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Zukunft von RAPID

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Neues Jahr, altes Leid, grüne Gratwanderung

von Rainer Fleckl

Der Unterschied zwischen Hannes Kartnig und Josef Hickersberger? Er liegt auf der Zunge.

Der eine, Kartnig, Sturm-Präsident, ein Orkan der deftigen Worte. Der andere, Hickersberger, Rapid-Trainer, ein Meister des subtilen Schmähs. So geschehen auch Sonntag, nach einem 1:1 zwischen Rapid und Sturm, das als spielerisch feines Finale einer langen Herbstmeisterschaft in die Fußball-Statistik eingeht.

HOLZHAMMER Kartnig stand vor den Kabinen im Hanappi-Stadion, und nur ein vergilbter brauner Vorhang trennte ihn von Hickersberger, der vor der Interviewwand Position bezogen hatte. Kartnig brüllte, angestachelt von einer Reporter-Frage bezüglich stürmisch verblasener Millionen, er lasse sich nicht länger von „Oberg’scheiten“ maßregeln: „Lazio hat für einen Mendieta 750 Millionen Schilling bezahlt. Und der hat nur drei Spiele gemacht.“

Solch Holzhammer-Methode ist dem Rapid-Trainer fremd. Nur manchmal zieht sich Hickersberger mit Andeutungen aus der Affäre: Er fahre jetzt einmal auf Urlaub in die Emirate, meinte er, „und vielleicht nehme ich ja den Gabriel Batistuta mit“, umschiffte er die ewig gleichlautenden Fragen nach den Transferbewegungen in der Winterpause (Axel Lawaree).

Diese sanfte Anspielung offenbart das Dilemma eines Klubs, der das reiche Potenzial zwar ortet, aber nicht ausschöpfen kann. Eine Parallele zum VfB Stuttgart, wo ebenfalls Altlasten auf die Schultern junger Talente drücken. Notorisch klamm sind die Finanz-Buchhalter im Hause Hütteldorf, wobei klammheimlich versucht wird, die Säulen des architektonischen Herbstmeister-Werks zu halten, um die Titelchance zu erhöhen. Hickersberger: „Es spricht nichts gegen uns. Wir werden uns im Frühjahr weiter steigern.“

Allein. Wie wird Rapid zukünftig aussehen?

Ivanschitz, Torschütze gegen Sturm, fühlt sich „momentan noch nicht reif fürs Ausland.“ Hofmann denkt über „einen brutalen Leistungsvertrag“ nach. Und Hickersberger erklärte, er sei mit Sportchef Peter Schöttel über einen Vertrag bis 2005 nahezu einig: „Ich bin von Rapid restlos begeistert und gehe von einer Einigung aus, weil Geld nicht alles ist im Leben.“ Schöttel sieht’s ähnlich bis anders: „Auch Rapid will die Zusammenarbeit. Wir sind aber finanziell noch nicht überein gekommen.“

Das leidige Lied. Halbjahr für Halbjahr wird der Etat um rund 20 Prozent gekürzt, „auch im Winter müssen wir vielleicht schon Spieler abgeben“, sagt Hickersberger. Ein leiser Hilferuf, der sich dank des netten Nachsatzes nicht als Kritik interpretieren lässt: „Es werden Junge nachrücken. Das ist eben unser Weg. So lange die Schlüsselspieler bleiben . . .“

Das wiederum ist die Gratwanderung, die die Klubführung zu meistern hat. Die tragenden Figuren haben ihre jeweilige Zukunft indirekt aneinander geknüpft. So soll Hickersberger laut einem Ohrenzeugen zu Hofmann gesagt haben: „Wenn du bleibst, bleibe ich auch.“ Am Sonntag erklärte er diplomatisch: „Jugendtrainer möchte ich noch nicht werden.“

Kurier | 09.12.2003 | Seite 24

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