NAC - A11 Rapid Oberlaa


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Unterhaltsames Landesliga Match mit einigen überraschenden technischen Einlagen.

Zum NAC gehe ich gerne. Nicht nur, weil der Platz in Gehweite zu meiner Wohnung liegt, er verströmt mit seiner in den Hang gebauten Enge auch ein heimeliges Flair. Gelegen zwischen dem Gartenbereich des Pfarrwirts und einer Kleingartenanlage beherbergt der Platz ein Kunstrasen-Fußballfeld und einige Tennisplätze. Während des Spiels war immer wieder das Ploppen der Tennisbälle zu hören, wenn sie über das Netz geschlagen wurden. Da das Fußballfeld in einen abschüssigen Hang gegraben wurde (ich glaube, es ist der Ausläufer des Reisenberges), entstand auf der oberen Seite eine Naturarena, wo ein paar Sitzreihen aufgestellt sind, von denen man einen guten Blick auf das Spielfeld hat. Lediglich der Mast eines Flutlichts stört ein wenig, aber den kann man gedanklich ausblenden.

Die mittlerweile 110-jährige Anlage (Ersteröffnung 1916) besteht aus einem ausschließlich für Spieler und Funktionäre zugänglichem Kabinengebäude und zwei Stahlcontainern; einem für die Toiletten und einem für die Kantine. Unter-Dach-Bereich gibt es keinen, bei Schlechtwetter muss man selbst für Trockenheit sorgen (etwa einen Schirm mitnehmen, was hier denke ich erlaubt ist).  

Mit € 9.- Eintritt und € 5.- für das Bier liegt man im durchschnittlichen Landesliga-Bereich, womit die Kosten des Besuchs kein großes Loch ins Budget reißen. Ausgeschenkt wird übrigens Schladminger Bier, womit die Kantine einen „Exoten“ bietet. Normalerweise bekommt man Villacher oder Ottakringer aus dem Fass oder Wieselburger oder Gösser aus der Flasche.

Außer mir hatten sich noch etwa 150 andere Menschen hier eingefunden, die meisten waren Freunde und Verwandte der Spieler. Ein paar Spieler des vorher stattgefundenen U23-Spiels waren noch für die Erste geblieben. Interessanter Weise schienen die Heimfans eher zum netten Plausch am Nachmittag vorbeigekommen zu sein, das Spiel selber schien sie lediglich am Rande zu interessieren. Anders die Auswärtsfans, die ihrer Mannschaft deutlich mehr Unterstützung angedeihen ließen. Der Support bestand vor allem aus aufmunternden Rufen und Empörung bei aus ihrer Sicht falschen Entscheidungen des Schiedsrichter-Gespanns.

Insgesamt war es eine recht fair geführt Partie, Schiri Daniel Mayer kam mit zwei gelben Karten und einigen Ermahnungen aus. Die Mannschaften wirkten in sich geschlossen, Fehler wurden zumeist erzwungen oder resultierten aus dem Überschätzen der eigenen Fähigkeiten. Die Zweikämpfe wurden im Rahmen des Erlaubten geführt, Freistöße gab es nicht viele. Aus einem solchen resultierte das 0:1 für die Gäste. Der gut ausgeführte Schuss landete in der 15. Minute im Netz der Döblinger. Er sah mir nicht unhaltbar aus, ein Michael Konsel in seiner besten Zeit hätte den sicherlich rausgefischt.

Munter ging es weiter, die Heimischen drängten auf den Ausgleich, konnten sich aber kaum zwingende Chancen erspielen. Rapid Oberlaa entlastete mit ein paar Angriffen, konnte aber ebenso wenig Gefahr ausstrahlen. Meist scheiterte man am letzten Pass, der entweder ungenau kam oder keinen Abnehmer fand. Trotzdem war es ein unterhaltsames Spiel, da ich eigentlich immer das Gefühl hatte, dass etwas passieren könnte.

Mit dem knappen Vorsprung ging es dann in die Trink- und später in die Halbzeitpause. Nach Seitenwechsel fiel auch schon der Ausgleich, der erste zu Ende gespielte Angriff wurde gut abschlossen. Danach besserte sich die Qualität merklich, hüben wie drüben wurde technisch sauberer gespielt, was zu einigen schönen Aktionen und guten Chancen führte. Trotz der spannenden Lage negierten die Heimfans die Aktionen am (Kunst-)Rasen fast völlig und gaben sich eher ihren Gesprächen hin. Eigentlich schade, das Match hätte sich deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt.

Mit dem 1:1 pfiff Schiri Mayer schließlich ab, womit sich beide Mannschaften mit einer leistungsgerechten Punkteteilung abfinden musste. Ein NAC-Spieler meinte bei der Verabschiedung zu einem Zuseher richtigerweise, dass man mit dem Punkt zufrieden sein müsse, da das Spiel so oder so hätte ausgehen können.

Alles in allem war es ein angenehmer Besuch mit zwei engagierten Mannschaften und einem durchaus spannenden Match. Mein Wett-Tipp 1 wäre nicht aufgegangen - da es für dieses Match aber keinen Anbieter gab, habe ich nicht gewettet (und gut wars).                  

bearbeitet von Malefiz

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