Österreichs WM-Kader: Wer fliegt diesen Sommer nach Amerika?



Nach dem beeindruckenden Auftritt bei der EM 2024 zählt Österreich zurzeit zu den meistdiskutierten Teams im Weltfußball. Unter Ralf Rangnicks bekanntem aggressivem Pressing und seinem energiegeladenen Spielstil bietet das österreichische Nationalteam beste sportliche Unterhaltung. Dafür sorgt ein fixer Kern an bewährten Spielern, die in den Qualifikationsrunden und Turnieren immer näher zusammengewachsen sind.

Der Druck auf die Elf in Rot-Weiß-Rot könnte daher bei der diesjährigen Weltmeisterschaft enorm sein, es ist die erste
WM-Teilnahme des Landes seit 1998, als die legendären Spieler Andreas Herzog und Toni Polster die Führungsfiguren waren. Welche Spieler werden in deren Fußstapfen dieses Jahr treten und Österreich weit im Turnier bringen? Können sie ihr Achtelfinal-Ergebnis von vor zwei Jahren verbessern?
Dieser Artikel analysiert den voraussichtlichen Kader, die spannendsten Positionskämpfe und die noch freien Plätze und die Spieler, die beim WM-Start Österreichs den größten Einfluss haben könnten.

Die Fixstarter

Wenn alle fit sind, würde das Rückgrat der österreichischen Mannschaft den meisten Nationalmannschaften alle Ehre machen. David Alaba, der Kapitän, ist gesetzt und kehrt glücklicherweise genau zum richtigen Zeitpunkt nach seiner Verletzung wieder zurück. Der Verteidiger von Real Madrid, der Mitte des Turniers 34 Jahre alt wird, ist vielleicht nicht mehr ganz in Bestform, aber seine Ruhe und Erfahrung werden entscheidend sein, wenn die Mannschaft die K.o.-Runde erfolgreich meistern will.

Marcel Sabitzer und Christoph Baumgartner werden im Mittelfeld auflaufen und mit zusammen über 150 Länderspielen für den nötigen Schwung im energischen Pressing sorgen. Und nicht zu vergessen: der überaus beliebte 37-jährige Marko Arnautović, der weiterhin die Nummer eins im Sturm sein wird.

Diese Namen sprechen für sich, und
Teamchef Ralf Rangnick wird sich wegen ihnen keine Sorgen machen müssen, solange sie fit bleiben.

Ein paar Plätze sind noch frei

Einige vielversprechende Talente und gestandene Spieler sind hier zu erwähnen. Kevin Danso beispielsweise hatte zwar eine schwierige Saison in London bei den Spurs, doch seine Leistungen haben sich in den letzten Wochen deutlich stabilisiert. Mit 27 Jahren dürfte er seinen Leistungszenit erreicht haben. Auch in der Abwehr gibt es viel Erfahrung, die für Ruhe und Sicherheit sorgen, darunter Stefan Posch, Philipp Lienhard und Phillipp Mwene.

Die Kaderbreite im Mittelfeld ist ebenfalls vielversprechend. Romano Schmid bringt Kreativität und Offensivdrang ins Spiel, während jüngere Spieler wie die vor Kurzem eingebürgerten Paul Wanner und Carney Chukwuemeka frischen Wind in die Mannschaft bringen.

Chukwuemekas Entscheidung, für Österreich statt für England zu spielen, bietet Rangnick eine vielversprechende Option für die Bank oder, falls er sich bewährt, sogar für die Startelf.

Spieler im Fokus: Die Akteure, die Österreichs Sommer prägen könnten

Zwischen den Superstars und den Geheimfavoriten gibt es auch die unverzichtbaren Maschinen im Team – diejenigen, die alles am Laufen halten. Konrad Laimer ist das perfekte Beispiel. Der Mittelfeldspieler, der in München zum Außenverteidiger umfunktioniert wurde, spult sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft unglaubliche Distanzen ab und war einer der Gründe für Bayerns Einzug ins Champions-League-Halbfinale. Aber auch Xaver Schlager und Nicolas Seiwald müssen hier genannt werden.

Neben diesen Schlüsselfiguren gibt es auch die Joker. Die Spieler, die mit dem Kader reisen, funktionieren ähnlich wie ein Casino Bonus – sie scheinen nicht viel zu bieten, können hier aber einen nützlichen kleinen Schub geben, wenn es an durchschlagenden Ressourcen mangelt.

Chukwuemeka, 20, zum Beispiel, könnte dieser Funke sein, der das Feuer wieder anheizt. Ein Spieler mit so viel Athletik und technischer Qualität hat bei seiner ersten Weltmeisterschaft nichts zu verlieren, und kann zu einer echten Gefahr auch für die großen Gegner werden. Rangnick wird seine Spielzeit sorgfältig einteilen. Wenn er sie bekommt, wird er sie mit Sicherheit nutzen.

Die taktische Aufstellung: Wofür Rangnick steht

Fragt man Experten, werden sie einem wahrscheinlich sagen, dass Österreich in einer 4-3-3-Formation auflaufen wird, mit Baumgartner und Sabitzer, die den Sturm mit verwertbarem füttern sollen.

Das System basiert auf dem hohem Pressing des Teams und den schnellen Umschaltmomenten – ein Spielstil, der gut zu dem von Rangnick zusammengestellten, Deutsche-Bundesliga-lastigen Kader passt. In der deutschen Eliteliga wird ebenfalls mit hoher Intensität gespielt und ist zum Auffangbecken der österreichischen Mittelfeldstars geworden, ein Umstand, der ihnen bei der Weltmeisterschaft zugutekommen könnte. Die Frage ist jedoch, ob so ein energiegeladenes System gegen Top-Gegner über 90 Minuten (oder mehr) in der Sommerhitze bestehen kann.

Wie weit kommt Österreich bei dieser WM?

Die Erwartungen sind verhalten, aber dennoch optimistisch. Österreich zählt zwar nicht zu den Turnierfavoriten, hat sich aber das Recht verdient, ernst genommen zu werden, und die Buchmacher zollen ihnen mit niedrigeren Quoten als üblich Respekt. Auch Marko Arnautovic hat zu diesem Thema seine Vorstellungen und träumt vom großen Coup.

Das Weiterkommen in der Gruppenphase scheint machbar; ein Weiterkommen erfordert Glück und eine gute Auslosung, scheint aber nicht unrealistisch.

Auf jeden Fall will Österreich seinen Fans in diesem Sommer etwas bieten, und wir sollten gespannt darauf warten. Schon die WM-Qualifikation hat das Land nach 28. Jahren wieder jubilieren lassen.

[ Foto von Emilio Garcia auf Unsplash ]

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