Der LASK hat das erste Double seit 1965 im Visier
Am Freitag, dem 1. Mai um 16 Uhr trifft LASK im Wörthersee-Stadion Klagenfurt auf den SCR Altach. Linz steht damit zum 7. Mal im Finale, für die Vorarlberger ist es hingegen das Debüt in einer Endrunde. Rund 14.000 Tickets waren innerhalb von nur 24 Stunden nach offiziellen Vereinsangaben verkauft und mehr als 100 Fanbusse stehen aus Oberösterreich bereit, während ein Sonderzug mit Fans aus Bregenz, Dornbirn, Feldkirch nach Kärnten unterwegs ist.
Starke Bilanz mit sechs Siegen in Folge
Nur sehr wenige Klubs in der ADMIRAL Bundesliga können auf eine Saisonkurve wie der LASK in dieser Spielzeit verweisen. Nach den ersten neun Runden lagen die Athletiker mit sieben Punkten am vorletzten Tabellenplatz und der Portugiese João Sacramento war seinen Posten als Cheftrainer los. Der Klub redete zu diesem nicht über Europacup, sondern über den Tabellenkeller.
Am 9. Oktober 2025 ging Dietmar Kühbauer dann zurück auf die Trainerbank, direkt vom WAC, mit dem er erst im Mai 2025 den Cup gewonnen hatte. Zum Einstand gab es sechs Siege hintereinander, ein Rekord für den inmitten der Saison übernommenen Bundesligatrainer. Entscheidend für den Erfolg war vor allem der Umstieg auf Dreier- beziehungsweise Fünferkette.
Seit drei Runden vor Saisonende führt der LASK nun die Meistergruppe an. Sasa Kalajdzic, von Wolverhampton ausgeliehen und bereits mit drei Kreuzbandrissen in der Vergangenheit gezeichnet, traf im April fünfmal.
Quoten am Tag der Arbeit und der österreichische Glücksspielmarkt
Bei den Buchmachern ist der LASK bereits seit Wochen Favorit. Bwin sieht die Linzer mit einer Quote von 1,32 auf den Cupsieg, für den SCR Altach wird mit 3,10 dagegen gerechnet (Stand 30. April 2026).
Hinter solchen Wettlisten steht ein heimischer Glücksspielmarkt im Umbruch. Über die Marke win2day der Österreichischen Lotterien hält Casinos Austria weiterhin das staatliche Monopol für Online-Casinospiele, der Bruttospielertrag im Online-Segment erreichte laut Branchenradar 2025 die Marke von 518 Millionen Euro. Im März 2026 verhandelte das Finanzministerium über mögliche Lizenzerweiterungen, der bisher durchgesickerte Entwurf sieht keine sofortige Marktöffnung vor. In dieser Gemengelage haben Vergleichsplattformen an Sichtbarkeit gewonnen, die die Top Casinos in Österreich im Test bewerten und Lizenz, Auszahlungsdauer sowie Spielerschutz für Endkunden transparent ausweisen.
Mit Admiral als Liga-Hauptsponsor und win2day sowie Interwetten als verbreiteten Werbepartnern im österreichischen Vereinsfußball ist die Branche strukturell verankert. An einem Cup-Final-Tag verdichtet sich diese Verschränkung am sichtbarsten.
Vier Doublesieger und das Tor von 1965
1965 holten die Athletiker das Double und blieben damit bis heute der einzige nicht aus Wien stammende Verein, der zugleich sowohl österreichischer Meister als auch Cupsieger geworden ist. Sechs Endspielniederlagen sind seither dokumentiert. 1967 entschied das Los gegen die Linzer, zuletzt setzte es 2021 ein 0:3 gegen Salzburg.
Vier Spieler jener Saison sind noch am Leben: Wilhelm Harreither, Manfred Pichler, Dolfi Blutsch und Johann Kondert. Kondert, heute 81, sagte im Interview mit 90minuten, die Möglichkeit auf das zweite Double sei groß; bei der derzeitigen Verfassung der Mannschaft sei das Spiel gegen Altach am Freitag kein größeres Problem.
Zwischen den beiden Anläufen liegen 61 Jahre. Helmut Köglberger und Cäsar Sabetzer waren die Namen damals, Trainer František Bufka holte den Titel. Diesmal soll Didi Kühbauer den zweiten Streich liefern.
Lukas Jäger köpft Salzburg aus dem Bewerb
Beide Mannschaften haben sich auf sehr unterschiedlichen Wegen ins Endspiel gespielt. Altach setzte sich am 1. Februar im eigenen Stadion mit 3:1 nach Verlängerung gegen Sturm Graz durch, obwohl Patrick Greil einen Foul-Elfmeter und einen Nachschuss verfehlte. In der Schlussphase brach Sturm doppelt zusammen: Tim Oermann sah nach einem Kopfballduell die Gelb-Rote Karte und Khudyakov musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden.
Im Halbfinale am 4. März fiel das entscheidende Tor in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Greil-Eckball, Lukas Jäger köpfte zum 1:0 in Wals-Siezenheim ein. Es war im 27. Cupspiel der Karriere des Kapitäns sein erster Treffer in diesem Bewerb. Tormann Dejan Stojanovic parierte in der zweiten Halbzeit mehrere Salzburger Versuche.
Die Linzer mussten zweimal antreten. Das Halbfinale gegen die SV Ried wurde am 4. März wegen dichten Nebels abgesagt; der Nachtragstermin am 18. März in der Raiffeisen Arena entschied sich erst in der Verlängerung. Fabian Rossdorfer hatte für Ried in der 49. Minute getroffen, Samuel Adeniran glich rund 90 Sekunden später aus. In der 108. Minute verlängerte der zwei Minuten zuvor eingewechselte Lukas Kacavenda eine Usor-Flanke per Kopf, Rieds Nikki Havenaar fälschte ins eigene Tor ab.
Erstes Cup-Endspiel der Vereinsgeschichte
Bei Altach steht die Premiere im Vordergrund. Der Klub hat zuvor noch nie ein Cup-Endspiel erreicht; der bislang einzige Vorarlberger Finalist war Austria Lustenau 2010/11, das Spiel im Wiener Ernst-Happel-Stadion ging mit 0:2 gegen Ried verloren. Ein Cupsieger aus dem Ländle steht in den Geschichtsbüchern bisher nicht.
Auf den Sieger wartet die Europa-League-Quali
Der Cupsieger steigt in der dritten Qualifikationsrunde der Europa League ein, der Verlierer landet im Playoff der Conference League. Beide Bundesliga-Duelle der laufenden Saison endeten 1:0 für die jeweilige Heimmannschaft. Im direkten Vergleich liegt der LASK klar vorn. Anpfiff in Klagenfurt ist um 16 Uhr, Übertragung in ORF1 ab 15.30 Uhr
[ Bildquelle pexels.com ]

0 Kommentare
Recommended Comments
Keine Kommentare vorhanden