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Vafluacht

Alles Gute Franzi Klammer

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Ein runder Geburtstag

"Abfahrts-Kaiser" Franz Klammer, der mit seinem verwegenen Fahrstil die Massen begeisterte und seine glanzvolle Karriere am 5. Februar 1976 bei den Olympischen Spielen in Innsbruck mit Gold auf dem Patscherkofel krönte, hat am Mittwoch seinen 50. Geburtstag gefeiert.

Der Jubilar zählt nach wie vor zu den beliebtesten Sportlern Österreichs.

Wie populär er bis heute ist, wird man wieder einmal erleben, wenn er von 6. bis 8. Dezember bei einem dreitägigen Skifest in Bad Kleinkirchheim, unter anderem mit einem Legenden-Rennen gegen seine früheren Gegner wie Bernhard Russi, groß gefeiert wird.

Das ist auch gleich der passende Anlass, um die neue Skistrecke nach ihm ("Kärnten-Franz-Klammer-Abfahrt") zu benennen.

Die entscheidenden 1:45,73

"Dieser Erfolg hat die Hälfte meines Lebens entscheidend beeinflusst. Ohne Patscherkofel wäre ich nicht die Person, die ich heute bin", weiß der Kärntner, der damals nach einem packenden Duell mit Russi zu dem von 50.000 Skifans stürmisch umjubelten Sieg gebraust war.

Lange hielt die Bestzeit (1:46,06) des mit Nummer drei gestarteten Schweizers, ehe der damals 22-jährige Kärntner mit Nummer 15 in seinem grellgelben Renndress nach schlechteren Zwischenzeiten mit 1:45,73 Minuten (Schnitt 102,827 km/h) doch noch das allgemein erwartete Gold eroberte.

Im Weltcup unerreicht

Klammer wurde damals als Held der Nation gefeiert, in der Königsdisziplin ist er auch heute noch das Maß aller Dinge.

Im Abfahrtsweltcup ist er mit 25 Siegen vor den Schweizern Peter Müller (19) und Franz Heinzer (15) die unangefochtene Nummer eins der ewigen Bestenliste.

Vor allem 1974/75 gab es Klammer-Festspiele: Mit einer Ausnahme gewann er in dieser Saison alle Abfahrten. Diese Erfolgsserie brachte ihm auch fast den Sieg im Gesamtweltcup. Erst im letzten Rennen musste er sich Gustav Thöni und Ingemar Stenmark geschlagen geben.

Außerdem ist Klammer im Abfahrtsweltcup seit Wengen 1975, als er den zweitplatzierten Herbert Plank um 3,54 Sekunden abhängte, der Sieger mit dem größten Vorsprung.

Unvergessener Fahrstil

Sehr oft befand er sich bei seinen verwegenen Fahrten in akuter Sturzgefahr. Seine Kommentare "Heit hot's mi wieda von ob'n bis unt'n obegebeitelt" sind bis heute jedem älteren Skifan in Erinnerung.

Das gilt auch für jenen legendären "Eisritt" in Schladming, wo er am 21. Dezember 1973 als junger Draufgänger sein erstes Weltcup-Rennen gewann.

Diese Premiere auf der großen Skibühne hat für ihn übrigens einen ähnlich hohen Stellenwert wie sein vierter Abfahrtstriumph in Kitzbühel, wo er am 21. Jänner 1984 nach längerer Durststrecke (über tausend Tage ohne Erfolg) zum 25. und letzten Mal im Verlauf seiner glanzvollen Karriere als Sieger umjubelt wurde.

Stets auf dem Boden geblieben

Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Bauernsohn aus Mooswald ist trotz seines sozialen Aufstiegs unverändert natürlich, stets freundlich und überall ein gern gesehener Gast.

Sein spitzbübisches Lächeln von früher hat er bis jetzt bewahrt, es ist inzwischen eine Art "Markenzeichen".

Wohnort Wien

Klammer, der seit 1979 mit Eva verheiratet und stolzer Vater der reitsportbegeisterten Töchter Sophie (15) und Stephanie (10) ist, wurde inzwischen zum Wiener.

Er hat in Hietzing am Rande des Lainzer Tiergartens seinen Hauptwohnsitz, von wo er auch häufige Radtouren unternimmt. Nur noch die Ferien verbringen die Klammers in Mooswald, wo alle Pokale aufbewahrt sind.

"Es war nicht alles so glorreich"

In der Karriere des Kärntners gab es aber nicht nur Höhen, sondern neben einem Scheitern in der Modebranche auch manch sportliche Tiefen.

"Es war nicht alles so glorreich", erinnert sich Österreichs dreifacher Sportler des Jahres.

Gerade bei Großereignissen klappte es nicht immer nach Wunsch. Bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid war Klammer nicht qualifiziert, 1984 in Sarajewo und bei der WM 1978 in Garmisch machte der langsame Ski alle Hoffnungen zunichte. 1982 in Schladming stürzte der Kärntner im Abschlusstraining und brach sich eine Rippe an, 1985 in Bormio wurde er schließlich bei der Windlotterie "verblasen".

"Nur" drei Medaillen

Damit bleiben drei Medaillen bei Großereignissen: Olympia-Gold 1976 in Innsbruck sowie bei der WM 1974 (St. Moritz) Gold in der Kombination und Silber in der Abfahrt hinter David Zwilling.

Angesichts seiner Sonderklasse in der Abfahrt ist das eine eher bescheidene Ausbeute.

"Franz Klammer Foundation"

Klammer, der im Alter von drei Jahren mit dem Skifahren begann, mit 14 sein erstes Rennen bestritt und mit 18 in Bad Kleinkirchheim seine erste Europacup-Abfahrt gewann, wurde auch im familiären Bereich mit einem Tiefschlag konfrontiert.

Sein Bruder Klaus ist nach einem schweren Sturz in Lienz seit Jahren gelähmt. Da die Läufer früher gegen die Folgen solcher Unfälle kaum oder nur unzureichend versichert waren, entschloss sich Klammer zur Gründung der "Franz Klammer Foundation", die seit 1988 in Not geratene Sportler finanziell unterstützt.

Nutznießer waren bisher unter anderen Sascha Benes (Eishockey) und Ronald Großkopf (Motocross). Einer der nächsten wird Billy Johnson sein, da der Abfahrts-Olympiasieger von Sarajewo derzeit fast mittelos ist und sich nach seinen folgenschweren Stürzen 2001 (lebensgefährliche Kopfverletzungen) und 2002 (Bruch des Hüftknochens) die Behandlungen kaum noch leisten kann.

sport.orf.at


Am Sonntag war auch ein großes Interview mit ihm im ORF, geführt von Elmar Oberhauser - hat das noch jemand gesehen?

Da kann ein Hermann Maier noch so erfolgreich sein, aber an die Beliebtheit und Sympathie eines Franz Klammer wird er nie auch nur annähernd herankommen.

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