Malefiz Tribünenzierde Geschrieben vor 44 Minuten (bearbeitet) Das „kleine El Classico“ vor bescheidener Kulisse. Zugegeben, der mit etwa zu einem Drittel gefüllte Campo de Futbol de Vallecas verströmt in keiner Weise den Flair etwa eines Bernabeo-Stadions. Warum sich trotz des Gegners nicht mehr Besucher hierher verirrt hatten, erschloss sich mir nicht. Vielleicht war es ja der ungünstige Termin unter der Woche, oder das Interesse ist generell nicht so groß für diese Vereine. Gut, dass DAZN sich der Begegnung erbarmt hatte und live übertrug, so kam ich in den Genuss spanischer Fußballkunst. Beide Vereine kann man mit Fug und Recht als spanische Traditionsvereine benennen, es gibt sie schon seit teils über 100 Jahren (Rayo Gründungsjahr 1929, Espanyol 1900). Auch wenn sie nicht immer der ersten Liga angehörten, so hatten sie in der Vergangenheit durchaus ihre Erfolge zu verzeichnen gehabt – Rayo mit dem Finale der European Conference League 2026 (1:0-Niederlage gegen Crystal Palace) und Espanyol 2007 mit dem Finale der Europa League (3:1-Niederlage im Elferschießen gegen Sevilla). Beide Vereine stehen auf wirtschaftlich gesunden Beinen und agieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch erfolgreich – gute Voraussetzungen für zufriedene Fans also. Doch zurück zum Spiel: Dass die Primera Division nicht nur aus qualitativem Fußball a´la Barca und Real besteht war mir schon klar, trotzdem verwunderten mich die technischen und taktischen Fehler etwas. Ja, das Spiel war generell schon schneller als hierzulande, doch verstecken brauchen sich unsere Topclubs hinter diesen beiden Mannschaften nicht. Warum man in Österreich die heimische Liga manchmal so schlechtredet, verstehe ich nicht. Zuallererst verwunderte mich der schlechte Zustand des Rasens. Anfänglich sah das Geläuf im TV ja noch ganz gut aus, doch schon nach den ersten Ballwechseln merkte man den wahren Untergrund. Der bestand vielerorts aus Sand, der bei jedem Aufkommen des Balles wegspritzte und viel Geschwindigkeit aus den Pässen nahm. Und auch die Spieler hatten so ihre Probleme mit dem Boden, rutschen oft weg und bekamen den sich verspringenden Ball manchmal nicht unter Kontrolle. Doch viel Zeit dies zu bemängeln blieb mir nicht, bereits beim ersten Angriff von Rayo klingelte es. Nach einem scharf in den Strafraum gespielten Pass konnte der Schuss des Angreifers zwar geblockt werden, doch der Ball wurde nicht geklärt und kullerte von den Kontrahenten weg. Garcia schaltete am Schnellsten und hämmerte die Kugel unhaltbar aus etwa fünf Metern in die Maschen. Der Treffer zeigte Wirkung, Espanyol wirkte geschockt und verunsichert. Rayo nutzte dies zu ein paar weiteren gut angetragenen Angriffen und sah gegen die etwas konfus wirkende Abwehr dabei auch ganz gut aus. Etwa zwanzig Minuten später wackelte das Netz erneut, Pedrosa netzte aus spitzem Winkel nach einem flotten Doppelpass mit Garcia. Da sahen die Abwehr und auch Goalie Dmitrovic nicht gut aus. Flott und munter ging es weiter, Rayo hatte seinen Spaß an der Partie und hätte sowohl zur Trink- als auch zur Halbzeitpause schon deutlich höher führen können, scheiterte aber an der Ungenauigkeit der Verwertung und einmal an der Querlatte. Allein Tsitaisvili hatte drei gute Möglichkeiten, verzog aber jedes Mal. Espanyols Trainer Gonzales wechselte drei Mann zur Pause und stellte die Taktik um, was in der 54. Minute zum Anschlusstreffer führte. Damit war die Partie wieder offen und ein munteres Hin und Her begann. Espanyol hatte mehr Spielanteile und auch ein deutliches Chancenplus, Rayo fuhr ein paar durchaus passable Konter und war aus der Entlastung heraus immer wieder nah am 3:1. Tor sollte trotz ein paar guter Chancen aber keines mehr fallen, womit es beim knappen Heimsieg von Rayo blieb, die sich im Kampf gegen die Abstiegsplätze damit etwas Luft verschaffen konnten. Alles in allem hatte ich bei Abpfiff kein hochklassiges, aber immerhin herzeigbares Match gesehen, das zwar einigen Unterhaltungswert geboten, von den spielerischen Belangen aber noch Luft nach oben hatte. Womöglich ist man von Champions League und anderen internationalen Bewerben ein wenig überanspruchsvoll – aber wenn ich mir die heimische Bundesliga so ansehe, dann war da nicht viel Unterschied zu diesen beiden Mannschaften. bearbeitet vor 39 Minuten von Malefiz 0 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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