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Kafka

Interview mit Herrn Binder

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www.wienersportclub.at:

Warum Herr Binder glaubt, daß sein Freund, Herr Herzog, nächste Saison gegen Herrn Neidhart spielen wird und wie dieses Duell seiner Ansicht nach ausgehen könnte.

Herr Binder, ihr Stammverein ist die Admira?

Nicht ganz, begonnen habe ich bei Union Mauer, ich bin im 13. Bezirk aufgewachsen, am Anfang habe ich Verteidiger gespielt, ich wurde hinten aufgestellt, weil ich am weitesten schießen konnte, mit neun Jahren ist es ja nicht so wichtig wo man spielt, bei der Admira wurde ich Stürmer. 1979 bin ich zur Admira, der Vater vom Andi Herzog hat mich dorthin gebracht, ich bin bereits mit 16 Jahren in die Nachwuchsmannschaft gekommen, in der Saison 1985 und war dann bis 2000 Profi, die meiste Zeit bei der Admira, aber auch ein Jahr bei Voest, ein Jahr bei der Austria, mit der ich unter Trainer Stessl 1992/93 Meister wurde, auch bei Krems war ich eine Saison, da haben die gerade in der Bundesliga gespielt. An die Donaufeld war ich – als die noch in der 2. Division gespielt habe – auch einmal verloren. 2000/2001 habe ich bei Würmla gespielt und dann eben beim FAC.

Welchen Verein haben Sie als Bub unterstützt?

Ich war ursprünglich Austria-Anhänger, wie ich dann bei der Admira in der Kampfmannschaft gespielt habe, wollte ich eigentlich unbedingt zu Rapid, da waren Freunde von mir, der Franz Weber, der Andi Herzog und so. Leider ist es nicht gegangen, zwei Mal hat mich die Admira nicht aus dem Vertrag gelassen, das Bosman-Urteil gab es ja damals noch nicht.

Welche Ausbildung haben Sie?

Ich habe die Handelsakademie probiert, diese aber nach zwei Jahren abgebrochen, nachdem ich in die Kampfmannschaft von Admira kam. Ich absolvierte dann die Handelsschule. Heute betreibe ich ein Sportgeschäft im 13. Bezirk, das auf Tennis und Fußball spezialisiert ist, ich führe auch diverse ausgewählte Freizeitartikel. Man muß sich spezialisieren, das Geschäft ist in der Nähe vom Heurigen Wambacher in der Lainzer Straße Richtung Speising.

Herr Eggenberger meint, Sie seien „übertonisiert“, Sie hätten zu viele Muskeln.?

Also das Wort habe ich im Zusammenhang mit mir noch nie von einem Arzt gehört, das muß er aufgeschnappt haben, richtig ist, daß ich zu Zerrungen neige, andererseits haben immer 5 oder 6 Spieler einer Mannschaft in der Saison eine Zerrung. Ich muß vielleicht mehr Dehnungsübungen machen als jemand anderer, weil ich eine starke Muskulatur habe. Mir hängt das vielleicht deshalb nach, weil ich mit 16 schon in der Kampfmannschaft war, mit 17 schon mein Stammleiberl hatte, mich aber mit 18 Jahren schwer im Training verletzte; mir ist damals ein Muskel im Bereich des hinteren Oberschenkels direkt abgerissen, ich habe dann ein Jahr pausieren müssen. Ich hatte damals eine richtige Narbe in dem Bereich, die mich lange behinderte. Herr Eggenberger weiß das, weil die Admira mich damals, um mich wieder aufzubauen, an Donaufeld verlieh. Eigentlich finde ich das nicht in Ordnung, daß er das über mich sagt.

Er hat das aber nicht böse gemeint; ich wollte wissen, in welcher Verfassung Sie mir 34 Jahren sind und er meinte eben, daß alles in Ordnung sei, außer daß sie übertonisiert wären. Er hat aber unter einem gleich angefügt, daß Sie letzte Saison fast jedes Spiel gespielt hätten.

Ich mag den Eggenberger eh, er ist ein lieber Kerl. Er bemüht sich auch sehr. Ein wenig geärgert hat mich der Abschied vom FAC. Ich bin gegangen, weil man mir gesagt hat, daß er eigentlich nicht mehr mit mir plant. Er hat mir das nicht gesagt, er hat mir noch vor dem letzten Match gesagt, daß wir wieder eine gute Mannschaft haben werden und daß ich bleiben soll; ich habe – warum soll ich das eigentlich nicht sagen – von einem Mitspieler, vom Fitzbauer gehört. Der hat mit ihm gesprochen und dem hat der Eggenberger erklärt, daß er nicht mehr mit mir plane, daß er statt mir Libero spielen soll.

Mir teilte Herr Eggenberger mit, daß er Sie gerne behalten hätte, daß er aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Ihrer Position mit einem Herrn Babec plane und deshalb Ihnen gesagt habe, Sie sollten sich einen Verein suchen, wo Sie noch einmal ein bißchen Geld verdienen können.

Das hat er mir nicht gesagt.

Wie sind Sie eigentlich zum Wiener SK AXA Wienstrom gekommen?

Harry Gartler hat mich angerufen, den kenne ich aus seiner Zeit in der U-21 von Rapid, wir haben aber auch geschäftliche Kontakte miteinander gehabt, wie er noch Nachwuchskoordinator war, habe ich den Rapid-Nachwuchs mit Ausrüstungsgegenständen versorgt, jetzt mache ich das nicht mehr allein, sondern zusammen mit dem Marek.

Sie haben erzählt, daß Sie schon mit 16 Jahren in der Kampfmannschaft der Admira gespielt haben, Sie haben aber den letzten Durchbruch, beispielsweise die Nationalmannschaft, nie geschafft. Hat Ihr früher Einsatz in der obersten Spielklasse damit zu tun gehabt, daß Sie damals körperlich schon voll ausgereift waren?

Ich bin 185 cm groß und war damals körperlich schon so zusammen wie später. Das war aber nicht das Entscheidende. Ich habe schon mit 16 Jahren mein erstes Tor in der Bundesliga geschossen, das war damals nichts besonderes, heute würde ich wahrscheinlich sofort ins Ausland verkauft werden. Ich wurde durch die schwere Verletzung mit 18 Jahren sehr zurückgeworfen, das hat mich in meiner Weiterentwicklung stark behindert, es sind dann andere gekommen, während ich pausieren mußte, ich hab dann einen Seitenbandriß und einen Kreuzbandriß mit 25 Jahren gehabt, links und rechts noch dazu später einen Kapselriß, ich habe auch unter einem Knorpelschaden gelitten, die Verletzungen waren also sicher entscheidend dafür, daß sich meine Karriere nicht noch besser entwickelt hat. Ein anderer Grund war, daß ich zum richtigen Zeitpunkt bei der falschen Mannschaft gespielt habe, als Krems in der obersten Spielklasse war, habe ich rechts im Mittelfeld gespielt und acht Tore in der Halbsaison geschossen und bin nicht in die Nationalmannschaft berufen worden. Der Prosenik hat vielleicht fünf Tore gemacht und hat dauernd in der Nationalmannschaft gespielt, obwohl wahrscheinlich zum damaligen Zeitpunkt ich der bessere Spieler war, aber damals war es eben so, daß man sich die Spieler noch von der Austria geholt hat, heute nimmt man ja schon fast jeden, der in der obersten Spielklasse schießen kann und Österreicher ist.

Aber über Ihre Karriere sind Sie nicht enttäuscht?

Nein, keinesfalls. Ich habe beispielsweise unter Trainer Constantini zwei sehr gute Jahre bei der Admira gehabt, auch unter Tommy Parits, ich war mit der Admira in internationalen Bewerben, habe gegen Juventus gespielt, das war damals schon sehr beeindruckend, der del Piero war auf der Ersatzbank, bei denen hat damals der Vialli, der Ravanelli und der Roberto Baggio gespielt, ich habe beim 1:3 in der Südstadt den Ehrentreffer der Admira geschossen, daran denke ich gerne zurück, auch an den Meistertitel mit der Austria und den Titel mit der Admira in der zweiten Division wie wir aufgestiegen sind. Bei VOEST war ich mit 14 Toren interner Schützenkönig. Nein, ich bin zufrieden, ich wäre gerne einmal in der Nationalmannschaft gewesen, das hätte mich sehr gefreut, aber das hat eben nicht sein wollen.

Welche Chancen gegen Sie dem Wiener SK AXA Wienstrom in der Regionalliga?

Das Problem ist, daß ich die Spieler noch nicht alle einschätzen kann, beispielsweise die von den Rapid-Amateuren gekommen sind, aber mit Tippmann, Neidhart und Fading haben wir für diese Liga sicher sehr starke Spieler. Ich glaube, daß wir vorne mitspielen können, daß wir unter die ersten vier kommen können. Der Haretter ist auch ein sehr guter Verteidiger, in der Abwehr glaube ich, daß wir mit einer Dreierkette spielen sollten, daß wir mit der Viererkette noch nicht zurecht kommen, wir müssen uns in der Verteidigung erst zusammenspielen, das braucht Zeit, auch ich bin noch nicht so gut beieinander, ich möchte den anderen helfen können, das geht noch nicht. Wie ich rechts im Mittelfeld gespielt habe, war für mich die Viererkette beim Gegner unangenehmer, weil ich immer gegen einen Mann spielen mußte, andererseits ist eine Viererkette, wenn sie nicht zusammengespielt ist, sehr gefährlich, die kann man mit einem Paß ausschalten, aus einer Viererkette kann man leichter nach vorne spielen. Die Dreierkette hat den Vorteil, daß man zwei defensive Mittelfeldspieler hat und damit immer jemanden im Mittelfeld besitzt, den man anspielen kann.

Ihre ehrliche Einschätzung, welche Verteidigung ist stärker, die vom FAC in der letzten Saison oder jene des Wiener SK AXA Wienstrom heute?

Wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich, daß das die FAC-Verteidigung wäre, aber es ist eben eine Frage der Zeit, wir müssen uns noch zusammenspielen.

Wer sind die Titelfavoriten?

Sicher Schwechat, die haben eine eingespielte Truppe, die sind gut zusammengespielt, die haben nur Spieler abgegeben, die auf der Bank gesessen sind, haben sich sogar noch verstärkt. Für die Vienna gilt ähnliches, auch die sind sehr gut zusammengespielt, haben zum Schluß gezeigt, wie stark sie sind, sie haben allerdings ein Problem in der Defensive gehabt, sie haben sehr viele Tore bekommen, man wird sehen, ob sie da besser werden, der Weber Franz spielt ja einen Libero wie der Beckenbauer.

Wenn Sie mit Herrn Weber offensichtlich in so engem Kontakt stehen, was sagt er zu Herrn Herzog. Wird er bei Vienna in der nächsten Saison spielen?

Ich bin auch mit Andi Herzog selbst ständig in Kontakt.

Umso besser, was ist Ihre Meinung, wird er zur Vienna gehen?

Ich hoffe, daß er es nicht macht, ich habe ihm gesagt, daß es schöner ist, sich in den Garten zu setzen. Aber er hat irgendwie einen Gusto darauf und bis jetzt kein wirkliches Anbot aus dem Ausland. In Österreich wurde er in der obersten Liga ja eineinhalb Jahre nur beschimpft.

Ist es im Fußball, auch wenn es nicht in Ordnung ist, nicht bei fast jedem so, dessen Leistungen die Anhänger nicht zufriedenstellen?

Natürlich ist das Risiko für jeden da, auch beispielsweise für mich, wenn ich nicht gut spiele, dann werden sie mir auch beim Sportklub sagen, warum ich denn da bin. Aber ich bin froh, daß der Andi nicht zu Sturm gegangen ist, weil die sind in einer ähnlichen Situation wie Rapid, die wollen auch auf junge Spieler umstellen und so wie früher geht es eben nicht mehr, das sagt er selber, daß er den Ball nicht mehr so nach vorne treiben kann wie früher. Bei einer besseren Mannschaft, beispielsweise bei der Austria, würde er meiner Meinung nach noch immer eine sehr, sehr gute Figur abgeben.

Und glauben Sie, daß es für ihn in der RLO leicht würde?

Nein, deshalb habe ich ihm ja davon abgeraten. Ich habe den Neidhart jetzt im Training gesehen und habe dem Andi gesagt, daß er gegen den Neidhart wird spielen müssen, daß der 90 Minuten an ihm hängen wird und daß er keine Chance haben wird gegen den, weil der wird nichts anderes machen als zu versuchen, ihm den Ball immer wieder wegzuspitzeln und ich glaube, daß jeder Verein so einen Spieler hat, der dann nur auf den Herzog spielt. Er hat mich da groß angeschaut, aber ich habe ihm gesagt, ob er wirklich nach Neuberg fahren will, um dort vor 1.000 Wahnsinnigen zu spielen und nur blaue Flecken zu riskieren. Es wird ihm schon einige Male etwas gelingen, aber im Großen und Ganzen würde das für ihn nicht lustig werden.

Wird er jetzt Ihrer Ansicht nach bei der Vienna spielen oder nicht?

Die Vienna soll angeblich Sponsoren aufgestellt haben und sie würde ihn wohl auch nicht einsetzen und er würde nicht spielen, wenn man nicht mit der Möglichkeit rechnet. Ich habe ihn ja gefragt, ob er nicht ein bissl deppert ist, weil er da mitspielt, aber er hat gesagt, daß ihm das nichts macht und daß er sich auch nicht vor Verletzungen fürchte. Ich glaube, daß ihm das taugt und daß er wirklich sich überlegt, daß er das bei der Vienna versucht. Viel Zeit hat er aber nicht mehr.

Ich danke für das Gespräch!

Also das mit den 1000 Wahnsinnigen in Neuberg finde ich schon stark. Außerdem: Warum wechselte er selbst in die RLO, wenn man da eh nur abgeklopft wird... :nein:

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