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Videobeweis-Debatte

7 Beiträge in diesem Thema

Technologie-Debatte nach "Schande von Old Trafford"

Nach übersehenem Tottenham-Tor in Manchester soll Referees Hilfe zuteil werden - Deutsches System angeblich bald Einsatz bereit

In England ist nach dem weder von Schieds- noch Linienrichter registrierten Tor von Tottenham im Spiel gegen Manchester United mit Macht eine neue Runde in der Diskussion "Technologie im Fußball" losgebrochen. Die Fakten: Dienstag, 89. Minute in der Premier-League-Partie ManU gegen Spurs in Old Trafford. Pedro Mendes riskiert von der Mittellinie einen Lob Richtung Manchester-Tor. Dessen Keeper Roy Carroll kann den Ball nicht festhalten, welcher in der Folge ganz eindeutig die Torlinie überquert, ehe er vom nachfassenden Nordiren wieder ins Spiel befördert wird. Dieses läuft ohne Konsequenzen weiter und endet 0:0.

"Das ist vielleicht der bizarrste Vorfall, den es je in der Premier League gegeben hat", meinte ein Vertreter der Buchmacher-Firma William Hill am Donnerstag. Die Bookies gaben bekannt, jeden Wetter der auf einen Torschützen Mendes gesetzt hatte, auch auszuzahlen.

Schneller als Christie

Schiedsrichter-Assistent Rob Lewis sah sich jedenfalls außer Stande eine geeignete Position zu erreichen, um eine sichere Tor-Entscheidung fällen zu können. Er sei im Moment des Schusses auf einer Linie mit dem letzten Verteidiger gestanden, um eine mögliche Abseits-Stellung zu sichten. Um danach auf Höhe der Torlinie zu kommen "hätte ich schneller als Linford Christie sein müssen", sagte er in einer Lokalzeitung.

Spurs-Trainer Martin Jol, dessen Mannschaft um den ersten Sieg im "Theatre of Dreams" überhaupt gebracht wurde, sah das naturgemäß etwas anders. Der Linienrichter hätte näher am Geschehen sein müssen, meinte er. "Ich will es nicht Schande nennen, obwohl es eine war. Es gibt so viel Technik in der Welt und im Fußball müssen wir uns mit sowas herumschlagen", ärgerte sich der Niederländer in der "Times". Auch die Kollegen Sir Alex Ferguson und Arsene Wenger von Arsenal äußerten sich in diesem Sinne.

Für die Kommentatoren in den englischen Zeitungen steht mehr oder weniger fest, dass dem Spielleiter früher oder später technologische Hilfsmittel zur Verfügung gestellt werden müssen, um solche Vorfälle hintanzuhalten. Der heutige Fußball sei so schnell geworden, dass die Referees zunehmend überfordert seien. Aber auch Carroll bekam in einem Guardian-Kommentar sein Fett ab. Der Tormann hätte Fairness zeigen und das gefallene Tor selbst anzeigen müssen.

Funken statt schauen

Der Videobeweis, dessen Einführung von FIFA-Präsident Blatter erst kürzlich wieder ins Spiel gebracht worden war, wird jedoch als nicht zielführend erachtet. Elendslange Unterbrechungen des Spiels zum Bilderstudium seien nicht praktikabel. Vorzuziehen seien Lösungen, die auf Funkbasis dem Schiedsrichter ohne Zeitverlust signalisieren, sobald der Ball Tor- oder Outlinie überschreitet. In dieselbe Kerbe schlug Keith Hackett, Chef der englischen Schiedsrichterschaft: "Meiner Ansicht nach sollte für faktische Fragen, zum Beispiel ob der Ball die Linie überschritten hat, Technologie zur Verfügung gestellt werden. Alle Bereiche in denen auf das Ermessen des Schiedsrichters abgestellt wird, sollten unverändert bleiben", wird Hackett im "Guardian" zitiert.

Ein entsprechendes System, entwickelt vom deutschen Unternehmen Cairos, steht möglicher Weise bald bereit. Dabei sendet ein in den Ball integrierter Chip 2000 Signale pro Sekunde an ein im Stadion installiertes Netzwerk von Empfängern. Die Position des Spielgeräts kann damit in jedem Moment bis auf einen Zentimeter genau bestimmt werden. Beim Überschreiten der Torlinie würde der Schiedsrichter - und nur er - durch ein Vibrationssignal darauf aufmerksam gemacht. Chips in den Schienbeinschonern der Spieler könnten auch über eventuelle Abseitsstellungen informieren. Die englische Football League (dritte und vierte Leistungsstufe) hat sich bereits als Versuchskaninchen für eine Testphase angeboten.

Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Graham Barber stellt hingegen die Kosten-Nutzen-Fage. Situationen wie jene in Old Trafford kämen nur selten tatsächlich vor. Es sei zu überlegen, ob die für die Einführung einer Hilfstechnologie notwendigen Ausgaben dazu in einer vernünftigen Relation stünden. Insbesonders, da eine solche nicht nur für Spitzenspiele reserviert sein darf, sondern für alle Matches im Profibereich zur Verfügung stehen müsste.

Quelle: derstandard.at

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so lang es tottenham trifft, kann es ruhig so bleiben...

nun meine (noch ernstere als ohnehin schon) weitere meinung zum thema.... bin klar dagegen, fußball besteht nun mal aus tatsachenentscheidungen der schiedsrichter, welche das salz in der suppe ausmachen (da kenn ich mich aus - bin ja koch), wäre alles ja nur noch halb so lustig ohne diese - und wenn man mike riley mal außen vor nimmt, gleicht sich das ganze ja über eine saison hinweg aus

bearbeitet von Keyser Soze

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Ich find schon, dass es zumindest wichig wär, ernsthaft drüber nachzudenken. Auch wenn solche Sachen relativ selten passieren, können sie über sehr wichtige Punkte und Ergebnisse entscheiden...

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass das Spiel keine lange Unterbrechung erfährt-so einen Vibrationsmechanismus kann ich mir (zumindest als Testlauf) also gut vorstellen. Das dadurch eventuell viel Emotion rausgenommen wird ist zwar richtig, aber wenn sowas wie in Old Trafford meinem Verein passiert, pfeif ich auf das höhere Emotionspotential durch Schiri-Ermessensentscheidungen.

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aber wenn sowas wie in Old Trafford meinem Verein passiert, pfeif ich auf das höhere Emotionspotential durch Schiri-Ermessensentscheidungen.

keine angst, juve wird das bestimmt nie passieren....

bearbeitet von Keyser Soze

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Videobeweis Nein Danke! Lasst den Sport so wie er ist. Und einen so blinden Linienrichter wie bei ManU - Tottenham gibts wahrscheinlich kein zweites Mal.

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Und einen so blinden Linienrichter wie bei ManU - Tottenham gibts wahrscheinlich kein zweites Mal.

Naja, so würde ich das nicht sagen.

Der Linienrichter war nicht auf Ballhöhe bei dieser unglücklichen Aktion, weil der Ball ca. von der Mittellinie geschossen wurde und dort befand sich auch der Linienrichter und von der Mittellinie einen solchen Sprint hinzulegen der den Schuss noch einholt kann er nicht machen.

Also kann er es gar nicht gesehen haben.

Der Linienrichter rannte nämlich gleichzeitig weg wie der Schuss kam.

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