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dr. schienbein-schützer

[Kabine] Dr. Schienbein-Schützer und der Trainer

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Die Kampfmannschaft sollte einen neuen Trainer bekommen. Der alte hat nach sechs Niederlagen in Folge und einer Alkoholvergiftung das Handtuch geschmissen. Nun soll es ein anderer richten und zumindest die Schmach abwenden, in einer Liga, in der es nicht mehr möglich ist abzusteigen, letzter und damit eine der schlechtesten Mannschaften der Alpenrepublik zu werden.

Heute im Vereinsheim galt es nun den besten und geeignetsten Kandidaten für die Mission auszuwählen. Die Vereinsführung hatte aus diesem Grunde eine Sondersitzung der Stammgäste des Vereinsheims gemeinsam mit der Kampfmannschaft und den zwei zur Wahl stehenden Anwärtern organisiert.

Als erster baute sich ein ungemein wuchtiger Mann vor uns auf. Es war B.. Ich kannte ihn von den Feuerwehr- und Schützenfesten des Dorfes. Da war er immer einer der standhaftesten. Ohne Einleitung polterte er gleich los, dass er Clausewitz, Napoleon und Mao studiert hätte, Schach spiele und dementsprechend Fußball als strategisches Kampfspiel verstünde, in dessen Zentrum sich die Aggressivität befände. Diese gelte neben den körperlichen Fähigkeiten der Spieler zu stärken. Denn einzig eine überlegene Aggressivität entscheide über Sieg und Niederlage. Fußballspielen könnten unsere Jungs ohne Zweifel – ich sah und sehe das freilich anders, wir spielen sicher nicht aus reiner Ungerechtigkeit in der letzten Liga Österreichs! – genauso wie die anderen Mannschaften. Jedoch kämpferisch, da wäre man im Hintertreffen. Deshalb, so verkündete er, würde er, sobald er der neue Trainer der Kampfmannschaft sein würde, einmal im Monat mit den Jungs in die Stadt fahren um dort blutige Steaks zu essen. Im Sommer könnte man alternativ auch selbst grillen. Hauptsache das Fleisch wäre blutig. Die Spieler sollten sich an diesen Geschmack gewöhnen und ihn während des Spiels auf der Zunge haben. Ich fand die Idee ja ein wenig konventionell, aber immer noch besser als die unseres Neueinkaufs G., der dafür plädierte, seine gehbehinderte Nachbarin samt ihrer blinden Tochter zu besuchen und dann deren Blut direkt von der Quelle abzulecken. Ich weiß schon, warum ich skeptisch war, als wir G. geholt haben. Nachdem der Applaus verklungen war, trat der zweite Trainerkandidat vor das Plenum. Wohl aus rhetorischen Gründen zog er den Beginn seiner Wahlrede einen Tick zu lange hinaus. Statt Spannung erntete er grobe Aufforderungen endlich zu beginnen. Das tat er dann auch und zog eine Birne aus seiner Aktentasche. Dies wäre eine Birne – er gab seine antrainierten rednerischen Tricks nicht auf – und ein perfektes Geschöpf der Natur. Formvollendet, schmack- und nahrhaft, gesund und doch widerstandsfähig. Für ihn verkörperte diese Birne das Entscheidende in der Welt ganz allgemein und im Fußball im besonderen. Nämlich die Harmonie. Das Spiel an sich wäre ein Kunstwerk, voll von Unwägbarkeiten und reich an Mystik. Dinge, die nur schwer zu trainieren wären, es sei denn, man hätte das richtige Bild vor Augen: das einer Birne, vielleicht sogar dieser Birne. Außerdem würde uns die Form der Frucht daran erinnern, dass alles worum es uns bei unserem Sport ginge weiblich wäre: DIE Tabelle, DIE Mannschaft, DIE Meisterschaft, DIE Liga. Nachdem der zweite Kandidat damit geendet hatte, die Birne zu verspeisen und somit die Seele des Spiels wirklich und endlich zu verinnerlichen, und der Applaus etwas irritiert und verhalten verebbte, schritten wir zur Wahl. Ich stimmte, wie konnte es auch anders sein, für denjenigen mit dem vollendeten Geschöpf der Natur. Ich wusste, dass ich mich nicht durchsetzen würde und genau deshalb entschied ich mich für ihn. Außerdem fand ich die letzte Aktion des Clausewitz-Jüngers so opportunistisch - er versprach allen, die ihn wählten ein Freibier - dass ich ein Zeichen gegen die Korruption und für den Idealismus in der Politik setzen wollte. Als ich eine halbe Stunde nach Ende der Wahl auf den Parkplatz vor dem Vereinsheim kam, sah ich G. über dem zweiten Kandidaten hocken und diesem übers Gesicht lecken. Offensichtlich machte er sich heiß für das kommende Spiel…

Edited by Dannyo

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Zentrum stärken - wichtig ! Die Natur als Vorbild nehmen - noch wichtiger, nur gibt es ein effektiveres Model. Die Birne hat ausgedient ! Gerade für Hobby Mannschaften kann es eigentlich nur meine Nacktmull Formation geben (ausgegraben aus einem alten Rapid Beitrag):

hier ein Beispiel:

----------------------------Payer--------------------------

------Korsos------------Valachovic--------------Labant

----------------------Bejbl-------Hlinka------------------

------------Hofmann------------------------Ivanschitz----

--Akagündüz--------------------------------------Dollinger

---------------------------Lawaree--------------------------

hier das edle Tier

..........nacktmullunten.jpg

Edited by Steffo

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Zentrum stärken - wichtig ! Die Natur als Vorbild nehmen - noch wichtiger, nur gibt es ein effektiveres Model. Die Birne hat ausgedient !

hier das edle Tier

962005[/snapback]

du wirst es nicht glauben, aber wie ich hörte, hat der trainer, der damals die birne verzehrte mittlerweile umgesattelt auf eine akustikgitarre.

das gerücht besagt, dass er nun gemeinsam mit seiner mannschaft rund um ein lagerfeuer hockt und lieder wie: "ihr seid....., asoziale....., ihr schlaft unter brücken oder in der bahnhofsmission...."singt.

das ganze hat angeblich von einem drogenmißbrauchenden sozialpädagogen, mit besorgniserregendem hang zur mord-psychose und gewaltphantasien.

habe die informationen von einem seiner schützlinge, er meinte, wenn man die augen ihres trainers sehe, könne einem schon angst und bange werden!

schick ihm mal dein tier vorbei:-)

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