Interview mit Christian Peischl


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Neue Besen kehren gut

Christian Peischl ist seit Mitte Dezember neuer Sportkoordinator der Austria Amateure. Im Interview mit sportnet.at erläutert der 35-jährige seine Ziele und die Hintergründe für seinen Wechsel vom LASK zu Violett.

Christian Peischl war bereits als Spieler im Nachwuchs für die Austria engagiert. Anschließend wechselte er nach Untersiebenbrunn wo er in der Regionalliga spielte und danach als Klubsekretär dem Verein erhalten blieb. Nachdem er die Sportmanagementakademie absloviert hatte, kehrte Peischl für drei Jahre als Sportmanager zum SC Interwetten zurück, ehe er zwei Jahre lang Trainingslager im In- und Ausland organisierte. Unter anderem war er im OK der Kindercamps von Herbert Prohaska. Zuletzt werkte Peischl als Sportmanager beim LASK.

Im Interview mit sportnet.at spricht der 35-jährige über seine neue Tätigkeit als Sportkoordinator der Austria Amateure und erklärt, warum er den Boykott des Gentlemen´s Agreements - die Amateure setzen seit dem Herbst mehr als die erlaubten vier Spieler ein die älter als 21 sind - voll unterstützt.

sportnet.at: Sie wurden knapp vor Weihnachten als neuer Sportkoordinator der Austria Amateure verpflichtet. Wie kam das Engagement zustande?

Christian Peischl: „Im Zuge des Europacup-Spiels der Austria in Barcelona hat mich Manager Markus Kraetschmer kontaktiert. In der Woche vor Weihnachten folgte dann ein Gespräch auch mit Generalmanager Thomas Parits und Ernst Neumann (Anm.: der Magna-Controller). Der Output war, dass man das Amateurteam mit einem eigenen Koordinator und einer verstärkten Mannschaft samt Trainerteam neu strukturieren wollte. Ich war interessiert und deshalb haben wir auch rasch eine Einigung erzielt.“

Markus Aigner wechselte von Leoben nach Wien.Was hat sich in ihrer Amtszeit bisher verändert?

„Im Trainerteam haben wir uns mit Manfred Schmid verstärkt. Er leitete bisher die U19 und wird jetzt Assistenztrainer von Thomas Janeschitz. Ebenso haben wir Tormanntrainer Günther Kreissl von der Akademie zurückgeholt. Dazu wollten wir nach dem Abgang von Roman Mählich drei bis vier erfahrene Spieler dazu holen um die Jungen zu führen. Mit Schragner, Dos Santos, Wimmer und Aigner ist uns das auch gelungen. Jetzt starten wir in die Vorbereitung.“

Was sind ihre Ziele? Was wollen Sie erreichen?

“Erstes Ziel ist natürlich die Klasse zu halten und den Abstieg zu verhindern. Zusätzlich sollen die Akademie-Spieler über die Amateure an die Kampfmannschaft heran geführt werden.“

Warum war es nötig den Job des Sportkoordinators zu schaffen?

“Den Posten gibt es ja schon länger. Peter Stöger hatte ihn ja auch schon inne. Er hat ja die Amateure schon in der Regionalliga betreut. Später kam er zur Kampfmannschaft, sollte aber gemeinsam mit Ralph Muhr auch die Amateure koordinieren. Nur war dieses Aufgabengebiet schon sehr groß und Ralph Muhr ist stark bei der Akademie engagiert. Deshalb hat man entschieden auch für die Austria Amateure einen eigenen Koordinator zu verpflichten. Über dem ganzen steht nur mehr der Thommy Parits im Bereich der sportlichen Fragen und die Herren Neumann und Kraetschmer was das wirtschaftliche betrifft.“

Welches Bild haben Sie sich bereits von der Amateur-Mannschaft gemacht?

“Viele Spieler habe ich bereits gekannt. Im Moment ist es aber ein wenig schwierig weil wir erst vor einer Woche mit dem Training begonnen haben und einige Spieler bis Februar durch das Bundesheer verhindert sind. Salvatore, Simkovic, Suttner, Ulmer und Walzer sind davon direkt betroffen. Saurer, Schicker und Kuru sind mit der Kampfmannschaft auf Trainingslager. Schießwald befindet sich nach seiner Verletzung erst wieder im Aufbautraining. Den kompletten Kader werden wir erst Anfang Februar zur Verfügung haben.“

Die Meisterschaft beginnt am 16. März. Wie groß ist der Druck der auf den Spielern lastet, immerhin soll der Abstieg verhindert werden…

“Ich sehe keinen so großen Druck. Ein Spieler der bei der Austria spielen will und den Sprung in die Kampfmannschaft schaffen soll, muss einem gewissen Druck standhalten. Bei einem Großklub wie der Austria wird immer ein Druck da sein. Von der Austria wird immer verlangt zu siegen. In unserer derzeitigen Situation wird sich weisen, wer mit dem Druck umgehen kann. Bei denjenigen die den Druck aushalten, sehe ich Potenzial nach oben.“

"Ramsebner hat Potenzial" Einige Akademiker und Amateure bekamen ihre Verträge verlängert (Ramsebner, Madl, Simkovic). Wie soll ihr Weg im Verein verlaufen, wann sollen sie in der Kampfmannschaft integriert sein?

“Beim Stadthallenturnier waren ja schon vier junge Spieler dabei. Die Philosophie des Klubs und auch des Thommy Parits geht ja auch dahin möglichst viele österreichische Nationalspieler im Klub zu haben. Von den 23 Spielern der Kampfmannschaft die ins Trainingslager in die Türkei geflogen sind, waren 17 Österreicher. Darunter junge Spieler wie Kuru, Saurer, Schicker, Madl, Metz oder Netzer. Bald wird sich weisen ob sie sich durchsetzen können oder nicht. Man kann den Youngsters nur die Top-Rahmenbedingungen anbieten. Was sie daraus machen bleibt alleine ihnen überlassen. Ramsebner hat einen neuen Vertrag bekommen weil wir bei ihm Potenzial nach oben sehen. Er ist erst 17, hat seinen Weg noch vor sich. Zwölf Spieler im Amateure-Kader kommen aus der Akademie.“

Auf der anderen Seite wurden mit Aigner und Wimmer ältere Spieler geholt. Ist der Kampf gegen den Abstieg mit den Jungen alleine nicht zu schaffen?

“Man braucht in jeder Mannschaft eine gewisse Struktur mit zumindest drei oder vier älteren Führungsspielern die Erfahrung mitbringen. Dies fördert natürlich auch die Weiterentwicklung der Spieler, die von den Älteren sowohl im Training wie im Match selbst lernen können. Die Mischung macht es aus.“

Ist das Einkaufsprogramm jetzt abgeschlossen?

“Unser Kader steht zu 90 Prozent. Möglicherweise wird es noch die eine oder andere Veränderung geben wenn wir am Markt einen wirtschaftlich vertretbaren Spieler finden, der uns weiter helfen kann. Aber ein Rolf Landerl, der schon öfter mit uns in Verbindung gebracht wurde, wird nicht kommen. Dimic haben wir bis Sommer mit Option bis 2009 unter Vertrag genommen.“

Wie sehen Sie die im Herbst ausgebrochene Debatte um den Status von Amateurteams? Die Austria hat ja das Gentlemans Agreement mit der Liga gebrochen…

“Ich habe meine Meinung auch schon als LASK-Sportmanager in einer Sitzung kundgetan. Es kann nicht sein, dass wir einen Bundesliga-Bewerb haben wo elf Mannschaften ein anderes Reglement haben als die eine Amateurmannschaft. Die Austria Amateure sind ein fixer Bestandteil der Liga und da ist es nur gerecht, wenn alle zwölf Teams dieselben Einsatzmöglichkeiten haben. Wir betreuen unsere Mannschaft ja auch wie einen eigenen Klub. Natürlich arbeiten wir mit der Kampfmannschaft zusammen. Ich finde es aber ungerecht, wenn eine zweite Profimannschaft, was mögliche Spielereinsätze betrifft, einer anderen Regelung unterliegt.“

Kooperation mit DSV Leoben fix.Was erwarten Sie sich von der Kooperation der Austria mit dem DSV Leoben, deren Koordination in ihre Zuständigkeit fällt?

Wir werden nächste Woche ein Meeting mit Vertretern von Leoben durchführen wo alles Nähere besprochen wird. Davor möchte ich nichts Konkretes sagen. Natürlich ist es aber das Ziel, den Akademie-Spielern eine weitere Plattform zu bieten weil die Amateure hierfür nicht mehr ausreichen. Der Bachschub wird immer größer und deshalb müssen wir die Spieler mehr verstreuen. Die Lösung mit Leoben, einem gefestigten Red Zac Klub ist hierfür ideal. Der Transfer von Markus Aigner war aber nicht der Beginn einer Tauschbörse. Er hat mit dieser Kooperation nichts zu tun.“

Warum mussten Sie sich vom LASK im Dezember verabschieden?

“Ich war beim LASK nicht Vollzeitbeschäftigt, war aber für die Kaderzusammenstellung und den sportlichen Bereich zuständig, gemeinsam mit Karl Daxbacher. Anfang November wurde mir aber mitgeteilt, dass alle Finanzen für den Aufbau der Mannschaft gebraucht werden. Deshalb war mein Job dann erledigt. Es hat mir dort viel Spaß gemacht. Jetzt bin ich aber in Wien, bei der Austria und da ist für mich ein Wunsch in Erfüllung gegangen.“

Quelle: www.sportnet.at

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