Als Ried-Fan sich ausgerechnet über das Zeitspiel des LASK in der Nachspielzeit zu echauffieren, wirkt nicht nur widersprüchlich, sondern fast schon peinlich realitätsfern. Über die gesamten 90 Minuten hinweg haben die Rieder selbst bei nahezu jeder Standardsituation – sei es ein Eckball oder Einwurf – unverhältnismäßig viel Zeit verstreichen lassen, teils im Minutenbereich. Zumal die Kommentatoren im ORF die Statistik erwähnten, laut welcher Ried die mit Abstand geringste Netto-Spielzeit aller Bundesligisten aufgrund von Zeitspiel hat.
Dass eine Mannschaft wie der LASK nach einem späten Führungstreffer die verbleibenden Minuten ebenfalls nutzt, um das Spiel zu beruhigen und Zeit von der Uhr zu nehmen, ist im Fußball weder überraschend noch verwerflich, sondern schlicht gängige Praxis.
Sich nun ausgerechnet über diese letzten zehn Minuten zu beschweren, wirkt daher nicht nur unglaubwürdig, sondern auch intellektuell wenig durchdacht. Es hinterlässt den Eindruck, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird – und das auf eine Art und Weise, die man kaum ernst nehmen kann. Aber dass der Aufzug im Innviertel oftmals nicht bis ganz nach oben fährt, ist landesweit bekannt.