Malefiz Amateur Geschrieben vor 14 Stunden Mannschaftliche Geschlossenheit schlägt individuelle Klasse. Gestern hatte mich ein Arbeitskollege zu einem Ausflug ins südliche Weinviertel eingeladen. Er selbst hatte bei Donaufeld einmal eine Vereinsfunktion innegehabt, diese nach Heirat und Nachwuchs jedoch wegen Zeitmangels aufgeben müssen. Dem Verein blieb er jedoch freundschaftlich verbunden und macht – so es die Möglichkeit gibt – auch Auswärtsfahrten mit. Auch meine Freundin hatte sich zu dem Trip überreden lassen, zumal die beiden Damen mitsamt dem Nachwuchs ihre Zeit auf der Burg Kreuzenstein verbrachten, während wir Herren uns das Match gaben. Der Sportplatz des SV Leobendorf wirkt modern und gut gepflegt. Neben einigen Tennisplätzen und einem eher kleinen Fußball-Trainingsplatz gibt es einen großen Rasenplatz, der von außen gut aussah, bei näherer Betrachtung aber ein paar Löcher auswies. War aber nichts Dramatisches, das das Spiel nachhaltig stören hätte können. Der Rasenplatz wird an zwei Seiten von vier Bauten eingesäumt; da ist einmal die Umkleide für Spieler und Schiedsrichter, in der auch eine Kantine untergebracht ist, die gestern allerdings geschlossen war. Auf der Stirnseite des Platzes steht eine überdachte Tribüne, die etwa 150 Menschen Platz bietet; daneben ein einstöckiger Bau, der die Toiletten und den VIP-Bereich beherbergt; und nicht zuletzt die Haupttribüne an der Längsseite des Platzes mit zwei Buffetts und einer Grillerei. Der Platz ist in den Hang gegraben und liegt gleich unterhalb der Burg Kreuzenstein. Wir hatten auf dem Burgparkplatz geparkt, die Damen auf die Burg begleitet und uns dann Richtung Sportplatz aufgemacht. Etwa zehn Gehminuten von der Burg entfernt ist man dann auch schon vor Ort. € 15.- Eintritt und € 4,90 fürs Bier waren der Liga angemessen. Außer uns hatten sich etwa 400 andere Menschen hier eingefunden, davon ein erklecklicher Anteil Wiener, die die Auswärtsfahrt wie auch wir zu einem Ausflug nach Niederösterreich genutzt hatten. Es gab sogar einen Auswärts-Fanblock mit etwa zwanzig Anhängern, der jedoch auf organisierten Support verzichtete. Auch von Seiten der Heimfans gab es keine Chants oder Sprechchöre, die Unterstützung bestand aus Torjubel und gelegentlichen Unmutsäußerungen gegen die Schiedsrichter, wenn diese strittige Entscheidungen gegen die Heimmannschaft fällten. Gleich zu Beginn ging es auch schon voll los. Die Donaufelder Abwehr war mit den Gedanken wohl noch in der Kabine, da klingelte es auch schon. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltete Leobendorf schnell um und brachte den Ball rasch in die Spitze, wo Felix Orgolitsch in der vierten Minute Tormann Sulek zum 1:0 überhob. Zwei Minuten später wiederholte sich die Szene mehr oder weniger deckungsgleich, was das 2:0 durch den gleichen Spieler bedeutete. Diesmal schob Orgolitsch den Ball jedoch an Sulek vorbei ins Netz. Damit war die Partie nach gerade einmal sechs Minuten eigentlich schon entschieden, denn die Donaustädter kamen danach nicht so Recht ins Spiel. Wohl konnte man längere Phasen des Ballbesitzes verbuchen, zum Abschluss gelangte man nicht. Es wurde viel mit hohen Bällen nach vorne gearbeitet, doch auch das Kick-and-Rush brachte die ausgeschlafene Abwehr der Niederösterreicher nie in Verlegenheit. Mit der bequemen Führung für die Heimmannschaft ging es dann in die Pause. Nach Wiederbeginn änderte sich das Spielgeschehen nur wenig – Donaufeld bemüht, aber harmlos; Leobendorf mit schnellem Umschalten nach Ballgewinnen immer wieder gefährlich. Orgolitsch legte dann noch das 3:0 drauf und damit war die Sache dann endgültig erledigt. Nicht einmal der Ehrentreffer war den Wienern vergönnt, trotz einiger guter Aktionen über links (rechts und durch die Mitte ging bei Donaufeld gar nichts) kam man eigentlich nie gefährlich vors Tor. Nach drei Nachspiel-Minuten beendete der nicht immer sattelfest wirkende Schiedsrichter Tosun schließlich die Partie und machte damit die drei wertvollen Punkte für den SV Leobendorf im Abstiegskampf amtlich. Letzten Endes hatten die Niederösterreicher als die bessere Mannschaft verdient gewonnen, von Donaufeld kam lange Zeit einfach zu wenig um sich Punkte verdient zu haben. Einige wenige gute Kombinationen waren für 90 Minuten einfach zu wenig und eine obendrein unaufmerksame Abwehr besiegelte das Schicksal dieses Matches dann endgültig. Wir ließen den Tag dann noch in der Burgtaverne ausklingen und hatten am Ende einen feinen Ausflug gehabt, den ich allen wärmstens ans Herz legen kann. Leobendorf ist auch ohne Fußball eine Reise wert, und wenn man dazu auch noch gediegene RLO-Kost bekommt (was gestern jedoch lediglich in Ansätzen so war), dann steht einem feinen Trip nichts im Wege. Mein Wett-Tipp 2 ist leider nicht aufgegangen. 0 Zitieren Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag Auf anderen Seiten teilen More sharing options...
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