Im Fußballherbst 2026 wartet das neue Glücksspielgesetz auf den Beschluss
Nach sieben Runden der Saison 2026/27 zählt die Zuschauerstatistik der Bundesliga bereits 362.401 Stadionbesuche. Im Schnitt beläuft sich das auf 8.628 pro Spiel. Stand ist der 9. Oktober. Der Schnitt liegt damit unter jenem der beiden Vorsaisonen.
Seit dem 20. September ruht die Bundesliga. Am 11. Oktober setzt die achte Runde ein, um 17 Uhr steht in der Raiffeisen Arena das Duell LASK gegen Rapid an.
Österreich führt die Gruppe B3 an
In der Pause der Bundesliga holte das Nationalteam acht Punkte aus vier Spielen der Nations League und führt die Gruppe B3 vor Irland und Kosovo an, die je fünf Punkte haben. Nach dem Aus im WM-Sechzehntelfinale gegen Spanien hatte Teamchef Ralf Rangnick neun Spieler nominiert, die bei der WM fehlten.
Mit diesem Kader gewann Österreich 3:1 gegen Israel in Linz und gegen Kosovo in Wien, es folgten ein 2:2 in Dublin und ein 1:1 in Pristina.
Für Sportwetten sind die Länder zuständig
Das Länderspiel gegen Kosovo am 27. September verfolgten laut ORF bis zu 1,06 Millionen Menschen, in der zweiten Halbzeit lag der Marktanteil von ORF 1 bei 39 Prozent.
Eine Wette auf ein Länderspiel ist in Österreich eine Sportwette, geregelt in Landesgesetzen. Casinospiele und Poker regelt dagegen der Bund im Glücksspielgesetz. Die einzige Lotteriekonzession, die auch das Online-Glücksspiel umfasst, läuft laut Finanzministerium bis 30. September 2027.
Das Finanzministerium hat am 4. August den Entwurf eines Glücksspielreformgesetzes an die EU-Kommission übermittelt, der mehrere Online-Konzessionen vorsieht. Damit könnten unabhängige Casino-Vergleichsportale wie Casino.org erstmals mehr als einen Inhaber einer österreichischen Konzession nebeneinanderstellen. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht.
Ein Pokertisch im 15. Bezirk
Neben den Online-Konzessionen legt der Entwurf die Zahl der Spielbankkonzessionen mit 13 fest, eine Vergabe in Paketen ist zulässig. Derzeit gibt es zwölf große Spielbanken im Land. Für alle Spielarten gemeinsam führt er ein zentrales Sperrregister ein, das Selbstsperren und Sperren durch Betreiber erfasst. Eine Selbstsperre gilt dann bei allen Betreibern.
Über das Sperrregister hinaus kommen online und an Automaten auch Einzahlungslimits hinzu. Im Internet soll ein digitales Aufsichtssystem dafür sorgen, dass ein einziges Limit über alle Anbieter hinweg gilt. An den Automaten sollen Spieltempo und mögliche Einsätze sinken, nach 90 Minuten Spielzeit wäre eine Abkühlphase Pflicht. Dazu kündigt das Finanzministerium gesetzlich vorgeschriebene Analysen zum Suchtpotenzial von Spielen an.
Das Finanzministerium meldete am 6. Oktober auch einen Einsatz gegen ein illegales Pokerspiel in einer Privatwohnung im 15. Wiener Gemeindebezirk. Ausgangspunkt war die Anzeige eines Spielers, der angab, bei der Runde geprellt worden zu sein. Die Polizei forderte die Rufbereitschaft der Finanzpolizei an, eine Bereitschaftseinheit dokumentierte die Spielsituation und stellte die Identität der Anwesenden fest.
Von den neun Anwesenden spielten sechs. Die Finanzpolizei beschlagnahmte den Pokertisch samt Karten und Jetons vorläufig. Der Mieter, der Behörde bereits bekannt, war nicht da. Die Zusammenarbeit von Polizei und Finanzpolizei „lässt den Hintermännern kaum Spielraum“, sagte Bereichsleiter Wilfried Lehner.
Gegen den Veranstalter hat die Finanzpolizei ein Verwaltungsstrafverfahren beantragt, für die Gegenstände leitet sie ein Beschlagnahmeverfahren ein. Dem Veranstalter drohen bis zu 30.000 Euro.
Der 1. Jänner 2027 als Stichtag
Für Veranstalter im Internet sieht der Entwurf Netzsperren und blockierte Zahlungen vor, eine öffentliche Blacklist mit Warnhinweisen soll über Angebote ohne Konzession informieren. Der Entwurf ändert dazu das Telekommunikationsgesetz 2021. Laut Notifizierung sollen die Maßnahmen für in- und ausländische Anbieter gleichermaßen gelten und sich nur gegen Angebote ohne österreichische Konzession richten.
Anbieter, die sich um eine der neuen Online-Konzessionen bewerben wollen, müssen ihre Angebote in Österreich ab 1. Jänner 2027 einstellen. Wer das nicht tut, kommt laut Finanzministerium erst nach einer Sperrfrist von 18 Monaten für eine Konzession in Frage, ab 2030 nach 24 Monaten. Vorher müssen offene Abgabenschulden und unbezahlte Forderungen aus Klagen von Spielern beglichen sein. Das komme laut Ministerium rund 20.000 geschädigten Spielern zugute, zugleich sollten deutlich mehr Spieler zu legalen Angeboten wechseln.
Jede Konzession setzt ein beschlossenes Gesetz voraus, und beschließen darf Österreich es erst nach Ende der Stillhaltefrist der EU-Kommission am 5. November 2026. Notifiziert ist der Entwurf unter der Nummer 2026/0415/AT. Ohne Reform, heißt es in der Notifizierung, könne die Prüfung des Monopols durch den Europäischen Gerichtshof unter Umständen nachteilig ausfallen. Finanzminister Markus Marterbauer hatte am 4. August im Ministerrat beantragt, den Entwurf dem Nationalrat zuzuleiten. Wann der Nationalrat abstimmt, ist offen.
Die letzten Gruppenspiele in Linz und Debrecen
Neun Tage nach dem Ende der Stillhaltefrist spielt das Nationalteam um den Sieg in der Gruppe B3. Am 14. November empfängt Österreich Irland in der Raiffeisen Arena in Linz, am 17. November folgt das Auswärtsspiel gegen Israel im ungarischen Debrecen.
Der Sieger der Gruppe steigt direkt in die Liga A auf, der Zweite spielt im März 2027 in Hin- und Rückspiel gegen einen Dritten der Liga A um den Aufstieg. Irland und Kosovo treffen am 17. November aufeinander, zeitgleich mit dem Spiel in Debrecen.
Die Spiele in Linz und Debrecen überträgt ORF 1 live, Anpfiff ist jeweils um 20.45 Uhr.
Bildquelle: [ images.pexels.com ]

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