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Kaotic

Zürich - Basel

9 Beiträge in diesem Thema

20min

Letzigrund wird am Sonntag zur Festung

Aus Angst vor einem grossen Hooligan-Aufmarsch am nächsten Sonntag beim Fussballspiel des FCZ gegen den FCB wird der Zaun rund um das Stadion Letzigrund mit Brettern und Plastikfolien verbarrikadiert.

Im Innern des Letzigrunds wird am Zaun Stacheldraht montiert...

«Durch den Sichtschutz soll verhindert werden, dass verbotene Gegenstände wie Knallpetarden über den Zaun geworfen werden können», erklärt Stadionchef Beat Portmann vom städtischen Sportamt. Im Stadioninnern wurde entlang der Tartanbahn Stacheldraht am Zaun angebracht.

«Wir investieren einen fünfstelligen Betrag in diese Sicherheitsmassnahmen», so Portmann. Diese bleiben vorerst bis Ende Saison.

Die Stadtpolizei stuft die Begegnung am Sonntag als Spiel mit hohem Risiko ein und wird mit einem Grossaufgebot vor Ort sein.

bilder unter www.20min.ch

NZZ

«High-Risk-Spiel» im Letzigrund

Aufbau einer Hooligan-Datenbank als zentraler Punkt im Parlament

Wenn am Sonntag der FC Basel zu Gast im Letzigrund ist, gibt die Stadtpolizei Zürich eine «sechsstellige Summe» für den Einsatz in dieser als «High-Risk-Spiel» deklarierten Partie aus. Auf den FC Zürich als Veranstalter kommen Sicherheitskosten in der mehrfachen Höhe eines gewöhnlichen Meisterschaftsspiels zu.

fcl. Die abschreckende Wirkung der massierten Polizeipräsenz und des Sicherheitsdienstes auf gewaltbereite Gruppierungen ist allerdings nur eine Massnahme zur Eindämmung der Ausschreitungen. Sukkurs verspricht sich die Swiss Football League vor allem von der Legislative. Ein Gesetzgebungspaket, das nach der anstehenden Debatte im Bundesrat auch «baldmöglichst» im Parlament behandelt wird, sieht als zentralen Punkt die Schaffung einer Hooligan-Datenbank vor. Sie soll den Austausch von Fotos und Namen gewalttätiger Personen ermöglichen und bildet die Grundlage für den Erlass von schweizweiten Stadionverboten.

Die Idee dazu stammt von der ehemaligen Justizministerin Ruth Metzler, die im Rahmen des Bundesgesetzes «Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit» einen Vorschlag angeregt hatte. Die Datenbank soll den interkantonalen Austausch einschlägiger Personalien ermöglichen. Vor allem der Datentransfer zu den verschiedenen Polizei-Korps über die Kantonsgrenzen hinweg ist dabei zentral. Damit würde die Grundlage geschaffen, einen Gewalttäter aus einem bestimmten Rayon zu verbannen (Ausgrenzung) und ihm den Zutritt zu einem Stadion zu verwehren.

Darüber hinaus verspricht man sich eine gewisse Vereinheitlichung der föderalistischen Vielfalt im Bereich der Polizeigesetze. So ist es heute in Basel beispielsweise möglich, einen potenziellen Hooligan in Präventivhaft zu nehmen, in Zürich dagegen ist ein solches Vorgehen nicht erlaubt. In Ergänzung zur Datenbank ist zudem vorgesehen, dass sich einschlägig bekannte Randalierer bei der örtlichen Polizei melden müssen. Im Hinblick auf internationale Spiele wird zudem ein Ausreiseverbot für gewalttätige Fans in Aussicht gestellt.

«Das Stadionverbot ist zentral»

Thomas Helbling zu den Ausschreitungen

Thomas Helbling, als Präsident der Sicherheits- und Fan-Kommission der Swiss Football League müssen Ihnen die jüngsten Ausschreitungen in Schweizer Fussballstadien zu denken geben.

Das Phänomen ist immer das gleiche, unabhängig davon, ob es sich um den Cup-Wettbewerb oder die Meisterschaft handelt. Im Schweizer Cup ist es deshalb ausgeprägter, weil die Gewaltbereiten sich als Plattform vermehrt die Stadien unterklassiger Klubs aussuchen. Dort sind die Sicherheitsmassnahmen geringer. Ein Hauptproblem liegt darin, dass die Stadioninfrastruktur in der Schweiz allgemein veraltet ist.

Ist das Problem zu lange unterschätzt worden?

Bevor ich im Februar die Aufgabe als Präsident übernommen habe, hat die damalige Sicherheitskommission in drei Jahren ein einziges Mal getagt. Inzwischen haben wir mit neuen Leuten eine Prioritätenliste erstellt.

Welche Massnahmen schweben Ihnen vor?

Am 12. November entscheidet die Präsidentenkonferenz der Swiss Football League über die Wiedereinführung der Kausalhaftung. Der Verein soll auch für das Verhalten seiner Fans in fremden Stadien zur Verantwortung gezogen werden können. In den letzten zwei Jahren war ein Gastklub jeweils aus dem Schneider, wenn er die ihm aufgetragenen, minimalen Pflichten erfüllt hat. Diese bestehen zum Beispiel darin, die Fans vor der Saison zu informieren, wie sie sich auswärts zu verhalten haben.

Ist ein Verein überhaupt in der Lage, seine Fans wirksam zu kontrollieren?

Die Kausalhaftung ist nicht der Weisheit letzter Schluss, und es geht auch nicht darum, den Vereinen damit den schwarzen Peter zuzuschieben. Sie hätte aber eine erzieherische Wirkung, indem die Klubs angehalten werden, jetzt in die Fan- Arbeit und in die Sicherheit zu investieren. Das ist auch eine finanzielle Frage, wir sprechen von mehreren zehntausend Franken. Das Komitee SFL ist einstimmig für die Kausalhaftung und ausser einer kritischen Stimme aus dem FC Basel habe ich bisher keine ablehnende Haltung gespürt. Ich bin daher zuversichtlich, dass uns die Wiedereinführung gelingt.

Welche Massnahmen trifft die Swiss Football League selber?

Wir haben in den letzten Monaten Ausführungsbestimmungen zum Sicherheits-Reglement erarbeitet, die zusammen mit der Kausalhaftung auf die Rückrunde 2004/05 in Kraft treten sollen. Sie sehen zum Beispiel vor, dass die Liga eine zentrale Schulung für die Sicherheitsverantwortlichen jedes Vereins anbietet, damit alle das gleiche Niveau erreichen. Parallel dazu wollen wir erreichen, dass in jedem Klub die Stelle eines Fan- Verantwortlichen geschaffen wird.

Im GC existieren diese Chargen. Dennoch haben die Ausschreitungen im Derby oder zuletzt in Bellinzona nicht verhindert werden können.

Im ganzen Massnahmenkatalog ist ein schweizweites Stadionverbot zentral. Wir können ein solches zwar heute schon aussprechen, aufgrund des Datenschutzgesetzes und der ungenügenden Kommunikation zwischen den Klubs ist die Durchsetzung aber schwierig. Das heutige Stadionverbot ist zahnlos. Im Oktober habe ich deshalb Gespräche mit der parlamentarischen Gruppe Sport geführt. Wir erhoffen uns Unterstützung in der Schaffung der Hooligan-Datenbank. Der Entwurf dieses Gesetzes ist zwar nicht für den Fussball geschaffen worden, sondern ist auf die Bekämpfung der Rechtsextremen-Szene zurückzuführen. Erst mit der EM 2008 ist die Datenbank auch für den Fussball zum Thema geworden. Im Wind der Euro käme auch die Swiss Football League zu einer Grundlage, Stadionverbote wirksam durchsetzen zu können.

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Wenn auch in der Schweiz die «Fans» zum Problem werden

Am letzten Wochenende hat der Fussball auch in der Schweiz sein abstossendes Gesicht gezeigt. In Bellinzona, im Cup-Match gegen GC, wüteten Vermummte aus dem Zürcher Lager während und nach dem Spiel. In Sitten gebärdete sich eine Horde Servette-Anhänger auf ähnliche Weise. Klubs und Sicherheitsverantwortliche tun sich immer schwerer damit, Sicherheit zu bieten.

Schiedsrichter Nobs war im Tourbillon zu Sitten drauf und dran, die Partie zwischen dem FC Sion und Servette abzubrechen, wie das gegen die Genfer schon einmal der Fall gewesen war (ein «Geister-Spiel» im April 2001 war die Konsequenz). Auch in Meyrin, Baden und Winterthur gab es Ausschreitungen.

Dass sich die Vorfälle in Cup-Partien häufen, ist nicht zufällig. Spiele dieses Wettbewerbs stehen unter der Ägide des Schweizer Fussballverbandes (SFV). Hier gelten nicht so strenge Vorschriften wie in der Super League. Zwar erhalten die Klubs von der Marketingagentur Sportart AG ein Dossier mit allen nur erdenklichen Auflagen, aber über das Thema Sicherheit ist darin nichts zu lesen. Somit wird der Präsident eines kleinen Vereins (was in gewisser Weise auch für einige Challenge-League-Klubs zutrifft) mit der Problematik ziemlich alleine gelassen.

Naives Verhalten ennet dem Gotthard

Fehlen durchdachte Massnahmen, bietet sich für Randalierer sofort ein weites Feld für verabscheuungswürdige Auftritte. Dies war ohne Zweifel auch in Bellinzona der Fall, wo die Chaoten von den mangelnden Kenntnissen sowie der Unerfahrenheit des Klubs auf diesem Gebiet profitierten. Der Inspizient des SFV hielt das etwas naive Verhalten ennet dem Gotthard denn auch in seinem Rapport ausdrücklich fest. Auf Seiten der AC-Bellinzona-Verantwortlichen sei präventiv und während des Matches wenig getan worden, um Ausschreitungen zu verhindern. Nebst einer gehörigen Portion Arglosigkeit hatte das Verhalten natürlich auch einen sehr ernsten Hintergrund. Die Vereine sind fast allesamt nahe der finanziellen Pleite. Es wird deshalb gespart, wo nur möglich.

Ein Verein von mittlerer Grösse in der Super League braucht rund 1000 zahlende Zuschauer, um während eines «normalen» Spiels (also nicht gegen Basel) den Schutzbestimmungen nachzukommen. Stadion-/Event-Manager Peter Landolt (Grasshopper-Club) hat von rund 40'000 Franken Auslagen für eine Partie ohne Risikofaktor gesprochen. Mit Blick auf diese Zahlen wird das Verhalten vieler kleiner Klubs im Cup verständlich. Auch dass im Stadio Comunale die Polizei recht spät in Erscheinung trat, ist erklärbar. Es ist Usus, die Polizei im Vorfeld aus Gründen der Kosten gar nicht erst «aufzubieten» und sich mit einigen Sicherheitsleuten zu begnügen. Denn wenn tatsächlich etwas passiert, ist diese Instanz aufgrund ihres Auftrages, für Ordnung und Schutz zu sorgen, ohnehin gezwungen, einzugreifen. Doch diese Art der Hilfestellung hat dann nicht der Klub, sondern der Steuerzahler zu berappen. Allerdings lässt sich der Verein damit auf ein ziemlich gefährliches Pokerspiel ein.

Wiedereinführung der Kausalhaftung?

Vor rund zwei Jahren hat der FC Zürich per Gerichtsbeschluss erreicht, dass ein Klub nur für die Vorfälle innerhalb des eigenen Stadions, nicht aber für die Taten seiner Fans in Auswärtspartien haftbar ist - ein verstärkter Vandalismus auf fremden Plätzen war die Folge. Deshalb wird wieder über die Einführung der einstigen Kausalhaftung nachgedacht. Grundsätzlich sind aber die Probleme anderswo auszumachen. Hierzulande fehlt es schlicht an griffigen Gesetzen, um den Hooligans beizukommen. Allein schon der Föderalismus treibt unglaubliche Blüten. So sind beispielsweise bereits diverse Sitzungen mit allen Beteiligten notwendig, wenn ein von der Polizei eskortierter Mannschaftsbus Kantonsgrenzen zu überqueren hat. Mit Blick auf die Euro 2008 ist hier jedoch (auch auf Bundesebene) vieles im Tun. Gemäss Rolf Suter (stellvertretender Direktor der Swiss Football League) ist davon auszugehen, dass auch auf die Vereine künftig gewaltige Aufgaben zukommen.

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NZZ

Kasten: Die Hooligan-Datenbank

Die Schwierigkeit, Sicherheit zu bieten

Wenn Schweizer «Fussball-Fans» zum Problem werden

Am letzten Wochenende hat der Fussball auch in der Schweiz sein abstossendes Gesicht gezeigt. In Bellinzona, im Cup-Match gegen GC, wüteten Vermummte aus dem Zürcher Lager während und nach dem Spiel. Sie zettelten Schlägereien an und hinterliessen ein Bild der Verwüstung. Im Tourbillon zu Sitten gebärdete sich eine Horde Servette-Anhänger auf ähnliche Weise. Sie bewarfen aus ihrem Sektor die Fussballer des Platzklubs mit allem, was ihnen in die Hände kam. Schiedsrichter Nobs war drauf und dran, die Partie abzubrechen, wie das gegen Servette schon einmal der Fall gewesen war (ein «Geister-Spiel» im April 2001 war die Konsequenz). Auch in Meyrin, Baden und Winterthur gab es Ausschreitungen.

Dass sich die Vorfälle in Cup-Partien häufen, ist nicht zufällig. Spiele dieses Wettbewerbs stehen unter der Ägide des Schweizer Fussballverbandes (SFV). Hier gelten nicht so strenge Vorschriften wie in der Super League. Zwar erhalten die Klubs von der Marketingagentur Sportart AG ein Dossier mit allen nur erdenklichen Auflagen, aber über das Thema «Sicherheit» ist darin nichts zu lesen. Somit wird der Präsident eines kleinen Vereins (was in gewisser Weise auch für einige Challenge-League-Klubs zutrifft) mit der Problematik ziemlich alleine gelassen.

Fehlen durchdachte Massnahmen, bietet sich für Randalierer sofort ein weites Feld für verabscheuungswürdige Auftritte. Dies war ohne Zweifel auch in Bellinzona der Fall, wo die Chaoten von den mangelnden Kenntnissen sowie der Unerfahrenheit des Klubs auf diesem Gebiet profitierten. Der Inspizient des SFV hielt das etwas naive Verhalten ennet dem Gotthard denn auch in seinem Rapport ausdrücklich fest. Auf Seiten der AC-Bellinzona-Verantwortlichen sei präventiv und während des Matches wenig getan worden, um Ausschreitungen zu verhindern. Nebst einer gehörigen Portion Arglosigkeit hatte das Verhalten natürlich auch einen sehr ernsten Hintergrund. Die Vereine sind fast allesamt nahe der finanziellen Pleite. Es wird deshalb gespart, wo nur möglich. Unter diesen Aspekt fällt auch das Vorgehen in der ACB - ein umfassendes Sicherheitsdispositiv hätte sehr viel Geld gekostet.

Ein Verein von mittlerer Grösse in der Super League braucht rund 1000 zahlende Zuschauer, um während eines «normalen» Spiels (also nicht gegen Basel) den Schutzbestimmungen nachzukommen. Stadion-/Event-Manager Peter Landolt (Grasshopper-Club) hat von rund 40_000 Franken Auslagen für eine Partie ohne Risikofaktor gesprochen. Mit Blick auf diese Zahlen wird das Verhalten vieler kleiner Klubs im Cup verständlich. Auch dass im Stadio Comunale die Polizei recht spät in Erscheinung trat, ist erklärbar. Es ist Usus, die Polizei im Vorfeld aus Gründen der Kosten gar nicht erst «aufzubieten» und sich mit einigen Sicherheitsleuten zu begnügen. Denn wenn tatsächlich etwas passiert, ist diese Instanz aufgrund ihres Auftrages, für Ordnung und Schutz zu sorgen, ohnehin gezwungen, einzugreifen. Doch diese Art der Hilfestellung hat dann nicht der Klub, sondern der Steuerzahler zu berappen. Allerdings lässt sich der Verein damit auf ein ziemlich gefährliches Pokerspiel ein.

Vor rund zwei Jahren hat der FC Zürich per Gerichtsbeschluss erreicht, dass ein Klub nur für die Vorfälle innerhalb des eigenen Stadions, nicht aber für die Taten seiner Fans in Auswärtspartien haftbar ist - ein verstärkter Vandalismus auf fremden Plätzen war die Folge. Deshalb wird wieder über die Einführung der einstigen Kausalhaftung nachgedacht. Grundsätzlich sind aber die Probleme anderswo auszumachen. Hierzulande fehlt es schlicht an griffigen Gesetzen, um den Hooligans beizukommen. Allein schon der Föderalismus treibt unglaubliche Blüten. So sind beispielsweise bereits diverse Sitzungen mit allen Beteiligten notwendig, wenn ein von der Polizei eskortierter Mannschaftsbus Kantonsgrenzen zu überqueren hat. Mit Blick auf die Euro 08 ist hier jedoch (auch auf Bundesebene) vieles im Tun. Gemäss Rolf Suter (stellvertretender Direktor der Swiss Football League) ist davon auszugehen, dass auch auf die Vereine künftig gewaltige Aufgaben zukommen.

Rolf Wesbonk

Die Hooligan-Datenbank

fcl. Wenn am Sonntag der FC Basel zu Gast im Letzigrund ist, gibt die Stadtpolizei Zürich eine «sechsstellige Summe» für den Einsatz in dieser als «High-Risk- Spiel» deklarierten Partie aus. Auf den FCZ als Veranstalter kommen Sicherheitskosten in der mehrfachen Höhe eines gewöhnlichen Meisterschaftsspiels zu. Die abschreckende Wirkung der massierten Polizeipräsenz und des Sicherheitsdienstes auf gewaltbereite Gruppierungen ist allerdings nur eine Massnahme zur Eindämmung der Ausschreitungen.

Sukkurs verspricht sich die Swiss Football League (vgl. Interview) vor allem von der Legislative. Ein Gesetzgebungspaket, das nach der anstehenden Debatte im Bundesrat auch «baldmöglichst» im Parlament behandelt wird, sieht als zentralen Punkt die Schaffung einer Hooligan-Datenbank vor. Sie soll den Austausch von Fotos und Namen gewalttätiger Personen ermöglichen und bildet die Grundlage für den Erlass von schweizweiten Stadionverboten. Die Idee dazu stammt von der ehemaligen Justizministerin Ruth Metzler, die im Rahmen des Bundesgesetzes «Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit» einen entsprechenden Vorschlag angeregt hatte. Die Datenbank soll den interkantonalen Austausch einschlägiger Personalien ermöglichen. Vor allem der Datentransfer zu den verschiedenen Polizei-Corps über die Kantonsgrenzen hinweg ist dabei zentral. Damit würde die Grundlage geschaffen, einen Gewalttäter aus einem bestimmten Rayon zu verbannen (Ausgrenzung) und ihm den Zutritt zu einem Stadion zu verwehren. Darüber hinaus verspricht man sich eine gewisse Vereinheitlichung der föderalistischen Vielfalt im Bereich der Polizeigesetze. So ist es heute in Basel beispielsweise möglich, einen potenziellen Hooligan in Präventivhaft zu nehmen, in Zürich dagegen ist ein solches Vorgehen nicht erlaubt. In Ergänzung zur Datenbank ist zudem vorgesehen, dass sich einschlägig bekannte Randalierer bei der örtlichen Polizei melden müssen. Im Hinblick auf internationale Spiele wird zudem ein Ausreiseverbot für gewalttätige Fans in Aussicht gestellt.

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Null Toleranz!

Nach den Krawallen: Jetzt will das Basler Fanprojekt mehr Geld; baz 2.11.04

Nach den Krawallen in Zürch (einmal mehr) fordert Herr Meier vom Fanprojekt mehr Geld und Personal. Bei seinem Amtsantritt verkündete er lauthals, dass man mit den Fans reden muss. Stadionverbote und Ausgrenzung seien kein Mittel für Chaoten. Nun Herr Meier, die Resultate lassen auf sich warten.

Ich halte nichts von Fanprojekten. Das ist nur «Blablabla» und bringt nichts. Ich sage, wie man mit diesen Idioten fertig wird: null Toleranz, Stadionverbote und ein Fanpass. Die Feststellung in der baz, dass es in Deutschland weniger Krawalle gibt, ist richtig. Die dort angesprochenen Fanprojekte sind nicht der Grund dafür. In Deutschland läuft die Polizei im ganzen Lande gleich. In Hamburg und Freiburg gelten die gleichen Gesetze. Die Vereine und der DFB (Fussbalbund) unterstützen die Sicherheitsorgane. Die Stadionverbote gelten in jedem Stadion. Der Informationsaustausch zwischen den Vereinen und Sicherheitsbehörden mit dem ZIS (Zentraler Informationsdienst beim LKA Düsseldorf) ist beispielhaft. Bei uns kochen jeder Verein und leider auch einige Sicherheitsorgane ihre eigene Suppe. Präsidenten und andere Funktionäre heben die von der Polizei verhängten Stadionverbote teils wieder auf. So kann man keine Hooligansbekämpfung betreiben.

Dieter Schaub, ehemaliger

Sicherheitschef FC Basel

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