Red Star Penzing - LAC-Inter 5:2


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Flottes Landesliga-Match mit allen Einlagen, die zum Fußball dazugehören.

Gestern stand am Red Star Penzing-Platz ein Spitzenspiel der Wiener Liga auf dem Programm. Der mit vier Siegen aus ebenso vielen Runden bestens in die Saison gestartete Red Star empfing mit dem LAC-Inter den Drittplatzierten der Liga, der lediglich eine einzige Niederlage hinnehmen musste. Ansonsten hatten die Landstraßer alles gewonnen.

Der Platz verströmt mit seinen Profanbauten aus blankem Beton einen rauen Ostblock-Charme. Auch angelegt ist er nicht allzu günstig, da sich die eintretenden Zuseher den Zugang mit der Auffahrt der Autos teilen müssen. Als ein Funktionär/VIP(?) mit seinem schweren amerikanischen Wagen ankam (der war nur konsequent, leitete sich der Name des Vereins schließlich vom Firmenemblem einer amerikanischen Fluglinie ab), mussten erst einige Besucher von der „Fahrbahn“ gescheucht werden, damit die Zufahrt möglich war. Sicherheitstechnisch war das etwas bedenklich, da dort auch Kinder herumliefen.

Ansonsten gibt es dort noch einen eher schmucklos gehaltenen Kabinentrakt, in dem auch die Toiletten (in die Jahre gekommen, aber immerhin sauber) untergebracht waren. Den Mannschaften stehen zwei Kunstrasen-Plätze und ein Rasenplatz zur Verfügung. Letzterer wurde gestern für das Match genutzt und war in tadellosem Zustand. Dichter, gut gemähter Bewuchs bildete eine gute Grundlage für ein hochwertiges Spiel. Einzig zu bemängeln war eine Bodenerhebung an der Mittelauflage, die an einen Wurfhügel beim Baseball erinnert.

Mit € 12.- Eintritt und € 4,50 fürs Bier liegt man am oberen Ende der für diese Liga üblichen Preisgestaltung, trotzdem sollte ein Besuch für jeden erschwinglich sein. Ausgeschenkt wird übrigens Mohrenbräu, ein Unikum an den Wiener Plätzen. Außer mir hatten sich noch etwa dreihundert andere Menschen hier eingefunden und die Stimmung war sehr gut. Ein mit sympathischem Schmäh ausgestatteter Stadionsprecher stellte für den Fall des fünften Sieges seine Haarpracht für eine Schur zur Disposition, was vom Publikum ebenso launig aufgenommen wurde („Bei den langen Federn ist es eh schon Zeit“).

Pünktlich um 18:00 pfiff Schiedsrichter Mimra die Partie an, danach entwickelte sich umgehend ein unterhaltsames Match mit hoher Intensität. Auch wenn nicht alle Aktionen gelangen, so machte das Zusehen durchaus Spaß. Zudem fielen in den Minuten 13 und 29 zwei schön herausgespielte Tore für Red Star, die vom Publikum auch entsprechend gefeiert und beklatscht wurden. Der Support bestand aus aufmunternden Rufen und Applaus bei gelungenen Aktionen. Schön, dass auf Beschimpfungen der Gegner völlig verzichtet wurde. Mit diesem Vorsprung ging es dann in die Kabinen zur Halbzeitanalyse.

In der Pause hatte ich Zeit, den Zuschauerraum näher in Augenschein zu nehmen. Der besteht aus einer flachen Tribüne mit vier Sitzreihen, von wo man einen eingeschränkten, aber halbwegs passablen Blick auf das Spielfeld hat. Besser wäre das Stehen ganz hinten gewesen, gestern siegte bei mir jedoch die Bequemlichkeit. Hinter den Sitzreihen dient eine Holzbaracke als Ausschank, daneben wurden auf einem Gasgrill Würste und Käsekrainer gebraten. Ich entschied mich nach kurzer Überlegung jedoch für eine Fleischlaberl-Semmel. Neben der Baracke gibt es eine mit einer Pergola überdachte Terrasse, die mit einigen Heurigengarnituren bestückt ist. Diese ist aber wohl nur bei den Nachmittagsspielen in Betrieb, gestern Abend war sie nicht beleuchtet und lud daher auch nicht zum Verweilen ein.

Die zweite Hälfte begann wie die erste geendet hatte – ein intensives Spiel auf beiden Seiten mit Chancenüberhang bei Red Star. Als knapp nach Wiederbeginn das 3:0 fiel, schien die Sache klar. LAC steckte jedoch nicht auf und erzielte eine Viertelstunde vor Schluss den Anschlusstreffer. Das Spiel drohte für RSP zu kippen, nun waren die Gäste am Drücker. Aus einem Entlastungsangriff fiel schließlich das 4:1 durch einen überlegten Schuss ins lange Eck.

Danach überschlugen sich die Ereignisse. Ein Foul im Strafraum von Red Star pfiff Mimra zum Elfer, ein Spieler von RSP erhielt die gelb/rote Karte. Was genau vorgefallen war, hatte ich von meinem Sitzplatz aus nicht sehen können, die Empörung bei Red Star hielt sich aber in Grenzen.

Kurz vor Schluss gab es dann auch noch einen Elfer für die Hausherren – warum, konnte ich aus meiner Position wieder nicht genau sehen. Auch hier protestierten die Spieler des LAC nicht viel, der Strafstoß wurde wie der davor sicher zum Endstand von 5:2 versenkt.

Kunz danach beendete Mimra die Partie auch schon, und das Feiern konnte beginnen. Auch beim Publikum herrschte Zufriedenheit und diese hob die Stimmung merkbar. Alles in allem hatte ich ein sehr gutes und hochklassiges Match gesehen, bei dem zwei engagierte und technisch beschlagene Mannschaften aufeinandergetroffen waren und durchaus Werbung für die Wiener Liga gemacht hatten. Mit 7 Toren, einer gelb/roten Karte und zwei Elfern hat dieses Match alles geboten, was der Fußball leisten kann. Eigentlich hätten nur noch Platzsturm und Bierdusche gefehlt (Spaßerl).

Ich persönlich könnte mir Red Star durchaus in der Regionalliga vorstellen – ob der Platz dafür ausreicht, kann ich nicht sagen, vorstellbar wäre es aber. Zumindest der Heimstätte des SV Donau steht er meiner Ansicht nach um nichts nach, so gesehen wäre ein Aufstieg durchaus im realistischen Bereich.

Übrigens: Die fröhliche Schur des Platzsprechers habe ich dann nicht mehr miterlebt…

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