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Interview mit Weiss-Admira nach St.Pölten???

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Das kann nicht Stil der Liga sein“

T-MOBILE BUNDESLIGA / Admira Präsident Hans-Werner Weiss über iranische Investoren, mangelnde Akzeptanz und Frank Stronach.

VON ROUVEN ERTLSCHWEIGER

NÖN: Finden Sie es traurig, dass die Admira einen iranischen Investor braucht, weil der Verein im eigenen Land scheinbar auf taube Ohren stößt?

Hans-Werner Weiss: Warum traurig? Ich bin sehr stolz, dass ich mit Majid Pishyar einen Partner gefunden habe, der die gleichen Interessen verfolgt, wie ich es tue. Nämlich die Admira an die Spitze zu bringen. In Wahrheit lebt der gesamte europäische Spitzenfußball von Großkonzernen – so einzigartig ist das Engagement von „32 Group“ also nicht. Pishyar will sich mit seinen Firmen in Mitteleuropa positionieren, und die Admira wird ihn dabei unterstützen.

NÖN: Wirkliche Unterstützung finden Sie in Niederösterreich selbst ja kaum. Wie erklären Sie sich die mangelnde Akzeptanz?

Weiss: Ich weiß nicht, woran das liegt. Wenn man sich den Werbewert und die TV-Zahlen von Nordea Admira ansieht, dann müsste es ja in Wahrheit umgekehrt sein. Aber es wird sicher einen Grund haben, warum es so ist.

NÖN: In welchem Rahmen bewegt sich eigentlich das Sponsoring von Pisyhar?

Weiss: Ich sage sicher keine Zahlen. Nur so viel, dass wir versuchen werden, unser Budget in den nächsten Jahren in eine Größenordnung von zehn bis zwölf Millionen Euro zu bringen. Wir wollen nichts kaufen, sondern etwas aufbauen. Das ist die Linie des Vereins, und der bleiben wir auch treu.

NÖN: Mit Ausnahme von heuer. Sieht man sich die Einkaufspolitik der Admira an, ist eine Abweichung der ursprünglichen Linie schon deutlich erkennbar. Oder nicht?

Weiss: Ja. Weil die Gefahr eines Abstieges zu groß war oder noch ist. Mit so einem Investor im Hintergrund kann ich es nicht zulassen, dass wir absteigen. Das wäre so, als ob wir uns selber ins Knie schießen würden. Jetzt zählt nur, dass wir erfolgreich Fußball spielen; deswegen war für mich der Auftaktsieg in Mattersburg auch so enorm wichtig.

NÖN: Apropos Mattersburg. Von der Bundesliga hat Janos Matyus für seinen Ellbogen-Check vier Spiele Sperre bekommen. Hat die Admira auch schon reagiert?

Weiss: Ich muss mir die Szene noch einmal auf Video ansehen; wenn ich Absichtlichkeit erkenne, dann distanziere ich mich davon. Dass ist nicht unsere Handschrift. Trotzdem muss ich sagen, dass das Match gegen Mattersburg richtungsweisend war. Das Feuer, mit dem die Mannschaft aus der Kabine gekommen ist, dass habe ich mir schon die letzten sieben Jahre gewünscht. Und genau diese positive Aggressivität müssen wir uns jetzt bewahren. Nicht das Foul von Matyus.

NÖN: Szenenwechsel. Am 15. März müssen sich die Klubchefs deklarieren, ob Sie Frank Stronach weiter als Bundesliga-Präsidenten wollen. Auf welcher Seite stehen Sie?

Weiss: Ich stehe hinter Stronach, weil er irrsinnig viel für den Fußball geleistet hat. Ob es jetzt die Fußball-Akademien, die Befreiung der Liga von den politischen Einflüssen oder der Deal mit Premiere war. Er hat etlichen Vereinen das Überleben gerettet, und deshalb geht man mit einem so verdienstvollen Mann, so nicht um. Das kann nicht Stil der Liga sein. Nur weil manche Vereine ein Problem mit ihm haben, kann man in der Öffentlichkeit keine stille Revolution anzetteln. Die Probleme gehören ganz einfach intern und im stillen Kämmerlein geklärt.

NÖN: Stichwort TV-Vertrag. Würden Sie den Deal mit Premiere zum jetzigen Zeitpunkt wieder unterschreiben?

Weiss: Absolut. Unser Anliegen war es ja, alle ins Boot zu holen. Aber es ist einfach lachhaft, wie stolz der ORF ist. Im Sport gewinnt man und im Sport verliert man. Und das Verlieren muss auch der ORF einmal lernen. Sie brauchen nur von ihrem hohen Ross herunterkommen und sich mit uns an einen Tisch setzen. Dann könnten wir noch immer Pakete schnüren, wo in Wahrheit alle gewinnen würden. Jetzt spielen sie nur die beleidigte Leberwurst und ziehen ein Schnoferl.

NÖN: Angenommen in St. Pölten würde ein EM-Stadion gebaut. Käme dann ein Standortwechsel für Sie in Frage?

Weiss: Eigentlich will ich zu diesem Thema nichts sagen. Wenn Niederösterreich Spitzenfußball haben will, dann sind wir jederzeit zu Gesprächen bereit; nur weiß ich nicht, was ich noch machen soll, damit Niederösterreich den Verein annimmt.

Quelle: NÖN

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