Hellas Kagran - SV Dinamo Helfort 1:1


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Amateur

Munteres Stadtliga-Match mit technischen Schwächen beider Mannschaften.

Mein zweiter Besuch in Kagran. Anders als beim letzten Mal verlief ich mich beim Hinweg nicht und fand den Eingang recht rasch. Am Besten reist man mit der U1 an, geht durch das Donauzentrum in die Bernoullistraße und biegt dann nach zwei großen Sporthallen links weg. An einem Parkplatz vorbei gelangt man in die Natorpgasse, wo nach ein paar Metern auch der Eingang zum Fußballplatz ist.

Der Platz wird von einer Schule, einer schmucken Reihenhaussiedlung und den besagten Hallen gesäumt. Er besteht aus einem bereits in die Jahre gekommenen Kunstrasen- und einem ganz gut gepflegten Rasenplatz, auf dem das Hauptspiel stattfand. Dahinter steht ein längliches Gebäude, in dem sich die Garderoben, die Toiletten und die Kantine befinden. In der Kantine kann man Trophäen aus der mittlerweile 100-jährigen Geschichte von Hellas Kagran bewundern. Dazu wurde der in Holz eingerichtete Gastraum liebevoll mit Halloween-Dekor geschmückt.

Die Schnitzel-Semmeln werden frisch gebacken und in einer ebenso frisch gebackenen Semmel gereicht. Mit € 4,60 fürs Bier (Ottakringer) liegt man im günstigeren Bereich der Liga. Heuer gibt es anlässlich des 100-järhigen Bestehen des Vereins eigene Jubiläums-Becher (€ 2.- Bechereinsatz).

Das Match startete gemäß des Halloween-Festes auch gleich gruslig für die Heimmannschaft. In der dritten Minute wurde ein langer Ball in die Spitze von Kostura gut angenommen, der damit auch gleich seinem Bewacher enteilte. Danach umkurvte er den herauskommenden Goalie Michal und schob den Ball ins Tor.

Hellas wirkte geschockt und agierte danach fahrig im Spielaufbau, was den Ball nicht lange in den eigenen Reihen hielt. Dinamo hatte in dieser Phase mehr Spielanteile und agierte mit kontrollierter Offensive, was auch zu einigen Chancen führte. Ein paar Härteeinlagen im Mittelfeld waren eher der Ungeschicklichkeit als Bösartigkeit geschuldet, führten aber zu hitzigen Diskussionen, die so nicht nötig gewesen wären. Vor allem die Spieler Dinamos waren mit den Entscheidungen von Schiri Heinzel unzufrieden, der Ex-Internationale Sahanek und Kapitän Besnik konnten die Gemüter aber bald wieder beruhigen. Mit dem knappen Vorsprung der Gäste ging es dann in die Kabinen.

Außer mir hatten sich noch etwa 200 Besucher auf dem Hellas-Platz eingefunden, die meisten bestanden aus Freunden und Familien der Spieler und auch die Kicker des davor stattgefundenen U23-Matches waren noch für die Erste geblieben. Organisierten Support gab es von 2-3 Hellas-„Ultras“, die mit einer Trommel und Sprechgesängen ein wenig Stimmung versuchten, von den meisten Besuchern aber weitgehend ignoriert wurden. Ein paar hinter mir stehende Zuseher alterierten sich über das niedrige technische Niveau der Mannschaften, und das mitunter auch zurecht. Vor allem die hohen Bälle kamen hüben wie drüben nie an und auch das Kurzpassspiel funktionierte nicht immer.

In der zweiten Halbzeit hatten sich die Spieler Hellas´ offenbar einiges vorgenommen und trugen die Angriffe besser vor. Man besann sich der eigenen Fähigkeiten und ließ das, was im ersten Durchgang nicht funktioniert hatte, weitgehend außen vor. Auch wenn Dinamo wacker dagegenhielt und aus einigen Kontern durchaus gefährlich wurde, hatte Hellas plötzlich mehr Spielanteile. Die weiten Bälle kamen weiterhin allesamt nicht an, doch zumindest der Spielaufbau funktionierte nun. Auch wenn man vorerst zu keinen Chancen kam, sah das Spiel von heraussen etwas besser aus. Die Zuseher hinter mir nörgelten aber weiter.

Langsam aber sicher fand Hellas immer bessere Möglichkeiten auf den Ausgleich vor, scheiterte aber zumeist am Abschluss und an der gut stehenden Abwehr der Gäste. Eine kurze Verwirrung knapp vor Ende nutzte der Kagraner Bauregger schließlich zum Ausgleich. Danach gab es noch ein paar Offensivbemühungen der Gäste, die die drei Punkte doch noch mitnehmen wollten, am Ende stand aber das zu diesem Zeitpunkt gerechte Unentschieden. Nach Abpfiff gab man sich noch sportlich die Hand und musste mit der Punkteteilung zufrieden sein. Die Kagraner werden damit wohl glücklicher sein als die lange in Führung liegenden Gäste.

Alles in allem war es wieder ein netter Besuch in der Donaustadt. Nicht einmal ein kurzer Regenschauer konnte mir die Stimmung trüben, irgendwie machen die kleinen Plätze mehr Spaß als die großen Stadien. Auch wenn man nicht immer die große Fußball-Kunst geboten bekommt, so ist die Atmosphäre auf den kleinen Plätzen zwischen Volontären (Organisation und Administration) und Vertragsamateuren (Spieler) schon eine besondere. Schade, dass es nicht mehr Menschen dorthin verschlägt.              

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