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Andreas Müller - SK Rapid

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About Andreas Müller - SK Rapid

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    Anfänger

Allgemeine Infos

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    Männlich
  1. Zuerst muss man sagen, nicht nur was Boyd betrifft, sondern auch die anderen Spieler: Es ist nicht so, dass wir diesen Wechsel forciert haben. Terrence wollte Rapid unbedingt verlassen, weil er ein sehr lukratives Angebot aus Leipzig hatte. Wir haben uns natürlich auch darauf vorbereitet, haben uns dann allerdings dafür entschieden, einen spielstarken Mittelstürmer zu uns zu holen, weil wir in Zukunft – und das zeigte die letzte Saison – im technischen und fußballerischen Bereich eine Mannschaft sind, die gut kombinieren kann und will. Daher die Entscheidung für Robert, weil er von seiner Art her ein Stürmer ist, der in unser Spielsystem sehr gut hineinpasst. Wir mussten eine Entscheidung treffen und haben uns für Beric entschieden, weil er a) die Liga bereits ein Jahr kannte und weil wir b) von seinen Qualitäten, die zu uns passen, total überzeugt sind. Zudem konnten wir Robert zu einem wirtschaftlich für unsere Verhältnisse machbaren Betrag aus Graz loseisen konnten. Wir hatten viele Kandidaten, haben uns aber nach mehreren intensiven Gesprächen mit dem Trainerstab und mir zusammen dazu entschieden, dass dieser Spieler 100% zu unserem Spiel passt. Ich glaube, dass es ganz normal ist, dass man auch kontrovers diskutiert und, dass jeder offen und ehrlich seine Meinung sagt. Das fordere ich auch von meinen Mitarbeitern. Aber in dieser Entscheidung waren wir alle 100% davon überzeugt, dass es die richtige ist. Noch dazu, nachdem ich mich selbst in einem persönlichen Gespräch mit Robert davon überzeugen konnte, dass er durch seine Mentalität und seinen Charakter betreffend, absolut zu Rapid passt. Das ist für mich nicht nur heute, sondern auch in Zukunft ein entscheidendes Kriterium. Wenn ein Spieler sofort ein klares Bekenntnis zu Rapid abgibt, dann ist das wichtig für uns. Er war sofort Feuer und Flamme und meinte „wenn es möglich ist – unbedingt Rapid“. Es gab noch andere Möglichkeiten im Ausland für ihn. Mit Sturm hat in den Verhandlungen auch alles gepasst. Aber nochmal: Nach dem persönlichen Eindruck, aber auch aufgrund seiner Qualität und der Art, wie er Fußball spielt, war das für mich klar. Der Beginn ist gemacht, er hatte sicher auch Umstellungsprobleme, auch vom Tempo her. Das hat er auch selbst gesagt, also dass zum Beispiel schon im Training ein ganz anderes Tempo herrscht. Aber so geht es nicht nur ihm, sondern allen neuen Spielern, die zu Rapid kommen. Nicht nur was das Training betrifft, sondern auch von dem, was von außen einwirkt. Da muss man dann auch ein bisschen Geduld mitbringen, aber er wurde nie unruhig, machte gegen Sturm sein erstes Tor und dann ist ihm nach und nach der Knoten geplatzt. Ich bin mit ihm hochzufrieden, auch außerhalb des Platzes. Zudem ist er einmal die Woche mit Grahovac beim Sprachunterricht und ist sehr fleißig und sehr bemüht. Nein. Wir entwickeln Spieler. Schobesberger, bringt viele Dinge mit um wirklich ein ganz gefährlicher und wichtiger Faktor in unserer Mannschaft zu werden. Aber er kam aus Pasching, aus der dritten Liga. Jeder hat seinen individuellen Plan, nicht nur er. Es wird stark darauf geachtet, dass wir im Bereich der Physis weiter zulegen. Natürlich haben wir physisch starke Spieler verloren. Das ist auch immer gut zu sehen, wenn man Spiele hat, die am Ende vielleicht doch nur mit der Brechstange zu gewinnen sind. Auf der anderen Seite haben wir eine klare Strategie und Philosophie und wollen mit unseren jungen Spielern, die sicher technisch versiert, schnell und hochbegabt sind, unser Spiel aufziehen, in dem ja auch jetzt schon erkennbar ist, wo wir hinwollen. Es war nicht das erste Spiel, wo ich dachte: Das darf eigentlich nicht wahr sein. Wir waren in beiden Spielen die bessere Mannschaft und hatten viele Möglichkeiten die Partie zu entscheiden, so wie auch in vielen Spielen in der Bundesliga. Ich habe gestern mit allen Akademie- und Nachwuchstrainern gesprochen und da habe ich auch gehört, dass unsere Nachwuchsteams oft besser waren, aber die Spiele nicht gewonnen wurden. Das ist sicher ein Punkt, an dem ich seit Beginn meiner Tätigkeit arbeiten muss: Wir brauchen eine höhere Effizienz. Das ist ein entscheidendes Merkmal, um ein solches Spiel wie gegen Helsinki einfach sauberer und in aller Ruhe zu Ende zu spielen und zu gewinnen. Aber man merkte es nach einer Standardsituation, die zum 2:1 führte, dass die Mannschaft eben noch nicht so gefestigt ist und einige Zeit brauchte, um sich wieder zu finden. Wir haben bombastisch angefangen, getragen von einem fantastischen Publikum, das war eine Megastimmung hier. Die Enttäuschung war im gesamten Klub riesengroß. Aber da muss man wieder herausfinden – und das hat die Mannschaft, wenn auch etwas wacklig, im anschließenden Spiel gegen Grödig geschafft. Wir haben eine Serie gestartet, drei Spiele in Folge gewonnen. Wenn man die letzten sechs Spiele nimmt, waren wir mit 13 Punkten die Besten in der Liga. Und das aus einer Enttäuschung heraus, denn jeder kann sich vorstellen, was da in der Kabine los war. Ein Spiel, das man eigentlich mit zwei, drei Toren Unterschied nach Hause bringt und drei Standards brechen uns das Genick. Das ist natürlich enorm bitter. Und wie gesagt, wir sind noch nicht so stabil, wie wir uns das wünschen, aber wir werden dorthin kommen. Die Frage ist: Was will man? In erster Linie haben wir uns ganz klar festgelegt, dass wir den Weg mit unseren jungen Burschen gehen wollen, dass wir die Mannschaft weiter entwickeln wollen und möglichst die besten jungen Spieler hier zu Rapid holen. Andererseits: Klar, der Markt ist in ständiger Beobachtung. Der deutsche Markt z.B. ist extrem überteuert. Ich glaube, dass es keinen Sinn macht einen Spieler aus Deutschland zu holen, der die Anforderungen nicht mehr erfüllt und womöglich nicht mehr die Anfragen und Angebote aus Deutschland hat, weil er auch schon ein gewisses Alter erreicht hat. Die guten jungen Spieler in Deutschland sind nicht zu bezahlen. Wir haben es ja gesehen: Christopher Trimmel wechselt in die 2. Deutsche Bundesliga zu Union Berlin – einfach weil wir mit dem wirtschaftlichen Angebot nicht mithalten konnten. Man muss sich nur mal die Fernsehgelder in der 2. Deutschen Liga ansehen – das ist das sechs- oder siebenfache von dem, was wir hier in Österreich bekommen. Das ist auch immer eine Geldfrage. Viele Topspieler aus diesen Ländern zieht es auch gleich direkt in die europäischen Top-Ligen. Eine meiner Amtshandlungen war es, im Bereich Scouting mit Bernard Schuiteman einen Chefscout zu installieren. Wir sind sehr gut vorbereitet, was die Zukunft betrifft. Das war ein sehr wichtiger Faktor für mich. Auch Stefan Oesen fürs Trainerteam zu gewinnen, war sehr wichtig. Er ist nicht nur für die Integration verletzter Spieler ins Training zuständig, sondern pflegt auch die Datenbanken und hat das Analysesystem intus hat. Das waren wichtige Schritte, um in Zukunft selbst gute Spieler früh für uns zu entdecken und dann auch schneller zu sein, als die anderen Vereine. Es ist nicht gesagt, dass wir nicht auch mal wieder Spieler aus Deutschland haben werden. Aber die Spieler, die in Deutschland für uns interessant sind, machen auch schon mal den Weg direkt in die Profimannschaft. Das ist ein sehr mutiges und ambitioniertes Ziel, das unser Präsident da ausgesprochen hat. Aber ich bin davon überzeugt, dass man ambitionierte Ziele haben sollte. Rapid ist ein großer Traditionsverein und wenn man die Erfolge aus der Vergangenheit sieht, dann ist es für uns eine Verpflichtung wieder eine Top-Mannschaft auf die Beine zu stellen. In erster Linie um national Titel zu gewinnen und dann step-by-step auch international wieder eine Rolle zu spielen. Wir brauchen uns über das Thema „international“ durch unser Ausscheiden gegen Helsinki momentan keine Gedanken haben. Wir müssen jetzt unsere Mannschaft entwickeln, damit wir wieder ein ernsthafter Konkurrent werden können. Im Moment für Red Bull Salzburg. Das ist das Ziel, das wir in den nächsten 1, 2 Jahren haben sollten und dafür brauchen wir auch ein bisschen Geduld. Ich bin davon überzeugt, dass innerhalb Österreichs sehr gut gearbeitet wird und viel Potential da ist. Auch in den Akademien. Aber wenn ich Gespräche mitbekomme, auch innerhalb unseres Vereins oder Trainerteams, dann hört man häufig: „Für die Deutschen geht es bis zum Ende.“ Also im Prinzip: Das Spiel ist erst vorbei, wenn du im Bus sitzt. Es ist nie hoffnungslos ein Spiel noch zu drehen und ich glaube, dass in puncto Mentalität noch einiges dazugelernt werden kann oder zumindest gelebt werden kann, um das Maximale nicht nur im Spiel, sondern auch schon im Training zu erreichen. Das geht ja schon im Training los. Die Trainingsintensität ist zwar hoch, aber manchmal denke ich mir, dass man es manchmal hinnimmt, dass es gerade so oder so gelaufen ist. Aber wenn man zum Beispiel die Nationalmannschaft ansieht: Ich glaube, dass wir nicht so weit weg sind. Die spielen derzeit einen tollen Fußball, da wächst etwas heran. Marcel Koller hat in verschiedenen Ländern auf Top-Niveau gearbeitet und kann mit seiner Erfahrung vieles bewegen. Für uns ist das natürlich ein großer Ansporn, dass wir uns auch – mit dem Vorbild Nationalteam – an diesen hohen Standard gewöhnen. Man muss sich an den Besten bzw. an den besten Ligen orientieren. Nein, ich habe mich sehr gut auf Rapid vorbereitet. Ich habe im Dezember, als die Anfrage kam, Spiele gegen Wiener Neustadt und Sturm Graz angesehen. Dazu das Auswärtsspiel in Kiev, als es noch um den Aufstieg ging. Ich war über die Mannschaft und ihre Qualität sehr gut informiert. Ich kannte hier in Österreich natürlich nicht jedes Stadion im Detail, aber ich wusste genau welche Aufgabe mich hier erwartet. Wir haben uns im Hearing intensiv ausgetauscht und ich bekam weitere Details, nachdem ich auch viele Fragen hatte. Ich wusste über die wirtschaftliche Situation Bescheid, ich wusste auch welche Ambitionen der Verein hat. Ich weiß auch welche Emotionen der Verein hat, was gut ist, weil der Fußball Emotion und Leidenschaft ist. Ich war also nicht überrascht bezüglich meines Jobs. Im Gegenteil: Ich war positiv angetan, über welches spielerische Potential die Mannschaft verfügt – ich habe mir schon zu Beginn viele Trainingseinheiten angesehen und konnte mich davon überzeugen, dass ein hohes Tempo und richtig Zug drin ist und ein klarer Plan herrscht. Auch intern – hier wird mit sehr hoher Professionalität gearbeitet: Medientraining, alle Termine mit den Ärzten werden konkret und gut eingehalten, Sprachschulung – das ist schon alles sehr professionell aufgestellt. Ich habe es hier nie erlebt, dass irgendjemand irgendetwas nicht einhält. In der Zeit als Sportdirektor bei anderen Klubs gab es in diese Richtung immer wieder ein paar Problemchen – die gibt’s hier nicht. Auch meine beiden Jungs nebenan, Stefan Ebner und Kurt Deringer: Die sind ebenfalls sehr professionell und – für mich wichtig – sehr loyal. Unser Trainerteam ergänzt sich wunderbar. Da ist mit Thomas Hickersberger einer, der sich sehr viele Gedanken über Spielsysteme macht und viele Spiele per Video nachbetrachtet und Details herausbetrachtet. Auch wenn’s mal nicht gelingt: Wir haben viele Varianten bei Standards – da kommt immer wieder mal was Überraschendes. Hedl als Torwarttrainer macht einen sehr guten Job. Man muss nur sehen, welche Entwicklung Novota gemacht hat. Und auch unsere Jungen Knoflach und Maric machen klare Fortschritte. Dann haben wir noch mit Steinbichler einen, der sicherlich – das ist bei Profis immer so – nicht unbedingt geliebt wird, weil er derjenige ist, der die Jungs physisch rannimmt. Stefan Oesen habe ich als Analyst und denjenigen, der die Gegnervorbereitung macht, schon erwähnt. Mit Carsten haben wir einen, der in Deutschland bei einem Topverein gespielt hat. Er ist natürlich etwas rauer, aber das ist meiner Meinung nach wichtig. Da kann man sich im ersten Moment schon mal schrecken, aber ebendiese Mischung macht’s ja aus. Zoki hat die absolute Verantwortung, aber er ist der Chef eines Teams und gibt die Arbeitsweise im Team vor. Als Fußballer war er mit allen Wassern gewaschen und die Mannschaft hat sich unter seiner Regie gut entwickelt, ist diszipliniert, fleißig und willig. Geld ist nun mal… sehr, sehr wichtig. Aber es liegt ja auch ein großer Reiz in dieser aktuellen Situation. Es macht die Aufgabe umso spannender und interessanter und ich hab ja zu Beginn gesagt, dass eine Riesenherausforderung ist, mit allen Beteiligten ein Team zu formen, von dem die Leute sagen: „Das ist Rapid, das ist unser Stil“ – unabhängig davon wer in Zukunft in dieser verantwortlichen Position im sportlichen Bereich arbeitet. Wir wollen diesen Stil, den wir seit gut einem Jahr aufbauen und den Zoki reingebracht hat – das soll Rapid sein! Auch wenn es immer wieder mal hakt und mal gute und mal weniger gute wirtschaftliche Voraussetzungen gegeben sind, aber das wollen wir auch in Zukunft durchziehen und Spaß haben in unserem Job und beim gemeinsamen Gestalten eines sportlich erfolgreichen Teams. Ich würde dich gerne einladen und dir alles zeigen. Offenbar warst du noch bei keinem Training. Ja, es gibt einen Ernährungsplan. Die Spieler schreiben auf, was sie über die Woche gegessen haben. Das gibt es. Ich sag ja: Ich bin hier her gekommen und es war schon sehr professionell. Wir arbeiten, was die physischen Dinge und die Athletik angeht, nicht anders als Vereine, die in der Champions League spielen. Das ist durch Tests auf der Schmelz und Leistungsdaten belegbar. Unsere Mannschaft läuft nicht weniger als ein Champions-League-Starter. Aber wir müssen unterscheiden, dass es da einen individuellen Qualitätsunterschied gibt. Wir können sicher noch zulegen, was „intensive Läufe“ und Sprints über 30, 40 Meter betrifft, was auf der Außenbahn gefragt ist. Wir können diesbezüglich Spieler sicher noch weiter nach oben bringen, aber der Abstand ist knapp bemessen und nicht sehr groß. Es gibt auch einige Spieler, die in der zweiten Halbzeit sogar noch einmal zulegen können – zum Beispiel Schwab, Schrammel und auch Steffen Hofmann. Louis Schaub hat sicherlich Momente, in denen er Luft nach oben hat. Aber wenn man die Aktionen von Louis sieht, dann weiß man wie intensiv seine Spielweise ist. Mehrere Dribblings auf hohem Tempo sind nun mal intensiv. Klar, er ist 19 Jahre alt und ich glaube schon, dass er da und dort immer wieder mal überdreht und der Dampf nach hinten raus mal fehlt. Aber das sind ganz normale Dinge, die ich aus meiner eigener Erfahrung kenne. Ich war mit 19 genauso, nach dem Motto „los und Feuer“. Du merkst es Spieler mit der Zeit selbst, dass du den einen Weg manchmal nicht machen solltest und dir das bisschen Kraft für einen anderen Moment aufsparen solltest. Die Kritik, dass wir eine Mannschaft haben, die in der zweiten Hälfte einbricht, kann ich nicht nachvollziehen. Die Daten belegen das Gegenteil. Wir brauchen keinen Vergleich mit absoluten Top-Teams scheuen. Das Eine ist, was man messen kann. Das Andere, das man nicht messen kann, ist das, was sich im Kopf abspielt. Nehmen wir das 0:0 gegen die Admira: Wir spielten eine tolle erste Halbzeit und es fehlte lediglich ein Tor. Die zweite Halbzeit war ein mentales Problem. Mit einer Aktion kommt ein bisschen Unsicherheit in die Mannschaft, der Gegner wird stärker, fängt plötzlich auch an offensiv zu spielen. Meistens ist es so, dass man mehr läuft, wenn man Spiele verliert, als wenn man sie gewinnt. Bezüglich „Vollzeitprofi“: Dort wo ich früher gearbeitet habe, war es oft so, dass zweimal täglich Training war. Und es gibt viele Dinge, die man als Außenstehender nicht sieht. Zum Beispiel, wenn die Spieler nach dem Training noch eine Stunde in der Kraftkammer sind. Vor und nach dem Training wird auch individuell gearbeitet. Es gibt viele Termine, die nicht unbedingt etwas mit Sport zu tun haben, Medientermine, Sprachunterricht usw. Aber ich glaube, dass wir in diesem Bereich nicht anders arbeiten, als der Großteil der Vereine in Europa. Gerade was Deutschland angeht: Da gibt es fast keinen Verein, bei dem die Spieler den ganzen Tag auf dem Gelände sind. Die haben ihr Training und dann haben sie Zeit für sich. Internationalen Standard kann man dieses „Vollprofitum“ also nicht nennen. In Italien zum Beispiel haben sie schon die Tradition, dass sie als Mannschaft länger zusammen sind, gemeinsam essen etc. Aber das ist für mich kein entscheidender Faktor. Entscheidend ist, dass die Arbeit, die getan werden muss und die einem Spieler vorgegeben wird, richtig und gut und professionell gemacht wird. Entscheidend war, dass der Spieler nicht mehr für Rapid spielen, sondern wechseln wollte. Sabitzer hatte eine Ausstiegsklausel, diese Option wurde gezogen und wir hatten keine Möglichkeit den Spieler hier zu behalten. Das war ein Vertrag, der vor meiner Zeit gemacht wurde. Der Verein hatte damals nicht die Möglichkeit diesen Spieler eigenständig zu finanzieren. Daher war es für Rapids Verhältnisse gut, dass dieser Spieler überhaupt bei uns war. Dagegen anzugehen und vielleicht auch öffentlich auch den Konzern Red Bull anzugreifen – ich weiß nicht ob das guter Stil ist. Ich kenne Ralf Rangnick aus gemeinsamen Zeiten bei Schalke und habe öfter mit ihm darüber gesprochen. Ich habe ihm klar gesagt, dass wir das so nicht akzeptieren können, sondern – und das ist völlig legitim – uns etwas einfallen lassen müssen, was Dibon betrifft. Das ist keine unterwürfige Haltung. Wir hatten, was Dibon betrifft, unsere Vorstellungen. Wir hätten uns ganz normal damit auseinandergesetzt, Christopher Dibon zu verpflichten, unabhängig vom Sabitzer-Transfer. Das war ja schon im Vorfeld klar: Er war ein Jahr ausgeliehen, wollte unbedingt hier bleiben, wir haben das gegenüber Salzburg auch mehrmals dokumentiert und dann natürlich eine Hausnummer genannt bekommen. Im Endeffekt sah es ja so aus, was man ja erst im Nachhinein mitbekommen hat: Sabitzer macht von der Ausstiegsklausel Gebrauch, wechselt nach Leipzig und Ralf sagt mir daraufhin „wir leihen ihn von Leipzig aus“. Wir können in dieser Sache nicht der Ankläger sein. Von Seiten der UEFA und der FIFA müssen einfach klare Regeln her. Da können wir uns noch so auf die Hinterbeine stellen. Ich habe in meiner Zeit als Manager schon einiges in Richtung UEFA unternommen, aber am Ende holst du dir nur Backpfeifen ab und bist der Idiot. Ich bin damals vehement dagegen vorgegangen, als Rafinha von der brasilianischen Nationalmannschaft für die Olympischen Spiele abgezogen wurde. Da gab’s ein riesiges Theater, weil das nicht im offiziellen Spielkalender eingetragen war – und der Bursche hat einfach einen Abflug gemacht. Blatter hat sich einfach darüber hinweggesetzt. In diesen Dingen muss man einfach erwarten dürfen, dass sie von vornherein von oberster Stelle auszuschließen sind. Natürlich! Dann kommt man gar nicht in die Situation. Aber wir als Rapid – was sollen wir machen? Er hat eine Ausstiegsklausel fürs Ausland, wechselt zu Leipzig und von da aus wird er verliehen. Legitim irgendwo, kann man machen. Wenn er woanders hin verliehen wird. Aber dadurch, dass ein Konzern mehrere Vereine hat, müssen klarere Richtlinien her. Wenn man so etwas anpackt, bist du fast nur noch mit sowas beschäftigt. Ich für meinen Teil habe gesagt: Er ist eh weg, wir können ihn eh nicht halten. Sieh zu, dass du eine Mannschaft zusammenkriegst und konzentrier dich auf deinen Job bei Rapid und das Wesentliche. Ich bin schon einer, der solche Dinge gerne ausficht, aber in dem Fall wäre es verlorene Energie gewesen. Zwar Energie, die mir dann den einen oder anderen Sympathiepunkt mehr gebracht hätte, aber darauf war ich in dem Moment nicht scharf. Ich war konzentriert darauf, in der laufenden Transferperiode einen Kader zusammenzustellen, von dem wir alle überzeugt sind. Schwierige Frage. Sehr schwierig zu beantworten. Ich bin davon überzeugt, dass wir von unserer fußballerischen Qualität auf jeden Fall in der 2. Liga gut mithalten können. Auf der anderen Seite ist die 2. Liga kein Zuckerschlecken, wo es auf alle klassischen Fußballertugenden und Präsenz ankommt – und damit hätten wir, Stand jetzt, sicherlich unsere Probleme. Wir hatten ja schon den einen oder anderen internationalen Vergleich, zum Beispiel das Testspiel gegen Galatasaray. Klar, Freundschaftsspiel, nicht überbewerten, aber das war eine sehr gute Mannschaft und man gesehen, wie wir im Stande sind gegen eine solche Mannschaft zu bestehen. Wenn ein Cesare Prandelli, der ein ausgewiesener Fachmann ist, sagt: „Die Mannschaft hat Qualität und Potential“, dann sagt er das nicht einfach so. Das Gegenteil dazu war natürlich Helsinki, da ging es um Situationen und Momente, die unserer Mannschaft einfach noch fehlen. Aber in Deutschland hast du diesen Druck eben jedes Wochenende, auch in der 2. Liga. Es wäre interessant zu sehen, ob und wie sich Rapid auf die Gegebenheiten in der 2. Liga einstellt und daran wächst, oder ob es doch so wäre, dass man sich im unteren Bereich wiederfindet. Schwierig. Aber rein vom fußballerischen Vermögen oder Potential hätte ich in der 2. Deutschen Bundesliga keinerlei Bedenken. Man sieht auch, dass sich zahlreiche österreichische Spieler, die von Österreich in Top-Ligen wechselten, schnell und gut adaptiert haben. Auch weil sie eine gute Ausbildung genossen. Das beste Beispiel ist das 5:1 der österreichischen U19 gegen Deutschland vor knapp einer Woche. Da sieht man, was hier gearbeitet wird. Auch hier wurden die richtigen Schritte eingeleitet, was Nachwuchs und Akademiewesen betrifft. Jetzt gilt es, im Profibereich aufs nächste Level zu kommen. Und deshalb ist es für uns als Rapid so wichtig, dass wir nächstes Jahr wieder internationale Spiele haben, weil das das Level ist, wo du lernst und weiterkommst. Das Thema Juventus Turin war ja gerade erst Thema. Aber was ist eine Kooperation? Das soll ja nicht so sein, dass wir ein Ableger für ihren 50-Mann-Kader sein sollen, weil sie nicht wissen, wo sie alle ihre Spieler unterbringen sollen. Das ist ja keine Kooperation. Eine Kooperation gehört in allen Bereichen entwickelt: Sponsoring, sportlicher Bereich, Know-How über Scouting und so weiter. Wenn dem so gewesen wäre, hätte es durchaus konkret werden können. Aber ich habe sehr schnell festgestellt, dass es von deren Seite nur darum ging, uns Spieler zu geben, damit sie sich entwickeln. Die hast du dann ein, zwei Jahre und dann sind sie wieder weg. Ich glaube, dass wir so eigenständig sein sollten, dass wir unseren Weg selbst wählen und gestalten können. Ohne, dass man eine große Kooperation macht, kann man immer wieder zu diesen Vereinen gehen und sagen: Besteht die Möglichkeit den einen oder anderen Spieler von euch auszuleihen? Ich denke, dass es schwierig ist, eine solche „Kooperation“ mit Leben zu erfüllen. 1.) Ganz klar Schnitzel. Schnitzel ist legendär. Hab ich natürlich auch schon in Deutschland gegessen, aber nicht so gut wie hier natürlich. Die Currywurst tut’s natürlich auch, wenn ich mir zum Beispiel das eine oder andere Spiel auf Schalke ansehe. 2.) Ich bin kein großer Biertrinker. Eher ein schöner Rotwein. Jetzt, in der Zeit. Im Sommer lieber was leichtes Weißes. Aus dem Burgenland, da kenn ich einen Winzer. Wenn ich hier Bier trinke, dann natürlich das aus der Region. 3.) Beides. Ich habe fast die Hälfte meines Lebens im Pott verbracht. Ich habe nicht direkt in Gelsenkirchen gewohnt, sondern ein paar Minuten davon weg. Ich bin natürlich von der Stadt Wien begeistert. Das ist ein neuer Lebensabschnitt. Ich habe gespürt, dass etwas Neues kommen wird und freue mich, dass es Wien geworden ist. Aber in erster Linie bin ich nicht für die Stadt hier, sondern für den Klub. Fußball ist nun mal mein Leben – und hier ist ein Fußballklub, der im Gegensatz zu meinem vorherigen Arbeitgeber endlich wieder mit Leidenschaft, Emotion und Tradition glänzt und deshalb freue ich mich, dass ich hier arbeiten kann. 4.) Beide sind grandiose Spieler. Ich kannte Thomas Müller schon, als ihn überhaupt noch niemand kannte, als er bei Bayern in der zweiten Mannschaft spielte. Ich finde ihn einfach grandios. Er ist ein Typ, ein Spieler, der mich immer wieder aufs Neue überrascht, geniale Laufwege hat – ich mag ihn einfach von seiner Art und auch fußballerisch. Er ist bodenständig, er lebt den Fußball, ist ein guter Sportsmann, der mit seinen 25 Jahren wahnsinnig viel erreicht hat und du kannst ihm nicht böse sein. Deshalb würde ich ihn jetzt leicht vor Alaba sehen, aber der ist natürlich auch ein absoluter Weltklassefußballer geworden. 5.) Ich war immer Messi-Fan. Aber: Wenn man sieht was Ronaldo leistet… der ist eine Maschine. Das ist Wahnsinn. Er hat von Gott sicher viel Talent geschenkt bekommen, aber er tut auch sehr viel für seinen Erfolg und trainiert sehr hart. Das gepaart mit seinem Talent ist natürlich grandios. Nur beurteilt man Spieler auch immer wieder danach, wie sie auftreten. Messi wirkt dann halt mal ein bisschen sympathischer, weil er nicht so sehr im Scheinwerferlicht steht. Aber ich kenne beide nicht persönlich, also kann ich mir da kein echtes Urteil bilden. Für mich ist Messi trotzdem der Fußballer schlechthin. Es gab mal ein Interview mit einem türkischen Spieler in einer Fernsehsendung. Der wurde vom Reporter gefragt, wer der beste Spieler der Welt sei. Und er hat gesagt: Ronaldo. Und er wurde gefragt: Und Messi? Antwort: Der ist nicht von dieser Welt. Als alter, großer Fan des FC Barcelona – auf jeden Fall. Oder wahrscheinlich werde ich’s mir aufzeichnen, weil sich’s ja mit unserem Spiel überschneidet. 1.) Im Großen und Ganzen hat alles mit der Mannschaft, mit dem Trainerteam und dem Drumherum zu tun. Sicherlich auch mit der Vorbereitung der Transfers und Vertragsabschlüssen. Aber auch strukturell ist viel zu tun: Wir haben den Scoutingbereich neu aufgestellt, einen Analysebereich kreiert. Ich bin alle zwei Wochen bei der Präsidiumssitzung dabei und bekomme da natürlich auch hautnah die ganzen anderen Themen – und da haben wir in nächster Zeit einige wichtige – mit. Ich werde mich sicher auch da und dort einbringen, um Sponsoren für den Klub zu finden. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ist ja normal. Insgesamt glaube ich schon, dass ich meiner Zeit hier einen guten Überblick und Einblick in den Verein gewonnen habe und ich gebe meine sportlichen und strukturellen Erfahrungen sehr gerne weiter. Aber ich maße mir nicht an, in verschiedenen Bereichen zu sagen „so, so und so“. Wir müssen aber auf jeden Fall noch einige Maßnahmen in die Wege leiten, um den Verein auf professionellere Beine zu stellen. Mit Michael Krammer ist aber ein Präsident da, der ein sehr gutes Tempo vorgibt und nicht nur redet, sondern Dinge auch anpackt. Wir befinden uns in intensivem Austausch. 4.) Es gab mal eine Zeit, wo ich mit meinen Jungs zu Hause Tischtennis gespielt habe. Ich bin kein Golfspieler, war ich noch nie. Ich hab’s mal probiert, aber mir ist’s einfach zu blöd, dafür ist mir meine Zeit zu schade. Früher habe ich gerne Tennis gespielt, aber dann auch immer nur unregelmäßig. Meine große Leidenschaft ist meine Harley, die ich leider nicht hier habe. Aber wenn ich mal in Stuttgart bin, im Sommer idealerweise, dann wird die rausgeholt. Nein. Nach Ende meiner Laufbahn hab ich noch ein bisschen gespielt, aber ich hab dann schnell aufgehört. Das sieht nicht mehr so gut aus. Ich war immer sehr ehrgeizig und wollte dann alles Mögliche machen – und das lädierte Knie war auch nicht förderlich. Wenn du nachher immer drei, vier Tage ein dickes Knie hast, macht das keinen Spaß. Ich geh noch ab und zu ins Fitnessstudio, mache gelenkschonende Übungen. Aber auch das nicht regelmäßig. Und ich versuche eine vernünftige Ernährung zu haben. Die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr bin ich übrigens schon seit gut 15 Jahren im Zillertal zum Skifahren. Zwar mehr schlecht als recht, aber ich bin immer hinuntergekommen. Meine Jungs sind auch begeisterte Skifahrer. Ich steh nicht sechs Stunden auf den Brettern, sondern bin schon eher gemütlich unterwegs und kehr‘ auch mal in eine Hütte ein. Das macht’s dann letztendlich ja so schön. Ca. 60% sind Fixum. Bei manchen auch 50%. Eine wichtige Sache für die Zukunft ist für mich, dass wir gerne und dann auch gute Prämien zahlen, wenn wir erfolgreich sind. Teilweise geht das schon in diese Richtung, aber ich glaube, dass es in der heutigen Zeit und in der Zukunft Sinn macht und alle glücklich sind, wenn man entsprechend belohnt wird, wenn wir Erfolge haben und international spielen. In laufende Verträge kann man nicht eingreifen, aber es wird in diese Richtung noch Umstellungen in der Zukunft geben. Man ging nicht zur Tagesordnung über, aber wir müssen uns in wirtschaftlicher Hinsicht neu aufstellen. Wir haben mit diesem Ausscheiden natürlich nicht geplant, wir hätten uns durch einen Aufstieg einfacher getan, was die Zukunft angeht. Wir haben das Spiel analysiert, jeder hat die beiden Spiele gesehen und es ist noch immer total ärgerlich, dass wir ausgeschieden sind. Aber auch ein solches Ausscheiden kann einen positiven Effekt haben. Die Reaktion der Mannschaft hat man danach gesehen. Wir haben auch letztes Jahr gesehen, dass die Mannschaft sehr viel Substanz in der Gruppenphase liegen ließ. Im Moment sind wir acht Punkte hinter dem WAC, den wir erwarten noch zu kriegen. Wir haben keine Belastung international, ein großes Ziel im Cup und das sind momentan die Dinge auf die wir uns fokussieren und konzentrieren. Es gibt keine Ausreden. Die Belastung ist verträglich. Als ich hier angefangen habe, war mir klar, dass wir nicht in geraumer Zeit nicht nur um Titel mitspielen, sondern auch Titel holen. Das ist mein Anspruch, unser aller Anspruch, aber man muss auch realistisch sein. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, in dem wir sagen, dass das machbar ist, werden wir ein solches großes Ziel auch klar formulieren. Ich habe vor der Saison gesagt, dass wir wichtige Stammkräfte verloren haben und es gilt, die Mannschaft vom Leistungslevel wieder da hin zu bringen, wo sie letztes Jahr war und sie zu verbessern. Wenn wir diese Mannschaft dann im Kern zusammenhalten können, ohne Leistungsträger verkaufen zu müssen, dann können wir sagen, dass wir in zwei Jahren bereit sind wirklich den Titel holen zu können. Ja In den angrenzenden und umliegenden Ländern. Bosnien, Ungarn, Tschechien… das sind die Märkte, in denen wir vermehrt Ausschau nach Spielern halten. Aber auch Deutschland gehört dazu, wir schauen auch in der Schweiz… das Wichtigste für uns als Rapid ist, dass wir schnell sind. Wir brauchen eine gute Datenbank und Netzwerke. Ich glaube ich habe in jedem Land einen ehemaligen Spieler oder Trainer sitzen und ich bin ständig im Austausch, ob jemand heraussticht. Ich hab mit ihm telefoniert, weil ich es etwas komisch fand, was man plötzlich öffentlich lesen konnte. Ich habe mir alle Dinge geben lassen, die im Vorfeld angedacht waren. Von den Dingen, über die er geredet hat, ist leider nichts konkret zustande gekommen. Er hatte einen fixen Terminvorschlag bei mir hier in Wien, den konnte er aber leider nicht wahrnehmen. Jetzt ist es gerade wieder etwas abgeflacht, aber es ist nach wie vor kein Problem für mich, mit Samuel Ipoua Termine zu machen und mit ihm zu sprechen. Die Frage ist nur, in wie weit er tatsächliche Möglichkeiten hat, uns zu helfen. Ich war vom ersten Moment an von ihm überzeugt und bin es nach wie vor. Er hat aber momentan einen schweren Stand, weil er in den letzten Wochen trainingstechnisch ein bisschen abgefallen ist. Im Testspiel gegen ASV 13 habe ich ihn gesehen – mir gefällt er nach wie vor sehr gut. Ich glaube, dass man mit ihm Geduld haben muss, aber ich habe auch jetzt keine Probleme damit, wenn er von Anfang an jedes Spiel macht. Im Gegenteil. Mir gefällt er, er ist präsent, er ist ein Spieler, der sehr schlau und intelligent ist. Er war in Bosnien immer Kapitän, auch im U21-Nationalteam und jetzt ist er hier Reservist. Das arbeitet natürlich ein bisschen in ihm.
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