dr. schienbein-schützer

Members
  • Gesamte Inhalte

    101
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Über dr. schienbein-schützer

  • Rang
    Ergänzungsspieler

Allgemeine Infos

  • Geschlecht
    Männlich

Fußball, Hobbies, Allerlei

  • Lieblingsverein
    Ankerbrot
  • So habe ich ins ASB gefunden
    �ber einen freund

Letzte Besucher des Profils

2.779 Profilaufrufe
  1. ASTON VILLA geht an einen amerikanischen Milliadär. Ein Artikel zu den neuesten Entwicklungen auf dem englischen (Fußball-) Börsen-Parkett aus der heutigen FAZ: 93 Millionen Euro: Milliardär kauft Aston Villa Der englische Fußball-Erstligist Aston Villa hat einer Übernahme durch eine vom amerikanischen Milliardär Randy Lerner geführten Investorengruppe zugestimmt. Der Klub aus Birmingham habe das Angebot in Höhe von rund 93 Millionen Euro angenommen, hieß es dazu am Montag in einer an der Londoner Börse veröffentlichten Erklärung. Unternehmer Lerner, der Besitzer des amerikanischen Football-Vereins Cleveland Browns ist, hat damit einen monatelangen Übernahme-Kampf für sich entschieden. Vier Unternehmen hatten seit September 2005 um die Kontrolle über den börsennotierten Traditionsverein gerungen. Am Montag empfahl der Vorstand um den seit 1982 amtierenden Vereinschef Doug Ellis, der 39 Prozent der Villa-Anteile besitzt, den Verkauf der Mehrheit an die Gruppe um Lerner. „Die Grundlage für mein Gebot war mein Glaube daran, daß Aston Villa auf höchster Ebene in der Premier League und in Europa wettbewerbsfähig ist“, sagte Lerner. Der Milliardär ist der zweite Besitzer eines amerikanischen Football-Klubs, der einen englischen Spitzenverein übernimmt. Im vergangenen Jahr hatte Malcolm Glazer, Eigner der Tampa Bay Buccaneers, trotz heftiger Fan-Proteste die Mehrheit bei Manchester United erworben. Mit dem Einstieg der Investoren um Lerner kann der neue Villa-Trainer Martin O'Neill Medienberichten zu Folge auch auf zusätzliche Millionen für die Verstärkung seiner Mannschaft hoffen. Lerner hatte die Verpflichtung des ehemaligen Trainers von Celtic Glasgow vor Saisonbeginn unterstützt. Text: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
  2. aus der heutigen "Frankfurter Rundschau": "Gastbeitrag Regenerieren wir uns zu Tode? Der Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft plädiert einen Tag vor dem Auftakt der neuen Bundesligasaison für intensiveres und umfangreicheres Training in den Klubs. VON TIM MEYER Ein Gespenst geht um im deutschen Fußball - das Gespenst der Überlastung. Alle Mächte des traditionellen Systems haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet, und die allseits propagierte Lösung lautet: "Viel Regeneration." Kein Trainer, der nicht um die hinreichende Regeneration seiner Spieler bangt, kein Journalist, der nicht nach einer mäßigen Leistung hinterfragt, ob in den vergangenen Wochen mangels ausreichender Erholung eine Überlastung vorliegen könnte. Ergänzt wird diese Allianz durch verschiedene selbst ernannte Experten, die ohne entsprechende Belege behaupten, genau zu wissen, wie eine optimale Regeneration zu gestalten ist. Aber ist das eigentliche Problem wirklich ein Mangel an Regeneration? Athleten anderer Sportarten trainieren erheblich mehr als Fußballspieler und haben demnach weniger Zeit zum Regenerieren. Sie verkraften dies offensichtlich dennoch ohne Schäden an Leib und Seele. Trainingsumfänge von über 20 Stunden pro Woche sind in vielen Sportarten üblich (unter anderem Triathlon, Badminton, Rudern). Natürlich verbietet sich ein direkter Vergleich aufgrund der Unterschiedlichkeit dieser Disziplinen. Aber auch die Handballer und die (in Deutschland eher als Halbprofis aktiven) Hockeyspieler trainieren nicht nur länger, sondern auch intensiver als die Fußballer. Aber ist dann ein Mehr an Regeneration der Königsweg zum fußballerischen Erfolg? Oder kann ein Zuviel an Erholung vielleicht sogar eine der Ursachen für ausbleibende Siege sein? Natürlich ist die Gestaltung eines Trainings bei großer Wettkampfdichte, etwa in "Englischen Wochen", schwierig. Zu den Wettkämpfen kommen Reisestrapazen und Umgebungswechsel als belastende Faktoren. Diese Umstände sollte man nicht gering schätzen, denn sie schränken die Handlungsfreiheit der Trainer massiv ein. Dazu kommt auf Spielerseite das Problem, sich in kurzen zeitlichen Abständen gedanklich auf Wettkämpfe zu fokussieren, die vor großem Publikum und bei immenser medialer Aufmerksamkeit ausgetragen werden (wohl der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Sportarten). Dennoch wäre sogar unter solchen Bedingungen eine höhere Belastbarkeit der Spieler ein offensichtlicher Vorteil. Es ergeben sich daher zwei logische Ansatzpunkte für Verbesserungen des Status quo: Verbesserung der körperlichen (Fitness-) Voraussetzungen und Optimierung (nicht: Verlängerung!) der Erholungsmaßnahmen. Der erste Punkt ist verhältnismäßig leicht umsetzbar, der zweite erfordert wissenschaftliche Vorarbeit. Darf man aber guten Gewissens eine Steigerung des (Fitness-)Trainings empfehlen? Bereits jetzt hört man allenthalben Klagen, Spieler seien durch hohe Belastungen erschöpft. Bei kritischer Durchsicht der veröffentlichten - leider sehr spärlichen - Fachliteratur zum Thema kristallisiert sich lediglich ein wirklich gesicherter Aspekt heraus: Eine bessere Fitness, insbesondere eine bessere Ausdauer, geht mit besserer Erholungsfähigkeit einher. Dieser Ansatz wurde im deutschen Fußball der vergangenen Jahre kaum verfolgt. Auf der taktischen Ebene wird es jedoch in einer internationalisierten Fußballwelt zunehmend schwieriger, Vorteile zu erzielen. Selbst Spieler aus Südamerika und Afrika verdienen fast ausnahmslos ihr Geld in europäischen Spitzenvereinen und erhalten damit in der Regel eine ordentliche taktische Ausbildung. Brasilianer, Argentinier und Franzosen auf technischer Ebene einholen zu wollen, stellt zudem wohl eine Sisyphusarbeit dar. Damit verbleibt von den klassischerweise als leistungsbestimmend angesehenen Faktoren (neben der Psyche) nur die Physis, deren Verbesserung glücklicherweise in vergleichsweise kurzen Zeiträumen möglich ist. Wie lässt sich aber die Erholung effizienter gestalten? Hier gibt es viele Ideen, aber nur wenige gut untersuchte Lösungen, so dass offensichtlicher Forschungsbedarf besteht. Da die Rahmenbedingungen im Spitzenfußball nicht ohne Weiteres in unterklassigen Vereinen nachgestellt werden können, ist man auf die Mithilfe der Profi-Vereine angewiesen. Das setzt natürlich voraus, dass auch bereits eingeschlagene Wege in Frage gestellt werden dürfen. Zudem macht es eine wissenschaftliche Begleitung erforderlich, denn auf anderem Wege sind wirklich aussagekräftige Untersuchungen nicht durchführbar, und es würden interessen- bzw. profitgeleitete Resultate drohen. Keinesfalls führt es jedoch voran, wenn man monoton entgegen aller Unsicherheit der seriösen Fachleute behauptet, dass die optimale Lösung bereits gefunden und im eigenen Umfeld selbstverständlich verwirklicht sei. Die bisherige Geschichte des Fußballs ist jedoch glücklicherweise auch eine Geschichte von Klassenkämpfen gegen überkommene Traditionen. Und das lässt Hoffnung auf Besserung. Das jüngste Trainergespann der Nationalmannschaft legte denn auch viel Wert auf die physische Fitness der Spieler, und regenerative Maßnahmen waren durchweg sehr abwechslungsreich und durchdacht gestaltet. Gewiss ist hier aber noch nicht das Ende der Entwicklung erreicht, und neue wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse sind höchst wünschenswert. Der Autor, Dr. med. Tim Meyer (38) arbeitet als Privatdozent am Sportwissenschaftlichen Institut für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes in Saarbrücken mit dem wissenschaftlichen Schwerpunkt Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung.
  3. Nachtrag zur WM aus dem Wirtschaftsteil des Spiegels von heute: "WM-SPONSOREN Hyundai verdoppelt Bekanntheitsgrad Die Sponsoren der Fußball-WM haben sich ihr Engagement einiges kosten lassen. Der Aufwand hat sich aber gelohnt. Einer Studie zufolge haben vor allem bisherige "Außenseiter" ihren Bekanntheitsgrad kräftig gesteigert. Hohenheim - Zum Sieger der Sponsoren erklärten die Marketing-Forscher der Universität Hohenheim den Autohersteller Hyundai. Die Koreaner hätten ihren Bekanntheitsgrad verdoppelt, teilte der Initiator der Studie, Markus Voeth, mit. Hyundai sei zuvor 25 Prozent der Befragten ein Begriff gewesen, nach der WM hätten rund 50 Prozent mit dem Namen etwas anfangen können. Auf dem zweiten Platz der Rangliste landete der IT-Anbieter Avaya, der um 21 Punkte auf 25 Prozent zulegte. Die Ergebnisse basieren auf einer WM-Langzeitstudie der Hochschule mit rund 900 Befragten. Auch für die Fluglinie Emirates (plus 19 Punkte) und den Karlsruher Energiekonzern EnBW (plus 14) bedeutete die WM ein Imagegewinn. "Bisherige Favoriten wie die Telekom, Coca Cola oder die Deutsche Bahn blieben dagegen unter zehn Prozent Bekanntheitssteigerung", betonte Voeth. Allerdings seien diese Unternehmen auch auf einem wesentlich höheren Niveau gestartet, Steigerungen seien daher nicht mehr in gleicher Weise möglich. Auch nach der WM heißen die bekanntesten Marken unter den 15 offiziellen Fifa-Partnern laut Studie Coca Cola, Adidas, McDonald's und Deutsche Telekom. Adidas habe allerdings trotz des intensiven Auftritts an Aufmerksamkeit verloren (minus drei Prozentpunkte). Von den sieben nationalen Förderern habe die Deutsche Bahn den höchsten Bekanntheitsgrad, gefolgt von der Postbank und der Baumarktkette Obi. Als Werbeträger dominierte die WM eindeutig Franz Beckenbauer. Profitiert davon hätten vor allem die Postbank und der Mobilfunk-Anbieter O2, mit dem Beckenbauer schon vor WM-Zeiten vertraglich verbunden war. Auf Platz zwei kam der Kapitän der Fußball- Nationalmannschaft, Michael Ballack."
  4. Viktor Schmidt-Riese, der Deutsche bei uns am Stammtisch, heimlicher Werder-Fan und Erbauer einer Hansekogge, hatte zum Sommerfest geladen. Zu unserem Erstaunen waren auch jene Bewohner des Wohnparks eingeladen, die noch im Winter damit spekulierten mit unserer Kampfmannschaft und einem ordentlichen Marketingkonzept den Durchmarsch durch die Ligen anzutreten. Von ihnen jedoch erschien nur Hartmut Ohnseel, ihr Wortführer – wie immer tadellos gekleidet mit Donald-Duck-Krawatte und der Uhr über seiner Manschette. Schon als Radenko Pecl und ich den Garten betraten und ehrfürchtig den Rumpf der Kogge besichtigten, waren Ohnseels Witze aus dem Schiffsinnern zu hören. Sein dröhnendes Lachen übertönte für ein paar Augenblicke jedes andere Geräusch in Schmidt-Rieses Garten und ließ Schlimmes befürchten. Ich beschloß mich fern des Wohnpark-Bewohners zu amüsieren, einen so lauen Sonnenabend sollte man sich nicht von dessen entbehrlichen Ausführungen verderben lassen. Gerade noch rechtzeitig sah Radenko den flehentlichen Blick von Frau Kreuz-Chen und befreite sie aus den Klauen des Wohnpark-Bewohners, der ihr gerade irgendwelche Marketing-Tools erklärte und alles entweder easy oder strange fand. Zu dritt zogen wir uns in das Schiffsinnere zurück, wo sich bereits die anderen Stammtisch-Mitglieder in altvertrauter Sitzordnung zusammengefunden hatten und über den Beginn der neuen Saison und die ersten Qualifikationsrunden für die Champions League diskutierten. Bei reichlich Bier und Diskussionsstoff verging die Zeit wie im Fluge. Selbst Frau Kreuz-Chen, die spätestens seitdem Viktor nackt und auf einem Felsen stehend nach einem Adler anzulocken versuchte, ein gespaltenes Verhältnis zu diesem unterhält, vergaß ihre Zurückhaltung und ging die eine oder andere Wette in Vertretung ihres Mannes ein. Irgendwann – die Urteile im italienischen Fußballskandal samt der anhängigen Berufungen und einer eventuellen italienischen Lösung waren gerade durchdekliniert – polterte dann doch Ohnseel an unseren Tisch und erklärte, als Dank für die Einladung zu dieser prächtigen Feier, eine Überraschung dabei zu haben. Wir und überhaupt alle anderen Gäste sollten im Bauch der Kogge verbleiben, in zwei Minuten würden wir uns amüsieren, wie schon lange nicht mehr. Der neue Trainer witterte hinter dieser Ankündigung eine Drohung und ermunterte uns nach Notausgängen zu suchen, falls Ohnseel auf die Idee käme, das Holzschiff anzuzünden. Auch wenn wir darüber lachten, blickte sich doch jeder still und leise nach einer geeigneten Fluchtmöglichkeit um. Wie nicht anders zu erwarten, waren die Befürchtungen unbegründet. Statt das Schiff in Brand zu stecken, erschien Ohnseel nach ein paar Augenblicken an der Spitze eines Defilees. Hinter ihm zog eine Reihe von offensichtlich osteuropäischen Frauen in knappen Badesachen und mit einem Fußball unter dem Arm ein, gefolgt von asiatischen und afrikanischen Kindern, die nicht ganz so leicht bekleidet, ebenfalls einen Fußball unter dem Arm trugen. Insgesamt gut ein Dutzend Frauen und Kinder. Die Gäste waren sprachlos. Keiner wusste so recht, was das sollte. Lediglich Ohnseel klatschte begeistert in die Hände und steckte mal hier, mal da einen Fünf-Euro-Schein in den einen oder anderen Bikini, animierte sie zum Tanzen und veranlasste eine etwas verängstigt aussehende Frau sich zu drehen und ihre Schokoladenseite – die Rückansicht – zu präsentieren. Den Kindern warf er Münzen zu und motivierte sie nach diesen zu springen und sich zu bücken. Als die anderen Gäste seinem Beispiel nur zaghaft folgten – und wenn dann nur, weil er sich direkt vor sie stellte und ultimativ aufforderte es ihm gleichzutun – erklärte er, dass er die Frauen und Kinder in der Nähe des Neusiedlersees aufgegabelt habe. Sie wären ihm direkt in die Arme gelaufen und hätten ihn um Hilfe angefleht. Es wäre ganz easy, er hätte das Geld, also bestimmt auch er – ganz easy business! Und jeder verdient daran: den Menschen in der Region wird der beliebteste Ballsport auf eine sympathisch und easy nähergebracht, Ohseels Schützlinge von fahren von Dorf zu Dorf, treten bei Kirtagen und Schützenfesten auf, tanzen, jonglieren Bälle, kurz: sie machen den Fußball attraktiv! Das beste wäre aber, berichtete Ohnseel fast atemlos, das beste also wäre die Tatsache, dass sich das Projekt ganz von alleine finanziert. Den Frauen würden die Geldscheine nur so zufliegen – anfassen ist natürlich nicht erlaubt, den Preis hat er noch nicht festgelegt – und die Kinder ziehen traditionell das Geld aus den Brieftaschen der Erwachsenen. Damit könnten sie sich eine Existenz aufbauen, wenn sie erst einmal legal hier sind, er ihnen ihren Pass wiedergegeben hat und natürlich abzüglich 60% Spritgeld für Ohnseel, der seine Kolonne von Dorf zu Dorf chauffiert. Als noch immer keiner der Besucher so richtig mitmachen wollte, verteilte der Wohnpark-Bewohner die Mädchen und die Kinder auf die Kogge und den restlichen Garten. Er ermahnte sie recht freundlich zu den Gästen zu sein und ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Schließlich, als auch dies erledigt war und überall in und auf der Kogge, sowie im Garten illegale, tanzende und sich räkelnde Osteuropäerinnen und afrikanische Kinder verteilt waren, kam er dann wieder an unseren Tisch. Schweißperlen standen auf Ohnseels Oberlippe. Seine Pferdchen, er nannte sie die Blue Mares, wären nur schwer zu bändigen, am besten wären immer noch Behinderte, die gingen wirklich wie eine Eins. Wenn einer von uns Kontakt hätte, der Wohnpark ist immer interessiert an human Ressources.... Dr. Artur Schienbein Schützer
  5. Wir kommen der italienischen Lösung des Problems wohl immer näher. Dem heutigen Spiegel entnommen: "Juve jammert trotz milden Urteils Chaos in den italienischen Fußballligen: Trotz ihrer Verwicklung in den größten Skandal der europäischen Fußballgeschichte erhielten alle Clubs Strafmilderung. Dennoch proben sie weiter den Aufstand - allen voran Juventus Turin. Rom - Nach Angaben italienischer Medien ist eine Verschiebung des für den 27. August geplanten Beginn der Serie A unumgänglich. Der Saisonstart könnte am 10. September nach den beiden ersten EM-Qualifikationsspielen der italienischen Nationalmannschaft erfolgen. Mit Hohn und Spott reagierten die italienischen Zeitungen auf die milden Urteile. "Eine italienische Komödie" bezeichnete "La Repubblica" das Ergebnis des Berufungsprozesses. "Mildere Strafen, doch die Clubs feiern nicht. Alle Verbände wollen Einspruch einreichen", kommentierte "Gazzetta dello Sport". Völlig desillusioniert zeigte sich auch Guido Rossi. Der kommissarische Präsident des Fußballverbandes (FIGC) reagierte empört auf die abgeschwächten Urteile und denkt derzeit über einen Rücktritt nach. Der ehemalige Mailänder Staatsanwalt Gerardo D'Ambrosio sprach von einer verlorenen Gelegenheit, um den italienischen Fußball zu säubern. "In Italien besteht eine verbreitete Illegalität, die man nur schwer ausmerzen kann", betonte D'Ambrosio. "Das Urteil ist lächerlich", schimpfte aber FC Palermos Präsident Maurizio Zamparini. Auch Riccardo Garrone, Präsident des Erstligisten Sampdoria Genua, war unzufrieden: "Es handelt sich eher um politische Entscheidung, mit Recht hat das nicht viel zu tun." Juve, Florenz und Lazio sehen dies anders, fühlen sich völlig unschuldig und kündigten sogar Berufung vor dem Gericht des Nationalen Olympischen Komitees (Coni) an, bevor sie das Verwaltungsgericht in Rom anrufen wollen. Hier werden aber allenfalls noch Abzüge bei den Strafpunkten für Juve, Florenz, Lazio und Milan erwartet. "Dieses Urteil ist ein Skandal. Juve zahlt für alle. Wir werden nicht Halt machen, bis dieses Urteil rückgängig gemacht wird", sagte Juve-Präsident Giovanni Cobolli Gigli. Juves Anwälte rechnen weiter fest mit dem Verbleib in der Serie A. Auch der Drahtzieher des Manipulationsskandals, der ehemalige Manager von Juventus, Luciano Moggi, scheint trotz der eigenen Verfehlungen kein Verständnis für die Bestrafung von Juventus zu haben. "Ich bin sprachlos. Dieses Urteil ist unannehmbar. Nur Juve ist für die Affäre verantwortlich gemacht worden", sagte Moggis Rechtsanwalt Fulvio Gianaria. Moggi zählt zu den wenigen Angeklagten im Verfahren, für die die erstinstanzliche Strafe bestätigt wurde. Der Manager wurde mit einer fünfjährigen Berufssperre bestraft. Dagegen feierten der AC Florenz und Lazio Rom die überraschende Rückkehr in die Serie A. Das Berufungsgericht hatte den Zwangsabstieg der beiden Traditionsclubs zurückgenommen und stattdessen nur Punktabzüge zum Saisonstart auferlegt. So muss Florenz mit 19 und Lazio mit 11 Minuspunkten in die neue Spielzeit starten. Als größter Gewinner der Berufungsverhandlung fühlte sich dagegen der vom Zwangsabstieg verschonte AC Mailand. Die Punktabzüge für die abgelaufene Saison wurden derart reduziert, dass Milan nun sogar wieder an der Qualifikation für die Champions League teilnehmen darf. Denn mit nur 30 statt bisher 44 Punkten Abzug für die vergangene Spielzeit ist der Club des ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in der "bereinigten Tabelle" Dritter der Meisterschaft 2005/2006. Dafür muss Milan aber mit acht Minuspunkten in die kommende Saison starten und erhielt zudem eine Platzsperre von einem Spiel. Berlusconi sprach auch nach der Strafmilderung von einem "ungerechten Urteil nach einem fragwürdigen Prozess" und plädierte weiter auf Freispruch: "Wir haben uns nichts zu schulden kommen lassen", so Berlusconi. Stadtrivale Inter kämpft unterdessen um den Meistertitel der Saison 2005/06. Der aktuelle Pokalsieger erhebt Anspruch auf die nachträgliche Anerkennung des Scudetto. "Es muss jedem klar sein, dass nicht alle Clubs in den Skandal verwickelt waren. Wir sind sauber", sagte Moratti."
  6. Bekanntlich sind die Matches vor der Sommerpause mit die schwersten, die Luft ist so kurz vor dem verdienten Urlaub raus. Eigentlich ist alles gelaufen, jeder weiß wer Meister ist, wessen Saison gut, wessen Spielzeit schlecht gelaufen ist und wer ein kompletter Versager war. Nicht anders war es gestern, als ich zur letzten Sitzung des Stammtischs vor der Sommerpause im Vereinsheim eintraf. Ich kam als letzter und musste mich mit zwei Krügerln zum Aufwärmen begnügen. Zum Vergleich: der neue Trainer und G. hatten jeweils sechs, Viktor Schmidt-Riese fünf, selbst Kreuz-Chen – nach dem Trainingslager in Köln in bester Verfassung – hatte schon vier Bier intus. Durchschnittliche Werte, verbesserungswürdig und für Pecl in der Regel ein Grund die eine oder andere zusätzliche Einheit einzulegen. Jetzt aber, in Anbetracht des Urlaubs, sieht Radenko geflissentlich darüber hinweg - obwohl ihm dieser Leistungsabfall offensichtlich gegen den Strich ging. Warum sonst sollte er mich, kaum das ich mich niedergesetzt hatte, wieder an meinem Kragen empor reißen, auf die frischen Käsekrainer-Flecken auf meinem Hemd deuten und zu einem eindringlichen Kurzreferat über professionelle Vorbereitung ausholen? Mir war die Situation selbstredend peinlich, zumal der neue Trainer und unser Sturmtank außerordentlich gereizt reagierten, waren sie doch das ganze Jahr über pünktlich am Stammtisch erschienen und für jeden von uns mindestens einmal eine große Stütze auf dem nächtlichen Weg nach Hause gewesen. Kreuz-Chen schwieg, Schmidt-Riese nahm die Ermahnung Radenkos gelassen hin. Er wies lediglich Hugin oder Munin – so recht kann ich die beiden Viecher immer noch nicht auseinanderhalten – an, einem bellenden Hund unter dem Fenster des Vereinsheimes die Augen auszuhacken. So begann die letzte Sitzung in einer gereizten Atmosphäre und war anfänglich von Zurückhaltung geprägt. Kleine Schlucke, gegenseitiges Belauern, immer auf der Hut dem anderen keinen Freiraum zu bieten. Erst nach ein paar Minuten – die Anfangsnervosität hatte sich gelegt – kam so etwas wie Schwung auf. Kreuz-Chen ging in die Offensive und zauberte plötzlich, aus der Bewegung heraus eine, vielleicht fünf Zentimeter hohe, runde Alu-Konstruktion hervor, in deren Mitte ein Henkel, einem Obelisken gleich, emporragt und darum herum Löcher eingestanzt sind. „Neue Trainingsmethoden setzen neue Reize…“ verkündete er dazu, während die anderen regungslos ob dieser Einzelaktion verharrten. „Das ist ein Kranz!“ „Und was sollen wir damit?“ bellte der neue Trainer? „In Köln wird das Bier auf diese Weise serviert…“ „Die haben doch diese Mädchen-Biere?“ ätzte Radenko Pecl. „In der Tat. Die Kölner trinken aus 0,2l Gläser, Stangen genannt,“ sagts und zauberte mit der selben Eleganz wie vorhin einen Karton hervor, in dem sich ein halbes Dutzend schlanker Gläser befanden, alle aus sehr dünnem Glas und mit verschiedenen Logos drauf. „…hat den Vorteil, dass der Gerstensaft immer frisch bleibt und nur selten schal wird…“ erwiderte Kreuz-Chen während er die Beute seiner Abenteuerreise in den hohen Norden rund gehen ließ. „Und was sollen wir damit?“ wiederholte der neue Trainer sein Bellen von vorhin. „Wir brauchen keine Trainingsmethoden aus dem Ausland…“ „Für Dich, mein lieber Radenko…“ ignorierte unser Wettkönig die Anwürfe des mittlerweile in Fahrt gekommenen Trainers, „…für Dich, Radenko, bedeutet diese Konstruktion eine erhebliche Erleichterung, was das Servieren betrifft.“ Mit diesen Worten übergab er Pecl den Kranz in dessen Löchern sich mittlerweile jeweils eine Stange befand, forderte ihn auf durch das Vereinsheim zu gehen und diese ungewöhnliche Gerätschaft hin und her zu schwenken. Ob er dies auch mit einem Tablett voller Krügerl machen könne? Vor allem, wenn der Sturmtank über außen käme, wären bei Pecl schon so manches Mal die Lichter ausgegangen, verkündete Kreuz-Chen triumphierend. Da sei so ein Kranz schon aus einem anderen Holz geschnitzt: zäh und widerstandsfähig. Da wusste, keiner was er sagen sollte. Endlich meldete sich Pecl wieder zu Wort und versprach, die neue Trainingsmethode in der neuen Spielzeit zu versuchen. Wenn sie sich in den ersten Wochen bewähren sollte, würde er den Kranz gerne zum fixen Bestandteil des Stammtischs in der Spielvorbereitung machen. In der Zwischenzeit kam Schmidt-Riese überraschend über links und zeigte dabei Qualitäten, die man ansonsten nicht von ihm gewohnt ist. Wahrscheinlich wollte er sich zum Saisonabschluss noch für die kommende Spielzeit empfehlen, vielleicht aber war es seiner gesteigerten Aufmerksamkeit in der Defensive zu verdanken, auf jeden Fall kotzte er endlich mal nicht aus dem Fenster oder hinter die Gummipalme rechts hinter der Großbildleinwand. Er tankte sich beherzt durch, stand frei vor dem Tor, die Augen weit aufgerissen, die Wangen dick ausgebeult. Das leere Tor vor Augen, stürzte er gegen und durch die Tür, ließ sich kurz vom Abseitspfiff Pecls – es war das Damenklo – beeindrucken und hätte fast neben das Tor gespieen, besann sich aber auf die harten Trainingseinheiten während der Weltmeisterschaft und ballerte seinen Mageninhalt gegen die Innenseite des Türstocks und auf die Fliesen der Toilette. Leider blieb der Alleingang Schmidt-Rieses die einzig erwähnenswerte Szene dieses letzten Matches vor der Sommerpause, wir anderen waren schon etwas ausgelaugt und wir alle hatten die eine oder andere Leberblessur, so dass uns die Erholung nur zu recht kommt. Wohlgemerkt ist aus sportwissenschaftlichen Gründen eine aktive Erholung angesagt, was bedeutet, dass es für die Dauer der nächsten drei Wochen keine Schnapseinheit geben wird, genauso wenig wie die beliebten Sondertrainings mit Selbstgebranntem… Dr. Artur Schienbein Schützer
  7. habe ich gerade im Spiegel gelesen. Und weiter gehts es mit dem NICHTS GENAUES, WEI? MAN NICHT: Es schien, als wollte der zum Fußballgott Erhobene daran erinnern, dass auch er nur ein Mensch ist: Zinedine Zidane hat erklärt, warum er seinen Gegenspieler umköpfte. Marco Materazzi habe seine Mutter und seine Schwester beleidigt - doch schon widerspricht der Italiener. Den ganzen Tag über ging die Kunde von Zidanes abendlichem Auftritt durch Radio und Internet-Seiten, von Mund zu Mund ging die Meldung, und die Franzosen stellten den Wecker auf 19.30 Uhr: Im populären Bezahlsender "Canal+", wo sich um diese Zeit normalerweise die großen und kleinen Sternchen des Amüsierbetriebs zur Talkshow einfinden, würde Zidane sich erklären, endlich. Aber was dann folgte, war inhaltlich verwirrend. Ja, Zidane entschuldigte sich. Es tue ihm leid, sagte er, für die Millionen Kinder, die ihn so hätten sehen müssen, es tue ihm leid für die Lehrer und Trainer, die den Nachwuchs zum Fairplay erziehen wollten, "ich habe selbst Kinder, ich weiß, worum es geht". Aber Reue? Über das eigentliche Foul? Über den Kopfstoß? "Ich bereue mein Verhalten nicht", sagte Zidane, um danach Materazzi als den eigentlichen Täter zu verhaften. "Ich habe reagiert, und alle reden über diese Reaktion. Aber ohne die Provokation vorher hätte es die Reaktion nicht gegeben. Der Schuldige hier, das ist der, der provoziert. Es muss Schluss damit sein, dass immer der bestraft wird, der reagiert", sagte Zidane, er sprach ruhig und klar, er war ganz der Mann, den alle lieben, sympathisch, einnehmend, unverstellt. Über seinen Schultern hing eine schmutzbraune Militärjacke, als hätte er sich panzern wollen, auch gegen die eine, entscheidende Frage, was in aller Welt Materazzi denn nun gesagt hatte. Die Frage wurde gestellt, natürlich. Aber Zidane lieferte die Antwort nicht. Der Italiener, dessen Namen Zidane nicht in den Mund nahm, habe "Dinge gesagt, sehr harte Dinge, und er hat sie mehrmals wiederholt, Worte schlimmer als Schläge, Worte, die mich im tiefsten Inneren beleidigt haben". Unruhig hakte Michel Denisot, ein eher blasser Interviewer, nach. Worum es denn, ungefähr, gegangen sei? "Das betrifft meine Mutter, meine Schwester. Wissen Sie, das waren wirklich harte Worte, ich hätte lieber eine Faust in die Fresse genommen als das zu hören." Zidane sagte Fresse, "gueule", er sagte nicht Gesicht. Und überhaupt schien es so, als wollte er, der von aller Welt zum Fußballgott Erhobene, von seinem Sockel herabsteigen. Als wollte er daran erinnern, dass auch er nur ein Mensch ist, ein Junge von der Straße, und dazu noch ein Kind aus einem Beton-Ghetto im Norden von Marseille. Dies wurde noch deutlicher im zweiten Interview, das der Privatsender TF1 mit ihm führen durfte. Zidane entwickelte im Gespräch einen Ehrbegriff, wie er in der Banlieue zuhause ist, in der Vorstadt. "Ich werde meine Kinder immer dazu erziehen, sich nie auf den Füßen herumtreten zu lassen", sagte er, und seine Stimme klang nach Trotz und Stolz und verletzter Ehre. Es ging dann auch um den Rassismus, mit dem ein Einwandererkind, und es sei noch so erfolgreich, lebenslang kämpfen müsse. Der Fußball-Weltverband Fifa, sagte Zidane, habe dem Rassismus den Kampf angesagt, "aber dann müssen Sie lesen, was der Vizepräsident des italienischen Senats gesagt hat (Roberto Calderoli, Politiker der Lega Nord, d. Red.). Er hat erklärt", sagte Zidane, "dass Italien mit den Franzosen eine Mannschaft' von Schwarzen, Islamisten und Kommunisten' geschlagen hat. Das ist so hart, so schwerwiegend, das schockiert mich", sagte Zidane. Währenddessen gibt auch Materazzi Interviews. Gleich zwei sind heute erschienen, eins in der "Gazzetta dello Sport", eins im "Corriere della Sera". Der Verteidiger verteidigt sich durch Dementieren. Er habe zu Zidane nichts gesagt, was mit dessen Mutter, mit Politik, mit Terrorismus oder Religion zu tun hätte. "Ich habe meine Mutter verloren als ich 15 war", wird Materazzi zitiert, "ich habe Hochachtung vor allen Müttern, ich käme nie auf die Idee eine Mutter zu beleidigen". Und über Zidane sagt der Mailänder Fußballspieler: "Ich verehre ihn. Er ist immer mein Idol gewesen." Was ist geschehen und vor allem gesagt worden in jener 108., 109., 110. Spielminute des WM-Finales von Berlin? Niemand, so scheint es, wird es je erfahren.
  8. Sicherlich war es kein Ausrutscher von Zidane, ganz im Gegenteil, die 12 Platzverweise sprechen für sich. Was mir die ganze Sache so sympathisch macht ist die Tatsache, dass sich die Kommentatoren überboten in der Kreation neuer Superlative bzgl. der Spielerpersönlichkeit Zidane (die er zweifelsohne ist!). Dann dieser Kopfstoß und die edle ritterliche Jungfrau ist dort angekommen wo er herkommt, nämlich beim 12. Ausschluss. Übrigens entlarven sich in meinen Augen, die Fußball-Oberen ein weiteres Mal im Umgang mit dieser Causa. Letztens habe ich im Spiegel gelesen, dass Italien Gefahr laufen könnte, den Titel wegen der Beleidigung Materazzis wieder zu verlieren. Wollen wir mal hoffen, dass er Zidane nur als Arschloch oder Dreckschwein beleidigt hat...das sind wenigstens korrekte Beleidigungen....
  9. trifft die sache genau! bestmögliche abgang eines großen spielers, der zum glück den anderen kopfstoß nicht rein gemacht hat (nicht weil frankreich nicht gewinnen sollte, sondern einfach weil es zu kitschig gewesen wäre!)
  10. Rooney hat den Charme eines Gascoigne und wird sicher ein ähnliches enfant terrible - und sein ausfallschritt ins portugiesiesche Gemächt war nur der Anfang
  11. zweifellos nicht der erste Ausraster, man denke die Aktion gegen Hamburg. Was ich an der ganzen Sache sympthisch finde, ist die Körpersprache Zidanes, dieses kurzzeitige Vergessen des gesamten Drumherums, seine geballte Faust. Das war für mich der Hinterhof, dessen Abwesenheit ja immer wieder bedauert wird (Stichwort: Straßenkicker), die FIFA jedoch nur wenig für dessen Erhalt tut. Und wie gesagt, ich finde seine Aktion nicht traurig, sondern authentisch...
  12. denke ich auch, vor allem wenn erst einmal raus ist, was Materazzi wirklich gesagt hat. Angeblich will sich Zizou im Laufe dieser Woche äußern. Man darf gespannt sein....
  13. Geht es euch auch so auf die Nerven? Diese ständige und entsetzlich weinerliche Suderei über die (Un) Tat Zidanes? Nein, was sind die Menschen nicht alle betroffen ob der unglaublichen Entgleisung dieses großen Sportlers, des Fußball-Philisophen. Wer hätte das gedacht? Dabei wirkte er doch so abgeklärt und besonnen, genauso wie man ihn von den Werbeplakaten her kennt. Ein Vorbild eben, dessen Vita auch noch als politisch-korrektes Feigenblatt herhalten kann. War man für Zidane, war man auf der richtigen Seite, da kommen sogar die Schwarzafrikaner nicht mit, ein Lichtermeer auf zwei Beinen sozusagen. Wie wohltuend daher sein Ausraster, der Kopfstoß der den Hightech-Teamgeist wieder in die Hinterhöfe von Marseilles, Berlin, London oder Wien zurückbrachte. EIgentlich hat der ja dort nichts mehr verloren, doch Zidane hat für eine Sekunde das alte Fieber, die alte Faszination wieder auferstehen lassen. Sein Kopfstoß, auch in der Ausführung eine Augenweide, war nicht schmerzhaft und wird Frankreichs Zehner auch auf Dauer nicht beschädigen. Und es war der Augenblick, in dem ich Frankreich den Titel gönnte.... Dr. Artur Schienbein Schützer
  14. Noch ein paar Bemerkungen zum italienischen Fußball bzw. dzur italienischen Liga, gerade und vor allem im Hinblick auf die gewonnene Weltmeisterschaft. Entnommen der gestrigen FAZ: "Italiens Fußballskandal Das wichtigere Finale Von Dirk Schümer, Venedig 10. Juli 2006 Nicht alle italienischen Fußballfans haben die Nacht des Titelgewinns zum Feiern genutzt. Ein paar Tifosi zogen mit Spraydosen zum nationalen Fußball-Leistungszentrum in Coverciano, einem Vorort von Florenz, und brachten an den Wänden ihre Hochstimmung in die passenden Worte. „Rossi - der Esel bist du!“ und „Nimm dich in Acht, Palazzi!“ - so könnte man die Drohungen gegen den Verbandspräsidenten und den Sport-Staatsanwalt wohl am besten ins Deutsche übersetzen. Ungeteilte Jubelstimmung sieht anders aus. Und in der Tat mischt sich in die Freude, nach vierundzwanzig Jahren endlich wieder einmal „Campione del mondo“ geworden zu sein, ein gerüttelt Maß Verbitterung. Der Siegesjubel könnte bald unangenehme Züge bekommen Denn Italiens so erfolgreicher Fußball ist krank, todkrank sogar. Malad ist die Verbandsspitze mit dem ehemaligen Präsidenten Carraro und Ligachef Galliani, die nach abgehörten Telefonaten abtraten, weil darin unverhohlen über die Manipulation von Ligaspielen zugunsten der reichsten und einflußreichsten Mannschaften, Juventus Turin und AC Mailand, gesprochen wurde. Ein Dutzend Schiedsrichter der höchsten Spielklassen stehen derzeit unter Anklage. Vier beliebte Großclubs sollen zwangsweise in untere Ligen absteigen. Wenn das passiert, müßten fünfzehn der dreiundzwanzig Weltmeister (und drei der französischen Vizeweltmeister) auf dem Dorf spielen - oder wären plötzlich ohne Arbeitgeber, denn die meisten Verträge gelten nur für die oberste Spielklasse. Der biedere Moralist Gattuso fordert strenge Strafen für die Täter - und damit den Abstieg seines Clubs Nahezu gleichzeitig mit dem Triumph im Finale schickte der Chef des Fernseh-Imperiums „Mediaset“, Berlusconis Stammhalter Piersilvio, ein Einschreiben an den Verband: Das Geld für die Fernsehrechte an der Serie A werde ab sofort nicht mehr überwiesen; wenn statt der Publikumsmagneten Juventus Turin, AC Mailand und FC Florenz plötzlich Niemandsclubs kickten, entsprächen die 61,5 Millionen Euro jährlicher Übertragungsgelder keinem Gegenwert mehr. Und wenn Mediaset (also Berlusconi, also der Inhaber des AC Mailand, also der Vorsitzende der größten politischen Partei) nicht mehr zahlt, ist Italiens weltmeisterlicher Lieblingssport pleite. So einfach kann Fußball sein. Gianluca Pessotto sind vielleicht solche rabenschwarze Gedanken durch den Kopf gegangen, als er in seinem Büro als Manager von Juventus Turin die Nachfolge Luciano Moggis verwalten sollte - des Mannes, der mit seinem Netz von Gefälligkeiten, Vulgaritäten und Absprachen den Skandal erst ins Rollen brachte. Als Italien vor sechs Jahren im Endspiel der Europameisterschaft - damals auch gegen Frankreich - stand, gab Rechtsverteidiger Pessotto die Flanke zum italienischen 1:0. "Sieg des gesetzestreuen Italien": So sieht es der neue Präsident Napolitano Nun sah er nach ein paar Tagen im Büro den Scherbenhaufen, er sah seine alten Kameraden in Deutschland siegen und rief einen Verwandten mit der Mitteilung an, am Schreibtisch werde er wohl niemals ein Champion. Dann sprang Pessotto mit einem Rosenkranz in der Hand aus einem Dachfenster der piekfeinen Turiner Juventus-Zentrale. Am Tag des Endspiels besuchte ihn der Erzbischof für ein gemeinsames Gebet. Ob der tragische Star seine inneren Verletzungen überlebt, ist ungewiß. Natürlich beteuern die frischgebackenen Weltmeister, sie hätten ihren Titel auch im Gedenken an den armen „Pessottino“ gewonnen, wenngleich er in den Hymnen des Sieges nurmehr im Kleingedruckten erscheint. Die Jubelnacht nach dem Sieg von Berlin war, wie es sich für Italien gehört, als ganz große Oper inszeniert. Es gab die bösen Intriganten, welche die Stimmung verdorben haben und auf ihr Urteil warten, es gab ihre Häscher, die Rache fordern. Es gab die strahlenden Heldentenöre auf dem Rasen, und es gibt den armen Pessotto in seinem Krankenzimmer - dazu den Chor von Millionen glückseliger Italiener. Vor allem aber gibt es jetzt die Verbeugungen vor dem Vorhang, die natürlicherweise einhergehen mit der Frage: Soll diese schöne Inszenierung tatsächlich vom Spielplan verschwinden? Müßte man mit opernhafter Milde (und einem Blick für den Kartenverkauf) den Übeltätern nicht lieber vergeben und weitermachen wie zuvor? So denken die anonymen Tifosi, die ihr Menetekel der neuen Verbandsspitze an die Wand gesprüht haben: Achtung! Wenn der italienische Fußball tatsächlich seine Statuten befolgt und die Mauscheleien streng bestraft, dann könnte der Siegesjubel bald unangenehme Züge bekommen. Der neue Justizminister Mastella, den Moggi gemäß der Telefonprotokolle schon vor Jahren als Freund um Rat und Hilfe bat, warnt passend zum Sieg vor „ernsten Konsequenzen für den Fußball und den Sport“. Bei vielen Sportjournalisten, bei den meisten Funktionären und bei Berlusconis Fußball-Fernseh-Imperium sowieso rennt der windige Berufslobbyist mit seinem Gnadenappell offene Türen ein. Ein Funktionär von Berlusconis „Forza Italia“ - das ist nicht zufällig der Schlachtruf für die Nationalmannschaft - verglich das Korruptionsverfahren im römischen Olympiastadion schon mit den „Nürnberger Prozessen“. Auch Moggi selbst trat schon vor die Schranken des Fernsehgerichtes und beklagte zusammen mit diversen Helfershelfern die große Ungerechtigkeit. Er habe doch nur seine Arbeit gemacht, ein Opfer sei er. Nicht nur die italienische Nationalmannschaft verfügt also über eine starke Verteidigung. Ein paar Wochen vor dem Finalsieg hat der Schriftsteller Franco Cordero das System beschrieben, nach dem nicht nur der Fußball, sondern das ganze „kranke Italien“ seit Jahren funktioniere: „In den fetten Jahren häufen die kopf- und seelenlosen Mandarine der Politik Schulden, werfen das Geld zum Fenster heraus, nähren parasitäre Angestellte und gewähren sich illegale Vergünstigungen, bis das Establishment zusammenbricht.“ Cordero meint mit diesen „erstarrten Kontinuitäten“ natürlich die Karriere Berlusconis, die aufs Engste mit dem Fußball verwoben ist. Pünktlich zum Turnierbeginn ist der mächtige Mogul auf den Präsidentensessel des AC Mailand zurückgekehrt, den er als Ministerpräsident hatte räumen müssen. Gewiß hatte Berlusconi bei der Parlamentswahl im April von einem Sieg geträumt, mit dem er dann als triumphierender Cäsar im Berliner Olympiastadion seine Laufbahn hätte krönen können. Nun wirkt die Skandal-WM wie eine Berlusconi-Dämmerung, bei der nur der Betroffene selbst hofft, es möge ein Morgen und keine Nacht sein, die dem vielen Zwielicht folgt. Und unter dem Applaus der linken Sportministerin Melandri erscheint der Titelgewinn wie ein letzter Appell zur Selbstreinigung. Er begreife den Triumph, so sagte der neugewählte Präsident Napolitano, „als Sieg des gesetzestreuen Italien“. Aber so einfach ist das nicht. Berlusconi und andere verschwenderische Fußballmäzene haben die Spieler in hochmodernen Trainingszentren zu konkurrenzfähigen Gladiatoren ausgebildet, sie haben Milliarden in den Fußball investiert, ihn medial perfekt ausgebeutet und sich schließlich für berechtigt gehalten, die Spielregeln zu ihren Gunsten zu verändern. Wie in der Justiz. Wie in der Politik. Wie im Geschäft. Die Welt sei nun einmal dreckig und böse, so verteidigen sich jetzt nahezu alle Inkriminierten und Manipulateure. Wer sich da mit allen Tricks durchbeiße, der handle sozusagen in Notwehr. Einige Spieler wie der grundsolide Kalabrese Gennaro Gattuso scheinen begriffen zu haben, daß Leute wie Berlusconi den italienischen Fußball groß gemacht und zugleich an den Abgrund gebracht haben. Der biedere Moralist Gattuso fordert strenge Strafen für die Täter - und damit den Abstieg seines Clubs, die Schwächung der Liga, den Kollaps der Finanzen, also all das, was die Moguln des Fußballs in den nächsten Wochen mit allen juristischen Mitteln zu verhindern suchen. Die Frage ist, wie kann ein starkes Fußball-Italien ohne Lobbies und Vetternwirtschaft geschaffen werden? Unter diesen Auspizien hat das wichtigere Fußball-Finale, der Kampf um den Calcio, jetzt erst richtig begonnen. Spätestens am Mittwoch werden die Urteile verkündet und angefochten werden. Dann drohen die hochdotierten Verträge vieler Spieler aus- und dieselben davonzulaufen; Geld wird plötzlich knapp im Calcio, und die gierigen Vermittler und Manager ausländischer Vereine strecken schon die Fühler nach den wackeren Verteidigungs-Weltmeistern aus. Die ersten Fußballstars aus dem Bel Paese sind schon gen England und Spanien aufgebrochen. Italien, das Land der Sieger, steht sportlich und ökonomisch als großer Verlierer da."
  15. Nach der Niederlage gegen Italien schien für einen kurzen Moment die Luft raus zu sein aus der Weltmeisterparty in Deutschland. Aber eben schien es nur so, der Trotz siegte: "In zwei Jahren in Österreich!", "In Südafrika werden wir unschlagbar sein!", so oder so ungefähr hörte man es von überallher. Keiner sprach jedoch von dem Spiel um Platz 3 gegen Portugal, was nicht unbedingt das Beste für das kleine Finale bedeutete. Die Deutschen waren soweit, dass sie einen Rückfall in die schier ewig zurückliegenden Zeiten von vor vier Wochen verkraften konnten! Unter diesen Umständen war eigentlich nicht mit einem solch munteren Spielchen, wie es gestern Abend in Stuttgart stattfand, zu rechnen. 3:1 für die DFB-Elf, mit einem starken Oliver Kahn, dessen Versäumnis während des Gegentores verzeihlich ist, einer soliden Abwehr, die nur zu Beginn ihre alte Unterklasse zeigte und einem straken Mittelfeld, das über weite Strecken die Potugiesen ganz klar beherrschte und in dem Frings seine Bedeutung für die Mannschaft aufs Neue unter Beweis stellte und schließlich einen Basti Fantasti, der tatsächlich zweieinhalb mal dasselbe Ding reinmachte: damit wird die DFB-Elf in der Tat zu einem ganz heißen Kandidaten für die EM in zwei und die nächste Wm in vier Jahren. Alles in allem war es eine nette, wenn auch gänzlich überflüssige Einstimmung auf das große Finale Italien gegen Frankreich. Siegen werden wohl die Italiener, zumindest hoffen dies meine Freunde und Gastgeber.... Kreuz-Chen