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Dannyo

[Legenden] England

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TEIL 8 - ENGLAND

England ist das Mutterland des Fußballs und es gibt wohl kaum ein Land, in dem der Fußball so fanatisch und alltäglich zelebriert wird wie in England. Noch heute reden die Engländer gerne über den großen Triumph von Wembley 1966 so, als wäre er gestern gewesen. Durch ein umstrittenes und wie sich später herausstellte nicht zu gebendes Tor von Geoff Hurst zum 3:2 gegen Deutschland in der Verlängerung des WM-Finales 1966 wurde England Weltmeister. Deutschland wurde im eigenen Land mit 4:2 bezwungen und das Land wurde in einen Freudentaumel gestürzt.

An sechs Weltmeisterschaften nahm England nicht teil und nach dem Weltmeistertitel schaute nur einmal ein vierter Platz heraus - ansonsten entpuppten sich die Engländer kaum als Turniermannschaft, scheiterten oftmals an Glück, ihrer eigenen Limitiertheit oder gar an unnötigen Disziplinlosigkeiten wie etwa 1998. Viele Fachleute meinen, dass England heuer ein Team stellen wird, das reif für den Weltmeistertitel sein kann, einige meinen ferner, dass England nie wieder Weltmeister wird, wenn nicht heuer. In Wirklichkeit spielen jedoch zu viele Faktoren mit um dies im Vorhinein pauschal zu beschließen. Fakt ist aber, dass England einige Stars und Legenden hervorbrachte und auch im Jahr 2006 einige Spieler stellen wird, die sich diesen Status erkämpfen oder erspielen können.

Sir Stanley Matthews

Vor etwa vier Jahren starb der "Wizard of the Dribble" 87jährig. Sir Stanley Matthews war einer der besten Sportsmänner in der Geschichte des Fußballs. Er verkörperte Kampfgeist, technisches Können und war am Platz stets ein Gentleman, der noch dazu Vereinstreue bewies, da er lange Zeit seinem Stammverein Stoke City treu blieb und nur für kurze Zeit zu Blackpool FC wechselte. Bei der WM 1954 war der bereits 39jährige Matthews eine der größten Stützen des englischen Teams.

Noch im Alter von 42 Jahren spielte Matthews im Nationalteam, seine Schuhe hing der Vollblutfußballer erst im Alter von 50 Jahren an den Nagel. Später wurde Matthews der erste Fußballer, der von der englischen Königin zum Ritter geschlagen wurde.

Tom Finney

Eigentlich hätte Tom Finney ja Installateur werden sollen, aber stattdessen avancierte er in den 50er-Jahren zum wahrscheinlich vereinstreuesten englischen Spieler, der je auf dem Platz stand. Seine gesamte Karriere verbrachte der Offensivspieler bei seinem Stammverein Preston North End. Im englischen Team kam er 76mal zum Einsatz und erzielte dabei 30 Tore. In seinen ersten 50 Länderspielen blieb Finney übrigens ungeschlagen.

Auch heute arbeitet der WM-Teilnehmer von 1954 noch für seine ewige Liebe Preston North End als Funktionär.

Gordon Banks

Mit Gordan Banks zwischen den Pfosten wurde England 1966 im eigenen Land Fußball-Weltmeister. Die Meinungen über den 73fachen Teamtorhüter Englands gehen auseinander, viele meinen, dass der Keeper, der in seinen Länderspielen 35mal den Kasten sauber hielt, keineswegs Weltklasse besaß und auch stark von seinen guten Vorderleuten lebte. Das Gegenteil bewies Banks jedoch 1958 gegen den damals groß aufspielenden Pelé: Seine Parade gegen Pelés perfekt gesetzten Kopfball gegen die Laufrichtung Banks war wohl die größte und schwerste Torwartparade der WM-Geschichte.

Banks verlor 1972 bei einem Autounfall ein Auge und musste daher seine Profikarriere beenden. Er spielte für Stoke City, Leicester City und Chesterfield.

Robert Fredrick Chelsea Moore

Kurz Bobby Moore. Zwei Jahre nachdem der knallharte Abwehrspieler Moore zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde, errang er den Weltmeistertitel mit England. Mit seinem Stammverein West Ham United holte Moore sogar den Europapokal der Pokalsieger 1965. Erst nach 15 Jahren bei West Ham wechselte Moore im Jahre 1975 den Verein in Richtung Fulham. Zwischen 1976 und 1978 spielte die englische Verteidigerlegende in der amerikanischen Profiliga, ehe er seine Karriere beendete und weitere 15 Jahre später an Darmkrebs starb.

Norbert Stiles

Eines der großen - im wahrsten Sinne des Wortes - Gesichter des englischen Fußballs. Der kampfstarke Mittelfeldspieler war eine Stütze in Englands legendärem WM-Team 1966. Nicht nur, dass Stiles keine Zähne im Mund hatte und damit so manchen Gegner einschüchterte, er war zudem stark kurzsichtig und musste stets mit Kontaktlinsen spielen. Seine Zähne verlor Stiles übrigens in einem Zweikampf und seine dicke Brille konnte er, aufgrund seiner harten Zweikämpfe, während des Spiels auch nicht aufsetzen...

Nach nur 28 Länderspielen war die Nationalteamkarriere des Manchester United - Spielers jedoch schon wieder vorbei. Der Weltmeister von 1966 prägte jedoch die heute noch aktuelle Staubsauerposition vor der Abwehr wie kein Zweiter.

Sir Robert Charlton

Heute würde man den damaligen "hängenden Mittelstürmer" Bobby Charlton wohl als Spielmacher bezeichnen. Der technisch perfekte Charlton erzielte 49 Tore in 106 Länderspielen für England und ist damit auch heute noch Rekordtorschütze des englischen Nationalteams. Die aktive Karriere des Bobby Charlton, der sogar einen Flugzeugabsturz überlebte, bei dem viele seiner damaligen Manchester United - Mannschaftskollegen ums Leben kamen, dauerte über 20 Jahre. Er absolvierte über 750 Spiele für Manchester United und erzielte beinahe 250 Tore. Wie sein Bruder Jackie war auch er Bestandteil der Weltmeisterelf von 1966. Ein Jahr später wurde Charlton, auch aufgrund seiner herausragenden Leistungen bei der Heim-WM, zu Europas Fußballer des Jahres ernannt.

Alan Ball

Alan Ball war mit 21 Jahren das jüngste Mitglied der Weltmeisterelf von 1966. Ball spielte für Bolton Wanderers, FC Blackpool, FC Everton, Arsenal London und FC Southampton, ließ seine Karriere später in Kanada ausklingen. In 72 Länderspielen für das Nationalteam erzielte der dauerlaufende Rechtsfuß 8 Tore. Ball debüttierte erst ein Jahr vor der Heim-WM 1966 im englischen Team, blieb danach jedoch noch lange Zeit eine unverzichtbare Stütze der Three Lions.

Sir Geoffrey Hurst

24 Tore konnte Geoff Hurst in 49 Länderspielen für England erzielen - alleine drei davon machte er im WM-Finale 1966. Geoffrey Hurst ist der Torschütze des legendären Wembley-Tores, das nicht zählen hätte dürfen. Im Finale der WM 1966 gegen Deutschland erzielte Hurst gleich drei Treffer und erledigte Deutschland im Alleingang - und das obwohl ihm im vorherigen Turnierverlauf nur ein einziger Treffer gelungen war.

In seiner aktiven Karriere spielte Hurst für West Ham United, Stoke City und West Bromwich Albion.

Kevin Keegan

"Mighty Mouse" Kevin Keegan war in den 70ern einer der besten und beliebtesten Spieler Englands. Keegan spielte unter anderem für den FC Liverpool und den Hamburger SV und *mauserte* sich im Laufe seiner Karriere zu einem Medienprofi, der es nicht nur verstand auf dem Platz gute Figur zu machen, sondern auch abseits: Mit Smokie-Sänger Chris Norman nahm er eine CD auf, in Interview glänzte er durch witzige Aussagen und später auch als Co-Kommentator im englischen Fernsehen. Als Teamspieler blieb Keegan jedoch gerade bei Großereignissen glücklos, da England mit ihm entweder immer früh bei WMs und EMs ausschied, oder aber Keegan sich zu sehr ungünstigen Zeitpunkten schwer verletzte - auch als Teamtrainer hatte Keegan nur wenig Glück.

Peter Shilton

Mit 125 Einsätzen im Nationalteam ist Fußball-Methusalem Peter Shilton Englands Rekordnationalspieler. Shilton nahm an drei Weltmeisterschaften (1982, 1986 und 1990) und zwei Europameisterschaften (1980 und 1988) teil und spielte innerhalb von fast 30 Jahren für West Ham United, Coventry City, Bolton Wanderers, FC Wimbledon, Plymouth Argyle, Derby County, FC Southampton, Nottingham Forest, Stoke City und Leicester City. Er folgte in den 70er-Jahren Gordon Banks als Teamtorhüter und ließ sich bis in die 90er von keinem anderen Keeper abschütteln. Shilton kassierte 1986 eines der bekanntesten Tore der WM-Geschichte, nämlich das, das durch Diego Maradonas "Hand Gottes" erzielt wurde.

Noch im Alter von 51 Jahren war Shilton Profi und unterzeichnete einen Vertrag bei Leyton Orient - erst vor wenigen Jahren beendete er seine aktive Karriere.

Tony Adams

Von 1987 bis 2000 absolvierte der baumlange Innenverteidiger Tony Adams 66 Länderspiele für England. Adams gab während seiner Karriere zu alkoholkrank zu sein und musste gar wegen Trunkenheit am Steuer ins Gefängnis. In England jedoch bewunderte man seine Offenheit und machte ihn auch nach dieser Causa zum Kapitän des englischen Nationalteams. Adams spielte 22 Jahre lang für Arsenal London und gewann mit den Gunners vier Meisterschaften, fünf Cups und einen Europacup.

Gary Lineker

Einer der größten Sportsmänner aller Zeiten war der englische Mittelstürmer Gary Lineker. Der heute 45jährige Lineker erzielte 48 Tore in 80 Länderspielen und ist damit nur einen Treffer hinter Bobby Charlton die Nummer 2 der ewigen Torschützenliste des englischen Teams. Eine würdige Nummer 1 wäre er dennoch, denn nicht nur, dass Lineker bei der WM 1986 mit sechs Treffern Torschützenkönig wurde, er kassierte auch in seiner gesamten Karriere keine einzige gelbe Karte.

Linekers berühmter Ausspruch "Fußball ist ein einfaches Spiel von 22 Leuten, die rumlaufen, den Ball spielen, und einem Schiedsrichter, der eine Reihe dummer Fehler macht, und am Ende gewinnt immer Deutschland" ist auch heute noch oft gebräuchlich. Der Angreifer spielte unter anderem für Everton, Tottenham, den FC Barcelona und Nagoya Grampus Eight.

Seit seinem Karriereende 1995 ist der zweifache englische Fußballer des Jahres Kommentator und Journalist bei der BBC tätig.

Paul Gascoigne

Paul "Gazza" Gascoigne spielte im Laufe seiner Karriere für Glasgow Rangers, Newcastle United, FC Middlesbrough , FC Everton, Burnley United, Tottenham Hotspurs und Lazio Rom und machte überall so auf sich aufmerksam, dass er immer bemerkt wurde. Gascoigne, der einerseits für seine genialen Dribblings, Freistösse und Weitschüsse, andererseits für Alkoholexzesse und Techtelmechtel mit diversen Damen bekannt war, ist für eine der bekanntesten Szenen der WM-Geschichte verantwortlich. Als Gascoigne im WM-Halbfinale 1990 ein völlig unnötiges Foul an einem Gegenspieler beging, kassierte er eine gelbe Karte, die bedeutete, dass er im Falle eines Finaleinzugs im WM-Finale auf der Tribüne Platz nehmen müsste. Gascoigne brach unmittelbar nach Erhalt der Karte in Tränen aus und ließ sich von niemandem trösten - Gary Lineker stand ihm zur Seite, doch er deutete dem Trainer bereits unmissverständlich an, dass Gascoigne am Boden zerstört sei und eine Auswechslung kein Fehler wäre. Gascoigne spielt im Endeffekt durch und England verpasste das Finale im Elfmeterschiessen.

David Seaman

Der legendäre Arsenal London - Schlussmann mit dem modischen Schnauzbart, David Seaman, bestritt 75 Länderspiele für England, holte acht nationale und einen internationalen Titel (Meisterschaft, Cups) mit Arsenal London und setzte sich erst 41jährig nach über 1000 Spielen zur Ruhe.

Seaman gilt zwar als einer der besten Torhüter aller Zeiten, erlangte jedoch 39jährig traurige Berühmtheit als er einen schweren Schnitzer im WM-Viertelfinale gegen Brasilien beging, der Ronaldinho das entscheidende Tor ermöglichte. England schied aus, Seaman beendete wenige Zeit später seine Karriere.

Alan Shearer

Der beste englische Stürmer seit Gary Lineker war zweifelsohne Alan Shearer. Shearer erzielte 250 Treffer in der englischen Premier League und ist damit einer der besten 6 Premier League - Torschützen aller Zeiten. In 63 Länderspielen erzielte Shearer 30 Tore, gewann zahlreiche Auszeichnungen und nahm an WMs und EMs teil. Bei der EM in Holland und Belgien, im Jahr 2000, erzielte Shearer in einer symbolträchtigen Partie gegen Deutschland den 1:0-Siegtreffer. Nach der EM 2000 hing er seine Fußballschuhe 29jährig an den Nagel, um sie jedoch kurze Zeit später wieder anzuziehen. Erst 2006 beendete Shearer seine aktive Laufbahn.

David Beckham

Der Flanken- und Freistosskönig David Beckham ist aktueller Kapitän des englischen Nationalteams, spielt für Real Madrid und ist nicht nur Fußballer, sondern zugleich auch sportlicher Popstar. Kein anderer Fußballer weltweit polarisiert so sehr wie Beckham, der 2006 an seiner dritten Weltmeisterschaft teilnehmen wird. Beckham ist mit Ex-Spice-Girl Victoria verheiratet, ist eine weltweit bekannte Vermenschlichung des Begriffs "Metrosexualität" und bringt eigene Parfüms, Modelinien und gar Filme auf den Markt (wobei er selbst meist nichts dafür kann, dass diese Dinge produziert werden).

Die Marke Beckham verkauft sich extrem gut und seine Popularität beschränkt sich nicht nur auf Spanien und England. Neuesten Schätzungen zu Folge ist David Beckham der im von ihm selbst ernannten "Beckingham Palace" haust, der wohlhabendste Fußballer der Welt und wohl auch aller Zeiten.

Nach der WM 1998 war Beckham, damals noch lange nicht so medienpräsent wie heute, der Buhmann der englischen Fans, da er im Achtelfinale gegen Argentinien eine unnötige rote Karte wegen Nachtretens gegen Diego Simeone einstecken musste und England das Spiel in weiterer Folge verlor.

Michael Owen

Beim Achtelfinal-Spiel der WM 1998 zwischen England und Argentinien ging David Beckhams Stern leicht unter, doch der von Michael Owen stieg empor. Der damals erst 18jährige Angreifer erzielte ein geniales Solo-Tor und war ab diesem Moment nicht zu stoppen. Seitdem gilt Owen als bester Stürmer des englischen Nationalteams, der später noch Unterstützung durch den unbekümmerten Wayne Rooney bekommen sollte.

Owen nahm an zwei Weltmeisterschaften teil und erzielte in 75 Länderspielen 35 Tore. Da Owen erst 26 Jahre alt ist, hat er gute Chancen auf Dauer den alten Rekord von Bobby Charlton (49 Tore) einzuholen. Momentan ist Owen, der früher bei Liverpool und Real Madrid spielte, bei Newcastle United tätig.

© by austriansoccerboard.at / Dannyo

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