Sicherheitscheck 2.0: Werden Vapes am Stadioneingang ab 2026 zum Problem?
Die Anforderungen an den Sicherheitsdienst in den Stadien der österreichischen Bundesliga haben sich in den letzten Jahren gewandelt. Während früher primär Pyrotechnik und alkoholische Getränke im Fokus der Einlasskontrollen standen, müssen sich Ordnerdienste mittlerweile vermehrt mit technischem Equipment auseinandersetzen. Neben Powerbanks und großen Kameras betrifft dies zunehmend E-Zigaretten und Vapes.
Dabei geht es weniger um den gesundheitlichen Aspekt des Nichtraucherschutzes, sondern um sicherheitstechnische Einstufungen. Die Geräte sind leistungsfähiger und massiver geworden. Das führt an den Drehkreuzen immer häufiger zu Diskussionen zwischen Fans und Security, da die Abgrenzung zwischen erlaubt und verboten oft nicht auf den ersten Blick erkennbar ist.
Die Stadionordnung: Was gilt aktuell in der Bundesliga?
Rechtlich gesehen bewegen sich Fans beim Stadionbesuch auf dem Boden des Hausrechts. Mit dem Kauf des Tickets erkennt der Besucher die Stadionordnung des jeweiligen Vereins an. In der Saison 2025/26 haben viele Klubs ihre Richtlinien präzisiert.
Grundsätzlich gilt: In offenen Zuschauerbereichen ist das Dampfen meist nicht per se untersagt, solange keine expliziten Rauchverbote greifen. Die Hürde liegt jedoch oft schon vor dem Anpfiff. Die Sicherheitsrichtlinien der Bundesliga und der lokalen Behörden definieren „gefährliche Gegenstände“ oft über Materialbeschaffenheit und Gewicht. Hier kollidieren moderne E-Zigaretten mit veralteten oder sehr streng ausgelegten Einlasskriterien.
Akkuträger als potenzielle Wurfgeschosse
Das Hauptproblem bei der Einlasskontrolle ist die Hardware. Während Fans, die eine handliche Elfbar kaufen, aufgrund des geringen Gewichts und der Kunststoffbauweise meist problemlos passieren dürfen, sieht es bei Zuschauern mit größeren Geräten anders aus. Sogenannte „Box Mods“ – Akkuträger mit zwei oder mehr Batterien – bestehen oft aus massiven Zinklegierungen oder Edelstahl. Ein solches Gerät kann inklusive Batterien und Verdampfer schnell über 300 bis 400 Gramm wiegen. Aus Sicht der Sicherheitschefs handelt es sich hierbei um ein potenzielles Wurfgeschoss. In einer emotional aufgeheizten Atmosphäre, etwa bei einem Derby, stellt ein geworfener Akkuträger ein erhebliches Verletzungsrisiko dar. Wird ein Gerät als „Wurfgeschoss“ klassifiziert, muss es abgegeben werden. Dies liegt im Ermessensspielraum des Ordnerdienstes vor Ort.
Glasfläschchen und Liquids: Die Falle bei der Taschenkontrolle
Ein technisches Detail, das vielen Stadiongängern zum Verhängnis wird, ist der Transport von Liquids. Viele Nutzer mischen ihre Flüssigkeiten selbst und verwenden dafür Glaspipettenflaschen. Hier ist die Lage in allen Stadien eindeutig: Glasbehältnisse sind im Publikumsbereich strikt verboten. Die Bruchgefahr und die Möglichkeit, Glasscherben als Waffe einzusetzen, lassen keinen Spielraum für Diskussionen. Findet der Ordner beim Abtasten eine Glasflasche, wird diese konfisziert. Es empfiehlt sich daher dringend, Liquids vor dem Spieltag in weiche PET-Kunststoffflaschen umzufüllen. Diese stellen kein Sicherheitsrisiko dar und werden in der Regel akzeptiert.
Dicke Luft im Fanblock: Rücksichtnahme statt Verbot
Auch wenn das Gerät den Weg in den Sektor gefunden hat, ist das Thema nicht erledigt. In den dicht besetzten Fankurven ist Sichtbehinderung ein ständiges Thema. Große E-Zigaretten produzieren erhebliche Dampfmengen. Wenn diese die Sicht auf das Spielfeld beeinträchtigen, kann dies – ähnlich wie beim Abbrennen von Rauchpulver – zu Konflikten mit anderen Fans oder dem Ordnungsdienst führen. In der organisierten Fanszene regelt sich dies meist durch interne soziale Kontrolle. Wer dauerhaft die Sicht blockiert, wird zur Ordnung gerufen. Ein rücksichtsvolles Verhalten verhindert, dass Vereine gezwungen sind, über ein generelles Verbot von Dampfgeräten auf den Stehplätzen nachzudenken.
Hausrecht schlägt das Gewohnheitsrecht
Ein häufiges Argument am Einlass lautet: „Letztes Mal durfte ich das Gerät aber mitnehmen.“ Dies ist rechtlich irrelevant. Sicherheitsstufen können je nach Gegner und Gefährdungslage variieren. Was bei einem Freundschaftsspiel gegen einen unterklassigen Verein toleriert wird, kann bei einem Hochrisikospiel untersagt sein. Das letzte Wort hat immer der Sicherheitsverantwortliche am Tor. Wer auf sein Gewohnheitsrecht pocht, riskiert im Zweifel, den Anpfiff zu verpassen oder des Geländes verwiesen zu werden.
So kommt man stressfrei ins Stadion
Um Verzögerungen am Einlass oder den Verlust teurer Hardware zu vermeiden, ist folgende Vorbereitung für den Spieltag ratsam:
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Setup anpassen: Schwere High-End-Akkuträger, wie Dual-Battery-Mods aus Metall, sollten zu Hause oder im Auto bleiben. Für den Stadionbesuch eignen sich leichte Pod-Systeme oder Einweg-Vapes aus Kunststoff besser, da diese an den Sicherheitskontrollen seltener als potenzielles Wurfgeschoss eingestuft werden.
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Glasverbot beachten: Liquids müssen zwingend in weiche PET-Kunststoffflaschen umgefüllt werden. Glasflaschen mit Pipetten werden vom Ordnungsdienst aufgrund der Bruchgefahr konsequent abgenommen und entsorgt.
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Sicherer Akkutransport: Lose Wechselakkus in der Hosentasche sind tabu. Neben der Kurzschlussgefahr führt dies oft zu Diskussionen bei der Leibesvisitation. Die Nutzung zertifizierter Transportboxen aus Kunststoff schafft hier Abhilfe.
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Proaktives Vorzeigen: Statt auf das Ertasten durch den Ordner zu warten, empfiehlt es sich, Vapes und Zubehör unaufgefordert aus der Tasche zu nehmen und vorzuzeigen. Das signalisiert Kooperation und beschleunigt den Check spürbar.
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Depot-Check vorab: Eine vorzeitige Information über die Lage der Abgabestellen an den Stadien spart im Ernstfall Zeit. Sollte ein Gerät doch als „zu gefährlich“ eingestuft werden, kann es dort sicher hinterlegt werden, anstatt den Weg zurück zum Auto antreten zu müssen.
Fazit
Die Mitnahme von Vapes und E-Zigaretten in die Stadien der Bundesliga ist im Jahr 2026 keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern unterliegt strengen sicherheitstechnischen Kriterien. Das Risiko durch schwere Akkuträger als potenzielle Wurfgeschosse sowie das strikte Glasverbot bestimmen den Ablauf an den Einlasskontrollen. Für Fans bedeutet dies eine notwendige Umstellung: Wer auf kompakte Hardware aus Kunststoff setzt und Rücksicht auf die unmittelbaren Sitznachbarn nimmt, kann den Stadionbesuch auch weiterhin ohne unnötige Diskussionen am Drehkreuz oder Konflikte im Block genießen.
-- Quelle: Foto von Erik Mclean auf Pexels https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-jung-rauchen-strickmutze-6016965/

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