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dr. schienbein-schützer

[Kabine] Dr. Schienbein-Schützer und der Sturmtank

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Ich finde jetzt übertreibt der Trainer ein wenig:“ sagte ich heute Mittag an der Theke im Vereinsheim. Ich war alleine mit Radenko Pecl, dem Kneipier unseres Vereinsheims. „Was meinst?“„Na, dass der Trainer den G. als Mittelstürmer geholt hat.“„Wieso? Du warst doch selbst dabei, als wir ihn überredeten.“Tatsächlich konnte ich mich an diesen Abend im Vereinsheim erinnern. Erst wollte der Trainer nicht nachgeben, dann nach einigen Bier und Schnäpsen, zeigte er erste Schwächen und schließlich, irgendwann am frühen Morgen, war er dann soweit. Pecl und ich rangen ihm schließlich die Zustimmung ab. Das behauptet zumindest Radenko. Meine Erinnerung verabschiedet sich schon weit vor Mitternacht. Aber ich nehme Pecls Behauptung gerne hin, nicht zuletzt weil ich dadurch – Jim, ich danke Dir! – einige Abende, an denen ich mich bereits nach einigen Krügerln verabschiedet habe, bei den anderen vergessen machen kann. Allerdings fand dieser Abend vor gut einem Jahr statt.„Aber Radenko, das war vor einem Jahr…“ warf ich ein.„Und?“ Radenko nahm ein Glas und trocknete es sorgfältig ab. „In diesem Jahr hat G. eine Entziehungskur gemacht und ein halbes Jahr abgesessen wegen Beamtenbeleidigung und leichter Körperverletzung!“ - meine Stimme hatte einen unsicheren Klang angenommen. „Der Kieberer hätte die Sache mit G.’s Mutter nicht erwähnen dürfen…“, entgegnete Radenko unbeeindruckt. „…und dass er selbst in der Knastmannschaft den Ruf eines Sturmtanks genoss, gibt Dir nicht zu denken?“„Umso besser. Dann wird es sich ein Schiedsrichter zweimal überlegen, ob er G. einen Elfer verweigert.“ Der Gleichmut meines Gesprächspartners verunsicherte mich immer mehr. Es blieb nur noch ein Argument, kein schlechtes wie ich meinte:„Aber was ist mit der Mannschaftsaufstellung?“„Was soll damit sein?“ „Wir haben einen Eisenfuß, einen Ausputzer, ein Kopfballungeheuer, einen Bulldozer, eine Blutgrätsche und eine Sense im Team. Jetzt kommt tatsächlich noch ein Sturmtank hinzu. Ich finde, es wäre an der Zeit, vielleicht einmal einen Zauberer und Flügelflitzer zum Einsatz zu bringen…“Radenko überlegte. Dazu stellte er das Glas, welches er seit dem Beginn unseres Gesprächs poliert hatte, ab. Ich hatte ihn erwischt. Welch ein Erfolg. Ich sonnte mich bereits im Glanz des Triumphs. „Find´ ich nicht!“, sagte er nach ein paar Sekunden und nahm sich das nächste Glas. Das war’s. Ich hatte mein Pulver verschossen. Vielleicht ist es ja doch nicht so schlecht solch gewalttätige Spitznamen in der Mannschaft zu haben. Trotz der wirklich guten Argumente Radenkos bin ich immer noch nicht ganz überzeugt…

Edited by Dannyo

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