ÖFB-Kader: Neue Gesichter und prominente Ausfälle
Österreich startet mit einem deutlich veränderten Nationalteam in die neue Saison der UEFA Nations League. Ralf Rangnick nominierte für den ersten Lehrgang nach der Weltmeisterschaft mehrere neue Gesichter und verzichtet gleichzeitig auf einige langjährige Führungsspieler. Kurz vor dem Zusammenzug musste der Teamchef zudem auf die Verletzung von Konrad Laimer reagieren.
Zum Auftakt warten gleich vier Länderspiele innerhalb von elf Tagen. Österreich empfängt am 24. September Israel in der Linzer Raiffeisen Arena und trifft drei Tage später im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf den Kosovo. Danach folgen die Auswärtsspiele am 1. Oktober gegen Irland und am 4. Oktober erneut gegen den Kosovo. In der Liga B trifft die ÖFB-Auswahl in Gruppe 3 damit auf Israel, Irland und den Kosovo.
Horvath rückt für Laimer nach
Die jüngste Änderung betrifft das zentrale Mittelfeld. Konrad Laimer zog sich eine leichte Verletzung im linken Adduktorenbereich zu und steht zumindest für die beiden ersten Spiele nicht zur Verfügung. Für den Bayern-Legionär nominierte Rangnick LASK-Kapitän Sascha Horvath nach. Für den 30-Jährigen ist es die erste Einberufung in das österreichische A-Nationalteam.
Damit wird eine ohnehin interessante Personalie noch brisanter. Horvath zählte aufgrund seiner starken Leistungen beim LASK schon seit längerer Zeit zu jenen Spielern, deren mögliche Nominierung regelmäßig diskutiert wurde. Ursprünglich stand er für diesen Lehrgang lediglich auf Abruf, nun erhält er doch seine erste Chance.
Der Ausfall Laimers wiegt auch deshalb schwer, weil der 61-fache Nationalspieler zuletzt zu einem der wichtigsten Führungsspieler aufgestiegen war. Wenn David Alaba, Marcel Sabitzer und Marko Arnautovic nicht zur Verfügung standen, übernahm Laimer zuletzt die Kapitänsschleife.
Eine neue Generation rückt nach
Schon bei der ursprünglichen Kaderbekanntgabe hatte Rangnick vier Spieler erstmals einberufen. Im Tor dürfen Lukas Jungwirth vom LASK und Christian Zawieschitzky von Red Bull Salzburg erstmals Nationalteamluft schnuppern. Rangnick nimmt sogar vier Torhüter mit, denn auch Alexander Schlager und Florian Wiegele gehören zum Aufgebot. Patrick Pentz steht diesmal lediglich auf Abruf.
In der Defensive ist Felix Bacher der prominenteste Neuling. Der Innenverteidiger von Olympique Lyon wurde erstmals für das A-Team nominiert. Dazu kehrt Maximilian Wöber nach seiner verletzungsbedingt verpassten Weltmeisterschaft zurück. Mit David Affengruber, Kevin Danso, Marco Friedl, Philipp Lienhart und Stefan Posch besitzt Rangnick im Abwehrzentrum trotzdem mehrere erfahrene Optionen.
Ein interessantes Gesicht ist auch Nikolas Veratschnig. Der Salzburg-Profi war bereits in der Vergangenheit ein Kandidat für das Nationalteam, wartet aber weiterhin auf sein Debüt.
Markovic als Perspektivspieler
Besonders spannend ist die Nominierung des erst 18-jährigen Vasilije Markovic. Der Mittelfeldspieler von Austria Wien gehörte im vergangenen Herbst zur österreichischen U17-Auswahl, die das Finale der Weltmeisterschaft erreichte. Rangnick erklärte bei der Kaderbekanntgabe, dass er dem Youngster perspektivisch einiges zutraue. Auch das Interesse des serbischen Verbandes spielte bei der frühen Einbindung in das A-Team eine Rolle.
Mit Christoph Lang steht ein weiterer Spieler aus der österreichischen Bundesliga vor seinem möglichen Teamdebüt. Gemeinsam mit Horvath und Sasa Kalajdzic stellt der Meister LASK nun drei Spieler im aktuellen Kader. Auch Veratschnig und Zawieschitzky kommen aus der heimischen Liga.
Im Zentrum bleiben Nicolas Seiwald und Xaver Schlager zwei zentrale Säulen. Dazu stehen Romano Schmid, Paul Wanner, Patrick Wimmer und Carney Chukwuemeka zur Verfügung. Gerade ohne Laimer und Sabitzer dürfte interessant werden, wie Rangnick die Rollen im Zentrum verteilt.
Alaba, Sabitzer und Arnautovic fehlen
Noch deutlicher als die neuen Namen fällt allerdings auf, wer nicht dabei ist. Marko Arnautovic beendete nach dem WM-Achtelfinale gegen Spanien seine Nationalteamkarriere. Der Rekordteamspieler verabschiedete sich nach 137 Einsätzen und 49 Toren.
Marcel Sabitzer entschied sich nach den intensiven vergangenen Jahren für eine vorläufige Pause vom Nationalteam. Der 32-Jährige will zumindest bis Jahresende aussetzen, eine Rückkehr im Hinblick auf die Qualifikation für die EURO 2028 ist aber keineswegs ausgeschlossen.
Auch Kapitän David Alaba fehlt. Der 34-Jährige ist nach seinem Abschied von Real Madrid weiterhin vereinslos. Rangnick und Alaba kamen überein, dass es aktuell sinnvoller sei, individuell an der Fitness zu arbeiten, anstatt den Verteidiger ohne regelmäßige Spielpraxis in den Lehrgang zu holen.
Damit beginnt nach der Weltmeisterschaft zumindest vorübergehend eine neue Phase. Rangnick hat bereits klargemacht, dass der Blick nicht nur auf die Nations League gerichtet ist. Die Mannschaft soll gleichzeitig in Richtung EURO 2028 weiterentwickelt werden. An der grundsätzlichen Spielidee ändert sich hingegen nichts: Aggressives Pressing und Gegenpressing sollen weiterhin die Identität der österreichischen Auswahl prägen.
Der aktuelle ÖFB-Kader
Tor: Lukas Jungwirth, Alexander Schlager, Florian Wiegele, Christian Zawieschitzky
Abwehr: David Affengruber, Felix Bacher, Kevin Danso, Marco Friedl, Philipp Lienhart, Phillipp Mwene, Stefan Posch, Alexander Prass, Nikolas Veratschnig, Maximilian Wöber
Mittelfeld: Carney Chukwuemeka, Sascha Horvath, Christoph Lang, Vasilije Markovic, Xaver Schlager, Romano Schmid, Nicolas Seiwald, Paul Wanner, Patrick Wimmer
Angriff: Junior Adamu, Michael Gregoritsch, Marco Grüll, Sasa Kalajdzic
Konrad Laimer gehörte zum ursprünglich nominierten Aufgebot, musste aufgrund seiner Adduktorenverletzung jedoch vorerst absagen. Horvath rückte für ihn in den Kader.
[ Artikelbild KI generiert ]

0 Kommentare
Recommended Comments
Keine Kommentare vorhanden