badest sagte am 15 Mar 2004 - 21:27:
und in unserem fall war das: Obmann Stocker - wahrscheinlich etwas naiv - hat sich darauf verlassen, dass zumindest ein relativ hoher prozentsatz der sponsoren, die mündliche zusagen erteilt haben, auch tatsächlich geld fliessen lässt. das ergebnis war aber ziemlich katastrophal, auf die mündlichen zusagen konnte man sich in fast keinem der fälle verlassen. deshalb klafft das loch.
hätte man im vornhinein gewusst, dass so wenig sponsorgelder hereinkommen, hätte man sich wohl Stary und Mair nit geleistet. trotzdem: wenn wir aufsteigen und im t.mobile-jahr einen gewinn erzielen können, haben wir alles richtig gemacht. denn wirtschaftliches risiko einzugehen gehört heutzutage genauso zum fußball wie das sportliche.
hm, naja, wenn zugesagte gelder nicht kommen, ist das natürlich blöd, ganz klar. aber mündlich wird oft mal was zugesagt, das kommt bei jedem verein vor. und auch wenn man eigentlich mit zusagen, die nicht hieb- und stichfest sind (was schriftliche verträge wären) nicht kalkulieren sollte (bzw. ein kalkulatorisches risiko berücksichtigen sollte), so tut das doch jeder verein.
aber wenn, wie im falle von wacker, ein hoher prozentsatz der sponsoren die zugesagten gelder nicht locker macht, dann hat es da etwas. entweder wurde schlecht verhandelt, unklar formuliert oder womöglich vage andeutungen als fixe zusagen gewertet. jedenfalls scheint die realität von den verantwortlichen sehr falsch eingeschätzt worden zu sein. denn dass potenzielle geldgeber bei wacker aufgrund der vergangenheit natürlich vorsichtig geworden sind, das hat man gewusst. und genau aus diesem grund hätte man gemäß kaufmännischer sorgfaltspflicht ganz besonders vorsichtig kalkulieren müssen. wenn man ein budget mit seifenblasen aufstellt, darf man sich nicht wundern, dass da am ende unter umständen ein loch klafft...
gescheiter wäre da wohl gewesen, die sache langsamer anzugehen, leute wie stary und mair nicht zu verpflichten, darauf zu warten, dass die gelder fix eintreffen und erst dann aufzurüsten. hätte halt alles vielleicht ein jahr länger gedauert, aber wacker stünde finanziell ohne probleme da.
und dass das wirtschaftliche risiko heutzutage zum fußball gehört, das will ich bezweifeln. eher hat es bis vor ein paar jahren noch dazu gehört, aber heutzutage krachen die klubs finanziell vorne und hinten, es kommen weniger sponsoren- und tv-gelder herein. gerade in diesen zeiten sollte eher solides wirtschaften gefragt sein als großes risiko...