ein gemeinsames Ziel. Und ich werde auch nicht müde zu betonen, dass wir unserem Motto „Wir Niederösterreicher“ treu bleiben. Wir sind ein NÖ-Klub und wir bleiben ein NÖ-Klub.

Quelle: NÖN

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20.6.2005

Print-Ausgabe

„Ich möchte etwas ruhiger werden“

FUSSBALL / T-MOBILE BUNDESLIGA / Admira-Coach Dominik Thalhammer über Motivation, den großen Schnitt im Sommer und seine Gesundheit.

VON MARTIN ZIMMERMANN

NÖN: Bislang haben Sie als Cheftrainer nur einen Co-Trainer-Vertrag gehabt. Das wurde nach der Saison geändert. Haben Sie dadurch auch eine größere Motivation?

Thalhammer: Ich war von Anfang an mit großer Motivation bei der Sache. Nach meinem ersten Spiel gegen Tirol wurde mir ein Vertrag angeboten, doch ich wollte noch ein bisschen warten. Die Gespräche im Jänner wurden durch den Einstieg der „32 Group“ verzögert. Jetzt hat es eben geklappt. Die Motivation wurde nicht größer, aber Verträge sind im Fußball auch Ausdruck von Wertschätzung. Vielleicht sogar die einzige, die zählt.

NÖN: Bei der Trainerbestellung und bei den Transfers gab es interne Zwistigkeiten. Wann werden der alte Admira-Stamm und die iranischen Investoren eins werden?

Thalhammer: Das ist schwer zu sagen. Zu Beginn gab es Probleme mit der Kompetenzverteilung und der unterschiedlichen Mentalität. Jeder wollte es auf seine Weise machen. Das Ziel muss es aber sein, die Admira sportlich und wirtschaftlich in die richtige Richtung zu bewegen. Ich bin mir sicher, dass der „Präse“ (Hans-Werner Weiss, Anmerkung) das hinbekommt.

NÖN: Schlussendlich hat es mit den Transfers ganz gut geklappt. Ihr habt aber auch viele Spieler verpflichtet, die zuletzt nicht oder nur wenig gespielt haben. Ein Risiko?

Thalhammer: Das glaube ich nicht, sondern ich sehe das mehr als Chance. Die Spieler, die wir geholt haben, verfolgen alle große Ziele – etwa eine Rückkehr ins Nationalteam. Also bin ich mir sicher, dass alle richtig Gas geben werden, und wir zum richtigen Zeitpunkt zugeschlagen haben.

NÖN: Im Winter hielt sich die Admira am Transfermarkt zurück. Jetzt im Sommer gab es den großen Schnitt. Wäre es nicht besser gewesen, schon im Winter den Kader etwas „auszumisten“?

Thalhammer: Eigentlich war auch im Sommer mehr Kontinuität geplant. Aber als die Verhandlungen mit Adam Ledwon gescheitert sind und sich die Achse aus dem Vorjahr immer mehr zerschlagen hat, haben wir beschlossen, einen großen Schnitt zu machen. Damit sind wir zwar einerseits das Risiko eingegangen, dass wir beim ersten Training vielleicht nur mit vier Spielern dastehen. Aber andererseits war der Kader aus der letzten Saison nach oben hin limitiert, und wir wollten mehr dynamische Spielertypen in der Mannschaft haben.

NÖN: Zum Trainingsauftakt waren nicht nur viele Spieler neu. Mit Ernst Baumeister haben Sie auch einen neuen Co-Trainer. Dabei haben Sie oft betont, wie wichtig Ihnen Loyalität ist. War Vorgänger Alfred Tatar etwa nicht loyal?

Thalhammer: Das kann man interpretieren, wie man will. Loyalität ist aber eine der Eigenschaften, die für einen Co-Trainer am wichtigsten sind. Argumente für Ernst Baumeister waren auch, dass er schon im Profigeschäft gearbeitet hat und dass er die Sprache der Spieler spricht. Das Thema Alfred Tatar ist für mich abgeschlossen.

NÖN: Vor genau einem Jahr wurde stolz auf die vielen jungen Eigenbauspieler im Kader hingewiesen. Bis auf Osoinik, Thonhofer und mit Abstrichen Wolf hat sich keiner richtig durchgesetzt. Warum?

Thalhammer: Ich glaube, dass das trotzdem keine schlechte Quote ist. David Mohl und Bernhard Schachner hatten Probleme mit Verletzungen. Für einige Spieler, wie Erwin Hoffer oder Daniel Gramann, war das eben noch ein Jahr zu früh.

NÖN: Sie wirken bei Spielen sehr angespannt und danach sehr mitgenommen. Haben Sie Angst um Ihre Gesundheit?

Thalhammer: Ich bin leider sehr emotional und hoffe, dass ich ruhiger werde. Aber als wir im Frühjahr um den Klassenerhalt gespielt haben, war eben ein gewisser Druck da, der sich auch geäußert hat.

NÖN: Der Kampf um den Klassenerhalt sollte der Admira heuer erspart werden. Wo sehen Sie sich selbst in fünf Jahren?

Thalhammer: Als ich zur Admira gekommen bin, wollte ich in fünf Jahren in der Bundesliga sein. Das habe ich geschafft, jetzt muss ich mich hier profilieren. Später möchte ich einmal eine größere Mannschaft trainieren. Wobei das mit der Trainer-Karriere oft schwierig ist, wenn man selbst kein großer Fußballer war.

Quelle: NÖN

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Bunte Vögel verjagen die graue Maus

Treffen der violetten Meisterkicker: Wagner, Mandl, Flögel, Panis und Akoto spielen in der Südstadt.

Halali. Die Jagdsaison ist eröffnet, ein ungeliebter Zeitgenosse wieder einmal zum Abschuss freigegeben. Der grauen Maus soll es an den Kragen gehen. Doch das zähe Kerlchen hat alle bisherigen Angriffe unbeschadet überstanden, sein Revier zehn Kilometer südlich von Wien tapfer verteidigt.

Der nächste Anlauf zur Imagekorrektur also. Und was für einer: Nicht weniger als 24 Spielern hat Admira in der Sommerpause den blauen Brief gezeigt. 14 Neue kamen bisher, von denen wiederum viele violett gefärbt sind. Was schon allein dafür sorgen sollte, dass Südstädter Heimspiele nicht länger unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Beinahe täglich wurde zuletzt ein halbwegs prominenter Neuzugang vermeldet, Michael Wagner setzte als letzter sein Autogramm unter die lange Einkaufsliste. Mit Thomas Mandl, Thomas Flögel, Jürgen Panis und Eric Akoto trifft der designierte Kapitän auf vier Mann, mit denen er 2003 den Titel nach Favoriten holte. Zum Vergleich: Bei Austria stehen mit Dospel, Rushfelt, Janocko, Dhedenee und Heimkehrer Linz derzeit ebenfalls nur fünf Meisterkicker im Kader. "Hier kann absolut etwas Großes entstehen", begründet Wagner, warum er Admira einem wesentlich lukrativeren Engagement bei Saturn Ramenskoje vorgezogen hat.

Bankerldrücker

Jede Position in der Südstadt ist mit einem (Ex-)Teamspieler neu besetzt worden. Für Bjelica und Pashazadeh, die einzigen, die vom Stamm der Vorsaison gehalten wurden, bleibt vorerst nur ein Platzerl auf der Bank. Wie auch für Asiens Ex-Fußballer des Jahres, Khodadad Azizi.

Das Saisonziel ist klar definiert und lautet Europacup-Startplatz. Ein teures Vergnügen bei einem bisherigen Zuschauerschnitt von nicht einmal 1500. Klubchef Weiss versichert zwar, durch die vielen Abgänge das Jahresbudget nur geringfügig auf 5,5 Millionen Euro erhöht zu haben. Doch Majid Pishyar, Präsidiumsmitglied und Chef von Sponsor 32Group, hat bereits signalisiert, im Notfall mehr als die bisher kolportierten drei Millionen pro Jahr zuschießen zu wollen.

Als der iranische Milliardär vor einem halben Jahr bei Admira einstieg, waren seine ersten Forderungen personeller Natur: ein Sportchef und ein Sportmanager seines Vertrauens. Manager Christian Trupp musste den Posten räumen, zwei Iraner hielten Einzug. Doch der eine (Sportchef Mohajerani) ist längst empört abgedampft, der andere (Sportmanager Mohseni) sitzt im Schmollwinkerl und fühlt sich übergangen. Grund: Weiss und Neo-Generalmanager Manfred Polster bestimmten den Kader-Fahrplan, Trupp agierte weiterhin im Hintergrund und brachte einen Deal nach dem anderen ins Trockene.

Pishyar, der mit dem Engagement in Österreich vor allem ein Standbein für künftige Ost-Geschäfte seiner Firmengruppe schaffen will, hat sich längst Hans Werner Weiss als Vertrauensmann auserkoren. Und teilt mit diesem auch den Hang zu traditionell euphorischer Erwartungshaltung: Selbst das Wort Meistertitel ist in der Südstadt nicht mehr tabu.

Artikel vom 23.06.2005 |Adi Himmelstoss, Stephan Blumenschein, Kurier

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Admira - DSV Leoben 1:2 (0:2). -    :nein:

Admira spielte mit:

Mandl; Wimmer, Pashazadeh, Fürthaler, Füzi; Bule (70. Thonhofer), Flögel, Bjelica (85. Hoffer), Panis (46. Horvath), Egressy; Wallner (46. Saglik). -

Tore:

Horvath (65.); Kozelsky (25.), Krajic (27.).

warum sucht man sich auch immer so schwere Gegner aus :glubsch:

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Ich denke man sollte den derzeitigen Vorbereitungsspielen schon Beachtung schenken, sie aber auch nicht zu ernst nehmen. Es gibt haufenweise neue Spieler und die müssen sich als Mannschaft erst finden. Bin trotzdem vorsichtig optimistisch was die neue Saison betrifft.

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erinnert euch doch an die frühjahrsvorbereitung! schlechte ergebnisse en masse. zum frühjahrsauftakt war dann plötzlich alles anders, und wir gehörten lang zu den besten frühjahrsteams.

jetzt wird kraft und kondition getankt, darunter leidet dann natürlich die leistung bei den testspielen. soetwas zählt gar nix, und ist völlig wurscht.

lasst die spieler fit werden, kondition tanken und sich einspielen, dann wird das eine ganz andere mannschaft sein. ;)

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erinnert euch doch an die frühjahrsvorbereitung! schlechte ergebnisse en masse. zum frühjahrsauftakt war dann plötzlich alles anders, und wir gehörten lang zu den besten frühjahrsteams.

jetzt wird kraft und kondition getankt, darunter leidet dann natürlich die leistung bei den testspielen. soetwas zählt gar nix, und ist völlig wurscht.

lasst die spieler fit werden, kondition tanken und sich einspielen, dann wird das eine ganz andere mannschaft sein.  ;)

100% meine Meinung in dieser Vorbereitungsphase müssen die Schenkeln glierten und Kondition geschunden werden und die Spieler sich kennenlernen Laufwege und so, da sind die Ergebnisse der Spiele absolute Nebensache.

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Neu – und gleich verletzt

FUSSBALL / T-MOBILE-BUNDESLIGA / Michael Wagners Einstand bei der Admira verlief nicht glücklich – genauso wie das Testmatch gegen Red-Zac-Ligist DSV Leoben.

VON MARTIN ZIMMERMANN

Lange hat die Admira auf ihn gewartet. Dann war er endlich da – und avancierte gleich zum großen Pechvogel. Ein herumliegender Ball wurde dem Mittelfeldspieler im Training zum Verhängnis. Diagnose: Überdehnung im Knöchel, zwei Wochen Trainingspause. „Er hat auch einen starken Bluterguss“, so Trainer Dominik Thalhammer.

Im Training ziehen alle Spieler zu 100% mit

Mit der Einstellung seiner Jungs ist der Coach zufrieden: „Das Training ist top“, lobt der Coach. Im Testspiel gegen den DSV Leoben (1:2) gab es im Gegensatz dazu vor der Pause keinen Grund für Lobeshymnen. „Mit der ersten Halbzeit können wir nicht zufrieden sein“, so Co-Trainer Ernst Baumeister. Zu groß waren – trotz verständlicher Müdigkeit – die Konzentrations- und Abstimmungsmängel. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Südstädter verbessert. „Da hätten wir vier, fünf Tore schießen müssen. Man hat in Ansätzen gesehen, wie viel Potenzial in diesem Team steckt“, war Thalhammer mit dem Auftritt nach der Pause zufrieden. Wermutstropfen: Es reichte nur zu einem Tor, nämlich dem Anschlusstreffer von Michael Horvath.

Das Turnier in Warschau ist ebenfalls abgesagt

Am Mittwoch geht‘s für Thomas Flögel & Co. nach Ungarn zum Test gegen Matav Sopron (19 Uhr). Am Samstag ist dann Sparta Trnava zu Gast. Entweder in der Südstadt, „oder wir spielen wieder auf einem Platz in der Umgebung. In Gumpoldskirchen war das nämlich ein tolles Erlebnis“, so Thalhammer, der am Tag nach dem 1:2 beim Golfen in St. Pölten entspannte. Im Juli hätte die Admira bei einem Turnier in Warschau antreten sollen – doch das fiel ebenso ins Wasser, wie die Teilnahme am Turnier in Teheran.

Quelle: NÖN

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Bis Pishyar kommt, bleibt alles, wie es ist

FUSSBALL / T-MOBILE-BUNDESLIGA / Khashayar Mohseni wird offiziell als Manager weitermachen. Alles wartet aber auf die Ankunft des „32 Group“-Chefs.

VON MARTIN ZIMMERMANN

Am vergangenen Donnerstag kam es zum Gespräch zwischen Klubboss Hans-Werner Weiss, General-Manager Manfred Polster und Manager Khashayar Mohseni. Dabei wurde über das weitere Betätigungsfeld Mohsenis innerhalb der Admira diskutiert.

Ergebnis: „Endgültig geklärt wird diese Causa, wenn alles andere steht. Dabei werden wir natürlich auch Herrn Pishyar einbeziehen, der nächste Woche zur Team-Präsentation kommt“, so Weiss. Mohseni bestätigt: „Vorerst bleibt alles, wie es ist.“ Bei dieser Teampräsentation, die nächste Woche in der Eventpyramide Vösendorf stattfinden wird, wird auch Michi Hatz erstmals öffentlich für die Admira tätig sein. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere unterzeichnete der Ex-Kapitän einen Vertrag als Verantwortlicher für PR und Öffentlichkeitsarbeit im Verein. „Ich bin nicht bei der Admira angestellt, aber ich stelle mich zur Verfügung. Ich werde Partner und Sponsoren betreuen, beim Aufbau neuer Strukturen helfen und auch Schnittstelle zwischen Verein und Land sein“, so Hatz, der gute Kontakte zu Landeshauptmann Erwin Pröll pflegt und bei „Sports Consult & Invest“ eingestiegen ist.

Die neuen Dressen werden bald beflockt

In den bisherigen Testspielen spielte die Admira mit Trikots ohne Hauptsponsor. Hans-Werner Weiss klärt auf: „Die neuen Dressen müssen erst beflockt werden. Nordea wird auch in dieser Saison als Hauptsponsor auf der Vorderseite zu sehen sein. Die 32 Group wird am Rücken der Trikots Weiss-Logistics ersetzen.“

Es werden weitere neue Spieler kommen

Schon bisher gab es zwölf Zugänge bei der Admira, doch das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht. Geht es nach Cheftrainer Dominik Thalhammer, so kann er bald drei weitere Neuzugänge begrüßen: Mario Fürthaler (Abwehr-Allrounder aus Untersiebenbrunn) und Mahir Saglik (Stürmer von den Dortmund Amateuren) hinterließen bei ihrem einwöchigen Probetraining einen guten Eindruck. Saglik ist zwar nach Deutschland zurückgekehrt, trotzdem wird mit beiden Spielern verhandelt.

Über Damir Milinovic (Innenverteidiger, Salzburg) hat Thalhammer sehr gute Auskünfte bekommen – auch er soll in die Südstadt gelotst werden. „Wenn wirklich alle drei kommen, sollte es das gewesen sein“, kann der Coach bald an seiner endgültigen Wunschformation basteln.

Quelle: NÖN

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"Unabsteigbare" Admira hat nach Umbruch Lust auf mehr

Man spricht persisch: Mit Razzaghi, Azizi und Paschazadeh tragen drei Iraner das Admira-Dress

Wien - Seit Dezember vergangenen Jahres spricht man in der Südstadt persisch. Durch den Einstieg der potenten 32Group hat sich im Süden Wiens einiges verändert.

Und also auch die Ansprüche, die mit dem gestiegenen Budget im Gleichschritt wachsen. Zumindest bei den Verantwortlichen, die es im Gegensatz zu den Fans ruhig angehen lassen wollen.

In Maria Enzersdorf wird tiefgestapelt, unter anderem weil 13 neuen Spielern unglaubliche 25 Abgänge gegenüber stehen. Getreu dem neuen Motto: Qualität maximieren, Quantität auf ein verträgliches Maß senken.

Khodadad Azizi dribbelt Tomasz Iwan ins Aus

Und das scheint bei einem Blick auf die Kaderliste ganz gut gelungen zu sein, denn mit Michael Wagner, Thomas Mandl, Roman Wallner, Gerd Wimmer (HIER geht es zum Sport1-Interview) und Jürgen Panis kamen gleich fünf Spieler, die über rot-weiß-rote Nationalteam-Erfahrung verfügen.

Der Iraner Khodadad Azizi, der bereits mit Toni Polster in Köln gescherzt und -kickt hat, sorgt für internationales Flair. Der persische Dribblanski soll Tomasz Iwan vergessen machen. Zu ähnliche Spielertypen, deshalb keine Chance auf eine gemeinsame Zukunft.

Gabor Egressy, ehemaliger ungarischer Teamstürmer, und Nino Bule, der bereits in Pasching und Salzburg sein Glück versuchte, sollen gemeinsam mit Roman Wallner regelmäßige Tor-Feuerwerke abbrennen.

"Unsere neuen Spieler haben Qualität, einige wurden aber bei ihren Vereinen abgeschrieben und brennen jetzt darauf, sich neu zu beweisen", so das Credo von Admira-Trainer Dominik Thalhammer im Gespräch mit Sport1.

Wallner hofft auf viele Tore und wenig Ausrutscher

Roman Wallner, der leihweise aus Hannover kam, wo er als Bankdrücker nicht glücklich wurde, will sich rehabilitieren und Tore sprechen lassen.

"Romans großes Ziel ist sein Team-Comeback. Für ihn ist es wichtig, wieder eingesetzt zu werden und Praxis zu bekommen."

"Admira ist ein ruhiger Verein, in dem sicher viel über ihn gespielt werden wird", hofft Wallner-Manager Hannes Egger auf viele Volltreffer und wenig Ausrutscher seines Schützlings.

Löcher in der Abwehr sollen bald gestopft werden

Noch ist das Transferprogramm aber nicht abgeschlossen. Admira sucht einen Innenverteidiger, die Löcher in der Abwehr sollen noch vor dem ersten Meisterschaftsspiel gestopft werden.

"Es gibt den einen oder anderen Kandidaten, aber wir waren bei zwei, drei Spielern etwas zu voreilig, deshalb möchte ich mich noch bedeckt halten", lässt sich der sportliche Übungsleiter der Südstädter nicht ins Transferblatt schauen.

"Das Team lernt sich von Tag zu Tag besser kennen!"

Für Thalhammer läuft die Vorbereitung nach Plan, auch wenn es in den ersten beiden Testspielen Ausrutscher in Form von Niederlagen gegen Kapfenberg und Leoben gab.

"Diese Probleme sind ganz normal wenn man eine total neue Mannschaft zusammenstellt. Das Gros der Spieler kannte sich und die Laufwege der anderen nicht", so Thalhammer, den die Tests gegen Sopron (1:1) und Spartak Trnava (3:1) positiv stimmen.

"Wir haben uns in den letzten beiden Spielen gesteigert, das Team wächst immer mehr zusammen und lernt sich von Tag zu Tag besser kennen."

Austria-Quintett mit geballter Meister-Erfahrung

Die schwierige Suche nach einer Mannschaft gestaltet sich für den jüngsten Trainer der Liga nur bedingt schwierig. "Ich bin überzeugt, dass wir beim Saisonauftakt gegen die Wiener Austria sehr konkurrenzfähig sein werden."

Auch weil eine violette Tendenz im Admira-Kader nicht zu übersehen ist. Das Quintett Wagner, Flögel, Panis, Mandl und Eric Akoto hat mit der Austria 2003 den Titel geholt.

Meisterliche Erfahrungen gibt es also zuhauf, der Meistertitel ist unweit der Shopping City Süd aber kein Thema. Noch nicht. "Wenn sich die Mannschaft schnell findet und zusammenwächst, hat sie viel größeres Potenzial als in der abgelaufenen Saison."

"Eine Platzverbesserung sollte also im Bereich des Möglichen liegen. Wenn alles optimal und hervorragend laufen sollte, können wir auch im Kampf um die internationalen Startplätze ein Wörtchen mitreden."

Baumeister folgt Tatar als Admira-Co-Trainer

Eine Veränderung gab es in der Sommerpause auch im Trainerteam. Ernst Baumeister wurde installiert, Co Alfred Tatar gegangen weil seine Gehaltsforderungenen zu hoch gewesen sein sollen.

"Tatar wollte das Doppelte verdienen, aber da haben wir nicht mitgemacht. Ich habe das als Geringschätzung dem Cheftrainer gegenüber empfunden", so Obmann Hans-Werner Weiss.

Für den Cheftrainer ist die Tatar-Geschichte bereits Schnee von gestern. "Der Abgang von Alfred Tatar ist für mich schon Vergangenheit. Wir haben ein halbes Jahr sehr gut zusammen gearbeitet, aber man musste sich trennen. Ernst Baumeister ist ein ganz anderer Typ als Tatar, aber ich bin mit seiner Arbeit bis jetzt sehr zufrieden."

Spielerische Linie forcieren, Aggressivität beibehalten

Und vielleicht gelingt mit dem ehemaligen Filigrantechniker Baumeister auf der Bank auch eine Image-Trendwende auf dem Platz. Die "Graue Maus" will viel lieber ein "bunter Hund" sein, erfrischender Farbtupfer in der Bundesliga.

"Ich erwarte mir, dass die Mannschaft in der Defensive sehr gut organisiert spielt und den aggressiven Stil aus der Vergangenheit beibehält. Aber wir werden in der Offensive die spielerische Linie forcieren."

Stephan Schwabl (mail)

Quelle: sport1.at

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Wimmer: "Wir haben genauso gute Fußballer wie Deutschland"

Nach acht Jahren streift Gerd Wimmer wieder den Dress seines Stammvereins Admira über

Wien - Back to the Roots heißt das Motto von Gerd Wimmer in diesem Sommer.

Nach fünf Jahren in Deutschland bei Eintracht Frankfurt, Hansa Rostock und RW Oberhausen kehrt der 28-Jährige an jene Wirkungsstätte zurück, wo er als 16-jähriger Teenager sein Bundesliga-Debüt gefeiert hat.

Wer Reisen tut, weiß viel zu erzählen. Also berichtet der Mann für die rechte Abwehrseite im Sport1-Interview über Trainings-Einheiten unter "Quälix Magath", die Vorzüge deutscher Tugenden und seine "Wickel" mit Teamchef Hans Krankl, der ihn als Stammspieler in der Deutschen Bundesliga links liegen ließ.

Sport1: Nach acht Jahren bist du wieder zurück in der Südstadt. Hat sich viel verändert?

Gerd Wimmer: Ja und Nein. Es sind immer noch sehr viele Leute da, die ich seit damals kenne. In Bezug auf die Mannschaft hat sich natürlich viel geändert. Aber die Südstadt ist nichts Fremdes für mich, es ist nicht so, als würde ich zu einem neuen Verein kommen.

Sport1: Fünf Jahre in Deutschland sind eine lange Zeit. Wie fällt dein Resümee aus?

Wimmer: Für mich waren es fünf schöne Jahre. Natürlich hat jeder Spieler Höhen und Tiefen, das gehört dazu. Aber im Gesamten gesehen war es eine sehr wertvolle Zeit. In Dortmund vor 83.000 Zuschauern oder in der Arena AufSchalke zu spielen: Das kann mir keiner mehr nehmen. Wunderschön, das möchte ich nicht missen!

Sport1: Deine erste Station war Eintracht Frankfurt, dein erster Trainer der jetzige Bayern-Coach Felix Magath. Stimmen all die Geschichten über "Quälix-Trainings-Einheiten"?

Wimmer: Es war schon sehr hart beim Felix. Aber das ist der Job, in Deutschland wird eben so gearbeitet. So habe ich Deutschland richtig kennen gelernt, seine Trainings-Einheiten waren bezüglich Ausdauer sehr intensiv. Im Spiel ist uns das aber zu Gute gekommen.

Sport1: Mit Frankfurt bist du abgestiegen. Nach einem Jahr 2. Bundesliga hast du in Rostock deine Rückkehr ins Oberhaus gefeiert. Vor allem im ersten Jahr lief es gut, oder?

Wimmer: Sehr gut sogar. Wir sind Zwölfter geworden und ich habe 26 Spiele absolviert. Aber schon ab Winter hat es persönliche Probleme mit Trainer Juri Schlünz gegeben. Darum habe ich nach dem ersten Jahr um die Freigabe gebeten, die wurde mir aber verweigert. Im zweiten Jahr habe ich dann nur vier Spiele gemacht. Im Winter hätte ich im zum GAK wechseln können, das hat aber nicht geklappt. Im Frühjahr hatte ich einen Muskelfaserriss in der Kniekehle, weswegen ich drei Monate ausgefallen bin. Also war der Wechsel nach Oberhausen wichtig für mich, weil ich Spiele gebraucht habe. Für mich war aber unabhängig vom Klassenerhalt klar, dass ich weggehe. Das mit der Admira hat sich schon relativ zeitig im März ergeben.

Sport1: Schlünz hat auf deiner Position mit Tjikuzu einen Spieler eingesetzt, der nicht gerade für rühmliche Schlagzeilen abseits des Feldes bekannt ist.

Wimmer: Er ist ein guter Fußballer, das andere lassen wir lieber. In Deutschland ist es so: Es ist zu wenig ein guter Fußballer zu sein, das Gesamte zählt. Zum Gesamten gehört, dass man sich keine Eskapaden erlauben kann, nicht betrunken sein darf. In Österreich wird über so etwas oft hinweggeschaut.

Sport1: Ist genau dieses letzte Etwas an Einstellung das, was uns im Vergleich zu Deutschland fehlt?

Wimmer: Wir haben genauso gute Fußballer wie Deutschland. Aber uns fehlt das letzte Bisschen zu einem deutschen Profi. Der gibt immer alles, egal wo und wann. Sicher gibt es Ausnahmen wie Mario Basler, der ist dafür Fußballerisch über allem gestanden. Aber so ist Deutschland, ihre Tugenden wirken sich auf den Fußball aus, während bei uns über viel hinweggeschaut wird, wenn du ein guter Spieler bist. In Deutschland spielt halt die Nummer 15 statt dir, wenn etwas vorgefallen ist. Der ist genauso gut.

Sport1: Wie beurteilst du das Standing österreichischer Fußballer in Deutschland?

Wimmer: Am Anfang ist es schwer. Du bist der "Ösi", wir haben keinen guten Namen. Aber wenn du Leistung bringst, dann bist du total anerkannt.

Sport1: Vom Können her müssten eigentlich mehr Österreicher den Sprung in die Deutsche Bundesliga schaffen, oder?

Während seiner Zeit in Rostock zerkrachte sich Gerd Wimmer mit ÖFB-Teamchef Hans Krankl

Wimmer: Auf jeden Fall! Für einen österreichischen Spieler ist es wichtig, dass er mit seinem Verein international spielt. Europacup-Spiele werden als Gradmesser hergenommen. Siehe Emanuel Pogatetz, der sich gegen Middlesbrough gut verkauft hat, schon ist er interessant. In der österreichischen Liga ist es schwer aufzufallen. Bei mir was es genauso: Ohne meine Spiele mit Rapid gegen Lazio oder 1860 München wäre es schwer geworden. Die haben gesagt: Der hat sich gegen Lazio bewehrt, also kann er auch in der Bundesliga bestehen.

Sport1: Ein Wermutstropfen deiner Zeit in Deutschland ist das Aus in der Nationalmannschaft.

Wimmer: Im ersten Jahr in Rostock war ich absoluter Stammspieler, es ist gut gelaufen. Da gab es dann den Zwischenfall mit dem Teamchef. Aber ich stehe dazu: Mir war bewusst, dass meine Teamkarriere unter Hans Krankl beendet ist, wenn ich meine Kritik in die Öffentlichkeit trage. Aber ich kann damit leben. Ich bin ein Typ, der niemanden aus dem Weg geht. Das ist der schwerere, aber der ehrlichere Weg.

Sport1: Unter dem Teamchef Hans Krankl gibt es für dich also unwiderrufbar keinen Weg zurück ins ÖFB-Team?

Wimmer: Nein, sicher nicht! Ich war ja nicht der einzige Spieler, bei Harald Cerny war genau dasselbe. Darüber sollte man sich Gedanken mache. Wenn ich ohnehin nur sieben Legionäre habe, kann es nicht sein, dass Stammspieler in Deutschland nicht gut genug für die österreichische Nationalmannschaft sind. Das geht nicht! Tut mir Leid, aber da stimmt etwas nicht! Ein bisschen Qualität müssen wir ja haben, wenn wir es in Deutschland schaffen. Wenn wir Holland mit 40 bis 80 Legionären, davon viele bei Barcelona, wären, dann bist du als Rostock- oder 1860-Spieler uninteressant. Das verstehe ich vollkommen, aber so nicht.

Sport1: Markus Weissenberger und Stefan Lexa, die gerade mit Frankfurt aufgestiegen sind, könnte Ähnliches passieren.

Wimmer: Das ist genau dasselbe. Es kann ja nicht sein, dass Weissenberger und Lexa uninteressant sind, wenn sie mit Frankfurt in der Deutschen Bundesliga spielen. Das geht einfach nicht! Die spielen Woche für Woche gegen Bayern, Dortmund oder Schalke. Das ist ja Qualität. Mich hat das nicht mehr interessiert. Deshalb ist für mich jetzt einmal die Admira wichtig. Da will ich Leistung bringen, mit der Mannschaft und dem Verein Erfolg haben.

Sport1: Von den Namen der Neuzugänge her erscheint Erfolg in der Südstadt nicht unwahrscheinlich.

Wimmer: Wichtig ist, dass wir uns einmal finden. Das geht bei 13 neuen Spielern nicht von heute auf morgen. Gelingt uns das, können wir durchaus eine gute Saison spielen.

Sport1: Gute Saison heißt für dich was?

Wimmer: Es klingt blöd: Absteigen wollen wir nicht. Nach oben hin ist alles offen.

Sport1: Noch einmal zurück zu Deutschland: Ist für dich eine Rückkehr möglich?

Wimmer: Im Bezug auf Fußball hat alles gepasst, auch als Mensch entwickelt man sich in fünf Jahren enorm weiter, ich habe viele neue Freunde gefunden. Ich glaube aber nicht, dass ich zurückkehre. Meine Lebensgefährtin und ich haben uns für eine Rückkehr nach Hause entschlossen und zu Hause heißt für mich in der Nähe von Wien.

Das Gespräch führte Peter Altmann

Quelle: sport1.at

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