Heffridge "Inside everyone there´s a litte nut!" Geschrieben vor 3 Stunden Ziemlich genau vor zwei Jahren war ich erstmals in Opole. Damals wurde das Cupspiel gegen den MKS Pogoń Szczecin besucht, zumal dieses das vorletzte Spiel im alten, zentral in der Stadt gelegenen Stadion gewesen ist. Die Gäste aus Stettin setzten sich damals in der Verlängerung durch und zu Beginn der Rückrunde der Saison 2024/25 wurde dann in Opole die neue Arena eingeweiht. Der Verein verließ das Stadion Miejski und spielte fortan im Stadion Opolski. Das 11.600 Besuchern Platz bietende Stadion wurde sehr bald mit einem Sponsornamen versehen und wird derzeit offiziell als Itaka Arena bezeichnet. Ein polnischer Reiseveranstalter hat sich ab 2025 diese Namensrechte gesichert. Die Kosten für den Bau des Stadions betrugen € 43,35 Millionen, aber man muss ehrlicherweise sagen, dass das Stadion, obgleich es ein moderner Zweckbau ist, eine markante Außenfassade hat und auch im Innenbereich durchaus gelungen ist. Auch heute steht wieder eine Partie in Puchar Polski auf dem Programm. Im Sechszehntelfinale hat man den WKS Śląsk Wrocław zu Gast und da Breslau jetzt nur einen Katzensprung von Opole entfernt ist, findet diese Partie auch Anklang beim Publikum. Die Karten verkaufen sich sehr gut und schließlich sollten 9.753 Zuschauer hier für eine tolle Kulisse sorgen. Wir begeben uns gemütlich von unserer Unterkunft nach Opole und parken uns am frühen Nachmittag in der Nähe des Stadions ein. Nachdem wir einige Bilder vom Stadion bei Tageslicht gemacht haben, marschieren wir noch in die Altstadt, wo wir bis zum Einbruch der Dunkelheit verweilen. Da der Spielbeginn zum heutigen Cupschlager erst um 20:30 Uhr können wir am Food Court im Einkaufszentrum in Stadionnähe noch unser Abendessen einnehmen. Während der OKS Odra Opole nach wie vor zweitklassig in der I. Liga spielt, ist der WKS Śląsk Wrocław aus dieser wieder aufgestiegen und spielt nun in der Ekstraklasa, der höchsten polnischen Spielklasse. Daher sind die Gäste wohl der Favorit, aber bis auf den vollen Gästesektor will das Publikum heute eine Cupsensation sehen. Etwas Sensationelles bekommen sie in den ersten 45 Minuten am Rasen aber nicht zu sehen. Opole spielt taktisch klug und verteidigt gut. Śląsk Wrocław ist dermaßen ideenlos, sodass man kaum gefährliche Chancen kreieren kann. Die Highlights spielen sich abseits des Rasen ab, denn auf der Fantribüne Opoles gibt es zwei tolle Choreos mit Überziehfahnen. Bei der ersten wird der eigenen Verein gehuldigt und zum Abschluss gab es auch zahlreiche Fackeln um die den Vereinsnamen tragende Fahne. Wenige Minuten später wurden die Gäste mit einer Überziehfahne verschmäht. Abermals gab es Pyrotechnik, allerdings deutlich weniger als zuvor. In den zweiten 45 Minuten wird das Spiel auch besser, denn Śląsk Wrocław hat jetzt mehr vom Spiel und auch einige Chancen. Aber man ist in der Defensiv nachlässig und daher hat auch der heimische Zweitligist ein paar gute Möglichkeiten, ein Tor zu erzielen. In der 81.Minute scheint die Entscheidung gefallen zu sein, denn die Gäste gehen durch Tomasiewicz in Führung. Als klassenhöherer Vereine sollte man so eine Führung schon halten können. Abgesehen davon muss Opole nun alles nach vorne bringen, um ein Ausscheiden aus dem Cup noch verhindern zu können. Es kommt auch so, dass sich für Śląsk Wrocław in der Schlussphase noch Räume ergeben, doch man scheitert ein paar Mal kläglich. Man hat das Gefühl, dass die Gäste gar kein Interesse mehr an einem zweiten Treffer haben, denn ein 1:0 reicht auch aus, um weiterzukommen. Doch Opole gibt nicht auf und belagert in der Schlussphase das Breslauer Tor. Die fünfminütige Nachspielzeit ist fast vorüber, als noch einmal Eckball für Opole gibt. Die Verteidigung der Gäste kann den Ball nicht klären und so fällt er Szysz vor die Füße und er kann unbedrängt zum 1:1 einschieben. Das Stadion bebt und Schiedsrichter Lasyk pfeift das Spiel gar nicht mehr an. Es geht also in die Verlängerung und in dieser hat man nicht mehr das Gefühl, dass Śląsk Wrocław den Gegnern etwas entgegensetzen kann. Der Vertreter aus der Ekstraklasa scheint mental gebrochen zu sein, während Opole durch den späten Ausgleich quasi eine zweite Luft bekommen hat. Auf der Anzeigetafel macht sich das auch in der 100.Minute bemerkbar, denn in dieser bugsiert Nalepa den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar ins linke Kreuzeck. Auch in der zweiten Hälfte der Verlängerung kommt es zu keinem Aufbäumen der Gäste, sodass Opole diese Partie kontrolliert und ungefährdet heim spielen kann. Nach dem Schlusspfiff feiert das ganze Stadion mit der Mannschaft überschwänglich diesen Cuptriumph, während die Spieler der Gäste vor Block der mitgereisten Fans zum Rapport müssen. Kurz vor Mitternacht verlassen wir schließlich Opole und da wir auf den Straßen gut vorankommen sind wir bereits gegen 04:00 Uhr wieder zu Hause und bekommen sogar noch etwas Schlaf in dieser doch kurzen Nacht. OKS Odra Opole - WKS Śląsk Wrocław 2:1 (1:1,0:0) n.V. 1 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
daniels9958 Sehr bekannt im ASB Geschrieben vor 29 Minuten Heffridge schrieb vor 2 Stunden: Ziemlich genau vor zwei Jahren war ich erstmals in Opole. Damals wurde das Cupspiel gegen den MKS Pogoń Szczecin besucht, zumal dieses das vorletzte Spiel im alten, zentral in der Stadt gelegenen Stadion gewesen ist. Die Gäste aus Stettin setzten sich damals in der Verlängerung durch und zu Beginn der Rückrunde der Saison 2024/25 wurde dann in Opole die neue Arena eingeweiht. Der Verein verließ das Stadion Miejski und spielte fortan im Stadion Opolski. Das 11.600 Besuchern Platz bietende Stadion wurde sehr bald mit einem Sponsornamen versehen und wird derzeit offiziell als Itaka Arena bezeichnet. Ein polnischer Reiseveranstalter hat sich ab 2025 diese Namensrechte gesichert. Die Kosten für den Bau des Stadions betrugen € 43,35 Millionen, aber man muss ehrlicherweise sagen, dass das Stadion, obgleich es ein moderner Zweckbau ist, eine markante Außenfassade hat und auch im Innenbereich durchaus gelungen ist. Auch heute steht wieder eine Partie in Puchar Polski auf dem Programm. Im Sechszehntelfinale hat man den WKS Śląsk Wrocław zu Gast und da Breslau jetzt nur einen Katzensprung von Opole entfernt ist, findet diese Partie auch Anklang beim Publikum. Die Karten verkaufen sich sehr gut und schließlich sollten 9.753 Zuschauer hier für eine tolle Kulisse sorgen. Wir begeben uns gemütlich von unserer Unterkunft nach Opole und parken uns am frühen Nachmittag in der Nähe des Stadions ein. Nachdem wir einige Bilder vom Stadion bei Tageslicht gemacht haben, marschieren wir noch in die Altstadt, wo wir bis zum Einbruch der Dunkelheit verweilen. Da der Spielbeginn zum heutigen Cupschlager erst um 20:30 Uhr können wir am Food Court im Einkaufszentrum in Stadionnähe noch unser Abendessen einnehmen. Während der OKS Odra Opole nach wie vor zweitklassig in der I. Liga spielt, ist der WKS Śląsk Wrocław aus dieser wieder aufgestiegen und spielt nun in der Ekstraklasa, der höchsten polnischen Spielklasse. Daher sind die Gäste wohl der Favorit, aber bis auf den vollen Gästesektor will das Publikum heute eine Cupsensation sehen. Etwas Sensationelles bekommen sie in den ersten 45 Minuten am Rasen aber nicht zu sehen. Opole spielt taktisch klug und verteidigt gut. Śląsk Wrocław ist dermaßen ideenlos, sodass man kaum gefährliche Chancen kreieren kann. Die Highlights spielen sich abseits des Rasen ab, denn auf der Fantribüne Opoles gibt es zwei tolle Choreos mit Überziehfahnen. Bei der ersten wird der eigenen Verein gehuldigt und zum Abschluss gab es auch zahlreiche Fackeln um die den Vereinsnamen tragende Fahne. Wenige Minuten später wurden die Gäste mit einer Überziehfahne verschmäht. Abermals gab es Pyrotechnik, allerdings deutlich weniger als zuvor. In den zweiten 45 Minuten wird das Spiel auch besser, denn Śląsk Wrocław hat jetzt mehr vom Spiel und auch einige Chancen. Aber man ist in der Defensiv nachlässig und daher hat auch der heimische Zweitligist ein paar gute Möglichkeiten, ein Tor zu erzielen. In der 81.Minute scheint die Entscheidung gefallen zu sein, denn die Gäste gehen durch Tomasiewicz in Führung. Als klassenhöherer Vereine sollte man so eine Führung schon halten können. Abgesehen davon muss Opole nun alles nach vorne bringen, um ein Ausscheiden aus dem Cup noch verhindern zu können. Es kommt auch so, dass sich für Śląsk Wrocław in der Schlussphase noch Räume ergeben, doch man scheitert ein paar Mal kläglich. Man hat das Gefühl, dass die Gäste gar kein Interesse mehr an einem zweiten Treffer haben, denn ein 1:0 reicht auch aus, um weiterzukommen. Doch Opole gibt nicht auf und belagert in der Schlussphase das Breslauer Tor. Die fünfminütige Nachspielzeit ist fast vorüber, als noch einmal Eckball für Opole gibt. Die Verteidigung der Gäste kann den Ball nicht klären und so fällt er Szysz vor die Füße und er kann unbedrängt zum 1:1 einschieben. Das Stadion bebt und Schiedsrichter Lasyk pfeift das Spiel gar nicht mehr an. Es geht also in die Verlängerung und in dieser hat man nicht mehr das Gefühl, dass Śląsk Wrocław den Gegnern etwas entgegensetzen kann. Der Vertreter aus der Ekstraklasa scheint mental gebrochen zu sein, während Opole durch den späten Ausgleich quasi eine zweite Luft bekommen hat. Auf der Anzeigetafel macht sich das auch in der 100.Minute bemerkbar, denn in dieser bugsiert Nalepa den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar ins linke Kreuzeck. Auch in der zweiten Hälfte der Verlängerung kommt es zu keinem Aufbäumen der Gäste, sodass Opole diese Partie kontrolliert und ungefährdet heim spielen kann. Nach dem Schlusspfiff feiert das ganze Stadion mit der Mannschaft überschwänglich diesen Cuptriumph, während die Spieler der Gäste vor Block der mitgereisten Fans zum Rapport müssen. Kurz vor Mitternacht verlassen wir schließlich Opole und da wir auf den Straßen gut vorankommen sind wir bereits gegen 04:00 Uhr wieder zu Hause und bekommen sogar noch etwas Schlaf in dieser doch kurzen Nacht. OKS Odra Opole - WKS Śląsk Wrocław 2:1 (1:1,0:0) n.V. Danke, für die Hintergrundinfos zu beiden Teams. Wieder was dazu gelernt. Der Spielbericht ist auch angenehm zu lesen. 0 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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