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dr. schienbein-schützer

[Fußballwelt] WM Studio I

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Die WM steht vor der Tür! Dies ist kein Geheimnis und wahrscheinlich auch überflüssig zu erwähnen. Allein, unser Stammtisch ist dieses Jahr spät dran mit den Vorbereitungen auf das Großereignis. Bei der EM waren Ostern bereits alle Vorbereitungen abgeschlossen.

Dass wir dieses Jahr dem Zeitplan ein wenig hinterhinken, liegt nicht zuletzt an Radenco Pecl, der heuer an der Reihe war, die heiße Phase der WM-Vorbereitung einzuläuten. Er ist der Gastgeber unseres WM-Studios, so wie Schmidt-Riese vor vier und ich es vor zwei Jahren waren. Immer wieder schob er den Tag, der den Beginn der heißen Phase markieren sollte, hinaus.

Anfang der Woche, war es dann endlich soweit. Er lud uns für Freitagmittag zu sich nach Hause, genauer gesagt in seine Garage ein. Er hätte eine Überraschung für uns, eine wirklich einzigartige Überraschung. Kreuz-Chens Einwand, dass vielleicht der eine oder andere zu dieser Zeit noch arbeiten müsste, quittierte er mit einem verächtlichen:

„…und Du setzt Dich wirklich dafür ein, die Tätigkeit des Fußballfans durch die Aufnehme in die Gewerbeordnung zum Berufsstand zu erheben?“

Wie konnte Kreuz-Chen nur so entsetzlich banal sein.

Also versammelten wir uns am Freitag, pünktlich um zwölf Uhr, vor Radenkos Garage. Schon die ganze Woche hatte uns die Frage beschäftigt, was Radenko denn nun für eine Überraschung parat hätte. G. glaubte an neue Trikots für die Kampfmannschaft, der neue Trainer dachte an die Theke aus Glasbausteinen, die sich Pecl schon so lange wünschte. Ich fürchtete insgeheim, dass sich hinter dem grauen Garagentor ein exotischer Spieler befände, den Radenko auf verschlungenen Pfaden erworben hatte und der, sobald das Tor aufgeht, seine ballestrischen Kunstfertigkeiten präsentierte. Bei unserem Kneipier kann man nie wissen.

Aber es war nichts von all dem. Keine Leiberln, keine neue Theke und schon gar kein Ballartist aus den Tiefen des Schwarzen Kontinents.

„Was ist das?“ frage ich nachdem sich das Garagentor geöffnet hat.

„Eine Großbildleinwand, samt Ausrüstung!“ präsentierte Radenko stolz indem er mit beiden Händen auf die Armaturen zeigte und jede Silbe betonte.

Einigen Schweigesekunden folgte ein begeistertes Palaver, wo die Großbildleinwand aufzustellen sei – an der großen Wand gegenüber der Theke, was aus dem riesigen Plasmabildschirm im Nebenraum werden sollte – damit auch während der Spiele keine Information verloren geht, wird er neben der Leinwand aufgestellt, und schließlich darüber ob die Leinwand auch zu privaten Vorführungen ausgeliehen werden darf – ja. Irgendwann gegen Mitternacht, als alles besprochen, niedergeschrieben und beschlossen worden war, fragte dann der neue Trainer:

„…und woher hast Du das Zeug?"

„Genau, und vor allem: was sollen wir der Kieberei erzählen wenn sie uns fragt, wo Du gewesen bist?" füge ich mit schwerer Zunge hinzu.

„Das würde jetzt zu lange dauern, und wenn die Polizei fragen sollte – was sie aber nicht tun wird –, dann sagt einfach, dass wir zusammen waren…"

Wie gesagt: bei unserem Kneipier kann man nie wissen! Was soll’s, wenigstens haben wir eine Großbildleinwand!

Dr. Artur Schienbein-Schützer

Edited by dr. schienbein-schützer

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