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Dannyo

Lettland: Die Mauer der Gruppe D

6 Beiträge in diesem Thema

Mit dieser Diskussion möchte ich die Experten-Lounge, in der wir hoffentlich viele interessante Taktikdiskussionen führen werden, eröffnen.

Dass Lettland in der Rolle des totalen Underdogs steckt und zu allem Überfluss noch eine Hammergruppe erwischte, kann man wohl davon ausgehen, dass sich ihre taktischen Überlegungen für die erfolgreiche Bewältigung dreier schwerer Spiele sehr auf ihre Abwehr beschränken. Nur leider betreten die Letten da einen Teufelskreis.

Die meisten lettischen Abwehrspieler in Starkovs Kader sind gelernte Innenverteidiger oder Liberi, da in Lettland ein 3-5-2 noch immer Usus ist. Igor Stepanovs zum Beispiel ist gelernter Libero, ein "Sweeper" wie man in England sagen würde, wurde jedoch in seiner Zeit bei Arsenal so umgelernt, dass er auf diversen anderen Positionen ebenfalls gut zurecht kam.

Ich persönlich vermute das 5-4-1 als lettisches System, wobei innen Lobanovs und Stepanovs gesetzt sein sollten. Als dritter könnte Zemlinskis oder Isakovs hinzukommen. Die große Frage ist jetzt jedoch: Wie verwirklicht man ein 5-4-1-System am besten, ohne Aussenverteidiger einzusetzen ? Denn Lettland verfügt über keinen echten Aussenverteidiger...

ok, da wären jetzt Spieler wie Zakresevskis oder Blagonadezdins, die im Notfall jederzeit auf die Seiten ausweichen könnten. Andererseits könnte man auch Leute wie Stolcers, Bleidelis oder Zirnis auf diesen Positionen spielen lassen, womit man aber wieder bei einer Art 3-5-2 wäre. Und mit einem 3-5-2, da bin ich mir sicher, werden die Letten gegen Deutschland, Holland und Tschechien genau GAR NICHTS zu melden haben.

Was haltet ihr von dieser ganzen Sache ? Während man überall solide 4-4-2-Systeme spielt, hängt man in Lettland noch immer bei der Formationsfrage. Mir ist dann noch folgende Idee gekommen:

Kolinko

Stepanovs

Lobanovs - Isakovs - Zakresevskis

Astafjevs - Zirnis

Bleidelis - Laizans - Rubins

Verpakovskis

Das wäre vorerst meine einzige Idee die Abwehr solide zu halten ohne Aussenpositionen zu besetzen. Man darf hierbei nicht vergessen, dass Astafjevs und Zirnis sehr flexibel zu spielen haben und auch mal auf die Seiten ausweichen sollten, da man sich von Bleidelis, Rubins oder im Notfall Stolcers keinerlei Defensivarbeit erwarten darf.

Irgendwelche anderen Ideen wie man das lettische Abwehrdilemma drehen könnte ?

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Da ich keine Spielerinfos über die lettischen Spieler geschrieben habe kenne ich die Eigenschaften / Lieblingspositionen etc. der Abwehrspieler nicht so genau, aber ich glaube dir mal dass es wirklich keine Außenverteidiger gibt.

Tja, nun gibt es 3 Möglichkeiten:

1) Man spielt mit dem gewohnten 3-5-2. In der Quali wurde ja auch damit gespielt (oder?) und man schaffte trotzdem den Weg nach Portugal. Sicher sind Holland, Deutschland und Tschechien andere Kaliber als etwa die Türkei, aber vor allem gegen Deutschland braucht man sich glaub ich nicht verstecken. Die beiden gegnerischen Spitzen sollen Lobanovs und Zemlinkis nehmen, Stepanovs hingegen spielt den klassischen Libero. Auch gegen die Tschechen würde ich es durchaus so probieren, da die auch mit Koller / Baros zwei echte Stürmer haben. Holland hingegen ist da flexibler, da würde ich umstellen...

2)

Andererseits könnte man auch Leute wie Stolcers, Bleidelis oder Zirnis auf diesen Positionen spielen lassen, womit man aber wieder bei einer Art 3-5-2 wäre

Genau. Wenn schon keine Außenverteidiger vorhanden sind dann kann man Mittelfeldspieler die es gewohnt sind auf der Seite zu spielen, auch als solche einsetzen. Sicher, es ähnelt dann wieder einem 3-5-2, doch der Unterschied ist, dass sich Stolcers und Bleidelis eher nach hintern orientieren sollen und auch werden.

3) Dein Vorschlag ist natürlich auch plausibel, eine 3er-Kette mit Stepanovs als Libero dahinter. Gegen Holland wäre diese Lösung durchaus denkbar.

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Ich bin nicht genau informiert, welche Positionen diverse lettische Spieler zu spielen im Stande sind, deswegen übernehme ich einfach mal Dannyo's Voraussetzungen (keine Außenverteidiger).

Meiner Meinung nach sollten die Letten versuchen mit einem gewaltigen Übergewicht an Personal, Laufbereitschaft und Kampfkraft im defensiven Mittelfeld ihren theoretisch übermächtigen Gegnern Paroli zu bieten.

Mir schwebt da ein System alla:

..............................................X..................................

..............................................X..................................

....................................X................X..........................

..............................................X..................................

....................................X................X..........................

........................X.......................................X...............

..............................................X..................................

..............................................X..................................

vor.

Wenn man mit einem

Libero (letzte Instanz was vorher nicht gestoppt werden konnte haut er weg)

zwei Innenverteidigern (die die zwei gegnerischen Stürmer mittels Manndeckung abmontieren),

einem quasi Vorstopper (für den offensivsten zentralen Mittelfeldspieler zuständig),

zwei defensiven Mittelfeldspieler (die gegebenenfalls auch nach außen ausweichen können, in erster Linie aber zentral agieren sollten),

zwei Leuten auf den Flügeln (müssen laufstark sein, um in der Defensive die Flügelspieler des Gegners zu neutralisieren, sollten allerdings bei Kontern immer anspielbar sein, bzw. die gegnerischen Flügelspieler defensiv beschäftigen um den Druck von den Flanken zu nehmen),

ein zentral offensiver Mittelfeldspieler und

ein Stürmer (die alle Freiheiten haben und versuchen müssen den Ball so lange wie möglich zu halten)

Bei diesem System wird es wichtig sein, dass auf den Flügeln die Spieler, wenn nötig, übergeben werden, d.h. die äusseren Mittelfeldspielern mit den defensiven Mittelfeldspieler gut eingespielt sind um im Falle zweier offensiver Aussenverteidiger des Gegners auf den Flügeln zu helfen. Das wird besonders bei einem Gegner wie den Tschechen wichtig, da dort jede Flanke Dank eines Jan Kollers Torgefahr bedeutet.

Allgemein bin ich der Meinung ein Übergewicht im defensiven Mittelfeld würde die spielstarken Gegner der Letten zur Verzweiflung bringen, da der Platz ein Kurzpassspiel mit dem entscheidenden Lochpass aufzuziehen, bzw. über einem Doppelpass vors Tor zu kommen einfach nicht vorhanden wäre.

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@hapra

Ich denke das die Letten mit deiner Aufstellung extrem anfällig fürs Flügelspiel wären, so laufstark können die Flügel im Mittelfeld gar nicht sein. Gegen eine Kopfballstarke Mannschaft (und alle 3 Gegner sind fähig über die Flügel zu spielen und haben gute Kopfballspieler) kann das wohl sehr ins Auge gehen.

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Übrigens darf man nicht vergessen, dass ein Großteil der lettischen Abwehrspieler um die 30 Jahre alt und daher nicht mehr die spitzigsten und agilsten sind... das System von hapra würde zwar mMn grundsätzlich funktionieren, aber nicht im lettischen Team.

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das System von hapra würde zwar mMn grundsätzlich funktionieren, aber nicht im lettischen Team.

wie gesagt, bin über das Spielermaterial der Letten nicht ausreichend informiert

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