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Marcelinho

Fred - auf Romarios Spuren

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Fred - auf Romarios Spuren

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Vor gut fünf Monaten, am 15. April 2005 trat Levir Culpi, Trainer von Cruzeiro Esporte Clube vor die Presse und bat Medien und Fans um Geduld mit seinem Stürmer Fred. Der 21-Jährige war gerade mit 13 Treffern Torschützenkönig in der Regionalmeisterschaft von Minas Gerais geworden und schon als kommender Stürmerstar hochgejazzt worden.

100 Profispiele hatte Fred, oder wie er richtig heißt, Frederico Chaves Guedes, da gerade hinter sich gebracht, und dabei 69 Treffer erzielt. Mit dieser Quote kam er schon recht nahe an den prominentesten aller Cruzeiro-Stürmer heran, an Ronaldo. Der heutige Real-Torjäger und dreifache Weltfußballer hatte dort mit dem Toremachen angefangen und in seinen ersten 100 Profipartien immerhin 89 Tore erzielt. Da kam Fred nicht heran. Aber einen anderen brasilianischen Weltfußballer konnte er schon auf die Ränge verweisen: Romario, der immer noch aktive Altstar und Weltmeister von 1994 hatte es in seinen 100 Anfangspartien "nur" auf 63 Torerfolge gebracht. Sechs weniger als Fred. Und sein damaliger Vereinskamerad, der Außenverteidiger Athirson (jetzt Bayer Leverkusen), der mit beiden bereits gespielt hatte, kam denn auch nicht umhin, den 1,69 m kleinen Altstar mit dem 1,84 m großen Jungtalent zu vergleichen: "Im Strafraum ist er dabei, das Niveau von Romario zu erreichen. Ich bin total beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit und Abgebrühtheit er im gegnerischen 16-er agiert. Das habe ich bislang nur in Flamengo bei Romario miterlebt."

Bei soviel Vorschusslorbeeren sorgte sich damals der Übungsleiter um den entstehenden Druck auf seine Nummer 9: "Er hat wirklich eine herausragende Regionalmeisterschaft gespielt, aber er muss seine Klasse erst im brasilianischen Pokal und in der Meisterschaft unter Beweis stellen. Erst danach kann man ihn mit den Großen unseres Fußballs vergleichen. Es ist noch zu früh, ihn als Ausnahmekönner zu bezeichnen."

3,17 Sekunden für ein Tor

Das war vor fünf Monaten. Die Vorsicht des Coaches war verständlich, ist in Brasilien doch der Weg vom kommenden Star zur gescheiterten Hoffnung ein sehr kurzer. Doch im Falle Fred, da waren die Sorgen alles andere als begründet. Im Pokal schoss er seitdem mit 14 Treffern Cruzeiro ins Halbfinale und sich wiederum an die Spitze der Torjägerliste. Und im Campeonato Brasileiro lag er bis zu seinem Verkauf nach Frankreich an Lyon Ende August ebenfalls in Führung: 13 Tore konnte er vor seinem Wechsel nach Europa auf seinem Konto verbuchen. Insgesamt erzielte Fred in diesem Jahr in Brasilien in 43 Pflichtspielen 40 Tore für die blauen "Füchse" aus Belo Horizonte.

Tore sind einfach seine Spezialität. Ganz egal, ob mit dem Fuß, mit links oder mit rechts oder auch mit dem Kopf. Fred macht die Tore, wie sie sich anbieten. Und wann sie sich anbieten. Das schnellste Tor der brasilianischen Geschichte hat Fred nämlich auch geschossen. Das war im Januar 2003. Bei der Partie America/MG und Vila Nova/GO im Nachwuchsturnier Copa Sao Paulo junior war der Anpfiff gerade 3,17 Sekunden verhallt, als der Ball auch schon im Netz lag. Der damals 19-jährige Fred hatte fast vom Anstoßkreis für America getroffen.

Und von dan an ging es nur noch auswärts für den seit seinem neunten Lebensjahr nach dem frühen Tod seiner Mutter in der Kleinstadt Teofilo Otoni aufgewachsenen Halbwaisen. Umgehend erhielt er von America/MG eine Profivertrag. Dessen europäischer Partnerclub, Feyenoord, sicherte sich die Transferrechte, doch Fred wollte lieber in der Heimat bleiben, wo er mit Bruder Rodrigo, der heute sein Berater ist, und Schwester Karina, die ebenfalls zu seinen engsten Vertrauten zählt, in einer kleinen Wohngemeinschaft zusammenlebte. 2003 und 2004 wurde er Vize-Torschützenkönig in der Regionalmeisterschaft, ehe der Topclub der Stadt, Cruzeiro Esporte Clube, den noch 20-Jährigen unter Vertrag nahm und in Brasiliens erster Liga einsetzte.

Ein Hintertürchen für 2006 ist noch offen

Cruzeiro erwarb im Tauschhandel (für den Jugendspieler Gérson Magrão) im vergangenen Jahr 90 Prozent der Transferrechte von Feyenord Rooterdam, von denen wiederum 15 Prozent an Fred weitergegeben wurden. Erst nach der Entlassung vom Top-Coach Emerson Leao durfte Fred im August 2004 von der Ersatzbank auf den grünen Rasen wechseln. Und mit 14 Toren in 24 Partien machte er landesweit von sich reden. 2005 hat er dann mit dem Toreschießen gar nicht mehr aufgehört und war neben Robinho die neue Sturmhoffnung Brasiliens. Nationalcoach Carlos Alberto Parreira wollte den sympathischen Lockenkopf selbst in Augenschein nehmen und berief ihn zum Abschiedsspiel Romarios gegen Guatemala am 27. April in die Seleção.

Dort hatte er beim 3:0 mit einem Assist bereits eine guten Eindruck hinterlassen, den er durch die Tore in seinem Verein beim Chef noch weiter verbesserte. "Neben Robino war Fred der herausragende Angreifer der Hinrunde in der brasilianischen Meisterschaft", so der gestrenge Coach, der ihm sogar noch ein Türchen für eine mögliche Teilnahme an der WM 2006 offen lässt:

"Unser Kader ist schon aufgestellt. Da müsste schon etwas außergewöhnliches passieren. Aber Fred zum Beispiel, der könnte ja in dieser Saison 30 Tore machen. Und das würde dann in jedem Fall große Aufmerksamkeit erregen." Aufmerksamkeit hatte Fred auch schon seit Jahresbeginn bei europäischen Vereinen geweckt. Porto zeigte Interesse, ZSKA Moskau ebenfalls. Nantes hatte im Juli 6,5 Mio Euro geboten. Der FC Sevilla wollte zehn Millionen Euro in Raten für den Mittelstürmer ausgeben. Doch dann unterbreitetete Lyon drei Tage vor Ende der Wechselfrist Ende August 15 Millionen Euro. Als teuerster französischer Einkauf wechselte Fred dann schließlich zum französischem Serienmeister.

Ein Doppelpack zum Auftakt in Lyon

"Ich bin stolz, dass er unser Angebot angenommen hat", betont Lyons Präsident Jean-Michel Aulas. Dass der 21-jährige Torjäger sein Geld wert ist, zeigte er bereits bei seinem ersten Auftreten am 10. September gegen Monaco, als er beide Treffer des 2:1-Sieges erzielte. Drei Tage später im Rahmen der Champions League blieb er zwar zuerst auf der Reservebank gegen Real Madrid, aber als er für den Norweger John Carew aufs Feld kam (72. Minute), stellte er abermals sein Können unter Beweis. Kurz vor dem Abpfiff hätte er beinahe den Triumph seiner neuen Mannschaft auf 4:0 erhöht. "Er ist ein Riesenfußballer, es freut mich, mit ihm zu arbeiten", sagt Trainer Gérard Houllier. "Seine Einstellung im Training ist musterhaft. Mit Lyon hat er die gute Wahl getroffen, denn er wurde sofort von seinen Landsleuten (Caçapa, Cris und Juninho) aufgenommen."

Fred beschreibt sich als "ein moderner Stürmer, der immer in Bewegung ist." Der Druck belaste ihn nicht: "Auf dem Rasen denke ich nur ans Toreschießen, ich weiß, dass die französischen Abwehrreihen sehr diszipliniert und hart agieren aber ich bin von Natur aus zuversichtlich." Real Madrids Trainer Vanderlei Luxemburgo beschreibt Fred so: "Der zweitbeste Nachwuchsspieler Brasiliens hinter Robinho." Und der brasilianische Coach fügt hinzu: "Wenn er keine Anpassungsschwierigkeiten erlebt in Lyon, wird er ganz sicher einer der besten Stürmer der Welt werden. Wenn er sich dem Strafraum nähert, ist er phantastisch. Er ist beidfüßig. Wirklich ein sehr guter Fußballer."

Vicente Del Bosque der als Trainer von Real Madrid zweimal die Champions League gewann (2000 und 2002), hat den Einstand von Fred gegen Monaco beobachtet. "Ich kannte ihn nicht, aber man sieht sofort, welches Potenzial er hat", versichert Del Bosque. "Er hat alle Anzeichen eines Klassestürmers. Er ist schnell, kräftig und treffsicher. Mit ihm wird Lyon viel Freude haben."

kicker.de

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Dürfte ein Wahnsinnsstürmer sein :eek:

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