Fischer taufte EM-Lok im Österreich-Design
In Rot-Weiß-Rot, mit Europakarte, Fußball und Kicker präsentierte sich die erste Fußball-Lok für die EURO 2008 am Dienstag am Wiener Westbahnhof. Neben der Taufe des Triebwagens durch Bundespräsident Fischer standen bei der Veranstaltungen die Vorbereitungen der ÖBB auf die Europameisterschaft (7. bis 29. Juni 2008 ) im Mittelpunkt.
Man rechne mit drei Millionen Fans an den Austragungsorten, erklärte Bahn-Chef Martin Huber. 1.500 zusätzliche Züge sollen eingesetzt werden. Das "größte österreichische Sportereignis in der Geschichte" sei eine Herausforderung, bei der die Bahn ein "Schlüsselspieler" sei, betonte Huber.
Dementsprechend wolle man für eine "perfekte Verkehrslogistik" sorgen. Um die nötige Sicherheit zu gewährleisten sei sowohl in den Zügen als auch auf den Bahnhöfen und den umliegenden Vorplätzen eine Videoüberwachung geplant.
Das Ziel sei 60 Prozent des Fern- und 80 Prozent des Anrainerverkehrs an den Austragungsorten auf öffentliche Transportmittel zu verlagern, so Huber.
Eine Maßnahme dazu seien die Match-Tickets, die an Spieltagen 24 Stunden und am darauf folgenden Tag bis 12.00 Uhr als Fahrkarten gelten. 600.000 Fußballfans könnten so zu den Austragungsorten reisen.
Dank einer Kooperation mit den Schweizer Bahnen, gelten die Tickets auch im EURO-Partnerland. Auch EM-Netzkarten, Tagestickets und Mehrtagespässe für eine oder beide Austragungsländer seien vorgesehen.
Nach Spielende würden in den Bahnhöfen der Austragungsstätten Sonderzüge bereitstehen, die bei Verlängerungen und Elfmetern auf die Fußball-Fans warten, erläuterte der Bahn-Chef. Sollte man von den Menschen "überrannt" werden, gebe es Reservezüge.
Die rund 1.500 zusätzlichen Züge werden hauptsächlich mit ÖBB-eigenen Wagen zusammengestellt. Derzeit seien 300 Waggons zusätzlich geplant, die durch vorgezogene Wartungsarbeiten ab Juni 2008 zur Verfügung stünden, erklärte Huber. Etwa 50 Wagen sollen aus Nachbarländern, vor allem aus Deutschland, angemietet werden. Finanziell werden von den ÖBB 15 bis 20 Millionen in die Maßnahmen investiert. Die Ausgaben würden sich jedoch wieder "reinspielen", zeigte sich der Bahn-Chef überzeugt. Von der UEFA wurden acht Millionen Euro für Verkehrslösungen zur Verfügung gestellt.
Auch die am Dienstag präsentierte Fußball-Lok im Österreich-Design ist nur einer der vielen Schritte bei den Planungen: 16 weitere Wagen mit Motiven und Flaggen der Teilnehmerländer sind geplant. Auf einem Triebwagen sollen, sobald die qualifizierten Mannschaften feststehen, alle Fußballnationen der EURO 2008 verewigt werden.
In der Mittagshitze startete die Österreich-Lok ihre Jungfernfahrt in Richtung Bregenz zu den bevorstehenden Festspielen. Mit an Bord auch der Täufer der 10.000 PS-starken Taurus-Lok: Bundespräsidentm Fischer segnete den Wagen mit einer leeren Flasche und signierte das neue Flaggschiff der ÖBB gemeinsam mit Ehefrau Margit mit den Worten "Alles Gute".
-apa-
Dieser Beitrag wurde von Bertl/Donaustadt bearbeitet: 17. Juli 2007 - 22:25