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Dannyo

[Legenden] Deutschland

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Im Rahmen der WM-Vorbereitungszeit werde ich euch in einer 32teiligen Reihe mit dem Namen "WM-Legenden und Fußballstars" die größten Kicker der 32 Teilnehmerländer und deren WM-Erfahrungen oder Nicht-Erfahrungen näherbringen. Ich hoffe, dass euch die Serie gefällt und, dass ich euch über den einen oder anderen Kicker auch mal etwas Neues erzählen kann !

TEIL 1 - DEUTSCHLAND

Deutschland gehört schon seit jeher zu den Fußballgroßmächten. Dreimal durften die Deutschen bereits den Weltmeistertitel bejubeln, wobei man hier durchwegs von legendären Titeln sprechen darf. Das legendäre Wunder von Bern 1954 machte nicht nur große Fußballer zu Legenden, sondern auch erstmals in der Fußballgeschichte die "Arbeiter", die man auf dem Platz selten sah, dennoch durch puren Kampf ganze Spiele entschieden. Die Deutschen setzten sich im Finale gegen die favorisierten Ungarn durch.

1974 holte sich Deutschland den Weltmeistertitel im eigenen Land. Im bisher letzten WM-Spiel auf deutschem Boden wurde Holland mit 2:1 bezwungen. Das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft 2006 wird das erste WM-Spiel in Deutschland seit 32 Jahren sein, zumal zwischendurch keine WM mehr in Deutschland ausgetragen wurde.

16 Jahre nach dem zweiten Weltmeistertitel holte Deutschland den Hattrick, nachdem man als organisierte, kaltschnäuzige Truppe in Italien bis ins Finale vordrang und dort Argentinien durch einen Brehme-Elfmeter mit 1:0 bezwang. Weitere 16 Jahre danach möchte Deutschland heuer im eigenen Land zeigen, dass sie dem Kampf um den Weltmeistertitel gewachsen sind und Spieler aus den eigenen Reihen zu solch symbolträchtigen und vorbildlichen Stars machen, wie viele ihrer Vorgänger:

Fritz Walter

Mit 33 Toren in 61 Länderspielen gehörte Fritz Walter zu den besten Angreifern seiner Zeit. 1954 verhalf er Deutschland indirekt zum Weltmeistertitel, indem er im Halbfinale ausgepumpten Österreichern zwei Treffer einschenkte. Übrigens genau so viele, wie auch sein Bruder Otto an diesem Tag machte. Deutschland bezwang Österreich mit 6:1 und er Kaiserslautern-Stürmer avancierte zum Star. Insgesamt erzielte der Star der Deutschen WM-Mannschaft von 1954 drei Tore im Laufe des Turniers.

Helmut Rahn

Ein Rechtsschuss eines der größten Führungsspieler, die Deutschland jemals hatte, Helmut Rahn, machte Deutschland zum Weltmeister 1954. Rahn erzielte im Finale von Bern zwei Treffer, unter anderem das entscheidende 3:2 in der Schlussphase. Insgesamt erzielte er im Laufe des Turniers vier Treffer, womit er Zweiter der teaminternen Schützenliste war und nur von Max Morlock übertrumpft wurde. Rahn spielte hauptsächlich für Rot-Weiß Essen, lehnte Anfang der 50er-Jahre ein Angebot aus Argentinien ab um weiter für Essen zu spielen.

Werner Liebrich

Der Kaiserslauterer Werner Liebrich hat für viele Experten die Weltmeisterschaft 1954 bereits in der Vorrunde entschieden. Als Ungarn in der Vorrunde die Deutschen mit 8:3 überrollte, wurde Liebrich zum Leibgendarmen des größten Linksfußes aller Zeiten, Ferenc Puskas, abgestellt. Liebrich hatte mit Puskas seine liebe Not und der Ungar steuerte sogar einen Treffer zum Kantersieg bei - jedoch trat Liebrich Puskas gezielt auf die Knöchel, die bei Puskas aus früheren Zeiten bereits lädiert waren und setzte den Star der Ungarn damit für den Rest des Turniers ausser Gefecht. Zwar spielte Puskas noch einige Male, doch im Finale war er dermaßen ausgepumpt und spielte unter Schmerzen, sodass Deutschland das wichtigste Spiel des Turniers für sich entscheiden konnte.

Franz Beckenbauer

Es gibt wenige Spieler auf der Welt, die von sich behaupten können, dass sie ganze Spielerpositionen mitbegründen oder gar gründen konnten, doch Franz Beckenbauer war eine dieser Personen. Der gebürtige Münchner spielte zwar zunächst im defensiven Mittelfeld, wo er im WM-Finale 1966 20jährig den späteren Sir Bobby Charlton in Schach hielt, wurde jedoch im Laufe der nächsten Jahre das Sinnbild für den Libero. 1974 wurde Beckenbauer schließlich doch noch Weltmeister und krönte seine großartige Spielerkarriere, die er 1990 durch einen Weltmeistertitel als Trainer gar noch übertrumpfen konnte. Unvergessen das Bild des über den Rasen von Rom wandelnden Beckenbauer, nachdem Deutschland Argentinien im Endspiel bezwingen konnte. Beckenbauer wurde viermal zum Fußballer des Jahres in Deutschland gewählt, zweimal errang er den selben Titel in Europa.

Wolfgang Overath

Einer der am Meisten unterschätzten aber wohl besten Fußballer seiner Zeit war der Spielmachertyp Wolfgang Overath, der ebenfalls 1974 im eigenen Land Weltmeister wurde. Der damalige Chef im deutschen Mittelfeld war mit einem ausgezeichneten Schuss und großartiger Technik ausgestattet und bestritt insgesamt 81 Länderspiele für Deutschland, in denen er 17 Treffer erzielte. Mittlerweile ist Wolfgang Overath der Präsident des 1.FC Köln.

Paul Breitner

Nicht nur auf dem Platz sondern auch optisch und sprachlich war der Ur-Bayer Paul Breitner ein wahrer Blickfang. Der Defensivspieler wurde 1972 mit Deutschland Europameister, war auch in der siegreichen WM-Mannschaft von 1974 und fiel vorallem durch seinen Afro und resolute Interviews, wie durch seinen bayrischen Dialekt auf, den erweder beim FC Bayern München, noch später bei Real Madrid aufgab. Breitner fungiert heute vorallem als Fußball-Analysator für das Fernsehen und gilt als einer der größten Fußballfachmänner im deutschen Fußball.

Günther Netzer

In wenigen Momentan konnte einer der genialsten Fußballer Deutschlands ganze Spiele entscheiden. Günther Netzer, auf den wie auch heute noch der Begriff "Genie und Wahnsinn" besser zutrifft als auf kaum einen anderen, spielte lange Zeit bei Borussia Mönchengladbach, zu einer Zeit als die "Fohlen" in Deutschland alles in Grund und Boden spielten. Unter Trainer Hennes Weisweiler erlebten Netzer und der Verein die besten Zeiten ihrer Karriere. In Netzers Fall wurde die Karriere aber sogar fast noch spektakulärer, als er zu Real Madrid wechselte, dort ebenfalls zum Star wurde und die spanische Meisterschaft zweimal gewonnen wurde. Obwohl er einer der schillerndsten und genialsten Figuren der damaligen Zeit war kam er bei der WM 1974 im eigenen Land nur schwache 15 Minuten zum Einsatz. Sein Stern ging lediglich auf nationaler Ebene und im internationeln Klubfussball auf.

Gerd Müller

"Der Bomber der Nation" war wohl einer der besten Strafraumstürmer aller Zeiten. Müller traf mit sämtlichen Körperteilen, mal spektakulär, aber noch viel öfter schlicht und einfach durch Abstauber. Aber egal WIE Müller traf, er stand eben immer dort, wo ein Stürmer stehen muss und war durch gegnerische Abwehrreihen so gut wie nicht in den Griff zu bekommen. In 62 Länderspielen erzielte er ganze 68 Tore, was für die damalige Zeit ein Wahnsinnsschnitt war. Müller ist WM-Rekordhalter, da niemand mehr Tore bei Weltmeisterschaften erzielte als er. Bei nur zwei Teilnahmen erzielte er 14 Tore, wurde nebenbei noch sieben Mal Torschützenkönig in der deutschen Bundesliga und wechselte zum Ende seiner glorreichen Karriere ebenso wie Franz Beckenbauer und anderen Altstars wie Pelé nach Amerika. Müller war ebenfalls ein fester Bestandteil des Weltmeisterteams von 1974 und erzielte im Finale gegen Holland vor 80000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion, das er quasi sein Wohnzimmer nennen durfte, das entscheidende Tor zum 2:1.

Lothar Matthäus

Der einzige Fußballer der Welt, der an fünf Weltmeisterschaften teilnahm und insgesamt 25 WM-Endrundenspiele bestritt. Insgesamt spielte der Rekordnationalspieler 150 Mal im Nationalteam, von 1980 bis 2000, sowohl als zentraler Mittelfeldspieler als auch als Libero einer Dreierkette. Die meiste Zeit seiner Karriere bestritt Matthäus beim FC Bayern München, jedoch spielte er auch lange Zeit für Borussia Mönchengladbach und Inter Mailand. Nach Beendigung seiner Karriere bei den New York Metro Stars wurde Matthäus Trainer und betreute dabei unter anderem den SK Rapid Wien.

Matthäus stand in zwei WM-Finalspielen, wobei das Finale 1986 verloren wurde, 1990 jedoch triumphierten Matthäus und das deutsche Nationalteam.

Andreas Brehme

Um ein Haar hätte es Argentinien im WM-Finale 1990 zu neunt in die Verlängerung gegen Deutschland geschafft, aber da doch die Rotuine siegte, haute Andy Brehme den Ball ins Eck und Deutschland gewann dank dieses erfolgreich verwandelten Elfmeter mit 1:0 und wurde Weltmeister. Ganze 86x spielte Brehme im Nationalteam, über 300x in der Bundesliga, ehe er seiner eigenen Meistermannschaft Tribut zollen musste: Als der 1.FC Kaiserslautern gleich in der ersten Saison nach dem Aufstieg den deutschen Meisterteller holte musste Brehme unter Trainer Otto Rehhagel Jüngeren weichen und saß beinahe in allen Spielen der Saison auf der Tribüne.

Jürgen Klinsmann

Mit einem Weltmeistertitel 1990 und einem Europameistertitel 1996 sowie einer EM-Finalteilnahme 1992 ist Jürgen Klinsmann, heuer Trainer der deutschen Nationalmannschaft, einer der erfolgreichsten deutschen Fußballer der 90er-Jahre. Der Torjäger war in England in Diensten der Tottenham Hotspurs lange Zeit gefürchtet, beherrschte sowohl das Spiel auf dem Boden, als auch das in der Luft. Während Klinsmann in England seine beste Saison spielte, zeigte er jedoch auch bei seinen weiteren Engagements bei VfB Stuttgart, Inter Mailand, AS Monaco und Bayern München Klasse. Der 108fache Teamspieler lebt derzeit in den USA.

Oliver Kahn

Einer der besten Torhüter der 90er-Jahre und zugleich Galionsfigur des deutschen Nationalteams seit Bodo Illgner und Andreas Köpke ihre Schuhe an den Nagel hingen. Kahn war vorallem der überragende Torhüter der WM 2002, wo er schier unbezwingbar war und sein Team bis ins Finale fühlte. Jedoch war Kahn, der bei der WM 2006 Jens Lehmann, der neuen Nummer Eins im Team, weichen musste, zusammen mit einer weiteren deutschen Fußballlegende der Neuzeit, als tragischer Held der WM zu bezeichnen: Der bis dahin fehlerfreie Kahn konnte ausgerechnet im Finale einen verhältnismäßig leichten Schuss nicht festhalten und servierte Ronaldo so das vorentscheidende 1:0 für Brasilien. Deutschland unterlag 0:2.

Michael Ballack

Der zweite tragische Held der Weltmeisterschaft 2002 und trotzdem der größte WM-Gewinner Deutschlands. Ballack spielte ein Top-Turnier, zeigte erstmals auf internationaler Ebene, dass in ihm ein Fußballer von Weltklasse schlummert und er nun auch die Routine besitzt diesen bei großen Anlässen zu wecken. Der beste deutsche Fußballer der Gegenwart, derzeit heiß von internationalen Topklubs umworben, sah im Halbfinale der WM 2002 eine gelbe Karte - eine zuviel. Denn aufgrund einer Gelbsperre musste Ballack im Finale pausieren. Unvergessen die Bilder alter Stars, die in Finali pausieren mussten, weil sie dumme Gelbe sahen: Pavel Nedved oder allen voran Paul Gascoigne, den diese Situation dermaßen mitnahm, dass er später auf Anraten Gary Linekers ausgewechselt wurde, aber Michael Ballack kämpfte trotz der Gewissheit das Finale zu verpassen wie ein Löwe weiter und erzielte vier Minuten nach seiner verhängnisvollen Verwarnung gar das entscheidende 1:0 für Deutschland gegen Südkorea. Eine wahrlich heldenhafte Leistung !

© by austriansoccerboard.at / Dannyo

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