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Vafluacht

Sport1-Interview mit Friedrich Stickler

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"An unserem Nachwuchs wird kein Weg vorbei führen"

Wien - Die Bundesliga geht am Wochenende in die Winterpause, die Nationalmannschaft befindet sich bereits im sportlichen Winterschlaf.

Das Ziel, Qualifikation für die Europameisterschaft, wurde klar verpasst. Tschechien und Holland waren eine Nummer zu groß für die Elf von Teamchef Hans Krankl.

ÖFB-Präsident Stickler zieht Bilanz

Aufgezeigt haben nur die Youngsters mit Bronze bei der U17- und der U19-EM.

Im Sport1-Interview zieht ÖFB-Präsident Friedrich Stickler Bilanz über das abgelaufene Jahr, spricht über den Fahrplan für die Euro 2008, das "Chaos" um die "Challenge 2008" und erklärt, warum man auch gegen so genannte "Kleine" spielen muss.

Sport1: Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wie sieht ihre Bilanz in Sachen Nationalmannschaft aus?

Stickler: Es war ein sehr durchwachsenes Jahr, wir können aber mit einer durchaus positiven Schlussbetrachtung in den bevorstehenden Jahreswechsel gehen. Die letzten Spiele haben gezeigt, dass es aufwärts geht, auch wenn wir die Spiele nicht gewonnen haben. Es ist etwas erkennbar, dass mich hoffnungsfroh stimmt. Vor allem im letzten Spiel gegen Tschechien haben wir die Niederlage eigentlich nicht verdient.

Sport1: Die Qualifikation für die Europameisterschaft wurde aber deutlich verpasst.

Stickler: Die Nicht-Qualifikation für die EM ist sehr schmerzhaft, aber wir waren mit Sicherheit in der stärksten Gruppe. Das hat auch die Barrage gezeigt, wie die Holländer gegen die Schotten gewonnen haben. Ich hoffe, wir bekommen für die WM-Quali leichtere Gegner zugelost und kommen in eine machbare Gruppe.

Sport1: Wie beurteilen Sie die Leistungen der U17- und U19-Teams bei der Europameisterschaft?

Stickler: Die Entwicklung im Nachwuchsbereich freut mich besonders. Wir haben zwei Bronze-Medaillen bei den Europameisterschaften erreicht, das ist für mich ganz großartig. Die Bewerbe sind wesentlich schwerer geworden, es spielen mehr Mannschaften mit, die Qualität der Teams ist sehr hoch. Bis zur Endrunde zu kommen ist eigentlich schon ein toller Erfolg, dann noch in die Medaillenränge zu kommen ist ein großer Erfolg für den österreichischen Fußball. Für die mittelfristige Zukunft bin ich sehr zuversichtlich.

Sport1: Die Youngsters haben zwar bei den Europameisterschaften zweimal Bronze geholt, kommen in den Vereinen aber kaum zum Zug. Wo müsste da der Hebel angesetzt werden?

Stickler: Es ist für die Bundesliga-Vereine natürlich auch ein Lernprozess, aber es werden zunehmend junge Spieler in die Kampfmannschaften integriert. Wir müssen die Nachwuchs-Arbeit entsprechend gut machen, dann wird an ihnen kein Weg vorbei führen.

Sport1: Wer sind ihre Auf- und Absteiger in einem durchwachsenen ÖFB-Jahr?

Stickler: Einige junge Spieler haben sich binnen kürzester Zeit in die Nationalmannschaft integriert, das freut mich sehr. Ich glaube, dass hier eine Mannschaft im entstehen ist, ein guter Mix aus Routiniers und vielversprechenden Talenten.

Sport1: Die Vorbereitung für die EM 2008 läuft auf Hochtouren, wie sieht es mit dem Zeitplan aus?

Stickler: Wir haben alle Finanzierungsvereinbarungen unter Dach und Fach, vor allem in Sachen Stadion in Klagenfurt habe ich jetzt überhaupt keine Sorgen mehr. Wir sind absolut im Zeitplan, den wir mit der UEFA vereinbart haben und werden bis zum Jahresende alle notwendigen vertraglichen Vereinbarungen unterschreiben.

Sport1: Wie sieht der sportliche Fahrplan für 2004 aus?

Stickler: Unser absolutes Highlight im nächsten Jahr ist das Jubiläums-Spiel zum 100. Geburtstag des ÖFB. Wir spielen gegen unseren Erzrivalen Deutschland, das ist ein echter Leckerbissen. Wir werden ein volles Stadion erleben und wollen den Fans eine tolle Gala liefern. Die weiteren Gegner werden sich vor allem aus der bevorstehenden WM-Quali-Auslosung ergeben. Hoffentlich bekommen wir attraktive aber machbare Teams zugelost.

Sport1: Wird es vor der Europameisterschaft in Portugal noch ein Freundschaftsspiel gegen einen EM-Teilnehmer geben?

Stickler: Wir haben bereits drei Länderspiele fix vereinbart. Es sind die Spiele gegen die Slowakei, Liechtenstein und das Match gegen Deutschland bereits fixiert. Alles weitere wird sich zeigen, es wird vielleicht noch Platz für ein weiteres Länderspiel sein, aber man muss immer aufpassen. Es ist natürlich immer interessant gegen starke Nationen zu spielen, aber man braucht auch ein paar, die man besiegen kann. Wir müssen auch die FIFA-Rangliste im Auge haben, denn wenn wir immer nur gegen Mannschaften spielen, gegen die wir verlieren, dann ist das auch nicht gut.

Sport1: Die Bundesliga boomt wieder, die Fans strömen in Massen in die Stadien. Bei den Spielen der Nationalmannschaft hält sich der Fan-Ansturm oft in Grenzen. Wie kann man die Anhänger wieder zum ÖFB-Team "locken"?

Stickler: Das Rezept ist eigentlich ganz einfach. Mit guten Leistungen und interessanten Spielen wollen wir die Fans wieder zurück zur Nationalmannschaft bringen. Wenn wir in der EM-Qualifikation keine Chance mehr haben, das Spannungs-Element fehlt, werden die Fans auch nicht mehr ins Stadion kommen.

Sport1: Zu Beginn des neuen Jahres steht das gemeinsame Trainingslager von A- und Future-Team am Programm. Die Bundesliga hat nur widerwillig dem Termin des ÖFB zugestimmt. Steht die Liga nicht hinter dem Projekt "Challenge 2008"?

Stickler: Es waren am Anfang des Projekts "Challenge 2008" gewisse Abstimmunsprobleme, da wurde möglicherweise versucht zuviel in einen kurzen Zeitraum zu packen. Die Präsidenten aller Vereine haben aber zugestimmt und die Termine bestätigt. Soweit ich das beurteilen kann, stehen alle hinter dem Projekt. Ich sehe keine chaotische Situation, der Wagen hat einfach erst in Gang gebracht werden müssen. Es ist für die Klubs ja auch von Vorteil, wenn diese Spieler gefördert werden und eine menschliche und sportliche Entwicklung passiert.

Das Gespräch führte Stephan Schwabl.

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