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Tom032

"Ich schätze die Austria in der Preisklasse Sarago

7 Beiträge in diesem Thema

Wien - Eineinhalb Jahre war der frühere Salzburg-Goalie Otto Konrad in den 90ern in Diensten von Austrias UEFA-Cup-Gegner Real Saragossa.

Im Sport1-Interview spricht der mittlerweile 40-Jährige über die Chancen der Violetten und den "Familienbetrieb" Saragossa ("Für Spanien läuft es dort fast überkorrekt!").

Er äußert sich aber auch zum "Tormann-Krieg" bei Rapid und seine Aufgabe als Trainer im Challenge Team des ÖFB. Konrad optimistisch: "Es kommt wirklich guter Nachwuchs nach!"

Sport1: Wie beurteilen Sie die Chancen der Austria gegen Ihr Ex-Team Saragossa?

Otto Konrad: Saragossa ist eine Mannschaft, die sehr schwer auszurechnen ist, weil sie als eine Talenteschmiede Spaniens gilt. Sie haben eine irrsinnig hohe Fluktuation in ihrem Kader. Sie holen sich Spieler, die bei anderen Vereinen nicht zum Zug gekommen sind. Beispiele gibt es genug: Morientes, Dani, Kily Gonzalez oder Gustavo Lopez, mit denen ich noch zusammengespielt habe. Sie peppeln diese Spieler auf. Dadurch sind sie von Saison zu Saison schwer auszurechnen.

Sport1: Wobei es heuer ganz gut zu funktionieren scheint...

Konrad: Sie haben einen Lauf. Sie haben erst am Wochenende gegen FC Sevilla, immerhin Zweiter, 3:0 gewonnen. Dass Saragossa außerdem eine Cup-Mannschaft ist, beweisen sie fast jährlich. Sie spielen ein klassisches 4-4-2, legen dies aber flexibel an. Ich tippe, dass Saragossa relativ defensiv spielen wird, mit einer Spitze, nämlich Villa, und sich das ganze einmal anschauen wird. Die Austria muss sich die Frage stellen, ob sie auf Sieg spielen will oder ob ihr ein Punkt reicht.

Sport1: Grundsätzlich fällt auf, dass Saragossa sehr heimstark ist, auswärts aber wenig zusammen läuft. Da haben sie erst einen Punkt geholt und gar nur ein Tor geschossen.

Konrad: Das ist richtig. Für die Austria ist das sicher kein Nachteil. Ich schätze die Austria auch in der Preisklasse Saragossas ein. Die Austria hat einiges zustande gebracht, ist als homogenes Team aufgetreten. Es ist unwahrscheinlich, dass Einzelaktionen das Spiel entscheiden werden. Sie werden sich eher als kompakte Einheit präsentieren müssen, sonst gibt es gegen Saragossa nichts zu gewinnen.

Sport1: Haben Sie noch Kontakt nach Saragossa?

Konrad: Freilich! Aufgrund der angesprochenen hohen Fluktuation sind zwar nur mehr zwei ehemalige Mitspieler im Kader, darunter Tormann Cesar Lainez. Bei der Führungsebene ist aber alles beim Alten. Ich habe einen relativ guten Kontakt zu Präsident Solans, der von seinem Vater übernommen hat. Auch alle anderen Funktionäre sind noch dort. Man kann Saragossa fast als Familienberieb bezeichnen, was für spanische Verhältnisse eigentlich unüblich ist. Für Spanien läuft es dort fast überkorrekt. Ob Zahlungen oder Verträge, es gibt ganz, ganz selten Ungereimtheiten.

Sport1: Saragossa scheint sportlich ein sprunghafter Verein zu sein. Einmal sind sie im Europacup, dann steigen sie wieder ab. Ist das auf den jährlichen Ausverkauf der Talente zurückzuführen?

Konrad: Auf jeden Fall! Die wechseln jährlich, vier bis sechs Spieler aus. In Spanien gilt Saragossa als Fischteich, in dem es sich lohnt zu angeln. Saragossa finanziert sich aus diesen Verkäufen. Darum ist es extrem schwer, diese Mannschaft langfristig einzuschätzen.

Sport1: Gibt es keine Ambitionen, finanziell ein wenig zu riskieren und eine Mannschaft längerfristig zusammenzuhalten, um den Sprung nach oben anzupeilen?

Konrad: Es ist in Spanien schwer zu sagen: Ich investiere. Ob Real, Barcelona oder Valencia: Die haben das vier- oder fünffache Budget von Saragossa und schaffen es auch nicht permanent an der Spitze zu bleiben. Die Luft an der Spitze ist sehr dünn. Deswegen sagt sich Saragossa von Haus aus: Dort wollen wir nicht mitspielen, wir wollen ein gesichertes Budget haben. Sie riskieren nicht, koste es was es wolle - und das würde sehr viel kosten - unter die Top 3 zu kommen.

Sport1: Seriosität ist also Trumpf...

Konrad: Absolut! Das muss man bei diesem Verein unterstreichen. Das habe ich auch kennen gelernt bei der Vertragsauflösung. So stelle ich mir es vor, mit einem Verein zusammenzuarbeiten

Sport1: Wie schätzen Sie rückblickend Ihre Zeit in Saragossa ein. Was waren die Höhe- und Tiefpunkte?

Konrad: Jedes einzelne Spiel war ein Höhepunkt. Auch der Sieg gegen Real Madrid. Jedes Spiel war wie im Europacup mit Kulissen von 105.000 Zuschauern in Madrid oder in Barcelona im Cup vor 90.000 Zuschauern. Negativ war sicher, dass ich in diesem eineinhalb Jahren drei Mal operiert wurde. Zwei Mal an den Knien, einmal habe ich einen Tritt gekriegt, der mit 24 Stichen genäht wurde. Dann die Knallkörper-Geschichte. Von Glück war ich unten nicht wirklich verfolgt. Aber grundsätzlich war es eine der schönsten Zeiten, die ich im Fußball erlebt habe.

Sport1: Sie würden also sofort wieder wechseln?

Konrad: Ja. In Spanien habe ich Erfahrungen gemacht, was auch den Stellenwert des Spielers - positiv wie negativ - betrifft, die ich zuvor nicht geglaubt hätte. Auch als Tormann, der bei seinem vorherigen Verein einen besonderen Stellenwert genossen hat, muss man sich mit einem großen Konkurrenzkampf auseinandersetzen. Man kann nicht automatisch als Nummer eins hingehen. So wie es Manninger bei Espanyol geglaubt hat. Das funktioniert da unten nicht. Der Tormann hat im spanischen Fußball überhaupt nicht diesen Stellenwert wie in unseren Breiten. Der ist dort "ein notwendiges Übel". Das Austauschen eines Spielers von einer Partie zur anderen gilt auch nicht wie bei uns als Majestätsbeleidigung. Der Trainer entscheidet, da wird auch nicht von außerhalb von Zuschauern oder Presse so massiv Druck gemacht wie hier.

Sport1: Damit liefern Sie nahtlos eine Überleitung nach Österreich, wo es ja bei Rapid zurzeit eine interessante Torhüter-Situation mit den zwei Einser-Goalies Helge Payer und Jürgen Macho gibt. Ihre Einschätzung?

Konrad: Die Vertragssituation von Macho ist, ich sag es einmal vorsichtig, für Rapid sicherlich auf vereinspolitischer Ebene zu überdenken. Man darf hier nicht nur die sportliche Ebene betrachten. Die Herrschaften von Rapid werden sich schon Gedanken machen, wen sie unterm Strich spielen lassen. Ob es der Bessere ist, ist sowieso Geschmackssache.

Sport1: Wird die langfristige Lösung sein, dass Macho wieder abgegeben wird?

Konrad: Die Frage ist nur: Wem gehört dieser Macho? Wer profitiert von einem Verkauf? Das ist ein wesentlicher Punkt. Das Sportliche ist eine andere Ebene.

Sport1: Macht sich Rapid das Leben nicht selbst schwer? Sollte ein Torhüter nicht Vertrauen bekommen?

Konrad: Vertrauen ist eines, die Notwendigkeit für einen Spieler, gewisse Dinge zu akzeptieren, eine andere. Der Verein muss schauen, dass er am Ende der Saison wirtschaftlich gut aussteigt. Wer dann gespielt hat, ist wieder eine andere Sache.

Sport1: Sie sind im Challenge Team des ÖFB tätig. Kommt guter Torhüter-Nachwuchs nach?

Konrad: Ja, ja, ja und nochmal ja! Wir haben in Österreich vor allem auf dem Gebiet der Torhüter und auch jener Leute, die sie bei den Vereinen betreuen, noch nie eine so hohe Qualität gehabt wie zurzeit. In erster Linie ist es jetzt die Aufgabe von uns im ÖFB, die Spieler mit dem Challenge-Projekt gemeinsam mit dem Verein zu unterstützen, um eine bestmögliche Ausbildung zu erreichen. Wenn der "Bua" dann 19 Jahre alt ist, sollten wir sagen: Technisch und körperlich ist er in der Lage dort und dort zu spielen. Ob er dann auch spielt, obliegt den Vereinen. Aber: Es kommt wirklich etwas nach.

Sport1: Wobei im Moment bei fünf oder sechs Bundesligisten Ausländer das Tor hüten...

Konrad: Das ist die Frage, die irgendwann gelöst werden muss. Die Torhüter müssen spielen. Er kann noch so ein großes Talent sein, er kann körperlich und sportmotorisch noch so gut sein: Um internationalen Größe zu erlangen, muss man mindestens vier Jahre permanent spielen. Man muss seinen Mann stehen, damit man Erfahrung bekommt. Ein Tormann muss ein Charakterspieler sein, nicht nur beim Mundaufmachen, sondern auch von der Persönlichkeit her. Wenn die Vereine immer auf andere setzen, bekommen wir ein Problem. Darauf können wir vom ÖFB jedoch keinen Einfluss nehmen. Dabei wären es die günstigere Lösungen als Ausländer.

sport1.at

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@violet soldier

Lies dir nochmals deinen Beitrag durch und denk dann über unnötige Beiträge nach!

Der Artikel hat mit Austria zu tun, wieso soll ihn Sionko nicht posten :super:

Wird ja auch wegen jedem anderen Scheiss ein Thread aufgemacht.

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Ich schätze die Austria auch in der Preisklasse Saragossas ein.

na hoffentlich hat da gute otto da recht. ein sieg zum auftakt wär schon was feines. mit einem x müsst ma wohl auch zufrieden sein.

Forza Austria

Forza Heimsieg

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Nur weil von Sionko gepostet noch lange nicht unnötig!

Im Gegenteil, äusserst informativer Artikel über unseren heutigen Gegner! Ich stimme Konrad absolut zu, auch ich erwarte Saragossa zu Beginn sehr abwartend! Wir dürfen dann nur nicht den Fehler machen übermütig zu werden.

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Aber hoffentlich machen wir auch nicht den Fehler wie gegen Warschau oder Pasching das wir auf abwarten spielen und in eine lethargie verfallen....

Falls Saragossa wirklich so stark ist (bei unserem Sportmanager wäre ja selbst die Wirtshaustruppe Hintertopfing ein ernstzunehmender Gegner.... :D ) wird man in einem Spiel wo beide Mannschaften auf abwarten spielen und ein taktisches Geplenkel aufführen sicher schlechte Chancen haben!

Ich will bedingungslosen Einsatz und Kampf von der ersten Minute an sehen, dass nach vorne gespielt, früh attackiert und viel gelaufen wird. WIes der GAK gegen große Gegner zuletzt gemacht hat, oder Austria in Warschau.

Mit einer abwartenden Leistung wie zuhause gege Warschau oder Pasching wirds totsicher ein wenig erfolgreiches scheiss Spiel....

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