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Ex-Barca-Idol Maradona in Lebensgefahr!

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Diego Maradona ringt mit dem Tod

Buenos Aires,19-04-04

Diego Armando Maradona ist unbestritten einer der größten Fußballspieler aller Zeiten, doch mit einem Leben voller Ruhm kam der Argentinier nicht zurecht. In Argentinien wird der frühere Weltmeister und "Fußballgott" von vielen noch immer über alle Maßen verehrt, doch der Weltöffentlichkeit steht er schon seit Jahren eher als tragische Figur vor Augen.

Nach gescheiterten Comebacks, Flops als Fußballtrainer und unzähligen Entziehungskuren wegen seiner Kokain-Sucht wurde der 43-jährige einstige Supersportler am Sonntag mit einem schweren Herzanfall in kritischem Zustand auf die Intensivstation einer Klinik in Buenos Aires eingeliefert. Sein Überleben war am Montag fraglich.

Dabei hatte die Fußballkarriere des kleinen, stämmigen Argentiniers aus den Elendsvierteln von Buenos Aires so strahlend begonnen. Als das fünfte von acht Kindern eines Fabrikarbeiters kam Maradona 1960 in Villa Fiorito zur Welt.

Das Talent des Jungen mit dem schwarzen Lockenschopf zeigte sich rasch: Der "Goldjunge" war noch keine 16 Jahre alt, als er in der argentinischen Profiliga debütierte. Ein Jahr später bestritt er das erste Länderspiel, 1979 wurde er Junioren-Weltmeister. 1982 wechselte er für damals knapp 140 Millionen Schilling zum spanischen Spitzenclub Barcelona.

Vier Jahre später feierte er seinen größten Triumph: Als Kapitän führte Maradona Argentinien 1986 in Mexiko zum WM-Titel. Im Viertelfinale gegen England (3:2) bugsierte Maradona den Ball mit der Faust ins Tor und meinte nachher, bei dem Tor sei wohl "die Hand Gottes" im Spiel gewesen. Für Aufsehen sorgte auch das zweite Tor des Regisseurs, bei dem er die halbe englische Elf stehen ließ und sein Solo aus der eigenen Spielhälfte erfolgreich abschloss.

So glänzend seine Fußballerlaufbahn begonnen hatte, so rasant ging es mit Maradona - in 91 Länderspielen erzielte er 34 Tore - in den 90ern bergab. Bei der WM 1990 stand Argentinien noch einmal im Endspiel, musste sich aber Deutschland geschlagen geben. Ein Jahr später folgten die ersten Drogenskandale.

Maradona wurde vom italienischen Verband für 15 Monate gesperrt, weil ihm in einem Drogentest 1991 Kokain nachgewiesen wurde. Er sammelte Pfunde an, brachte sich in einem Kraftakt nochmals für die Weltmeisterschaft 1994 in Form - nur um wieder gesperrt zu werden, diesmal wegen des verbotenen Aufputschmittels Ephedrin.

Nach erfolglosen Comeback-Versuchen hängte der Ex-Star des FC Barcelona und des SSC Napoli im Oktober 1997 endgültig die Fußballschuhe an den Nagel. Schlagzeilen sorgte er nur noch durch neue Kokainexzesse oder Enthüllungen wie die über ein uneheliches Kind. Seit Jänner 2000 verbrachte der Argentinier die meiste Zeit auf Kuba, wo er sich bei seinem "Freund" Fidel Castro einer Entziehungskur unterzog. Schon damals erlitt er einen schweren Herzanfall wegen einer Überdosis Kokain.

Als der stark übergewichtige Ex-Kicker im März dieses Jahres nach Argentinien zurückkehrte, wurde bereits heftig über seinen Gesundheitszustand spekuliert. Seit Sonntag kämpft Maradona nun auf der Intensivstation um sein Leben.

Maradona hatte am Sonntag den 2:0-Erfolg seines Ex-Klubs Boca Juniors über Nueva Chicago verfolgt, klagte aber während der Partie in der "Bombonera" über Unwohlsein. Auf Anraten seines Privatarztes Alfredo Cahe wurde der einstige Superstar sofort ins Spital eingeliefert.

Montagnachmittag erklärte das Krankenhaus im Stadtteil Recoleta, Maradona habe wegen sehr hohen Blutdrucks eine "kongestive Herzinsuffizienz" erlitten. Der Patient erhalte Beruhigungsmittel und Medikamente, die sein Herz stärkten. Maradona habe auf die ersten Maßnahmen positiv reagiert, seine Werte seien "stabil". Die Klinik schätze seinen Zustand jedoch "zurückhaltend" ein.

Die kommenden 48 Stunden seien entscheidend für Maradonas Genesungschancen, meinte sein Leibarzt Cahe, der zudem bekannt gab, dass der Ex-Star an einer Lungenentzündung leidet. Bei einer kongestiven Herzinsuffizienz ist die Pumpleistung des Herzens auf Grund einer Gefäßerweiterung nicht mehr ausreichend. Patienten mit dieser Störung dürfen sich nicht stark anstrengen.

Trotz aller Exzesse hat Maradona in seiner Heimat nach wie vor Kultstatus. Der grandiose Aufstieg vom Arbeiterkind zum Multimillionär und der tragische Fall in die Drogenabhängigkeit bewegt die Menschen. So gibt es über den einstigen "Fußballgott" ein Musical mit dem Titel "Die Zehn - Zwischen Himmel und Hölle". Im Vorjahr wurde in Buenos Aires ein Maradona-Museum eröffnet, im Nachbarland Chile widmete ein Winzer der Fußballlegende einen Wein. Sein Name: "Divino" - Der Göttliche.

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