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goleador2000

Zlatan Ibrahimovic

4 Beiträge in diesem Thema

Jung-Stars der EURO: Zlatan Ibrahimovic (22), Schweden

Der Krawallbruder :p

Von wegen alter Schwede. Zlatan Ibrahimovic (22), Sohn jugoslawischer Eltern, passt so gar nicht ins Klischee von den unterkühlten Nordlichtern. Der Heißsporn fällt durch vorwitzige Sprüche auf. In Schwedens Nationalelf soll er die Sturmmisere beenden.

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Zlatan Ibrahimovic nach seinem Elfmetertor gegen San Marino

Stürmer sind die größte Mangelware im schwedischen Fußball. Celtics Torjäger Henrik Larsson hat sich aus dem Nationalteam verabschiedet und überlegt noch, ob er vielleicht doch zurückkommt. Marcus Allbäck hat bei Aston Villa die meiste Zeit damit verbracht, Verletzungen auszukurieren oder die Ersatzbank warm zu halten. So ruhen die EM-Hoffnungen auf einem 22-Jährigen, der nur in einem Qualifikationsspiel die kompletten 90 Minuten auf dem Platz stand: Zlatan Ibrahimovic

Nach dem Elfmeter gegen San Marino: Zlatan Ibrahimovic.Stürmer sind die größte Mangelware im schwedischen Fußball. Celtics Torjäger Henrik Larsson hat sich aus dem Nationalteam verabschiedet und überlegt noch, ob er vielleicht doch zurückkommt. Marcus Allbäck hat bei Aston Villa die meiste Zeit damit verbracht, Verletzungen auszukurieren oder die Ersatzbank warm zu halten. So ruhen die EM-Hoffnungen auf einem 22-Jährigen, der nur in einem Qualifikationsspiel die kompletten 90 Minuten auf dem Platz stand: Zlatan Ibrahimovic.

"Unschwedisch" ist ein besonderer Ausdruck. In anderen Sprachen sind vergleichbare Begriffe negativ besetzt. Im Schwedischen ist er als Auszeichnung gemeint. Zlatan Ibrahimovic wird häufig so bezeichnet. Mit "unschwedisch" wird jemandem gehuldigt, der nicht ins Klischee der scheuen, maulfaulen, bescheidenen, reservierten und vielleicht einfach etwas drögen Schweden passt. Ibrahimovic ist nichts von alldem. Weder auf noch neben dem Platz.

Sein Karriereweg ist gepflastert mit frechen Sprüchen, die er mit dem charakteristischen Zlatan-Grinsen und blitzenden Augen loslässt. Zum Beispiel darüber, wie er Liverpools finnischen Abwehrchef Sami Hyypiä vorgeführt hat: "Erst ging ich nach links, dann nach rechts. Da ging er mit. Dann ging ich noch mal nach rechts und er ging zum Würstchenstand."

Zlatan Ibrahimovic: Zahlen & Fakten

Oder was er von AS Roms norwegischem Stürmer John Carew hält: "Was der mit dem Ball kann, mache ich mit einer Apfelsine."

Und auch kein anderer schwedischer Nationalspieler würde auf die Schnapsidee kommen, in seiner Heimatstadt Polizist zu spielen, indem er ins Rotlichtviertel von Malmö fährt und dort einen mutmaßlichen Freier vermeintlich verhaftet. Das Problem: Der "Verhaftete" war mit der sozialen Absicht, den Prostituierten helfen zu wollen, vor Ort. Weder dieser noch die Polizei fanden die Aktion besonders witzig, aber die Medien hatten wieder eine tolle Zlatan-Story.

Vielleicht hat Ibrahimovic aus seinen Eskapaden gelernt, denn zuletzt war er in der Öffentlichkeit vorsichtiger. "Jetzt lasse ich den Fußball sprechen", hatte der Jungstar erklärt. Aber auch das reicht, um Schlagzeilen zu produzieren.

Viel Aufsehen erregte zum Beispiel der "Elfmeter-Raub" im EM-Qualifikationsspiel gegen San Marino. Beim Stand von 4:0 gab es in der 83. Minute Strafstoß für Schweden. Der eigentlich vorgesehene Schütze Kim Källström wollte sich den Ball holen, doch Ibrahimovic verweigerte die Herausgabe.

Zlatan Ibrahimovic über . . .

Stattdessen legte er ihn auf den Punkt und verwandelte selbst. Die Mannschaftskollegen verzichteten anschließend demonstrativ auf den Torjubel. "Ich war total wütend auf Zlatan", bekannte Källström hinterher.

Ein weiteres Kapitel über den "unschwedischen" Ibrahimovic, der anschließend zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen wurde, war geschrieben. Die Zlatan-Skeptiker fühlten sich danach wieder mal bestätigt. Ex-Nationalspieler Ralf Edström, jetzt Radio-Kommentator, war beileibe nicht der Einzige, in dessen Beurteilung die Formulierungen "überschätzt" und "hat noch viel zu beweisen" auftauchten.

Das Nationaltrainer-Duo Lars Lagerbäck und Tommy Söderberg war lange zurückhaltend gegenüber dem eigenwilligen Talent, geizte mit Einsatzzeiten. Das kantige Puzzlestück Ibrahimovic passte nicht in ihr etwas enggestricktes 4-4-2-System. Andere dagegen schüttelten den Kopf über diese Missachtung eines einzigartigen Spielers, dessen Unberechenbarkeit und Dribbelkünste im schwedischen Nationalteam ihresgleichen suchen. "Fußball soll Spaß machen. Ich will, dass immer irgendwas passiert. Ich denke ans Publikum, das ist wichtig für mich", erläutert Ibrahimovic seine Showeinlagen, die ständig im Fernsehen wiederholt werden.

Für die jungen Fans ist er längst ein großes Idol. Und spätestens nach seinem fantastischen Siegtor beim 1:0 im Testmatch gegen England vor drei Wochen sind sich wohl endlich alle einig: Ibrahimovic muss im Nationalteam gesetzt sein. Selbst Lagerbäck lobte: "Sein bestes Länderspiel."

Nicht nur in der Nationalmannschaft, auch bei Ajax Amsterdam hatte Ibrahimovic anfangs Probleme. Der Schlaks war gerade 20 geworden, als er für neun Millionen Euro als teuerster schwedischer Auslandsexport aller Zeiten von Malmö FF zum holländischen Traditionsklub wechselte. Auch Arsenal, der AS Rom und Monaco hätten ihn gerne verpflichtet. Bei Ajax saß er zunächst meist auf der Bank, wurde oft ausgebuht und war vor allem für seinen Ellbogeneinsatz berüchtigt. "Der schmutzigste Spieler, gegen den ich gespielt habe", schimpfte Rosenborgs Verteidiger Erik Hoftun nach einem Champions-League-Duell.

Inzwischen hat er die Position als Mittelstürmer sicher und weiß um die Wertschätzung seines Trainers Ronald Koeman: "Zlatan ist ein Stürmer von großer internationaler Klasse." Ibrahimovic vereinigt Athletik, überdurchschnittliche Technik und Torriecher. Seine Kreativität lassen den auf der Straße geschulten Instinktfußballer erkennen, der Spielsituationen schnell erkennt und entsprechend darauf reagiert, oft überraschend für den Gegner, zuweilen sogar für die Mitspieler.

Sein bereits gut ausgeprägtes Selbstbewusstsein wurde in Spielen gegen Teams wie Milan, Arsenal oder Valencia noch gestärkt: "Ich treffe ständig auf Weltklassespieler und dominiere auch hier. Das bedeutet, dass ich auf diesem Niveau dazugehöre." Die Buhrufe haben sich mittlerweile in erwartungsvolle Seufzer verwandelt, wenn der Showmann den Ball bekommt. Derzeit löst ein Transfergerücht das nächste ab. In der einen Woche landet er bei Juventus, in der nächsten in Barcelona.

Ein solches Zukunftsszenario hätten sich während Ibrahimovics Jugendzeit in Malmö nur wenige vorstellen können. Zwar begann er früh, auf der Straße Fußball zu spielen und wurde schon als 13-Jähriger von Malmö FF entdeckt. Aber als sich sein persönliches Umfeld im sozialen Brennpunkt Rosengard, einem Malmöer Vorort, der fast einem Ausländerghetto gleicht, veränderte, wollte er schon wieder aufhören. "Er war der Prototyp eines Jungen, mit dem es böse endet. Während meiner 33 Jahre in der Schule war er einer der fünf unruhigsten Schüler, die ich je hatte, einfach ein Krawallbruder", erzählt seine frühere Rektorin Agneta Cederman.

Die aus dem früheren Jugoslawien stammenden Eltern Sefik, ein Hausmeister, und Jurka, die als Putzfrau arbeitet, ließen sich kurz nach der Geburt von Klein-Zlatan scheiden. Er wuchs beim Vater auf, der ein strenges Regiment führte, aber auch sein größter Fan war und ist. Stolz und Liebe beruhen auf Gegenseitigkeit. Die Ajax-Ikone schwärmt von Papa Sefik: "Ich bin so dankbar, dass es ihn gibt. Allein schon dafür, dass er sich am Freitag in Malmö ins Auto setzt, nach Amsterdam kommt, um mich spielen zu sehen, dann am Sonntag wieder heimfährt und am Montag frühmorgens zur Arbeit geht."

Der stolze Vater ist übrigens nicht im Mindesten überrascht über die steile Karriere seines Sohnes: "Als Zlatan vier Jahre alt war, wusste ich schon, dass er mal ein ganz Großer wird." Er behielt Recht. Die Zweifler lagen falsch. :yes:

www.kicker.de

Interessanter Beitrag über einen der kommenden Topstürmer in Europa - bin ein großer Fan des jungen Schweden und hoffe er wird eine tolle Fußballkarriere haben... :super:

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hab den Artikel schon in der Print Ausgabe gelesen; besonders die Aussage

hat: "Erst ging ich nach links, dann nach rechts. Da ging er mit. Dann ging ich noch mal nach rechts und er ging zum Würstchenstand."

ist genial

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Hat jemand das etwas untypische "Fallrückziehertor" Ibrahimovics vor ein paar Wochen gesehen ? War eines der genialsten Tore, die ich bisher gesehen habe.

Auf jeden Fall ein cooler Artikel, der Zlatan für mich noch sympathischer und cooler macht :D

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