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Wie bekomme ich meine Rauchbombe ins Stadion?

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Wie bekomme ich meine Rauchbombe ins Stadion?"

Hooligans wollen bei der Weltmeisterschaft 2006 die Sicherheit in den Stadien unterwandern - Jobangebote im Internet

von Jens Anker

Berlin - Vier Monate vor dem Anpfiff der WM in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) gehen die Vorbereitungen auf das Ereignis auf die Zielgerade. Doch nicht nur die Verantwortlichen des deutschen Organisationskomitees mühen sich um den letzten Schliff, auch Ultras und Hooligans bereiten sich zielgerichtet auf das Turnier vor.

Zur Zeit bemühen sich die Problemfans, die Sicherheit bei der WM zu unterwandern. Auf einschlägigen Internetseiten (z.B. www.ultrafans.de) kursieren die Jobangebote für Tätigkeiten in den WM-Stadien mit der Aufforderung, sich zu bewerben. So sucht die Jobagentur in Leipzig Servicekräfte für die Gastronomie, gleich mehrere private Sicherheitsfirmen suchen Mitarbeiter, die die Weltmeisterschaftsstadien in Leipzig, Gelsenkirchen und Nürnberg bewachen sollen. Außerdem hat die Jobagentur Zeitverträge für Köche und Verkaufsstandleiter bei der WM im Angebot.

Ultras und Hooligans sehen darin eine Möglichkeit, sich Zugang zu den Spielorten zu verschaffen. Doch auf den Seiten der gewaltbereiten Fußballfans herrscht nicht nur Euphorie über die erhoffte Möglichkeit, durch eine Bewerbung Zugang zu den WM-Stadien zu erhalten. "Die schlechte Nachricht: Wer einmal beim Fußballspiel ein paar Stunden in der Zelle zugebracht hat, dürfte schlechte Karten haben", räumen die Autoren zähneknirschend ein. "Wer jetzt noch Lust hat, sollte sich unbedingt bei Steffi und Nicole melden", heißt es in dem Internetforum süffisant. Die Telefonnummer der beiden Sachbearbeiterinnen bei der Leipziger Agentur für Arbeit liefern die Macher der Internetseite gleich mit.

Die Aufgabe, die die Fußballanhänger in den WM-Stadien erfüllen sollen, werden im Internet ebenfalls erklärt. Denn direkt nebenan wird die Frage beantwortet: "Wie bekomme ich am besten meine Rauchbomben ins Stadion?"

Die Behörden stehen dem Treiben der Ultras und Hooligans ohnmächtig gegenüber. Eine Handhabe dagegen gibt es nicht. "Wie alle anderen Mitarbeiter der WM auch, werden die durch die Jobagentur vermittelten Arbeitskräfte auf Wunsch des Weltverbandes Fifa sicherheitsüberprüft", sagt der Sprecher der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (Zis), Frank Scheulen. Die Zis koordiniert die Zusammenarbeit der Bundesländer im Kampf gegen Hooligans. Wer allerdings bislang nicht ins Blickfeld der Ermittler gerückt ist, kann an der Aufnahme eines WM-Jobs nicht gehindert werden. Bundesweit sind derzeit 600 Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft ausgeschrieben.

Die Polizei hat in den vergangenen Monaten einen spürbaren Rückgang von Hooliganschlägereien verzeichnet. Unmittelbar vor der WM will offenbar niemand der rund 10 000 gewaltbereiten Fußballfans in Deutschland riskieren, mit Hausarresten oder Meldeauflagen während des Turniers belegt zu werden.

Die einzige Ausnahme fand im November vergangenen Jahres in Briesen bei Frankfurt/Oder in Brandenburg statt. 50 Polen hatten sich eine wilde Schlägerei mit 50 Deutschen geliefert. Es war die größte Schlägerei unter Hooligans seit sechs Jahren. Dabei ging es nach den Ergebnissen der Ermittler um ein Kräftemessen der rivalisierenden Schläger, Ansprüche für die Zeit der Weltmeisterschaft zu stellen.

Quelle: http://www.welt.de/data/2006/02/02/839788.html

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