Krankl, das Nonplusultra
VON WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse) 13.08.2004
Der Teamchef nominierte 20-Mann-Kader für das Länderspiel am Mittwoch gegen Deutschland. Kühbauer gibt Comeback, Mörz als Neuling dabei.
WIEN. "Deutschland, das wird die beste Generalprobe für das harte Qualifikationsspiel gegen England. Dazu kommt diese ewige Rivalität mit unseren benachbarten Freunden, was wollen wir mehr?" Aus Teamchef Hans Krankl sprudelte es anlässlich der Kader-Bekanntgabe für das Kräftemessen mit Deutschland am Mittwoch im Wiener Happel-Stadion (ORF 1, 20.45) nur so heraus. Dass der Gegner, der bei der EM so enttäuscht hat, mit einem neuen Betreuer-Trio (Klinsmann, Löw, Bierhoff) anrückt, das lässt den Goaleador i. R. völlig kalt. "Einlaufen werden sie ja nicht. Die Deutschen haben genau die gleichen Probleme wie wir, nur auf einer etwas höheren Ebene. Darum wird das ein sehr interessanter Test!"
Von einer freundschaftlichen Gala zum 100-Jahr-Jubiläum könne auf dem Rasen keine Rede sein, von Gastgeschenken ganz zu schweigen. "Wer mich kennt, der weiß, dass ich immer auf Sieg aus bin. Ich verzichte auf ein heroisches 4:5. Wenn schon, dann will ich ein heldenhaftes 5:5." Und auch den Kritikern schrieb der Wiener so einiges ins Stammbuch: "Es gibt keinen neuen Krankl, weil der alte Krankl der Beste ist!" Nachsatz: "Wem das Nonplusultra zu wenig ist, der muss einen noch Besseren holen."
Hans Krankl hat sich jedenfalls vor den schwierigen Spielen gegen Deutschland und England zu einem Comeback eines Routiniers entschieden. Der 33-jährige Didi Kühbauer, Kapitän bei Mattersburg, ist erstmals seit 5. September 2001 (2:0 gegen Bosnien-Herzegowina) wieder mit von der Partie. Der Teamchef hat mit dem alten Kämpfer aus dem Burgenland bei einem gemeinsamen Essen aufgestaute Missverständnisse (verletzungsbedingte Absage gegen Griechenland und Tschechien 2003) aus vergangenen Tagen ausgeräumt. "Jetzt ist er dabei, weil er besser als im Frühjahr ist." Kühbauer selbst jedenfalls freut sich "wie ein kleiner Bub unterm Christbaum. Ich habe immer gern für Österreich gespielt. Es gibt nichts Schöneres, als ein volles Praterstadion. Noch dazu gegen Deutschland."
Als Neuling wird diesmal Kühbauers Vereinskollege Michael Mörz, 24, einberufen, gute Leistungen im Future-Team werden belohnt. Berücksichtigt wurden im Tor Schranz und Basel-Legionär Mandl ("Er hat in der Vorbereitung und im Cup gespielt"), auch Hannover-Reservist Wallner kommt zum Zug. "Ich will ein Zeichen setzen, dass wir ihn nicht so schnell fallen lassen. Das wird ihm Auftrieb geben. Auch ein kleiner Fingerzeig für seinen Trainer Ewald Lienen." Zum Stamm zählt auch wieder Markus Schopp, der Brescia-Legionär ist allerdings gegen England gesperrt. "Wir haben die Verpflichtung, die stärkste Elf zu stellen!"
Dieser Beitrag wurde von creckame bearbeitet: 14. August 2004 - 12:26



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