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Bam_Margera

Der Sportdirektor spricht...

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"Top-Talente - um GAK-Zukunft muss man sich nicht sorgen"

Wien - "Ihr sollt mit den Adlern kreisen und nicht mit den Vögeln picken!"

Wer kennt ihn nicht, den Leitfaden, den Frank Stronach seinen Schülern in Hollabrunn mit auf den fußballerischen Lebensweg gibt?

In sonderlich lichten Höhen durfte der Pferdenarr seine "Akademiker" noch nicht beobachten.

"Aus einem Esel kann man kein Rennpferd machen", lautet im Vergleich das Motto von GAK-Sportdirektor Thomas Hösele und will damit seine Freude über die qualitativ immer hochwertigeren Talente der vereinseigenen Akademie zum Ausdruck bringen.

Erbe von Weninger

Vor knapp vier Monaten trat der 37-Jährige das schwere Erbe des leider viel zu früh verstorbenen Hannes Weninger an. Mitten in einer turbulenten Neuorientierungsphase der "Rotjacken".

Harald Sükar trat das Erbe von Meister-Präsident Rudi Roth an, Leistungsträger wie Mario Tokic oder Rene Aufhauser verließen den Verein, Abwanderungsgerüchte um Erfolgstrainer Walter Schachner sorgten für Unruhe.

Dennoch liegen die Grazer nach der ersten Saison-Hälfte auf dem respektablen 3. Rang. Grund genug für Hösele im Sport1-Interview zufrieden Bilanz zu ziehen.

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Sport1: Herr Hösele, Sie füllen seit knapp 4 Monaten das Amt des Sportdirektors beim GAK aus. Wie fällt eine erste persönliche Bilanz aus?

Thomas Hösele: Der Beginn war relativ aufregend. Das Problem war sicherlich, dass die Erwartungshaltung ähnlich hoch wie in den letzten 3 Jahren, wo wir ein Mal Meister und zwei Mal Vizemeister und Cupsieger wurden, war. Dazu kamen viele Verletzte. Dafür stehen wir eigentlich relativ gut da, auch weil die Jungen sogar mehr erfüllt haben, als wir uns erwartet haben. In gewissen Situationen fehlt uns noch ein wenig Konstanz, alles in allem darf man aber nicht unzufrieden sein.

Sport1: Sie sind in der Phase der Neuorientierung eingestiegen. Zurzeit ist der GAK Dritter, die Liga ist sehr ausgeglichen. Wohin wird die Reise Ihrem Gefühl nach gehen?

Hösele: Das wird sich in den nächsten vier Spielen entscheiden. Vor allem mit dem Spiel gegen Salzburg, wo es für die ganze Liga sehr wichtig wäre, dass Salzburg nicht gewinnt. Wenn wir dieses Spiel positiv bestreiten können, können wir uns durchaus nach oben orientieren. Die Liga ist so ausgeglichen, dass jeder jeden schlagen kann. Das gilt auch für uns.

Sport1: Was war bislang Ihr persönliches Highlight, was war der Tiefpunkt?

Hösele: Der Tiefpunkt ist nicht schwer: die Europacup-Spiele gegen Straßbourg. Finanziell ist es natürlich ein Einschnitt, zum anderen hat aber die Leistung in beiden Spielen weh getan. Wenn man knapp verliert, den österreichischen Fußball würdig vertritt, man gegen einen besseren Gegner ausscheidet und an der eigenen Leistungsgrenze ankommt, ist es weniger schlimm. Aber zwei so eklatant schwache Tage zu erwischen, hat schon sehr weh getan. Highlight war, dass die Jungen schon eine gewisse Klasse haben und das Mannschaftsklima bereichern. Der GAK hat einen gewissen Unterbau und wird immer wieder auf Junge zurückgreifen können.

Sport1: Sonnleitner und Junuzovic spielen hervorragend, sind quasi die Vorboten des neuen GAK-Jugendstils. Wie rasant soll der Einbau von Talenten erfolgen?

Hösele: Ich denke, das darf nicht zu rasant gehen. Wenn man auf einmal vier bis sechs Talente reinwirft, tut man den Jungen nichts Gutes. Das muss behutsam geschehen. Wir haben noch einige in der Hinterhand. Bei jenen, die jetzt mit 14 oder 15 Jahren zu uns gekommen sind, sind wirklich einige Top-Talente dabei. Um die Zukunft des GAK muss man sich keine Sorgen machen.

Sport1: Das heißt, man wird noch mehr den plakativ "Ajax-Modell" genannten Weg verfolgen?

Hösele: Man muss es nicht unbedingt "Ajax-Modell" nennen, auch wenn es Ajax auf europäischer Klasse vorzeigt. Ich denke, wir müssen unseren eigenen Weg gehen. Wir haben eine wirklich gute Akademie mit einem sehr guten Trainer-Team, verfügen über regen Zulauf, was das entscheidende ist. Ich sage immer: Aus einem Esel kann man kein Rennpferd machen. Soll heißen: Die Qualität der Talente, die mit 13 oder 14 Jahren zu uns kommen, wird immer besser. Dementsprechend wird die Qualität jener, die nachrücken, von Jahr zu Jahr besser. Wichtig wäre, dass unsere Amateur-Mannschaft den Aufstieg in die Regionalliga schafft.

Sport1: Vor allem, weil zum Beispiel die Austria mit ihren Amateuren in der Ersten Liga diesbezüglich einen riesigen Vorteil hat.

Hösele: Wobei wir grundsätzlich ein anderes Modell haben. Im Endeffekt ist Kapfenberg nichts anderes als für die Austria ihre Amateure. Wir haben genauso sechs Spieler dort gepackt gehabt. Die Routiners in Kapfenberg heißen eben Wieger, Saler oder Grubor und nicht Mählich oder Schießwald.

Sport1: Kritik gibt es immer wieder an den Legionären. Wieviel Zukunft haben Skoro, Muratovic, Bleidelis oder Demo beim GAK?

Hösele: Mit Muratovic hat es ernste Gespräche gegeben. Wenn er dann so spielt, wie in den letzten drei Partien, kann man auf einen Muratovic nicht verzichten. Wenn er sein Leistungspotenzial ausschöpft, ist er einer der besten Mittelfeldspieler in Österreich. Von Demo haben wir alle mehr erwartet, er von sich selbst auch. Das Problem bleiben seine mangelnde Spielpraxis bei Gladbach und die fehlende Vorbereitung. Dem hinkt er jetzt nach. Ihn wird man erst im Frühjahr richtig bewerten können. Nach einer richtigen Vorbereitung kann man mit ihm rechnen. Skoro ist im Moment auch sehr wichtig für uns, auch wenn er nur als Joker reinkommt. Spielt er so weiter wie zuletzt, bekommt er sicher auch von Anfang an seine Chance. Bleidelis ist auch wichtig für die Mannschaft. Gerade in der Phase, wo es schlecht lief, hat er im zentralen Mittelfeld anständige Partien gespielt, sich aber leider verletzt. Deswegen ist er zurzeit nur im zweiten Glied.

Sport1: Ein Legionär, der Top-Leistungen für den GAK bringt, ist Mario Bazina. Wie lange noch? Das Gerücht eines Transfers zu Salzburg hält sich hartnäckig.

Hösele: Für mich bleibt es ein Gerücht. Weder an den GAK, noch an den Präsidenten, noch an mich oder irgendjemand anderen ist jemand offiziell herangetreten und hat um Bazina angefragt. Wenn ich mich immer mit allen Gerüchten auseinandersetzen würde, hätte ich tagsüber wenig Zeit zum Arbeiten.

Sport1: Ein nahtloser Übergang zu Trainer Schachner: Freuen Sie sich schon auf den Tag, an dem auch die Austria eine endgültige Trainer-Entscheidung trifft und dann auch der letzte für Schachner interessante Trainer-Posten in Österreich besetzt ist?

Hösele: Dieses Thema wird von den Medien geschürt. Nach der Rapid-Absage hat es intern eine Aussprache gegeben. Walter Schachner hat sich ganz klar dazu bekannt, dass er über dieses Thema nicht mehr redet. Es ist für uns auch kein Thema, weil er bei uns unter Vertrag gesteht.

Sport1: Wird es in der Winterpause Transfer-Aktivitäten geben?

Hösele: Es ist angedacht, Kooperationsspieler Dominik Sobl aus Kapfenberg zurückzuholen, auch weil wir uns im Hinblick des möglichen Aufstiegs der Amateure noch punktuell verstärken wollen. David Sencar können wir aus vertraglichen Gründen frühestens im Sommer zurückzuholen. In der Kampfmannschaft können wir keine großen Sprünge machen, was Ablösesummen betrifft. Aber wir laufen nicht mit geschlossenen Augen durch die Gegend. Wenn sich etwas Interessantes für den GAK ergibt, ist etwas möglich.

Sport1: Mit deutschen Vereinen wie Leverkusen oder 1860 München wurden ja schon Gespräche geführt, ob ähnliche Modelle wie einst bei Pogatetz vorstellbar sind, oder?

Hösele: Das waren lose erste Gespräche. Da ist es um eventuelle Namen gegangen. Viel ist da aber noch nicht dahinter.

Sport1: Die Ereignisse dieser Woche beim Lokalrivalen Sturm haben eine Diskussion über die Finanzierbarkeit der heimischen Liga ausgelöst. Eine tickende Zeitbombe?

Hösele: Das muss jeder Verein für sich selbst entscheiden, jeder muss seinen eigenen Weg gehen. Unser Präsident kann nicht für Sturm, Ried oder Wacker entscheiden. Wir sind grundsätzlich immer den österreichischen Weg gegangen, jetzt versuchen wir dazu noch den jungen österreichischen Weg zu gehen. Anders wird es in Zukunft nicht funktionieren. Finanziell können wir mit Salzburg, der Austria und durch die Champions League auch mit Rapid nicht mit. Wir müssen andere Möglichkeiten finden, um sportlich mithalten zu können.

Sport1: Fürchten Sie langfristig eine Zweiklassengesellschaft mit den genannten Vereinen einsam an der Spitze?

Hösele: Diese Frage beantwortet die Meisterschaft. Die Austria spielt finanziell schon seit Jahren in einer anderen Liga, war in den letzten drei Jahren aber meistens hinter uns. Erfolg kann man nicht kaufen, eine Mannschaft muss wachsen. Wenn man einen Unterbau hat und immer wieder den einen oder anderen Jungen behutsam aufbauen kann, ist es erstens finanziell nicht so kostspielig und zweitens der Weg, mit dem sich die Fans identifizieren.

Sport1: Außerdem gibt es wesentlich mehr gute Fußballer in Österreich als sie Salzburg und die Austria beschäftigen können...

Hösele: Wenn man sich die Austria anschaut: Dort sitzen eben fünf, sechs hochbezahlte Profis nur auf der Tribüne, fünf, sechs weitere nur auf der Bank. Das sorgt intern wahrscheinlich auch für Turbulenzen.

Sport1: Träumen Sie eigentlich davon, dass eines Tages eine GAK-Mannschaft mit lauter Eigenbauspielern am Platz steht?

Hösele: Das ist ein wenig unrealistisch. Vor allem weil es wichtig ist, eine Mannschaft von der Altersstruktur her gut aufzubauen. Man kann nicht nur mit 11 Jungen spielen, sondern braucht eine gute Mischung mit Führungsspielern wie Toni Ehmann oder Martin Amerhauser.

So, ich hab mir erlaubt dieses Interview von Sport1.at herzukopieren, und hab gleich ein paar interessante Stellen hervorgehoben.

1.) Es wird wieder bekräftigt, dass der GAK in Zukunft keine großen finanziellen sprünge machen wird. Vielleicht schaffen es ja ein paar Junge ins Ausland um Österreich und unserem Budget zu helfen. Auch wenn es immer weh tut einen guten Jungen zu verlieren.

2.) Hösele scheint von unseren Jugendspielern sehr angetan zu sein. Vorallem hebt er hier die Jugendmannschaft von Herfried Sabitzer (ich hoffe ich täusche mich hier nciht) heraus. Vielleicht ist das ja ein guter Jahrgang?

3.) Ein Aufstieg der Amateure wäre wirklich schön, da sie erstens in der Regionalliga mehr lernen können, und zweitens es für die Fans zwei weitere Derbies geben wird. Wenn auch nur auf kleiner Ebene, sicherlich ein schönes Zuckerl.

4.) Mura zeigt wieder gute Leistungen, allerdings halte ich die Aussage Höseles, dass Muratovic einer besten MF-Spieler in Österreich wäre vielleicht doch übertrieben. Dafür fehlt ihm einfach die Konstanz. Über Demo redet er nichts Neues, da heißt es wirklich abwarten. Skoro hat seine Chance genutzt um sich wieder in den Kader zu spielen und wird wohl weiterhin als Joker fungieren. BLeidelis ist mMn momentan total abgemeldet. Ich persönlich bin ja gespannt ob wir ihn noch alnge bei uns sehen werden.

5.) Gottseidank eine klare Aussage im Fall Bazina.

6.) Hier ebenso.

7.) Es wäre schön, wenn man einige Leute dadurch zum Stadiongang bewegen könnte. Aber wir wissen ja wie das bei uns Roten ist. :madmax:

Schade finde ich es, dass Hösele kein Wort über Dominic Hassler verliert. Er trifft bei den Amas eigentlich immer wenn er eingesetzt wird. Er wird wahrscheinlich die restliche Saison bei den Amateruen spielen, damit der Aufstieg fixiert werden kann. Nur, dann wäre er meiner Meinung nach wieder ein Kanditat für unseren Sturm...

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