Malefiz Amateur Geschrieben vor 5 Stunden Unterhaltsames Unterklasse-Match mit hohem Tempo. Den Platz von Columbia Floridsdorf erreicht man bequem per Fahrrad von der Donauinsel aus. Über die Jedleseer Brücke gelangt man zu einer Überplattung der Donauufer-Autobahn, die man wegen deren Breite eigentlich gar nicht richtig wahrnimmt. Danach kann man eigentlich bereits zu Bremsen beginnen, denn unmittelbar nach der Abfahrt liegt der Platz auch schon. Ich hatte mich mit einem Freund dorthin begeben, während die Mädels die Donauinsel per Pedal weiter erkundeten und später, nach dem Spiel, wieder zu uns stießen (bzw. wir wieder zu ihnen). Von Heiligenstadt aus ist alles flach und auch für nicht allzu sportliche Radler einfach zu bewältigen. Zudem kam uns das Wetter (sonnig und nicht zu heiß) auf unseren Ausflug entgegen. Die Anlage von Columbia Floridsdorf besteht aus einem Kabinen- und Kantinengebäude, in dem auch die Toiletten untergebracht sind. An den Wänden kann man einige Pokale und Trophäen aus der mehr als hundertjährigen Historie des Vereins bestaunen. Alles in allem wirkt die Anlage schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber gut gepflegt und sauber. Auch die beiden Kunstrasen- und der große Rasenplatz in der Mitte sind noch gut erhalten. Ein paar kleinere Holzbaracken für Gastro und Beschallung ergänzen das infrastrukturelle Ensemble und sorgen für einen kleindörflichen Charme, der allerdings sehr sympathisch daherkommt. Auch die etwa 250 weiteren Besucher wirkten freundlich und entspannt. Mit € 9.- Eintritt und € 4,20 für das große Bier liegt man im Liga-Durchschnitt und somit sollte ein Matchbesuch auch für kleinere Geldbörsen möglich sein. Gegessen sollte man aber schon haben, denn gastronomisch ist man mit Wurst- und Leberkäsesemmeln mit einem nicht eben üppigen Angebot ausgestattet. Der Käs-Leberkäse war aber warm und schmackhaft. An Bier wird übrigens Ottakringer vom Fass und Gösser aus der Flasche ausgeschenkt. Deutlich weniger gastfreundlich ging es kurze Zeit später auf dem Feld zu. Nach gerade mal drei Minuten klingelte es schon, Mario Pollack nützte eine Unaufmerksamkeit der Abwehr zum 1:0 für Columbia. Danach entwickelte sich ein gefälliges Spiel der Hausherren, die Maccabi eigentlich kaum aus deren Hälfte herauskommen ließen. Vor der Pause fielen noch drei Tore, Karakaya (28.), Nakamura (30.) und wieder Pollack (37.) sorgten für die bequeme Pausenführung der Heimmannschaft. Damit war die Partie zur Halbzeit eigentlich schon entschieden, doch Maccabi schien bestrebt, sich in den restlichen 45 Minuten zumindest noch auf fußballerischem Niveau steigern zu wollen. In der zweiten Hälfte traten die Gäste mannschaftlich geschlossener und auch in den Zweikämpfen energischer auf. Das erbrachte den Anschlusstreffer durch Koller (61.) und nach einer längeren Pause wegen einer schwerwiegenderen Verletzung eines Maccabi-Spielers gar das 4:2 (90+1) durch Kalliny. Am sicheren Sieg der Hausherren änderte dies zwar nichts mehr, doch sportlich konnte man sich nach der Pause einigermaßen elegant aus der Affäre ziehen. Da störte dann auch das 5:2 (90+6, Pannosch) weniger, immerhin hatte man die Zeit nach der Pause für eine fußballerische Verbesserung gut genützt. Nach 9 Minuten Nachspielzeit pfiff Schiri Huber (solide und sicher) schließlich ab und machte die drei Punkte für Columbia amtlich. Alles in allem hatte ich den Besuch nicht nur wegen des Wetters genossen. Der Columbia-Platz verströmt eine dörfliche Atmosphäre, die ihn auch für einen Besuch mit Familie tauglich macht. Kinder scheinen hier durchaus willkommen zu sein, man hört keine ordinäre Schreierei und auch sonst läuft hier alles recht zivilisiert ab (wie auf eigentlich fast allen Wiener Plätzen, die ich bisher besucht habe). Man scheint sich untereinander größtenteils zu kennen und auch auf entsprechendes Niveau zu achten. Organisierten Support ging es keinen, auch einen "echten" Fanclub konnte ich zumindest gestern nicht ausmachen. Kann ich für einen entspannten Fußball-Nachmittag aber durchaus empfehlen. 0 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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