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Centenary Stand

Aston Villa - Portsmouth, Charlton - Bristol, Aston Villa- Ajax, Rapid

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London/Birmingham Trip Oktober 2008

Da ich mir weder von Flavio Briatores Boutique Football bei den Queens Park Rangers noch von Fulham - Sunderland sonderlich viel versprach und es als sinnlos erachtete auf Karten für das vermeintlich stimmungsärmste Stadion Englands zu hoffen um Arsenal – Everton beizuwohnen, lag der Entschluss nahe den Samstag einmal etwas völlig anders zu probieren.

18.10. 2008 Aston Villa – Portsmouth 0:0

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So ging es vom Londoner Bahnhof Euston nach Birmingham um sich nach 90 Minütiger Anreise im dortigen Villa Park die heimischen Aston Villa gegen Portsmouth anzusehen. Die Anreise erwies sich als weit weniger kompliziert als erwartet, der Zug praktisch leer, da es 5 Verbindungen pro Stunde zwischen den beiden Städten gibt.

Birmingham mag insgesamt eine typisch britisch verdreckte Industriestadt sein, die Gegend ums Stadion mit Parkanlagen und einer großen alten Kirche aber vergleichsweise sehr ansprechend. Genau wie das Stadion mit seinen etwa 45.000 Plätzen. Die Fans unterstützten die Mannschaft durchaus anständig mit Sprechchören und Gesängen. Zum Standard gehörten etwa .....

And it's Aston Villa

Aston Villa FC

We're by far the greatest team

The world has ever seen

und

Birmingham are you listening,

To the song we're singing,

We're walking a long,

Singing a song,

Shitting on the city as we gooo!

Das Spiel selbst war auf technisch und taktisch höchstem Niveau. Während sich Villa auf spielerische Überlegenheit und Heimvorteil verlies, setzte Portsmouth auf Konter via Crouch und Defoe was den Gästen auch zu klareren Chancen verhalf (Stangenschuss nach etwa 30 Minuten) In der zweiten Hälfte spielte dann überwiegend Villa und wurde auch von den zwischenzeitlich untergetauchten Gesängen wieder ordentlich gepusht. Vor allem bei Cornerserien hallte es immer wieder „VILLA VILLA“ über den Ground. Leider blieb es letztlich bei einem leistungsgerechten 0:0 (da Portsmouth hinten sehr gut stand und doch immer wieder zu Entlastungsangriffen kam). Trotz Torlosigkeit überwiegt der positive Eindruck vor allem dank der Villa Fans, die speziell in den zweiten 45 Minuten noch mal für gute englische Stadionatmosphäre sorgten. Nein kein Dauergesang aber doch immer wieder anständig laut.

Die Rückreise ebenfalls unkompliziert, jedoch der Zug diesmal voll von Heimkehrenden Portsmouth, Manchester, Wolves und Villa Fans die aus London zu ihren Teams angereist sein dürften. Alles völlig stressfrei jedenfalls. Im Nachhinein betrachtet ein leichtes Ärgernis, mich nicht auch um Karten und Anreise fürs Derby in Sheffield am Sonntag gekümmert zu haben. Aber soll ja nicht die letzte Zugfahrt durch England gewesen sein.

21.10.2008 Charlton – Bristol City 0:2

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Als nächstes Stand daher Charlton gegen Bristol City am Programm. Noch zusammen gequetscht von der Bahnfahrt im abendlichen Berufsverkehr wurden die Tickets einfach an der Abendkassa gekauft. Der Ground ist in einem sehr gutem Zustand. Das Gras und die roten Sitzschalen strahlten wie in einer Fifa Soccer Präsentation in HD. Auch das Heimpublikum übertraf meine Erwartungen genau wie der Offensivgeist der Heimmannschaft, die in den ersten 30 Minuten Chance für Chance heraus spielte und ein Treffer lange in der Luft lag. Aber nur exakt bis zu jenem fatalen Moment in dem ein lächerliches Missverständnis der Abwehr Bristol die Führung bescherte. Ich erwartete einen unbeugsamen Sturmlauf der Hausherren aber nichts dergleichen. Mit 0:2 ging es in die Kabinen und so ging es auch weiter. Bristol verwaltete im 2.Gang die immer sicherer scheinenden 3 Punkte und die völlig entmutigten und resignierenden Hausherren rund um ihren Kapitän Matt Holland sahen ihnen dabei lediglich zu. Letzter Höhepunkt ein mutiger Fallrückzieher der ungefährlich am Tor vorbei ging.

Dennoch ein angenehmer Abend auch dank des recht sympathischen Charlton Anhanges der wider Erwartens trotz der aussichtslosen Lage immer wieder lautstark Support leistete. Crowd Troubles gab es auch am Bahnhof nach dem Match nicht wo die Bristol City Anhänger ihre Rückreise mit einem lautstarken „We’r just so sick of you“ einstimmten. Am selben Bahnsteig mit den Heimfans und ohne Security wohlgemerkt jedoch ohne Rangeleien.

Chelsea – Roma wurde dann fast schon bewusst ausgelassen (keine Lust gemeinsam mit japanischen Touristen um Karten a’ 100 Pfund zu feilschen zumal die Stamford Bridge Supporttechnisch nicht in allzu eindrucksvoller Erinnerung liegt). Stattdessen fassten wir wegen der guten Erfahrungen den spontanen Entschluss die abendliche Reise nach Birmingham zu wagen um erneut den Villa Park zu besuchen, diesmal gegen Ajax Amsterdam im UEFA Cup.

23.10.2008 Aston Villa – Ajax Amsterdam 2 :1

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Die Karten also am Vortag im Internet gekauft und abends bei der Ticket Collection abgeholt.

Diesmal im unteren Rang des Doug Ellis Stand untergebracht lieferte das Stadion auch im nächtlichen Flutlicht einen Eindrucksvollen Anblick. Gerne hätte ich dieses Spiel auch vom Holte End aus verfolgt, welches aber bereits Sold Out war.

Nach unfassbaren 180 Minuten ohne Tor einer Heimmannschaft war ich selbstredend schon etwas ungeduldig. Aber Villa legte mit Vollgas los angepeitscht vom Holte End das zeitweise wirklich Gänsehaut Stimmung erzeugen konnte. Als nach 8 Minuten zum 1:0 eingeköpft wurde bebte der Platz. Im Verlauf der ersten Halbzeit erfing sich Ajax jedoch und kam mit dem ersten Torschuss zum Ausgleich. Jetzt gewann auch der mitgereiste Ajax Anhang die akustische Überhand, welcher mit Dauergesang Marke Lech Posen auf sich aufmerksam machte. Doch Villa überstand die heikle Phase und ging Dank des überragend aufspielenden Gareth Barry praktisch mit dem Halbzeitpfiff 2:1 in Führung - was „Villa“ Chants bis in die Pause zur folge hatte. Die zweite Hälfte verlief wie so oft wieder ziemlich ereignislos. Wobei ein alter Bekannter – nämlich Schiedsrichter Einwaller hier durch seine chronische Inkompetenz auffiel. Den Villa Fans war’s egal sie verabschiedeten den längst verstummten Ajax Anhang mit „You’r not singing anymore!“ Schmähgesängen.

Eigentlich ein perfekter Abend wollte ich meinen. Dann jedoch machten uns die National Railways einen Strich durch die Rechnung da die ersten zwei fahrplanmäßigen Züge (angesichts der Fanmassen !?) die Station nicht einhalten wollten, was nicht nur bei mir für gröberen Unmut sorgte. Schließlich verpassten wir unseren letzten Anschlusszug nach London und wurden gemeinsam mit mehr als einem dutzend weiterer Villa Fans mit selbem Schicksal in Taxibussen Richtung London gefahren, wo wir gegen 2 Uhr morgens auch tatsächlich noch ankamen. Nun ja, insgesamt eine intensive Erfahrung würde ich behaupten.

25.10.2008 Rapid Wien – Mattersburg 1:0

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Was hier zurück in Wien nun folgte war selbstredend ein Kulturschock. Daher sei es an dieser Stelle noch erwähnt. Bestimmt habe ich die technischen Unzulänglichkeiten eines Stefan Maierhofer und natürlich vor allem die – und das muss man einfach sagen – schwer unsportlichen Faulenzer Einlagen (mindestens ein Dutzend) der Herren Naumoski und Mörz angesichts der letzten Tage in England noch ungläubiger aufgenommen als der Rest des daher doch recht unentspannten Heimanhanges. Jedenfalls wären alle drei eben genannten gut beraten niemals auf die Insel zu wechseln. Es war ein grausames Spiel, das nur Aufgrund der Interaktion einiger Protagonisten mit den Rapid Fans einen gewissen Unterhaltungswert hatte.

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