Levski Sofia - RB Salzburg 0:1


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Tribünenzierde

Flottes Rasenschach mit erfolgreichem Ausgang.

Auch wenn ich jetzt nicht der RB-Ultra bin, so verfolge ich die Entwicklung des Vereins und dessen Auswirkungen auf den österreichischen (Klub-)Fußball mit großem Interesse. Nach ein paar Jahren der Rezession scheint sich der Verein jetzt wieder langsam in einer Aufwärts-Spirale zu befinden, jedenfalls legen dies die letzten Spiele nahe. Dabei dürfte es weniger an den handelnden Sportlern und Betreuern, sondern eher an der Personalpolitik gelegen haben. Nun habe ich wieder das Gefühl, dass der Verein wieder zu seiner Ur-DANN zurückgefunden hat, nämlich dem Scouten und Entwickeln junger Talente. Die Mannschaft scheint aus bislang unbekannten, jedoch engagierten und talentierten Spielern zu bestehen, die gestern gut abgeliefert haben.

Dabei schien die Sache selbst schon Beginn weg auf Messers Schneide zu stehen, hatte Levski doch ähnliche Spielanlagen wie die Salzburger, nämlich einen auf Ballbesitz und frühem Attackieren basierenden Spielstil, mit dem sie in der Saison 25/26 auch Meister wurden. Damit wurden sie zu einem starken Gegner auf Augenhöhe, der mit seinem Spiel den Salzburgern das Leben einerseits schwer machte, andererseits entgegenkam, da sie sich eben nicht (wie viele Mannschaften in Ö) hinten reinstellten, sondern das Spiel aktiv mitgestalten wollten.

Und so entwickelte sich ab dem Anpfiff ein sehr taktisch geprägtes, aber immerhin intensives Spiel, das das Anschauen durchaus lohnte. Das Stadion war alt und abgespielt, trotzdem machten die knapp 30.000 Zuseher, davon etwa 30 Salzburger Fans, ordentlich Stimmung. Die flachen Tribünen und die Abtrennung durch die Laufbahn minderten die Phonzahl nicht, der Support bestand aus einer gepflegten Mischung aus italienischem (Dauergesang) und englischem (situativem Hineinrufen).

Trotz der wenigen echten Torchancen war das Spiel nicht uninteressant, da ich ständig das Gefühl hatte, dass jederzeit etwas passieren konnte. Ein guter, in die Tiefe gespielter Pass oder eine geglückte Einzelaktion sollten reichen, von der Qualität vermittelten die Mannschaften, dass sie nicht viele Chancen brauchten um zum Erfolg zu kommen.

Und so kam es dann auch. Matchwinner war mit Tabakovic ausgerechnet einer, der nicht in die sonstige RB-Genetik fiel (etwas älter und abgeklärt). Womöglich war er genau der Spieler, der dem RB-Spiel in den letzten Jahren gefehlt hatte. Nichts gegen Vertessen & Co, doch die brauchen halt zu viele Chancen um Matches entscheiden zu können. Tabakovic benötige genau 2 Anläufe, dann klingelte es. Zwar war das Tor von der Entstehung her glücklich, letztendlich war es aber das Glück des Tüchtigen.

Levski reagierte mit wütenden Angriffen, RB blieb jedoch immer Herr der Lage und ließ über die gesamte Spielzeit keinen einzigen (!) Torschuss der Bulgaren auf das eigene Tor zu. So gesehen muss man die taktische (Abwehr-)Leistung schon deutlich mehr hervorheben als das Angriffsspiel, was jedoch lediglich eine Frage für ausgemachte Fußball-Philosophen darstellt. Am Ende standen drei Punkte fürs Weiterkommen und die UEFA-5-Jahreswertung zu Buche und gut wars.

Und auch zum Zuschauen war die Begegnung zumindest aus österreichischer bzw. salzburger Sicht toll, allein schon der Taktik-Fuchs in mir wurde gut bedient. Anders als etwa Bayer Leverkusen gestern wirkten die Mannschaften technisch hochwertig und gut eingestellt, lieferten hervorragend ab und boten ansprechende Fußball-Unterhaltung. War jedenfalls Werbung für den österreichischen Klubfußball und für RBS wie ich meine ein Schritt in die richtige Richtung. Milan kann kommen…            

bearbeitet von Malefiz

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