Hellas Kagran - SV Schwechat


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Gefälliges Spiel mit technischen Unsicherheiten.

Schon das zweite Mal in diesem Monat hat es mich in die Donaustadt verschlagen. Nach einer Hitzeschlacht in Kaisermühlen beim SV Donau (RLO) wohnte ich nun der Partie Hellas Kagran gegen den SV Schwechat bei. Der Sohn eines Arbeitskollegen spielt bei den Flughafen-Kickern und der Herr Papa hatte den Besuch angeregt.

Mit etwas Verspätung traf ich in Kagran ein, da der Fußweg von der U1 doch länger gedauert hatte als gedacht – beim Hinweg bin ich ein wenig mit der Kirche ums Kreuz gegangen und verlaufen habe ich mich glaube ich auch. Aber egal, der Kollege versicherte mir, dass ich nichts umwerfend Tolles verpasst hatte, lediglich das obligate Abtasten zu Beginn und einige wenige Halbchancen. Die Temperaturen tendierten gegen die 30°C, Trinkpausen gab es aber keine.

Mit € 12.- Eintritt und € 4,60 fürs Bier riss der Besuch kein großes Loch in mein Budget – die durchschnittlichen in der Wiener Liga verlangten Preise, wie mir der Kollege versicherte. Ich kam im Auswärts-Sektor zu sitzen, wobei das dort wohl nicht so eng gesehen wird. Die Hellas-Kagran-Fans versammelten sich alle auf der rechten Seite der Tribüne, während wir ungefähr mittig saßen. Außer uns beiden hatten sich noch etwa 150 Besucher auf der Sportanlage eingefunden, die meisten bestanden aus Freunden und Familienangehörigen der Spieler. Und drei Supportern, die auf der anderen Seite standen, gelegentlich etwas Unverständliches in Richtung Spielfeld grölten und dazu auf eine große Trommel hämmerten.

Die Spieler blieben vom Support weitgehend unbeeindruckt, ebenso wie die meisten der Zuseher. Technisch und läuferisch bekam man durchschnittliches Wiener-Liga-Niveau serviert. Hellas Kagran versuchte mit Einsatz und Kampfkraft zum Erfolg zu kommen, scheiterte aber zumeist an der Kompaktheit der Schwechater. Diese standen mannschaftlich geschlossen und konnten auch immer wieder offensive Nadelstiche setzen, womit sie insgesamt gefährlicher wirkten als die etwas fahrig vorgetragenen Angriffe der Donaustädter.

Technische Fehler gab es auf beiden Seiten, das Tempo war so manchem etwas zu hoch und daraus resultierten mitunter gräuliche Ballverluste. Wirklich Kapital aus den Fehlern der anderen konnte aber keine Mannschaft schlagen, da man selbst auch fehleranfällig war.

Mit einem 0:0 ging es dann in die Pause, wobei Hellas Kagran gefühlt mehr Ballbesitz, die besseren Möglichkeiten jedoch die Schwechater gehabt hatten. Wie gesagt ab der 20. Minute, davor habe ich das Match ja nicht gesehen.

Nach der Pause ging es in dieser Tonart weiter: Ambitionierte Angriffe, technische Unpässlichkeiten und Ungenauigkeiten hüben wie drüben, dies alles mit leichten Schwechater Vorteilen. Das Match nahm etwas an Härte zu, was in zwei gelben Karten mündete. Insgesamt war es aber eine relativ faire Partie, die Schiedsrichter Sami eigentlich immer gut im Griff hatte.

Eine chaotische Situation im Strafraum der Kagraner nach einem Eckball nützte Elbl zum 0:1. Aus kurzer Distanz hämmerte er den Ball in die Maschen, nachdem die Kagraner Abwehr diesen nicht aus dem Gefahrenbereich bugsieren hatte können. Ein Treffer, der sich abgezeichnet hatte, denn mit Fortdauer des Spiels hatten sich bei Hellas immer mehr Fehler eingeschlichen.

Es folgten untaugliche Versuche, den Ausgleich zu erzielen, wirkliche zwingende Torchancen konnten die Donaustädter nicht verbuchen. Ein paar Weitschüsse verrieten Ratlosigkeit, da die Abwehr für sie an diesem Tag nicht zu knacken war. Der Sohn des Kollegen werkte unauffällig und solide im defensiven Mittelfeld, was für diese Position ein positives Attribut ist.

Das 0:2 in der Schlussphase durch Mohseni war eine der schöneren Aktionen, da diese ohne Fehler durchgespielt worden war und schließlich auch der Lohn dafür folgte. Kurz danach war das Match auch schon vorüber und die Flughafen-Kicker feierten einen verdienten Auswärtssieg.

Mein Wett-Tipp 2 wäre aufgegangen – schade, dass es dafür keinen Anbieter gegeben hatte. Trotzdem war ich mit dem Gebotenen nicht unzufrieden. Auch wenn nicht die feinste Fußball-Kost serviert worden war, so hatte zumindest der Einsatz und der Wille bei beiden Mannschaften gepasst. Komme gerne wieder.           

bearbeitet von Malefiz

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